Senckenberg Forschung

Die Frankfurter Evolutionstheorie

(auch: Kritische Evolutionstheorie, Hydroskelett-Theorie)

 Die Evolutions der Tiere

Die Frankfurter Evolutionstheorie ist ein vergleichsweise neues Erklärungsmodell in der Evolutionsforschung. Lebewesen werden als funktionierende Konstruktionen verstanden und in gleicher Weise bearbeitet, wie ein Ingenieur das Zusammenspiel der Teile in einer Maschine untersucht ( Konstruktions-Morphologie ). Lebewesen werden als Forschungsgegenstände auf einer abstrakten Ebene bestimmt. Man sagt: sie werden konstituiert. Auf diese Weise wird eine klare Defintion darüber gegeben, als was Organismen aufgefaßt werden. Evolution wird schließlich als Konsquenz der kontinuierlich arbeitenden und sich selbst reproduzierenden Körperkonstruktion der Organismen angesehen; deswegen wird die Frankfurter Theorie auch organismuszentrierte Evolutionstheorie genannt.

Die Hauptthesen der Frankfurter Evolutionstheorie lauten dieser organismischen Betrachtungsweise zur Folge::

  • Organismen sind energiewandelnde, hydraulische Konstruktionen
  • Evolution ist ein organisations- und struktur-determinierter Prozess
  • Die Organismen suchen die passenden Umweltbereiche auf
  • Evolution ist ein Morphoprozeß, der als Optimierungs- und Ökonomisierungsgeschehen rekonstruiert werden kann.
  • Konstruktionen können sich diversifizieren
  • Evolution ist irreversibel

Vergleich zum Darwinismus und zur Synthetischen Theorie

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Darwinismus, Synthetische Theorie Frankfurter Theorie
Lebewesen haben einen Genotyp und einen Phänotyp. Der Genotyp bestimmt den Phänotyp, eine vollständige Kenntnis des Genotyps ist hinreichend für das Verständnis des Lebewesens. Lebewesen werden hinsichtlich Ihrer Körperkonstruktion und ihrer spezifischen Eigenschaften als Organismen konstituiert ( Organismus -Begriff).
Umweltbedingte Auslese steuert die Evolution als Anpassung an die Umwelt. Da die Evolution wird durch die inneren Prinzipien der Organisation gerichtet wird ist der Begriff Anpassung eine beliebige post-factum- Feststellung.
Evolution wird als ein kausal-determinierter mechanistischer Vorgang (als Interaktion von Lebewesen und Umwelt) angesehen und man ist auf der Suche nach den Mechanismen der Evolution (Mutation und Selektion). Evolution ist ein indeterministischer Vorgang, der sich nicht bestimmen und vorhersagen läßt. Die Frankfurter Evolutionstheorie verwendet gezielt Metaphern und Erklärungsmodelle, um den Vorgang der Evolution zu bearbeiten, d.h. in erster Linie den Verlauf von Evolutionslinien zu rekonstruieren.
Die Lebewesen sind den externen Einflüssen der Umwelt ausgesetzt und werden als plastische Gebilde durch die Umwelt geformt. Lebewesen sind Objekte der Evolution. Die Körperkonstruktion der Organismen selbst verursacht, bestimmt und richtet die evolutionären Veränderungen, und erlaubt es bestimmte Lebensräume zu erschließen. Organismen sind Subjekte der Evolution.
Die Veränderlichkeit wird auf ausschließlich auf Veränderungen in den DNA-Sequenzen zurückgeführt (Insertion, Deletion und Austausch von Basen). Nicht nur die DNA-Sequenzen sind veränderlich, sondern auch übergeordnete chemische Strukturen. Sie und die Körperkonstruktion als Ganzes entscheiden, welche Veränderungen von seiten der Gene weiterwirken können. Das Funktionsgefüge der Konstruktion bestimmt, welche genetischen Veränderungen bestehen bleiben.
In der Evolution ist alles möglich, wenn nur hinreichend Zeit und eine sich verändernde Umwelt vorliegen. In der Evolution ist nur möglich, was die innere Organisation der Organismen auf weiteren geordneten Bahnen zuläßt.
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