Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden

Museum für Tierkunde

Sammlung Hemiptera-Polyneoptera

Unsere Forschung trägt zu dem Forschungsbereich Biodiversität und Systematik bei.

Dermaptera

AuriculariaDie Dermaptera-Trockensammlung umfasst z.Z. 2424 Exemplare von 124 Arten. 7 Arten sind durch Holotypen vertreten, 5 weitere durch Paratypen und 1 durch Syntypen.
Das meiste Material wurde im 20. Jahrhundert gesammelt, nur wenige ältere Exemplare sind vorhanden. Aus  allen zoogeographischen Regionen liegen Tiere vor, dabei sind die West-Paläarktis und die Orientalis besser repräsentiert als die übrigen Regionen. Viel Material stammt aus der Sammlung W.H. Muche.
Steinmann (1981, 1983) publizierte über die Dermaptera-Sammlung des Museums. Er bestimmte 100 Arten und beschrieb zusätzlich 4 neue Arten.
Die Sammlung wurde 1998 von Danilo Matzke neu strukturiert und durch Material aus dessen Privatsammlung erweitert.
Ein Typenkatalog wurde 2001 publiziert.

Publikationen, die Material aus der Dermapteren-Sammlung behandeln:

Steinmann, H. 1981. The survey of the Dermaptera Material in the Staatliches Museum für Tierkunde Dresden. Part I: Catadermaptera. -- Reichenbachia, 19 (24): 133-142. pdf
Steinmann, H. 1983. The survey of the Dermaptera Material in the Staatliches Museum für Tierkunde Dresden. Part II: Eudermaptera. -- Reichenbachia, 21 (7): 45-59. pdf
Matzke, D. & Emmrich, R. 2001. Das Typenmaterial der Ohrwürmer im Staatlichen Museum für Tierkunde Dresden (Insecta: Dermaptera). -- Entomologische Abhandlungen, 50 (10): 303-306. pdf

 

Hemiptera

Die Hemiptera-Sammlung umfasst ca. 480 000 Exemplare, ca. 60 % sind Zikaden (Auchenorrhyncha), ca. 40 % Wanzen (Heteroptera). Die übrigen Taxa der Hemiptera sind nur gering oder nicht vertreten.

Auchenorrhyncha

ZyginaDie Auchenorrhyncha-Sammlung besteht zur Zeit aus mehreren Teilen. Der älteste Sammlungsteil enthält Material aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das meiste Material ist über die Firma Staudinger & Bang-Haas an das Museum gelangt und wurde von Arnold Jacobi bearbeitet (der 1906-1936 Direktor des Museums war). Es stammt aus allen Regionen außer der Paläarktischen Region, unter den ca. 35000 Exemplaren sind ca. 3300 Arten vertreten, darunter 620 von Jacobi beschriebene Arten durch Typen. Einzelne Typenexemplare von anderen Autoren sind durch Tausch in die Sammlung gekommen.

Folgende Listen der Typenexemplare wurden publiziert:
Emmrich, R. 1973. Das Typen-Material der Zikaden (Homoptera, Auchenorrhyncha) des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden. I. und II. Teil: Cicadelloidea und Membracoidea. -- Entomologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden, 39: 247–267. pdf
Emmrich, R. 1974. Das Typen-Material der Zikaden (Homoptera, Auchenorrhyncha) des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden. III. Teil: Cercopoidea. -- Entomologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden, 40: 105–126. pdf
Emmrich, R. 1978. Das Typen-Material der Zikaden (Homoptera, Auchenorrhyncha) des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden. IV. Teil: Cicadoidea. – Entomologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden, 42: 203–210. pdf
Emmrich, R. 1982. Das Typen-Material der Zikaden (Homoptera, Auchenorrhyncha) des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden. V. Teil: Fulgoroidea. – Entomologische Abhandlungen des Staatlichen Museums für Tierkunde Dresden, 45: 213–231. pdf

Exemplare aus der Paläarktischen Region, vorwiegend aus Mitteleuropa, sind in einer "Mitteleuropa-Sammlung" zusammengefaßt. In diese ist u.a. die Sammlung von Hans Schiemenz eingeflossen, der 1964-1990 die Zikadenfauna ostdeutscher Trockenrasen und Moore untersuchte, und von Rainer Emmrich (Kustos für Hemiptera 1970-2004) vorwiegend in Ostdeutschland gesammeltes Material.
Es sind ca. 25000 Exemplare in 570 Arten, darunter Paratypen von 6 Arten.

Die Zikadensammlung von Hans Joachim Müller wurde 1998 übernommen. Sie enthält auch den größeren Teil der Sammlung von Hermann Haupt. Müller sammelte 1940-1985 vorwiegend in Mitteleuropa, Haupt bearbeitete auch außereuropäische Arten. Die Sammlung umfasst ca. 16000 trocken konservierte Exemplare. [Liste der Typenexemplare in Vorbereitung] Bedeutend ist auch die Larvensammlung von H.J. Müller; in 700 Proben (Röhrchen mit meist mehreren Exemplaren in Alkohol) sind Larven von 210 mitteleuropäischen Arten vertreten.

Seit 2009 befindet sich auch die Zikaden-und Wanzensammlung von Reinhard Remane am Museum. Es ist vor allem Material aus dem westlichen Mittelmeergebiet, den Kanarischen Inseln und aus Deutschland. Von den ca. 230000 Exemplaren sind ca. 85000 präpariert, der Rest v.a. in dreieckigen Tüten. Der größte Teil dieses Materiales  steckt noch nach Sammelreisen zusammen, ein kleinerer Teil war bereits für (bereits publizierte oder noch unvollendete Projekte) nach Taxa geordnet. In der Sammlung sind Holotypen von ca. 130 von Remane beschriebenen Zikaden- und Wanzenarten vorhanden.

Heteroptera

AcanthosomaDie Wanzensammlung bestand ebenfalls aus mehreren Teilen.
Das ältere Material war in den 1920er und 30er von A. Jacobi geordnet und teilweise bestimmt worden. Später kamen weitere Sammlungen bzw. Sammlungsteile hinzu, vorwiegend aus Sachsen, darunter die Sammlung von K. Büttner mit 400 Arten aus Südwest-Sachsen, gesammelt von 1935-1965.
Diese verschiedenen Teilsammlungen wurden 2001 - 2009 durch Kurt Arnold in einer einheitlichen Sammlung zusammengefaßt und neu aufgestellt. Noch nicht neu aufgestellt sind die Gerromorpha und Nepomorpha.
Die Sammlung umfaßt ca. 42000 Exemplare, in 2400 Arten.

Weitere 19000 Wanzen aus der Sammlung Remane wurden von diesem bereits vor 2009 an das Museum gegeben, sind aber nicht in die Hauptsammlung integriert. Weitere Heteroptera sind in dem nach Sammelreisen geordneten Material der Sammlung Remane zusammen mit Auchenorrhyncha aufbewahrt; daher läßt sich ihre Zahl kaum abschätzen.

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