Museum Görlitz

Aktuelles / Presse

Wissenschaftliche Vortragsreihe für Kinder geht ins neue Semester

Görlitzer KinderakakademieAm 12. Januar 2018 beginnt das neue Semester der Görlitzer Kinderakademie. Anmeldungen für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren sind ab sofort an der Kasse des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz (03581 - 47 60 52 20, aufsicht@senckenberg.de) oder auf der Homepage der Kinderakademie www.hszg.de/kinder möglich.

Hier kann das aktuelle Vorlesungsprogramm herunter geladen werden.

In den sechs Vorlesungen des kommenden Semesters geht es um Mammuts in der Lausitz, das Land Polen, Forschung an Reptilien im Dschungel, das Haus vom Nikolaus, Schmetterlinge und Comic-Helden. Alle Vorlesungen werden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gehalten und bieten somit Informationen aus erster Hand. Die Teilnahme an den 45-minütigen Vorlesungen ist kostenlos und nur für Kinder erlaubt. Für polnische Kinder werden die Vorlesungen simultan übersetzt. Alle Teilnehmer erhalten einen Studentenausweis und am Ende des Semesters ein Diplom.
 
Die Kinderakademie ist eine gemeinsame Veranstaltung des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz und der Hochschule Zittau/Görlitz. Die Vorlesungen finden abwechselnd im Humboldthaus und in der Hochschule in Görlitz statt.

04.12.2017

Erste Virtual Reality Anwendung geht an den Start

(c) Vaartjes
Wie sieht es unter der Erde aus? Die Digitali-
sierung macht es möglich die kleinen Boden-
bewohner kennenzulernen. (c) Uwe Vaartjes

Bonn/Görlitz, 16.11.2017. Seit September zeigt das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn die Wanderausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“ des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz. Fast pünktlich zum Start der Weltklimakonferenz in Bonn wurde sie mit einer neuen Attraktion bereichert, durch die Besucher noch interaktiver in die verborgene Lebenswelt des Bodens eintauchen können.

Mit einer Virtual Reality-Brille wird man – natürlich nur virtuell – auf die Größe einer Assel geschrumpft und findet sich im Porenraum des Bodens wieder. Mittels eines handgesteuerten Controllers kann man sich durch die dunklen Gänge bewegen und trifft hier auf kleine Bodenbewohner wie Springschwänze, Hornmilben, Weißwürmer und einen Hundertfüßer. Bisher befindet sich die Animation noch in der Testphase, Besucher werden befragt, Personal eingewiesen und die Animation immer wieder durch die Softwarefirma optimiert. Zukünftig sollen weitere Themenräume hinzukommen, in denen man dann mit den Bewohnern der Laubstreu und den im Wasserfilm lebenden Organismen auf Tuchfühlung kommen kann.

Der Boden ist, wie Wasser und Luft, eine unverzichtbare Lebensressource – und er lebt! Dass auf einem Quadratmeter Boden mehr Organismen leben als Menschen auf der Welt, ist den Wenigsten bekannt. Das Senckenberg Museum für Naturkunde, dessen Forschungsschwerpunkt die Bodenzoologie darstellt, bringt in dieser Internationalen Wanderausstellung  den Besuchern den Lebensraum unter unseren Füßen in all seinen Facetten näher.

Als Partner im bundesweiten Projekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ erprobt, testet und entwickelt das Museum digitale Anwendungen für die zukünftige Nutzung in musealen Einrichtungen. Zum Beispiel können so bisher unzugängliche Lebenswelten anhand von Animationen erlebbar gemacht werden, sei es die Welt der Dinosaurier, die Tiefsee oder eben der Boden.

Die VR-Anwendung steht noch bis 28. Januar 2018 in Bonn, in den sächsischen Winterferien ist geplant, sie auch im Görlitzer Senckenberg Museum für Naturkunde zu zeigen.

Infos zum Projekt: www.museum4punkt0.de

Von roten Pandas und blauen Monalen – Tierbeobachtungen im Himalaja

Vortrag mit Filmsequenzen von Axel Gebauer

 Über seine Dreharbeiten am Roten Pandabären berichtet der Tierfilmer und ehemalige Direktor des Görlitzer Tierparks, Dr. Axel Gebauer, am 1. Dezember 2017 um 19:30 Uhr im Görlitzer Humboldtsaal. Besondere Höhepunkte sind sehr seltene Freilandaufnahmen vom Roten Panda,. Der Eintritt kostet 2 €.

Die Tierwelt des Himalaja fasziniert Axel Gebauer seit Jahrzehnten. Dies ist auch gut im Görlitzer Naturschutz-Tierpark nachzuempfinden, dem er mit seiner Zentralasien-Leidenschaft als Tierparkdirektor ein ganz eigenes Gepräge verliehen hat. Dort führte er in seiner Zeit auch die sehr seltenen und wertvollen Roten Pandas ein, die in ihrem naturnahen und großzügigem Gehege schon längst zu den Besucherlieblingen avanciert sind. Dort entstanden bereits viele Aufnahmen für Naturfilme, denn Rote Pandas in ihrer natürlichen Umgebung zu filmen galt, lange als nahezu unmöglich. Allerdings nicht für Axel Gebauer, der unglaubliche Strapazen auf sich nahm, um im Freiland zu filmen. Mit Erfolg, wie die sensationellen Filmsequenzen, die er in seinem Abendvortrag präsentiert, bezeugen.

29.11.2017

Winterprogramm des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz erschienen

Titelseite WinterprogrammPünktlich zu Beginn der kalten Temperaturen lockt das Winterprogramm des Görlitzer Naturkundemuseums mit Vorträgen aus fernen Ländern, wärmenden Führungen in der Schokoladenausstellung und dem traditionellen Feuerzangenbowlenabend.

Los geht es mit einem bildgewaltigen Vortrag mit Naturfilmsequenzen aus dem Himalaya von Axel Gebauer, am 1. Dezember, 19:30 Uhr im Humboldtsaal. Viele kennen den heutigen Naturfotografen und -filmer noch als ehemaligen Görlitzer Tierparkdirektoren.

Der traditionelle Feuerzangenbowlenabend findet am 8. Dezember, 19:30 Uhr im Humboldtsaal statt. Karten zu 6 Euro sind bereits an der Museumskasse erhältlich.

Und auch nach draußen verschlägt die Zoologische Winterexkursion ins Ullersdorfer Teichgebiet am 11. Februar, 9:00 Uhr mit Hermann Ansorge.

Weitere Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsprogramm, das in verschiedenen öffentlichen Einrichtungen und an der Museumskasse ausliegt sowie online unter www.senckenberg.de/goerlitz

Freitag, 1. Dezember 2017 | 19:30 | Natur in Farbe | Humboldthaus
Von roten Pandas und blauen Monalen – Tierbeobachtungen im Himalaya
Vortrag mit Filmsequenzen von Dr. Axel Gebauer, Boxberg
Eintritt 2 Euro

Download Programm

28.11.2017

Schriftsteller Oybek Ostanov berichtet über sein Heimatland Usbekistan

(c) Ostanov
Samarkand (c) Ostanov

Usbekistan beeindruckt nicht nur mit seiner langen Geschichte, seinen lebendigen Traditionen und seiner reichen Kultur. Sondern das Land gilt auch als die wichtigste Kultur- und Handelsbrücke zwischen Orient und Okzident. Die Perle an der großen Seidenstraße können Interessierte am 24. November, um 19.30 Uhr, im Humboldthaus kennenlernen. In einer Mischung aus Multimedia-Vortrag und Lesung präsentiert Oybek Ostanov das Land in seinen unterschiedlichen Facetten.
In seiner Heimat arbeitet der eloquente Kenner des Landes als selbständiger Reiseveranstalter, Reiseleiter und im usbekisch-deutschsprachigen Raum als Literaturübersetzer und Autor in beiden Sprachen.
Die Veranstaltung ist ein Kooperationsprojekt der Volkshochschule Görlitz und des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz. Der Eintritt kostet 2 Euro. Für Inhaber der vhsCard ist der Vortrag kostenfrei.

Fr. 24. November 2017 | 19.30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni, 02826 Görlitz
Usbekistan – Perle der Großen Seidenstraße
Vortrag des Schriftstellers Oybek Ostanov, Samarkand/ Usbekistan
Eintritt 2,00 €

www.oybekostanov.com

Geburtstagskaffee bei Senckenberg

Am 22. November 2017 wird die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung 200 Jahre alt

Frankfurt, den 17.11.2017. Mit einem feierlichen Festakt, Tagen der offenen Tür an den verschiedenen Standorten, einer Geobiodiversitäts-Fachkonferenz und mit vielem mehr feiert die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung seit Januar ihr Jubiläumsjahr. Am 22. November ist es nun soweit – Senckenberg wird 200. Aus diesem Anlass lädt die Senckenberg Gesellschaft in ihren drei Naturmuseen Frankfurt, Dresden und Görlitz sowie an den Standorten Tübingen und Wilhelmshaven zu Kaffee und Kuchen ein.

Das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt lädt seine Besucher am 22. November zwischen 15 und 18 Uhr auf ein Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee oder Tee in das Museumsbistro ein. Senckenberg-Mitarbeiter werden anwesend sein und freuen sich auf den Austausch mit den Geburtstagsgästen. Kurz vor dem eigentlichen Geburtstag veranstaltet das Frankfurter Museum am 19. November einen großen Familientag. Rund um das Thema Vielfalt gibt es Forscher-Stationen für Groß und Klein, Bastel- und Mal-Aktionen, einen großen Marktplatz im Saal der Wale, ein spannendes Forscher-Quiz und vieles mehr.

Das Senckenberg Museum Görlitz begeht in der Sonderausstellung „Kakao und Schokolade“ den 200. Geburtstag und lädt auf eine Tasse Schokolade ein. Der Eintritt ist ab 15 Uhr frei und Besucher können in der Ausstellung selbst Schokolade herstellen und kostenlos Kaffee, heiße Schokolade und Geburtstagskuchen genießen.

Die Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden im Japanischen Palais laden ihre Besucher ab 14 Uhr in ihre Sonderausstellung „Sex und Evolution“ ein. Der Eintritt ist frei und es gibt Kaffee, Tee und Kuchen. Und auch das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) in Tübingen empfängt Geburtstagsgäste bei Kaffee und Kuchen von 14 bis 17 Uhr im Museum der Universität Tübingen (MUT).

Senckenberg am Meer in Wilhelmshaven feiert den runden Geburtstag in der aktuellen Ausstellung „Schönheit im Verborgenen – Mikrokosmos Ozean“ in der Dachgalerie des UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Besucherzentrums. Die Senckenberger Meeresforscher laden bei freiem Eintritt von 15 bis 17 Uhr in der Sonderausstellung zu Softdrinks und Kuchen ein und beantworten dort Fragen zu ihrer Forschung.

Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger blickt zufrieden auf ein ereignisreiches Jubiläumsjahr zurück: „Wir haben – auch dank unserer zahlreichen Freunde und Unterstützer – viel geschafft und freuen uns darüber, dass unsere Forschungsthemen und insbesondere unser Kernthema Biodiversität mehr und mehr Aufmerksamkeit erhalten und auch außerhalb der Wissenschaftswelt wahrgenommen werden“.

www.200jahresenckenberg.de

Meteorite: Boten aus dem All – Abendvortrag und Vorlesung in der Kinderakademie

(c) Olaf Tietz
Dieser Eisenmeteorit aus Mexiko kam 1911 in
die Sammlung des Görlitzer Naturkundemuseums.
Die auffällige Oberflächenstruktur ist typisch für
bestimmte Meteoritentypen. © Olaf Tietz

Meteorite sind „nicht von dieser Welt“. Das macht sie so geheimnisvoll. Nur ganz selten werden diese Boten aus den Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter auf der Erde gefunden und sind dann der Stolz jeder geologischen Sammlung. Manchmal handelt es sich auch um Stücke die von Asteroiden aus Mond oder Mars heraus geschlagen werden und dann auf der Erde landen. Wissenschaftler können aus der chemischen Zusammensetzung der Meteorite Rückschlüsse auf Entstehung und Alter unseres Sonnensystems ziehen. Aber zuvor ergibt sich die Frage, wo und wie man Meteorite findet und woran man sie erkennt. Die Senckenberg-Wissenschaftlerin Jutta Zipfel stellt am 17. November in zwei Vorträgen die vielfältigen Facetten der Meteoritenforschung vor.

Fr 17. November 2017 | 16:00 – 16.45 Uhr | Görlitzer Kinderakademie | Humboldtsaal, Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Was sind Meteorite und wie kann man sie erkennen?
Vorlesung nur für Kinder von Dr. Jutta Zipfel, Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt/Main, Sektion Meteoritenforschung.
Der Eintritt ist frei.
 
Fr 17. November 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldtsaal, Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Meteorite – Urmaterie des Sonnensystems
Vortrag von Dr. Jutta Zipfel, Senckenberg Forschungsinstitut Frankfurt/Main, Sektion Meteoritenforschung.
Der Eintritt kostet 2 €.

Eintauchen in die Welt der Dinosaurier

(c) L Träger
Eintauchen in vergangene Welten (c) L.Träger

Görlitz, 27.10.2017. Das Dinoskelett bekommt auf einmal Muskeln und Haut und erwacht zum Leben. Der Diplodocus schaut sich neugierig um, Flugsaurier fliegen über ihn hinweg und plötzlich kommt er auf dich zu, immer näher und näher und blickt dir in die Augen! Spätestens jetzt zucken die meisten ein wenig zusammen. So fühlt es sich an, wenn man mittels einer VR-Brille in Virtuelle Realitäten versetzt wird.

Es ist ein Anliegen des Senckenberg Museums, seinen Besuchern Welten näher zu bringen, die heute nicht mehr erlebbar sind oder in die wir in der Realität nur schwer eintauchen können. Dazu gehört zum Beispiel der Boden unter unseren Füßen, die verborgenen Tunnel der Bodenorganismen und Interaktionen, die da vor sich gehen. Das Museum beschäftigt sich derzeit damit, auf welcher Art und Weise diese unzugänglichen Welten am besten erfahrbar gemacht werden können. Es ist Partner im bundesweiten Pilotprojekt zur Digitalisierung in Museen (www.museum4punkt0.de).

(c) L Träger
Mit einem Klick erwachen Museumsobjekte zum
Leben und der Besucher erhält viele Informationen.
(c) L.Träger

Dazu konnten am 27.10.2017 eine Firma aus Lübeck begrüßt werden, die bereits die VR-Anwendung mit dem Diplodocus im Frankfurter Senckenberg Museum erfolgreich testet. Die sogenannten Infografen haben noch mehr auf Lager: Plötzlich kommt einer Welle von Wasser in den Museumsraum herein gespült und flutet alles. Das sonst leblos an der Wand hängende Fossil eines Fischsauriers erwacht zum Leben und ist in seiner natürlichen Umgebung zu sehen. Ob und wie das zukünftig alles umsetzbar sein wird –wir sind gespannt.

www.museum4punkt0.de

Die Energie von morgen – Vorlesung in der Kinderakademie

Das Thema ist in der Gesellschaft sehr präsent: wie werden wir in Zukunft Energie erzeugen, wenn Rohstoffe wie Erdöl, Erdgas und Kohle knapp werden oder aus Umweltschutzgründen nicht mehr genutzt werden sollen? In seiner Kinderakademie-Vorlesung stellt der Unternehmer Fred Jung den Studierenden der Görlitzer Kinderakademie seine Vorstellungen vor, wie Wind- und Sonnenenergie zukünftig den Großteil unseres Energiebedarfs decken können.
 
Die kostenlose Vorlesung wendet sich an Kinder zwischen acht und zwölf Jahren. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.
 
Fr, 10. November 2017 | 16:00 – 16.45 Uhr | Görlitzer Kinderakademie | Humboldtsaal, Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Wind- und Solarenergie: Saubere Energie für die nächste Generation
Vortrag von Fred Jung, Wörrstadt

Vortrag über Haselmäuse im Naturkundemuseum

(c) Senckenberg Görlitz
(c) Senckenberg

Sie sind sehr klein, sehr heimlich und sehr niedlich. Und die Wenigsten haben schon einmal eine zu Gesicht bekommen: Haselmäuse. Mäuse sind sie aber eigentlich auch nicht, denn sie gehören zur Nagetiergruppe der Bilche oder Schläfer. Wie ihr Namen bereits andeutet, verbringen sie viel Zeit mit Ruhen. Ende Oktober ziehen sie sich in ihre Winterschlafquartier zurück um ausgeruht erst im Mai wieder „nacht“-aktiv zu werden. Der Friedersdorfer Zoologe Sven Büchner ist Spezialist für Haselmäuse und untersucht seit Jahrzehnten das Vorkommen der kleinen Schlafmaus in Sachsen und insbesondere der Oberlausitz. In einem Vortrag stellt er am 7. November um 19:30 Uhr die zum Wildtier des Jahres gewählte Haselmaus in einem Vortrag im Naturkundemuseum vor.
 
Di 7. November 2017 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Seminarraum/Museum, Seiteneingang Am Museum 1, Görlitz
Das Wildtier des Jahres – die Haselmaus
Vortrag von Sven Büchner, Friedersdorf
Der Eintritt kostet 2 €

Träger des Görlitzer Meridian-Naturfilmpreises erneut ausgezeichnet

"Jan im Glück" möchte man fast meinen. Aber es hat nichts mit Glück, sondern mit Können zu tun, dass der Naturfilmer Jan Haft im Abstand weniger Wochen drei bedeutende Naturfilmpreise erhielt. Noch am 30. September weilte Jan Haft in der Filmstadt Görlitz, um gemeinsam mit seiner Frau den Görlitzer Meridian-Naturfilmpreis entgegen zu nehmen. Schon vier Tage später wurde Jan Haft auf dem Darß mit dem DeutschenNaturfilmpreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern geehrt. Sein Film "Biene Majas wilde Schwestern"  wurde als bester Beitrag in der Kategorie "Mensch und Natur" prämiert. Nun erhielt Jan Haft für den selben Film den großen Preis des Internationalen Naturfilmpreis-Festivals im belgischen Namur.

Fest steht: Die Entscheidung der Jury des Görlitzer Filmpreises lag genau im Trend, diesen genialen Tierfilmer auszuzeichnen und nach Görlitz zu holen. Bleibt nur zu hoffen, dass Ihm weiterhin neben den Preisverleihungen ausreichend Zeit bleibt, so publikumswirksame Dokumentationen zu drehen wie bisher.
Link

Familienfest im Senckenberg Museum

Museumsfest 2017

Viel Spaß und Unterhaltung bietet das diesjährige Familienfest des Görlitzer Naturkundemuseums am Sonnabend, den 4. November von 15:00 bis 20:00 Uhr aus Anlass des zweihundertjährigen Bestehens der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Die Mitglieder des Förderkreises und die Museumsmitarbeiter haben sich viele Attraktionen für große und kleine Besucher einfallen lassen.
So können Kinder und Erwachsene u.a. selbst Schokolade herstellen, Jubiläumsbuttons pressen, Spinnen basteln oder ein Puppentheaterstück von Lutz Männel besuchen, zum Forscher vor zweihundert Jahren werden und erfahren, was Insekten und Rock‘n‘Roll gemeinsam haben. Der Tierra Eine Welt e.V. bietet in der aktuellen Kakaoausstellung den aztekischen Trunk xocolatl und Schokolade zum Verkosten an. Der Förderkreisvorsitzende Thomas Neumann kreiert Nudeln mit verschiedenen Saucen und im Café gibt es Kuchen und heiße Schokolade. Für die passende musikalische Umrahmung sorgt die Band Swingtime.

Eintrittspreise:
Familienkarte 10,00 € (2 Erw.+max. 5 Kinder)  | Minifamilie 7,00 € (1 Erw.+max. 5 Kinder)  | Erwachsene 5,00 €  | Ermäßigt 4,00 €  | Kinder 3,00 € (bis 16 Jahre)

www.foerderkreis-smng.de

Benefiz-Vortrag zum Zootier des Jahres

Kakadu
Der stark gefährdete Rotsteißkakadu (Cacatua
haematuropygia)
lebt auf den Philippinen.
© Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec/V.Michel

Am 27. Oktober lädt Tierparkdirektor Dr. Sven Hammer zu einem Benefizvortrag um 19:30 Uhr in den Görlitzer Humboldsaal ein. Er stellt den Kakadu als Zootier des Jahres vor und möchte mit der Aktion in der Öffentlichkeit für gefährdete, aber bisher wenig beachtete Tierarten aufmerksam machen.
Kakadus kommen in der Natur nur in Australasien vor und besitzen damit nur ein relativ kleines geografisches Verbreitungsgebiet. Dass viele dieser faszinierenden Vögel in ihrem Bestand stark gefährdet sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Mit dem Kakadu als „Zootier des Jahres“ wollen die Projektpartner sich ganz konkret für den Schutz dieser Tiere vor Ort einsetzen.
Das Einmalige an der Aktion „Zootier des Jahres“ ist der Zusammenschluss starker Partner im Arten- und Naturschutz, sodass für den Schutz des „Zootier des Jahres“ nicht nur geworben, sondern durch finanzielle Unterstützung tatsächlich das Überleben der Kakadus in der Wildbahn gefördert wird.
Auch der Görlitzer Naturschutz-Tierpark ist für die Nachzucht vor dem Aussterben bedrohter Tierarten bekannt und setzt sich im Rahmen seiner Bildungs-, Forschungs- und Öffent-lichkeitsarbeit für gefährdete Tierarten ein.
 
Weitere Infos: www.zootier-des-jahres.de
 
Fr. 27. Oktober 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2, 02826 Görlitz
Zootier des Jahres – der Kakadu
Benefizvortrag von Dr. Sven Hammer, Naturschutz-Tierpark Görlitz.
Spenden erwünscht!

Senckenberg am Nachmittag - Mittelamerika

(c) Vassmers
Foto: Petra Vaßmers

Am 19. Oktober findet um 16:00 Uhr im Senckenberg Museum ein öffentlicher Vortrag statt. Im zweiten Teil ihres Mittelamerika-Reiseberichts nimmt Petra Vaßmers ihre Gäste mit nach Honduras, Mexiko und Guatemala. Die Route des Reisevortrages beginnt in der im Regenwald verborgene Welterbestätte Ruinen von Copan, einer sehr bedeutenden Stadt der Maya. Von dort aus führt die Reise weiter nach Antigua ins zentrale Hochland von Guatemala nach Antigua. Auch diese Stadt gehört zum Weltkulturerbe allerdings wegen ihrer Kolonialarchitektur. Weiter geht es zum Atitlan-See inmitten rauchender Vulkane, einem herrlichen Landschaftserlebnis. Schließlich streift der Vortrag Mexiko-Stadt und endet an den weltberühmten Badestränden von Acapulco.

Do. 19. Oktober 2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum/Museum
Im Reich der Mayas und Azteken – Eindrücke von Regenwäldern, rauchenden Vulkanen und sagenhaften Orten inmitten von Wasser
Vortrag von Petra Vaßmers, Görlitz
Eintritt 2 €

Filmpreis in Görliwood verliehen

Görlitzer Meridian-Naturfilmpreis geht an Jan und Melanie Haft

Foto: Erhielten in diesem Jahr den Görlitzer Meridian Naturfilmpreis: Jan und Melanie Haft, links und rechts im Bild: Rolf Berndt und Thomas Neumann vom Förderkreis Naturkundemuseum Görlitz
Erhielten in diesem Jahr den Görlitzer
Meridian Naturfilmpreis: Jan und Melanie Haft,
links und rechts im Bild: Rolf Berndt und
Thomas Neumann vom Förderkreis
Naturkundemuseum Görlitz (c) J. Gitschmann

Wildes Deutschland – der Chiemsee, Wildes Skandinavien - Norwegen, Mythos Wald oder Magie der Moore sind nur einige der Filmhits der diesjährigen Preisträger des Görlitzer Meridian Naturfilmpreises Melanie und Jan Haft. Das Ehepaar aus Bayern wurde am 30. September für sein bisheriges Gesamtwerk im Görlitzer Senckenberg Museum geehrt. Der „Görlitzer Meridian“ ist einer der vier wichtigsten deutschen Naturfilmpreise und wird alle zwei Jahre durch den Förderkreis des Naturkundemuseums Görlitz verliehen.

Die sehr sympathischen Preisträger aus Bayern stellten im Rahmen einer öffentlichen Filmvorführung vier ihrer Lieblingsfilme vor und erzählten von besonders kniffligen Filmdrehs und erklärten, wie ganz besondere Einstellungen entstanden. Für die rund 100 Zuschauer*innen war es hochinteressant, einen Einblick hinter die Kulissen eines Tierfilms zu erhalten und mit dem Preisträger-Ehepaar persönlich ins Gespräch zu kommen.

Am Abend überreichte der Vorsitzende des Förderkreises Thomas Neumann in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste den mit 2.500 € dotierten Preis. Die Laudatio hielten die ehemaligen Naturfilmredakteure des MDR und BR Monika Seiffert und Udo Zimmermann. Auch ehemalige Preisträger wie Prof. Hans Fricke, Ernst Arendt und Hans Schweiger ließen es sich nicht nehmen, extra zur Preisverleihung nach Görlitz anzureisen.
 
Preisträger
Jan Michael Haft gilt als einer der bedeutendsten deutschen Naturdokumentarfilmer, seine Ehefrau Melanie wirkt als Produktionsleiterin der gemeinsamen Naturfilmfirma an der Entstehung und Profilierung der Filme maßgeblich mit. Beide schauen auf ein beeindruckendes Gesamtwerk mit über 60 Produktionen in den vergangenen 18 Jahren zurück. Dem Publikum im Gedächtnis geblieben sind zweifellos ihre Beiträge zu »Wildes Deutschland« und »Wildes Skandinavien«, für die Jan Haft mehrfach ausgezeichnet wurde, sowie die Kinofilme »Das grüne Wunder – unser Wald« und »Magie der Moore«.
 

Weltklasse-Tierfilmer kommen nach Görlitz
Jan und Melanie Haft erhalten Görlitzer Meridian-Naturfilmpreis

Filmpreisplakat

Sie gehören zu den internationalen Stars der Naturfilmszene: Jan und Melanie Haft. Ihre Tier- und Naturfilme laufen nahezu wöchentlich im Fernsehen und sogar im Kino! Weltweit werden sie mit den bedeutendsten Naturfilmpreisen geehrt. Nun erhält das Ehepaar Haft für sein Lebenswerk den Görlitzer Meridian-Naturfilmpreis. Am 30. September kommen die beiden nach Görlitz und sind für ihre Fans hautnah zu erleben. Am Nachmittag präsentieren sie vier ihrer Lieblingsfilme und plaudern aus dem Nähkästchen – spannende Geschichten aus dem aufregenden Leben eines Tierfilmers. Am selben Tag findet um 19:00 Uhr im Humboldtsaal die öffentliche Preisverleihung statt.
Im Rahmen des Filmnachmittages zeigen Melanie und Jan Haft ab 14:00 Uhr die vier Spitzendokus »Wildes Norwegen«, »Das Kornfeld«, »Magie der Moore« und »Mythos Wald« mit zum Teil nie gesehenen Aufnahmen. Die Dokumentationen von Jan Haft sind an ihrer Machart sofort zu erkennen. Seine spektakulären Kamerafahrten in Zeitraffer- und Zeitlupenaufnahmen, aber auch besondere Fahr- und Schwenktechniken sind in ihrer Präzision einmalig. Die Zuschauer können so die Welt vor ihrer Haustür neu entdecken und erhalten so einzigartige Einblicke in sonst kaum sichtbare und verborgene Zusammenhänge.
Der Förderkreis des Senckenberg Museums für Naturkunde vergibt den Görlitzer Meridian Naturfilmpreis im zweijährigen Rhythmus. Aus diesem Anlass finden sich immer wieder vorhergehende Preisträger zur Preisverleihung ein. In diesem Jahr erwarten die Veranstalter die Naturfilmer Hans Schweiger und Ernst Arendt (Tiere vor der Kamera), Hans Fricke (Wiederentdecker des Quastenflossers) und Karlheinz Baumann (Terra X). 

30.September 2017 | Görlitzer Meridian Naturfilmpreis
 
14:00 bis 18:00 Uhr Filmnachmittag in Anwesenheit der Preisträger Melanie und Jan Haft
Filme: »Wildes Skandinavien«, »Das Kornfeld«, »Magie der Moore«, »Mythos Wald«
mit Kaffeepause
Eintritt: 6 € / 4 € ermäßigt / 12 € Familie. Eintrittskarten sind im Vorverkauf an der Museumskasse erhältlich (Di – Fr 10:00 – 17:00 Uhr, Sa – So 10:00 – 18:00 Uhr)
 
19:00 Uhr Feierliche Preisverleihung an Melanie und Jan Haft mit Filmpotpourri
Grußworte: Bürgermeister Dr. Michael Wieler
Laudatio: Monika Seiffert (ehem. Naturfilmredakteurin MDR) und Udo Zimmermann (ehem. Naturfilmredakteur BR)
Musik: Saxophonspieler*innen der Musikschule Zgorzelec
Die Veranstaltung ist öffentlich und die Teilnahme kostenlos.
 
Mehr unter:
www.goerlitzer-meridian.de
www.nautilusfilm.de
www.dasgruenewunder-derfilm.de
www.magiedermoore-derfilm.de

 

Eine Reise auf die Inseln Öland und Gotland
Vortrag im Senckenberg Museum

(c) Reinicke
Kalksteinfelsen am Langhammershammeren auf
der Insel Fårö vor Gotland. © Rolf Reinicke

Öland und Gotland, die beiden großen Kalksteininseln Schwedens, gelten als besonders ungewöhnliche Naturräume, von denen nicht nur Geologen, Botaniker und Ornithologen begeistert sind. Der Stralsunder Geologe Rolf Reinicke, bekannter Landschaftsfotograf und erfolgreicher Buchautor – als Referent langjähriger „Stammgast“ im Görlitzer Senckenberg-Museum – hat beide Inseln auf vielen Reisen entdeckt, erlebt und fotografiert.
In einer faszinierenden Bildpräsentation zeigt er die ungewöhnlichen Landschaften und die eigenartige Schönheit dieser besonderen Inseln. Er berichtet von deren Entstehung und ihren natürlichen Veränderungen, von uralten fossilreichen Korallenriffen und fantastischen Orchideenwiesen, von Vogelfelsen, bizarren Kalksteinkliffs und ausgedehnten Kalksteppen. Und er verspricht wieder einmal großartige "Natur in Farbe".
 
29.September 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2, 02826 Görlitz
Öland und Gotland – Geologie und Landschaft
Vortrag von Rolf Reinicke, Stralsund
Eintritt 2 €.

Ägyptische Pyramiden geben neue Rätsel auf –
Vortrag von Dominique Görlitz

Der Chemnitzer Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz stellt am 15. September, 19:30 Uhr im Humboldthaus seine aktuellen Forschungsergebnisse über die Cheops-Pyramide vor. Görlitz und sein Kollege Stefan Erdmann entdeckten 2013 Spuren von Schmiede-Eisen in der Cheops-Pyramide. Dieser Befund kommt eine archäologischen Sensation gleich, denn zur Zeit der Erbauung des berühmten Weltwunders ca. 2.500 Jahre v. Chr. gab es nach bisheriger Meinung der Ägyptologen noch kein Schmiede-Eisen. Die beiden Forscher gehen ebenso dem Pyramidenbau auf die Spur. Wie konnten zur damaligen Zeit die mehr als 60 Tonnen schweren Granitblöcke bearbeitet und aufgeschichtet werden? Görlitz und Erdmann stellen mit ihren Entdeckungen die bisherige Ägyptologie in Frage und geben durch ihre praktische Forschungsarbeit der Wissenschaft neue Impulse.
 
Freitag, 15. September 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2, 02826 Görlitz
Das Cheops-Projekt – Das Eisen der Pharaonen
Vortrag von Dr. Dominique Görlitz, Chemnitz
Eintritt: 2 Euro

Von Herbstspaziergang bis Museumsfest


Herbstprogramm

Hier geht's zum Programm...

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz lockt im Herbst wieder mit vielen Veranstaltungen.

22 Vorträge stehen auf dem Programm, die die Zuhörer in die Weiten des Weltalls entführen, ins Reich der Mayas und Azteken mitnehmen oder mit der Haselmaus bekannt machen. Am 15. September kommt zudem Dominique Görlitz mit einem Vortrag zu seinen Forschungen an der Cheops-Pyramide um 19:30 Uhr ins Humboldthaus. Die monatlichen Exkursionen führen zu den Wildrosen auf die Landeskrone, in die Stadtnatur im Schellergrund und zur Vogelbeobachtung am Berzdorfer See.

Höhepunkte sind die Verleihung des Görlitzer Meridian Naturfilmpreises am 30. September an die Naturfilmer Jan und Melanie Haft. Für Liebhaber der beliebtesten Süßigkeit der Welt eröffnet am 20. Oktober die Sonderausstellung „Kakao und Schokolade“. Und am 4. November lädt das Naturkundemuseum kleine und große Besucher zum jährlichen Museumsfest mit Puppentheater, Forschungsstationen und Livemusik ein.

Für Kinder zwischen 8 bis 12 Jahren bietet das Museum zusammen mit der Hochschule Zittau/Görlitz spannende Vorträge in der Kinderakademie an. Diese finden an sechs Freitagen 16 Uhr statt und sind kostenlos. Die erste Vorlesung beginnt am 15. September. Anmeldungen und Programm über www.hszg.de/kinder

Die Eintrittspreise für die Vorträge liegen jeweils zwischen zwei bis drei Euro, die Exkursionen sind kostenfrei. Genaue Termine entnehmen Sie bitte dem Veranstaltungsprogramm. Die Programmhefte sind an der Museumskasse sowie in einigen anderen öffentlichen Einrichtungen erhältlich oder im Internet unter: www.senckenberg.de/goerlitz/veranstaltungen

Nächste Veranstaltung:
Mi. 6. September 2017 | 19:00 Uhr | Humboldthaus
Eigene Wege in die Wissenschaft          
Schülerinnen und Schüler stellen die Ergebnisse ihrer Facharbeiten in öffentlichen Vorträgen vor.
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Augustum-Annen-Gymnasium Görlitz.
Maximilian Wollenhaupt: Welche Gefahren birgt der Floh als Parasit für Hund, Katze und Mensch?
Franziska Junkes: 3D-Modellierung mit Blender
Joana Schubert: Rheuma
Julia Szagunn: Die kleine Physik des Tauchens

 

Vortrag über Hornissen

(c) Jürgen Schulz
Foto: J. Schulz

Wer mehr über Hornissen erfahren möchte, hat dazu Gelegenheit am kommenden Sonntag, dem 27. August. Der Biologe Hans Jürgen Schulz gibt 10:30 Uhr im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz in einem Vortrag eine Übersicht über die größte der acht mitteleuropäischen sozialen Wespenarten. Seit 1987 zählt die Hornisse zu den geschützten Tierarten in Deutschland.

Im Vortrag wird u.a. auf den Körperbau, den Lebenszyklus, die Nahrung und die Gefährlichkeit von Hornissen eingegangen. Ergänzt werden diese Informationen durch diverses Schaumaterial wie Nester und Insektenkästen sowie zahlreiche Fotoaufnahmen. Auch kann der Besucher bei einem Blick durch das Stereomikroskop das Komplexauge bewundern.

So. 27. August 2017 | 10:30 Uhr | Sonntagsveranstaltung | Naturkundemuseum / Seminarraum
Königin für einen Sommer – aus dem Leben der Hornissen
Präsentation von Dr. Hans Jürgen Schulz, SMNG
Eintritt zum regulären Museumseintritt

 

Görlitzer Kinderakademie startet

Kinderakademie

Einmal in einer Vorlesung sitzen wie die großen Studenten und Spannendes von einem richtigen Wissenschaftler erfahren können Kinder zwischen 8 – 12 Jahren in der Görlitzer Kinderakademie. Die findet von September bis Dezember an sechs Freitagen immer 16:00 Uhr statt, abwechselnd in der Hochschule Görlitz und im Humboldthaus des Senckenberg Museums für Naturkunde.

Die Teilnahme ist kostenfrei, für polnische Kinder wird simultan gedolmetscht. Wie an einer richtigen Hochschule bekommen die Kinder einen Studentenausweis und am Ende des Semesters ein Diplom.

Auch im neuen Halbjahr stehen wieder interessante Fragen auf dem Programm: Wie erkennt man Meteoriten? Was ist alternative Energie? Und was haben ein Snowboard und ein Flugzeugflügel gemeinsam? Wissenschaftler aus ganz Deutschland beantworten spannende Fragen aus ihrer Forschung.

Los geht es am Freitag, 15. September 2017, 16 Uhr im Humboldthaus.
Anmeldungen werden ab sofort entgegengenommen.

Programm und Anmeldung:
www.hszg.de/kinder
telefonisch 03581-47605220.  

 

 

Auf der Suche nach der Killerbraut
Exkursion mit dem Senckenberg Museum

Gottesanbeterin (c) Düker
Die Gottesanbeterin ist eine Neubürgerin
in der Oberlausitz. © Christian Düker

Es ist nicht ganz jugendfrei, scheinbar grausam, aber praktisch! Die Rede ist vom Paarungsverhalten der Gottesanbeterin. Dieses große Insekt hat die derbe Angewohnheit, beim Paarungsakt das Männchen zu verspeisen und ersetzt so gleich verbrauchte Kalorien. Egal, denn die Männchen erfüllen auch ohne Kopf ihren Zweck.
Seit einigen Jahren kann man dieses bizarre Schauspiel auch in der Lausitz beobachten, denn die wärmeliebende Gottesanbeterin wurde vor einigen Jahren erstmalig in der Region auf Rekultivierungsflächen des Tagebaues Nochten nachgewiesen. Dort bewohnt sie sonnenexponierte Krautfluren, in denen sie gut getarnt auf ihre Beute lauert: Insekten, die sie mit ihren sichelförmigen Vorderbeinen fängt. Mit bis zu sechs Zentimetern Körperlänge ist die zu den Fangschrecken zählende Gottesanbeterin eines der größten einheimischen Insekten.

Thomas Lübcke, Biologe und Leiter des Lebendtierbereiches des Senckenberg Museums, lädt am Sonntag, den 20 August dazu ein, die Gottesanbeterin in Ihrem Lebensraum bei Nochten kennen zu lernen. Während der Exkursion sind auch andere interessante Insekten- und Spinnenarten zu erwarten.

Gottesanbeterinnen sind übrigens auch im Lebendtierbereich des Görlitzer Senckenberg Museums zu erleben. Besonders aktiv sind sie während der an jedem ersten Donnerstag (16:00 Uhr) im Monat stattfindenden Schaufütterungen.

20. August 2017 10:00 | Exkursion | Nochten
Das Alien-Insekt: Exkursion zur Gottesanbeterin
mit Dipl.-Biol.Thomas Lübcke
Bitte melden Sie sich für die Exkursion an, da die Teilnehmerzahl begrenzt ist: 0 35 81 - 47 60 – 5220.
Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Junge Naturforscher gesucht!

 Nature Scouts

Biberspuren entdecken, Wassertierchen in der Neiße keschern, die Früchte des Waldes kennenlernen und einmal hinter die Kulissen eines richtigen Forschungslabors schauen – das können Kinder ab der 5. Klasse in der Arbeitsgemeinschaft Nature Scouts am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
„Wir wollen Kinder verstärkt an naturkundliche Phänomene heranführen und dies mit Spaß und Gemeinschaftsgefühl koppeln“ sagt Dr. Christiane Ritz, Botanikerin am Naturkundemuseum und Betreuerin der Nature Scouts. Gemeinsam mit zwei Kollegen vom Senckenberg Museum geht sie mit den Kindern auf Entdeckungstouren in und um Görlitz und erkundet die heimische Natur. „Leider verlieren Kinder zunehmend den Kontakt zu ihrer natürlichen Umwelt. Selbst häufige Tiere und Pflanzen sind vielen Kindern nicht mehr bekannt. Und das wollen wir ändern!“ sagt die Mutter von drei Kindern zuversichtlich.
Welche Vögel leben am Berzdorfer See? Wozu sind eigentlich die schleimigen Schnecken gut? Wie sieht eine Wolfsspur aus? Diesen und weiteren Fragen gehen die kleinen Naturforscher nach. Auch Mikroskopieren und Experimentieren steht auf dem Plan, ebenso kleine Naturschutzprojekte wie Müllsammeln oder Nistkästen aufhängen.

Die Teilnahme ist kostenlos. Das erste Treffen im neuen Schuljahr findet am Mittwoch, 16. August, 16:00 Uhr im Seminarraum des Naturkundemuseums am Marienplatz statt. Kinder und Eltern sind herzlich dazu eingeladen.

Anmeldung:
Dr. Christiane Ritz
Tel. 03581/47605330
Email: christiane.ritz@senckenberg.de
Web: www.senckenberg.de/naturescouts

 

Pilzberatung am Senckenberg Museum beginnt

Pilze
Foto: C. Ritz/Senckenberg

Das sehr durchwachsene Wetter vermieste vielen die sommerlichen Freizeitaktivitäten – aber nicht allen! Denn die Pilzfreunde können momentan erfreut in die Saison starten: Das feuchtwarme Wetter bietet den Pilzen ideale Bedingungen, ihre Fruchtkörper auszubilden. Also, ab in die Pilze!
Damit aber Unfälle vermieden werden, bietet das Senckenberg Museum ab dem 15. August jeweils mittwochs von 16:00 bis 18:00 Uhr eine kostenlose Pilzberatung im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (Marienplatz) an.
Pilzberater Steffen Hoeflich bittet darum nur wenige der unbekannten Pilze mitzubringen und diese gegebenenfalls bis zur Pilzberatung im Kühlschrank aufzubewahren.

WAS: kostenlose Pilzberatung mit Pilzberater Steffen Hoeflich
WANN: ab 15. August 2017 immer dienstags 16 - 18 Uhr
WO: im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, Marienplatz, 02826 Görlitz

 

Der sprechende Pinguin

Virtual Reality 
Foto: L. Träger/Senckenberg

Görlitz 7.8.2017. Als Partner im bundesweiten Digitalisierungsprojekt museum4punkt0 realisierte das Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz am 3.9.2017 einen weiteren Workshop in Virtual & Augmented Reality. Die slowakische Firma matsuko sowie die kr3m. media GmbH gaben Einblick in eine Fülle von technischen Anwendungsbeispielen. So konnten wir mit einem sprechenden Pinguin kommunizieren, der Wissenswertes über verschiedene Lebewesen erzählen konnte. Schwer zugängliche Sammlungsobjekte wie Fossilien oder Insekten konnten virtuell von allen Seiten betrachtet werden. Wir erfuhren was ein ChatBot ist und wie man bereits nicht mehr existierende Lebewesen wie Dinosaurier streicheln kann. Nun bleibt zu überlegen, was sich aus dieser Palette an Möglichkeiten für Forschungsmuseen zukünftig und nachhaltig umsetzen lässt.

 

Pflanzen bestimmen leicht gemacht

Neue Online-Datenbank hilft bei der Identifizierung deutscher Flora

 

Frankfurt/Görlitz, den 02.08.2017. Senckenberg-Wissenschaftler haben eine Online-Datenbank zur einfacheren Bestimmung von Pflanzen in Deutschland ins Leben gerufen. Das frei zugängliche Portal soll dabei helfen, besonders schwer zu bestimmende Farn- und Blütenpflanzen eindeutig zu erkennen und die Erforschung der Flora voranzutreiben. Ein Artikel zur Datenbank ist kürzlich im Fachjournal „Plant Systematics and Evolution“ erschienen.  

Wildrose (c) Ritz
Hübsch anzuschauen, aber nicht immer leicht
zu bestimmen: Wildrosen. © Senckenberg/Ritz

Selbst Fachleuten fällt es nicht immer leicht, Wildrosenarten voneinander zu unterscheiden – zu ähnlich sehen sich die Pflanzen, zu gering sind deren Unterscheidungsmerkmale. „Wir sprechen hier von bestimmungskritischen Arten“, erklärt Dr. Christiane Ritz vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und fährt fort: „Um das Erkennen solcher Pflanzenarten zu erleichtern, haben wir nun gemeinsam mit unseren Senckenberg-Kollegen aus Frankfurt sowie Wissenschaftlern der Universität Jena und dem Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung eine Online-Datenbank veröffentlicht.“  

Das Portal bietet die Vorzüge, die sonst nur eine wissenschaftliche Sammlung leisten kann: Den Zugriff auf Vergleichsmaterial. „Vorteil dieses virtuellen Herbariums ist die Zugänglichkeit für jedermann und zu jeder Zeit“, erklärt Dr. Stefan Dressler vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und ergänzt: „Unser Schwerpunkt liegt hierbei vor allem auf Gattungen, die sich ungeschlechtlich fortpflanzen“. Diese Pflanzenarten – in denen Samenbildung ohne Reduktionsteilung und Befruchtung stattfindet – gelten auch unter Experten als besonders schwierig zu bestimmen.  

Im Portal werden für diese Gattungen alle in der „Rothmaler – Exkursionsflora von Deutschland“ aufgeführten, sowie weitere wichtige Arten vorgestellt. „Dazu bieten wir hochauflösende Scans ausgewählter Herbarbelege und vielfach auch Detailaufnahmen relevanter Merkmale als Überprüfungshilfen für das korrekte Bestimmungsergebnis“, fügt Ritz hinzu und bietet einen Ausblick: „Eine Erweiterung der Gattungen über die deutschen Landesgrenzen hinaus können wir uns sehr gut vorstellen.“ Die Online-Datenbank wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Programmes „Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme (LIS)“ gefördert.  

Kontakt
Dr. Christiane Ritz
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel. 03581-47605330
 

Dr. Stefan Dressler
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069 97075-1135
 

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
 

Publikation
Dressler, S., Gregor, T., Hellwig, F.H. et al. Plant Syst Evol (2017). doi:10.1007/s00606-017-1419-6  

Online-Datenbank
Dressler, S., Gregor, T., Hellwig, F. H., Korsch, H., Wesche, K., Wesenberg, J. & Ritz, C. M. 2015 ff. Bestimmungskritische Taxa der deutschen Flora. Herbarium Senckenbergianum Frankfurt/Main, Görlitz & Herbarium Haussknecht Jena. [online] http://webapp.senckenberg.de/bestikri

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

 

Kleine, wilde Tiere vor unserer Haustür – Fotoausstellung im Görlitzer Senckenberg Museum

Austellung Büder

Insekten und Spinnen sind allgegenwärtige Nachbarn und Mitbewohner in Haus und Garten des Menschen. Meist würdigen wir sie keines Blickes und nehmen sie erst wahr, wenn sie lästig erscheinen. Dabei lohnt genaues Schauen sehr wohl! Dem Betrachter eröffnet sich eine bizarre und bunte Welt kaum geahnter Erscheinungsformen. Auch Dramatisches spielt sich ab, denn wir werden Zeugen von Kämpfen auf Leben und Tod.
Wolfgang Büder fasziniert diese Vielfalt am Wegesrand seit Jahrzehnten. Er geht mit dem Makroobjektiv auf Fotosafari und lädt uns in sein »Reich der wilden Tiere« ein. Das Besondere dabei: Alle Tierfotografien entstanden in einem Umkreis von zweihundert Metern um sein Haus in Spremberg. Ergänzt werden die Fotografien durch lebende Tiere aus dem Vivarium des Museums.

Die Ausstellung eröffnet am Freitag, den 11. August 2017, 18:00 Uhr. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.

»Fotosafari vor der Haustür – Makrofotos von Wolfgang Büder« ist bis zum 14.01.2018 im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (Marienplatz) zu sehen.

Freitag, 11. August 2017 | 18:00 Uhr | Ausstellungseröffnung | Museum
»Fotosafari vor der Haustür – Makrofotos von Wolfgang Büder«
Der Eintritt ist frei

 

Giftige Schönheit – Vortrag und Exkursion zur giftigsten Spinne Deutschlands

(c) Lübcke
Mit dieser Spinne ist nicht zu spaßen. Die großen
Kieferklauen durchdringen mühelos menschliche
Haut. © Thomas Lübcke

Spinnen sind nicht jedermanns Lieblinge, andererseits faszinieren sie auch viele Menschen. Doch zumeist genießen Spinnen einen schlechten Ruf, da sie vermeintlich giftige, schmerzhafte Bisse zufügen. Zumindest in unseren Breiten trifft dies nur auf wenige Arten zu. Eine davon ist der Ammen-Dornfinger, der sich seit Jahren in Deutschland ausbreitet und auch in der Lausitz vorkommt. Die 15 mm große Spinne lebt bei uns an sehr warmen Standorten, wo sie einen Gespinstsack an Gräsern baut. Fühlen sich die Spinnen bedroht, greifen sie an und beißen zu – besonders, wenn sie ihre Jungen bewachen. Diese Bisse sind sehr schmerzhaft und können tagelang wirken. Vermeintliche Wespenstiche auf Wiesen gehen vermutlich manches Mal auf das Konto der Spinne.

Thomas Lübcke, der Leiter des Lebendtierbereichs des Görlitzer Senckenberg Museums, gehört zu den Spinnenfreunden. Seit Jahren verfolgt er den Einzug des Ammen-Dornfingers in die Oberlausitz, wo sie auch am Berzdorfer See gar nicht so selten ist. Häufig ist sie am Mittelmeer und kommt in Deutschland eher in sehr warmen Regionen vor. Ihre Ausbreitung könnte eine Folge der Klimaveränderung sein. In einem Abendvortrag stellt er am 1. August die giftige Schönheit vor. Am darauf folgenden Sonntag lädt der Biologe dann Interessierte zu einer Führung zum Ammen-Dornfinger und anderen Spinnen sowie Insekten am Berzdorfer See ein.  

Di. 1. August 2017 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Seminarraum (Seiteneingang), Am Museum 1
Giftige Spinnen-Schönheit: Der Ammen-Dornfinger
Vortrag von Thomas Lübcke, SMNG
Der Eintritt kostet 2 €  

So. 6. August 2017 | 9:30 Uhr | Exkursion | Berzdorfer See
Spannendes aus dem Mikrokosmos: Ammen-Dornfinger am Berzdorfer See
mit Thomas Lübcke, SMNG
Treffpunkt: Wanderparkplatz Klein-Neundorf
Anmeldung unter: 0 35 81 47 60 – 5220
Die Teilnahme ist kostenlos.  

 

Senckenberg-Mitarbeiter erproben virtuelle Welten

(c) Wesenberg
Foto: Jens Wesenberg

Moderne digitale Techniken, wie Virtual Reality-Installationen, sollen es dem Museumsbesucher zukünftig ermöglichen, unzugängliche Lebensräume wie den Boden oder die Tiefsee hautnah zu erleben, ausgestorbenen Arten zu begegnen oder in sonst unzugänglichen Museumssammlungen zu stöbern. Dies sind nur einige der Ziele, die am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz im Rahmen des großen Verbundprojektes museum4punkt0 verfolgt werden.

Im Rahmen eines gemeinsamen zweitägigen Workshops mit dem Kölner Unternehmen .hapto GmbH hatten Museumsmitarbeiter*innen am 5. und 6. Juli 2017 die Gelegenheit, sich persönlich vom Potential solcher virtueller Welten zu überzeugen. Rund dreißig Mitarbeitende aus allen Bereichen des Museums, von Studierenden über technisches Personal bis hin zu Forschenden nutzten die Möglichkeit, durch ein virtuelles Museum zu schlendern, eine Ruine hoch über dem Mittelmeer zu besuchen oder eine eingerichtete Wohnung zu besichtigen. Neben dem Erlebnis, die Orte dreidimensional zu erfahren und sich in ihnen bewegen zu können, waren die Teilnehmenden insbesondere von der Möglichkeit beeindruckt, Objekte „anfassen“ und drehen zu können. Für Gänsehaut sorgten beeindruckende Begegnungen mit einer riesigen Vogelspinne und zwei ausgewachsenen Raubsauriern.

Hier nur einige der Meinungen und Eindrücke der Teilnehmenden:

Christiane (39), Wissenschaftlerin
"Cool und beeindruckend. Es war wirklich sehr realitätsnah, ich habe etwas Höhenangst und tatsächlich einen deutlichen Schreck gespürt, als ich in der virtuellen Welt plötzlich in der Höhe stand. Man ist wirklich drin, mehr abgetaucht als ich es vorher dachte. Dadurch, dass man Dinge anfassen und genau betrachten kann, werden sie erfahrbarer. Jennifer (34), Doktorandin Man muss es mal gemacht haben, um die Wirkung zu verstehen. Es ist absolut nicht das Gleiche wie ein 3D-Film oder ein Computerspiel, eben deutlich immersiver. Ich fand es weniger beängstigend als ich es mir vorher vorgestellt hatte."

Tabea (26), Studentin
"Ich hätte nicht gedacht, dass es so realistisch ist. Ich hab mich bei der animierten Spinne wirklich erschreckt."

Jens (49), Projektmitarbeiter
"Neben dem eigenen Erleben der virtuellen Realität war es sehr spannend andere Personen bei Ihrem Aufenthalt in dieser Welt zu beobachten. Manche erscheinen sehr kontrolliert und sich langsam vortastend. Andere sind voll in Bewegung, laufen herum, ducken sich, kommentieren und so weiter. Schon wenn man allein sie beobachtet, kann man an ihrem Minenspiel und ihrer Bewegungen erahnen, was in der virtuellen Welt vor sich geht."

Oyuka (24), Studentin aus der Mongolei  
"Die Ausgestaltung der virtuellen Welten mit ihren Objekten und Umgebungen und die Möglichkeit sich in und zwischen den Welten zu bewegen waren beeindruckend. Besonders die Bewegungen der Tiere und die Interaktion mit den Objekten waren faszinierend. Mit Geräuschen wäre es sicher noch überzeugender."

 

Carolin (28), Verwaltungsmitarbeiterin
"Ich fand es interessant es mal auszuprobieren, hätte es mir aber spektakulärer vorgestellt. Klar man konnte zwischen den Welten wechseln, sich darin bewegen und Dinge anfassen, aber ich hätte mir noch mehr erwartet."

Axel (58), Wissenschaftler
"Ich fand es sehr interessant und sehr geeignet für das Museum. Es war auch nicht so, dass Szenen enthalten waren, die emotional belasten, wie z.B. auf den Besucher zustürmende Dinosaurier. Deshalb habe ich auch keine Befürchtungen, dass Besucher bei Nutzung der VR-Installation umfallen werden. Ich finde ein solches Angebot für die Bodenausstellung gut vorstell- und integrierbar."

Christian (51), Öffentlichkeitarbeiter
"Super. Die realistische Qualität und besonders die Echtzeitumsetzung ohne Verzögerungen waren sehr beeindruckend."

Das Projekt „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ erforscht die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation in Museen. Dazu erprobt ein Verbund von Kulturinstitutionen seit Mai 2017 drei Jahre lang verschiedene museale Nutzungsszenarien für digitale Technologien. Die dabei entstehenden Anwendungen und Erkenntnisse werden anderen Kultureinrichtungen deutschlandweit zur Verfügung gestellt.
An dem von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geleiteten Projekt sind beteiligt: die Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven, das Deutsche Museum, die Fastnachtsmuseen Schloss Langenstein und Bad Dürrheim mit weiteren Museen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
Das Verbundprojekt wird gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.
Weitere Informationen zum Projekt: http://www.preussischer-kulturbesitz.de/schwerpunkte/digitalisierung/museum4punkt0.html

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Neuer Glanz für alte Vögel – Senckenberg-Präparatorinnen erhalten hohe Auszeichnung der Mongolei 

(c) Hanelt
Ein südamerikanischer Tukan erstrahlt bald wieder
in neuem Glanz. Diana Jeschke demonstriert, wie
die in die Jahre gekommenen Vögel wieder in
Positur gebracht werden. Foto © Margit Hanelt

Seit Jahrzehnten forschen und lehren Senckenberger*innen in der Mongolei. Auch eine Senckenberg-Ausstellung wurde dort schon gezeigt. Nun kam ein neuer Aspekt hinzu: Restaurierung! Die gelernten Museumspräparatorinnen Margit Hanelt und Diana Jeschke hatten im November 2016 und im April 2017 historische Vogelpräparate des „Bogd Khan Palastmuseums“ in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar restauriert. Die historischen Vogelpräparate gelangten 1901 Über die Hamburger Naturalienfirma Umlauf in die Mongolei. Über die Schultern schauten ihnen dabei acht mongolische Kollegen und Studenten, die zukünftig die Pflege der Museumspräparate übernehmen werden. Für Ihr Engagement wurden die beiden Görlitzer Senckenberg-Mitarbeiterinnen mit der Ehrenmedaille des Ministeriums für Bildung, Kultur und Wissenschaft der Mongolei ausgezeichnet.

 

Ich und mein Senckenberg
Fotowettbewerb zum 200. Geburtstag

Frankfurt, den 22.06.2017. Vor 200 Jahren wurde die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt/Main gegründet. Aus diesem Anlass ruft Senckenberg in einer bundesweiten Mitmachaktion Fans dazu auf, Fotos von Ihrem schönsten Senckenberg-Erlebnis in den Sozialen Netzwerken zu teilen. Vom 26. Juni bis 16. Juli 2017 können die Schnappschüsse mit dem Hashtag #MeinSenckenberg auf Instagram und Facebook geteilt werden. Die Bilder der drei Gewinner werden im Frankfurter Senckenberg Naturmuseum ausgestellt, zusätzlich winken noch eine exklusive Führung und Senckenberg Mitgliedschaften als Preise.  

Die drei Senckenberg Museen in Görlitz, Dresden und Frankfurt/Main bieten viele tolle und einzigartige Motive für Schnappschüsse. In Görlitz vielleicht ein Porträt mit Wolf, eine Selfie mit Karpfen oder ein Foto mit niedlichem Blechspielzeug? Und nicht nur das: Fotos aus 200 Jahren Forschungsgeschichte mit zahlreichen Expeditionen, Veranstaltungen, Festen, Persönlichkeiten und historischen Begebenheiten an den elf Senckenberg-Standorten füllen die analogen und digitalen Fotoalben vieler Menschen.

Jetzt besteht die Möglichkeit mit dem persönlichen Schnappschuss etwas zu gewinnen: Vom 26.6. bis 16.07.2017 veranstaltet die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung anlässlich des 200-jährigen Jubiläums einen Fotowettbewerb unter dem Titel „Ich und mein Senckenberg". „Ohne Fotografie ist der Moment für immer verloren, so als ob es ihn nie gegeben hätte frei nach dem Fotografen Richard Avedon wünschen wir uns daher zahlreiche Schnappschüsse unserer Fans, erklärt Dr. Sören Dürr, Leiter des Stabs Kommunikation der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung die Motivation für den bundesweiten Wettbewerb und fährt fort: „Zwei Jahrhunderte Senckenberg bieten sicherlich zahlreiche spannende Motive!"  

Zur Teilnahme am Wettbewerb muss lediglich ein Foto auf Facebook oder Instagram unter dem Hashtag #MeinSenckenberg geteilt werden. Die drei schönsten, kreativsten oder faszinierendsten Bilder werden anschließend im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt ausgestellt. Bei der Bildgestaltung sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, Schnappschüsse mit einer persönlichen Note werden gerne gesehen ganz nach dem Motto „Mein Senckenberg".  
Unter allen Einsendungen werden eine exklusive Führung sowie eine Einzel- und eine Familienmitgliedschaft der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung verlost.
Teilnahmebedingungen und weitere Informationen unter www.200jahresenckenberg.de  
Der Fotowettbewerb findet in Kooperation mit der Frankfurter Rundschau statt.  

Kontakt
Judith Jördens
Pressestelle Frankfurt
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

 

Ab in die Natur mit Senckenberg-Wissenschaftlern

(c) Joerg Mueller
Die Paarung der Libellen kann man derzeit an
vielen Flussufern beobachten (c) Jörg Müller

Wenn alles in der Natur auf Hochtouren läuft, ist es die beste Zeit, einmal genau hinzuschauen, wer und was uns draußen alles umgibt. Dazu bieten das Senckenberg Museum für Naturkunde und die Naturforschende Gesellschaft der Oberlausitz im Juni vier kostenlose Exkursionen an. Den Auftakt macht eine Stadtnatur-Exkursion ins Kidrontal, gefolgt von einer geologischen Exkursion in die Kiesgrube Hagenwerder, weiter zu den Pflanzen des Jahres 2017 auf den Görlitzer Friedhof und letztlich zu den Libellen am Volksbad in Weinhübel. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Insbesondere die Exkursionen am 15. und 27. Juni sind gut für Familien geeignet.  

15. Juni DO 17:00 | Exkursion | Görlitz/Königshufen
Natur in der Stadt: Ein frühsommerlicher Streifzug durch das Kidrontal
mit Dr. Birgit Lang, Jörg Müller, SMNG und Stefanie Schindler, Görlitz
Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Hohe Straße Dauer: ca. 2 Std.

17. Juni SA 13:30 | Exkursion | Hagenwerder
Geologische Exkursion in die Kiesgrube Hagenwerder
mit Dr. Olaf Tietz, SMNG
Treffpunkt: Parkplatz Freibad Hagenwerder. Bitte festes Schuhwerk, Hammer und eventuell eine Holzsäge mitbringen. Ende gegen 16:30 Uhr.
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises Zittau der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz

21. MI 16:00 | Exkursion | Städtischer Friedhof Görlitz
Pflanzen des Jahres 2017 auf dem Städtischen Friedhof
mit Friedhofsmeister Gunther Weinert
Treffpunkt: Eingang Neuer/Alter Friedhof, Friedhofstraße Görlitz
Eine Veranstaltung des Arbeitskreises Görlitz der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz

27. Juni DI 15:00 | Exkursion | Görlitz/Weinhübel
Zu Besuch bei Azurjungfer und Blaupfeil –  ein Spaziergang durch das Reich der Libellen
mit Jörg Müller, SMNG
Treffpunkt: Parkplatz am Volksbad/Stadion der Freundschaft, Dauer ca. 2 Std.  

  

Bundesweite Botanikertagung am Senckenberg Museum

FlorSoz Görlitz
Foto: L. Träger

Auf Einladung des Senckenberg Museums für Naturkunde treffen sich rund 170 Vegetationskundler aus Deutschland vom 9. bis 11. Juni in Görlitz. Sie sind Mitglieder der Floristisch-Soziologischen Arbeitsgemeinschaft und lernen in Vorträgen und Exkursionen die Pflanzenwelt der Region kennen. Bei den Jahrestagungen der Arbeitsgemeinschaft stehen die Erforschung der heimischen Flora und Vegetation sowie naturschutzbezogene Fragestellungen im Mittelpunkt des Austausches. Die Tagung wird von der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt unterstützt.

„Die Jahrestagung findet das erste Mal in der Oberlausitz statt“, einer Region die besonders vielfältig ist und botanisch als hervorragend erforscht gilt“ sagt Prof. Dr. Karsten Wesche, Leiter der Botanik am Senckenberg Museum. „Schon 1594, also sehr früh in der deutschen Wissenschaftsgeschichte, erschien das erste botanische Werk über die Lausitz, damals noch in lateinischer Sprache, der „Hortus Lusatiae“, von Johannes Franke“ so Wesche weiter. Neben der Naturforschenden Gesellschaft der Oberlausitz hat das Senckenberg Museum einen großen Anteil an der Erforschung der regionalen Pflanzenwelt.

Die Botaniker besuchen im Rahmen der Jahrestagung auch die Pflanzensammlung des Museums, das sogenannte Herbarium. Dort werden rund 375.000 Pflanzenbelege aus drei Jahrhunderten für die Zukunft aufbewahrt. Bei acht verschiedenen Exkursionen erhalten die Tagungsteilnehmer zudem Einblicke in die landschaftliche Vielfalt der Oberlausitz unter Leitung von erfahrenen Experten verschiedener Institutionen aus der Region.

Mehr erfahren: www.senckenberg.de/florsoz2017

 

Senckenberg Görlitz beteiligt sich an digitalem Großprojekt für Museen der Zukunft

Berlin, Görlitz, 08.05.2017. Heute startet mit „museum4punkt0 – Digitale Strategien für das Museum der Zukunft“ eines der visionärsten Vorhaben in der deutschen Museumslandschaft. In einem gemeinsamen virtuellen Experimentierraum loten die Projektpartner die Möglichkeiten und Chancen aus, die sich durch die jüngsten digitalen Technologien in Museen ergeben und entwickeln modellhafte Anwendungen für die Vermittlungsarbeit und Besucherkommunikation. Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz ist mit dem Teilprojekt „Forschung in Museen erklären, verstehen, mitmachen“ daran beteiligt.

Logo museum4punkt0

Gemeinsam suchen die beteiligten Museen nach neuen Wegen, in Austausch mit ihren Besucherinnen und Besuchern zu treten, individualisierte Angebote für diese zu entwickeln und zusätzliche Zielgruppen anzusprechen. In konkreten Projekten werden sie in den kommenden drei Jahren beispielhaft innovative Anwendungen entwickeln. Diese Prototypen werden sie im Anschluss für die flexible Nachnutzung durch andere Museen öffentlich zugänglich machen. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien fördert „museum4punkt0“ mit 15 Millionen Euro.

(c) Senckenberg/Tränkner
(c) Senckenberg/Tränkner

An dem von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK, www.preussischer-kulturbesitz.de) mit ihren Staatlichen Museen zu Berlin (www.smb.museum) gesteuerten Projekt sind fünf weitere Partner beteiligt, die stellvertretend für die Bandbreite der Museen in Deutschland stehen: die Humboldt Forum Kultur GmbH (www.humboldtforum.com), das Deutsche Auswandererhaus Bremerhaven (www.dah-bremehaven.de), das Deutsche Museum München (www.deutsches-museum.de), die Fastnachtsmuseen Langenstein und Bad Dürrheim (www.narrenschopf.de und www.fasnachtsmuseum.de) mit weiteren Museen der schwäbisch-alemannischen Fastnacht und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (www.senckenberg.de/goerlitz). Jeder Verbundpartner führt im Rahmen von „museum4punkt0“ eigenverantwortlich ein Teilprojekt durch, das Bezug auf den konkreten Bedarf der jeweiligen Einrichtung nimmt. Darüber hinaus werden die Projektpartner von „museum4punkt0“ gemeinsam Standards und Handlungsleitfäden für zukünftige Projekte entwickeln. Die SPK entwickelt die gemeinsame interaktive Plattform, auf der die im Verbundprojekt erarbeiteten Neuentwicklungen präsentiert und Schnittstellen für Serviceangebote bereitgestellt werden.

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz wird im Rahmen von „museum4punkt0“ digitale Vermittlungsformen entwickeln und einsetzen, um einer breiten Öffentlichkeit moderne Forschung verständlich zu machen. Eine „virtuelle Sammlung“ wird das vom Kurator pars pro toto ausgewählte Ausstellungsobjekt in den Kontext vieler vergleichbarer Objekte setzen und damit die Bedeutung musealer Sammlungen als Forschungsinfrastruktur verdeutlichen. In Citizen-Science-Projekten sollen Bürgerinnen und Bürger dazu angeregt werden, an der Erforschung der biologischen Vielfalt mitzuwirken und sich selbst an der Wissenschaft zu beteiligen. In Virtual Reality- oder Augmented Reality-Formaten sollen Wissenschaftler anhand eines Objektes in den Ausstellungen ihre wissenschaftliche Arbeit erläutern.

(c) Senckenberg/Tränkner
(c) Senckenberg/Tränkner

In Virtual Reality Angeboten werden Lebensräume „zum Leben erweckt“, die sonst für den Menschen nicht zugänglich oder erfahrbar sind, z.B. die Porenräume des Bodens, die Tiefsee, Regenwaldkronen oder frühe Erdzeitalter. Wissenschaftler begleiten den Besucher in diesen virtuellen Präsentationen, geben Hintergrundinformationen und stellen ihre Arbeitsweisen und Ergebnisse vor. Außerdem sollen Bürger bei der Erfassung von ausgewählten Bodentiergruppen mithelfen, indem sie die Tiere mit digitalen Werkzeugen bestimmen und Fotos samt Fundort an die neuentwickelte Bodentier-Datenbank www.edaphobase.org senden.

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG) ist das zweitgrößte Museum des Senckenberg-Verbundes. Die Sammlungen des Museums umfassen ca. 6,5 Millionen Sammlungsobjekte, die die Entwicklung von Lebewesen in Raum und Zeit dokumentieren und ein Archiv der belebten und unbelebten Natur darstellen. Seine Ausstellungen laden zu einer Erlebnisreise in die faszinierende Welt der Natur ein und vermitteln aktuelle Forschungsinhalte aus der Arbeit der Senckenberg-Wissenschaftler. Das SMNG entwickelt und produziert auch internationale Wanderausstellungen mit innovativen medialen Präsentationen, www.senckenberg.de/goerlitz.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier: http://www.preussischer-kulturbesitz.de/pressemitteilung/news/2017/05/08/museum4punkt0-startet-ideenlabor-fuer-digitale-anwendungen-in-deutschen-museen-1.html

 

Reiseimpressionen aus dem Reich der Mayas und Azteken

(c) Vassmers
Mayatempel (c) P. Vaßmers

Am 18. Mai 2017 lädt Petra Vaßmers, Museumspädagogin am Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz, zu Senckenberg am Nachmittag ein. Mexiko, Guatemala und Honduras geben noch heute einzigartige Einblicke in die alte und heutige Mayakultur Mittelamerikas. Selbst in der Metropole Mexiko Stadt spürt und sieht man das bereits. Außerhalb des Hauptstadtmollochs sind die alten Kulturen noch an idyllischen Orte wie Oaxaca, Antigua sowie im gesamten mexikanische Hochland zu erleben. Auch die heute noch lebendige Maya-Tradition in San Cristóbal und Chichicastenango laden einfach nur zum Staunen ein. Der Reisevortrag findet um 15:00 Uhr im Seminarraum des Naturkundemuseums statt und ist im Museumseintritt inbegriffen.

Do. 18. Mai 2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum
Im Reich der Mayas und Azteken – Reiseimpressionen zwischen Mexiko und Honduras
mit Petra Vaßmers, Görlitz

 

Vier gewinnt: neue Ameisenarten entdeckt
Statt einer gibt es vier Ameisenarten der Gattung Tapinoma

Görlitz, den 08.05.2017. Senckenberg-Wissenschaftler haben die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameise Tapinoma nigerrimum untersucht, die dort und zunehmend auch nördlich der Alpen als Invasionsameise auftritt. Die großangelegte Studie zeigt, dass es sich dabei nicht um eine sondern vier eigenständige Arten handelt. Sie stehen in direkter Konkurrenz zu anderen Ameisenarten. Die Studie wurde kürzlich im Fachmagazin „Myrmecological News“ veröffentlicht.  

Seifert 
Arbeiterin der Tapinoma-Gruppe
© Senckenberg/Seifert

Die effizienten chemischen Waffen und Rekrutierungssysteme der viele Millionen Arbeiterinnen umfassenden Superkolonien und deren Fähigkeit den Imperien der Argentinischen Heeresameise im Mittelmeerraum erfolgreich Widerstand zu leisten machen Ameisen der Tapinoma-nigerrimum-Gruppe zu einem besonders interessanten Forschungsobjekt. Die Ameisen sind ursprünglich im westlichen und zentralen Mittelmeerraum heimisch. Dort fühlen sich die Sechsbeiner besonders in degradierten Landschaften mit wenig Baumwuchs, in Küstengebieten und menschlichen Siedlungsgebieten wohl. Ihr in der Analdrüse produzierter Kampfstoff ist für alle Ameisenarten hochgiftig. Im Vordergrund der Forschung an diesen Ameisen standen bisher vor allem Kampfgebaren und Schadwirkungen in Siedlungen, Gartenbau und Landwirtschaft. Nun hat Dr. Bernhard Seifert vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz zusammen mit einem internationalen Forscherteam einen Blick auf die Systematik der Arten geworfen – und Überraschendes zutage gefördert. „Wir konnten mit unserer Studie zeigen, dass es, anders als bisher angenommen, nicht nur eine, sondern vier Arten dieser Drüsenameise gibt“, erklärt Seifert, der Erstautor der Studie ist. Durch Untersuchung 100 bis 170 Jahre alter, für die zoologische Namensgebung entscheidender Referenzexemplare, der sogenannten Primärtypen, konnten die bislang bestenfalls als innerartliche Varianten angesehenen T. nigerrimum, T. magnum und T. ibericum als verschiedene Arten enttarnt werden. Eine vierte Art, T. darioi, war der Wissenschaft bisher vollständig unbekannt. Sie wurde in der Studie als neue Art beschrieben und zu Ehren des früh verstorbenen römischen Myrmekologen Dario D´Eustaccio benannt, einem der Hauptakteure dieses Projekts.  

(c) Senckenberg
Kopf der neu entdeckten Art Tapinoma daroi.
© Senckenberg

Die vier Arten von Tapinoma unterscheiden sich in ihrer Morphologie, ihrem Kolonieaufbau, der Verbreitung und der DNA. „Jedoch sind sie selbst von einem erfahrenen Experten nicht durch einfache Augenscheinbetrachtung unterscheidbar. Zwei Millionen Jahre getrennter Evolution haben praktisch keine Unterschiede im äußeren Erscheinungsbild erzeugt“, erklärt Seifert. Da eine DNA-analytische Untersuchung die kostbaren und sehr fragilen Primärtypen in unvertretbarer Weise beschädigt hätte, mussten die Wissenschaftler eine beschädigungsfreie Untersuchungsmethode entwickeln, die vom Menschen optisch nicht wahrnehmbare Artunterschiede sichtbar macht. Dies gelingt mit dem sogenannten NUMOBAT-Verfahren (Numeric Morphology-Based Alpha-Taxonomy), in dem unter anderem ein ausgeklügelter, kürzlich entwickelter mathematischer Algorithmus eine wichtige Rolle spielt. Da bei dem Verfahren nur Lichtwellen auf die in den Museen von Wien, Genua und Basel aufbewahrten Typusexemplare einwirken bleiben diese unbeschädigt. Das internationale Wissenschaftler-Team analysierte 159 Nestproben aus elf verschiedenen Ländern (Algerien, Belgien, Deutschland, England, Frankreich, Italien, Marokko, Niederlande, Portugal, Spanien und Tunesien).  

Die umfangreiche Analyse förderte neben den vier neuen Arten noch weitere Besonderheiten ans Licht: die drei Superkolonien bildenden Arten T. magnum, T. ibericum und T. darioi sind hoch invasiv und wurden bereits in urbanen Gegenden nördlich des 48. Breitengrads entdeckt. Auslöser der Verbreitung waren eingeführte Pflanzen, in denen die Tiere saßen. Auch kältere Winter wie in Deutschland mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können die Ameisen ohne nennenswerte Verluste überleben. Die drei Arten wurden schon in Südengland, Nordfrankreich, Belgien, Holland und Deutschland als Schädling und Lästling bekannt. „Damit geht von diesen Tapinoma eine nicht zu unterschätzende Belastung für die Städte nördlich der Alpen aus“, sagt Seifert und fährt fort: „Zudem ist in wenigen Jahrzehnen für unsere Breiten durchaus zu erwarten, dass ein permanenter Krieg zwischen den Imperien invasiver Ameisen einsetzt, da sich Superkolonien unterschiedlicher Arten, wo immer sie aufeinandertreffen, sehr feindlich gegenüberstehen." Insbesondere wird es spannend sein, so der Experte, zu beobachten wie sich die superkoloniale, nicht näher verwandte Invasionsameise, Lasius neglectus, die ebenfalls nördlich der Alpen vorgedrungen ist und hier Bewohner ganzer Siedlungsgebiete in Unruhe versetzt, mit ihren Tapinoma-Gegnern auseinandersetzt.  

Kontakt
Dr. Bernhard Seifert
Department of Entomology
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel. 03581- 4760 5600
 

Maria Latos, Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
 

Publikation
B. Seifert, D. D’Eustacchio, B. Kaufmann, M. Centorame, P. Lorite, M.V. Modica (2017): Four species within the supercolonial ants of the Tapinoma nigerrimum complex revealed by integrative taxonomy (Hymenoptera: Formicidae). Myrmecol. News 24: 123-144.  

Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter www.senckenberg.de/presse

 

Blechtiere erobern das Naturkundemuseum

Mechanische Tierwelt
www.senckenberg.de/mechanischetierwelt

Huschende Mäuse, watschelnde Gänse, knackende Frösche oder Rad fahrende Affen: Seit über einhundert Jahren bevölkert mechanisches Blechspielzeug die Kinderzimmer der Welt. Ein paar Umdrehungen mit dem Antriebsschlüssel und die kleinen Blechwunder flitzen umher.

Eine Vielzahl der Blechwesen aus dem Zeitraum von 1890 bis 1970 erobert ab dem 13. Mai 2017 den großen Sonderausstellungsraum des Görlitzer Senckenberg Museums, aber nicht nur den – denn einige der Tierchen sind entwischt und haben sich in der Oberlausitzausstellung des Museums versteckt. Dort warten sie zwischen ihren echten Vorbildern aus der Natur auf ihre Entdeckung.

Die Berliner Künstler und Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold schufen zudem rund zwanzig großformatige Fotografien, in denen sie die Tiere auf spielerische Weise hoch über die Wolken, unter die Erde, in Schnee und Eis oder auf das heimische Kohlfeld versetzen. Ohne digitale Bearbeitung der Fotos gelangen ihnen effektvolle Inszenierungen, die dem Besucher eine ganz eigene Sichtweise auf die historischen Tierchen ermöglichen.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Deutschland zu einer Hochburg der Blechspielwaren-Industrie und exportierte in die ganze Welt. Mit den 1960er Jahren ließ das Interesse an den mechanischen Wunderwerken jedoch nach und die Produktion kam zum Erliegen. Heute hergestellte mechanische Spielzeuge stammen meist aus fernöstlicher Produktion. Die historischen Artverwandten sind leider selten geworden. Aber liebevolle Sammler und Museen sichern ihr Überleben bis heute.

Sebastian Köpcke (*1967) und Volker Weinhold (*1962) leben und arbeiten als Fotografen, Gestalter und Ausstellungsmacher in Berlin. Die beiden Freunde verbindet seit mehr als zwei Jahrzehnten das lebendige Interesse, historische Themen im Alltag zu entdecken, um diese auf eigene Weise zu interpretieren. Für Senckenberg inszenierten sie bereits die Ausstellung „Senckenbergs Verborgene Schätze“. http://sammlungsfotografen.de  

Die Ausstellung „Mechanische Tierwelt“ wird am 12. Mai 2017 um 18:00 Uhr im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz eröffnet und ist dort bis zum 15. Oktober 2017 zu sehen. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.

 

25 Jahre mobile Umweltbildung in Sachsen

Natur und Umwelt entdecken und erkunden heißt: unterwegs sein in Wäldern, an Wiesen, Seen und Flüssen, in Schulgärten oder in der Stadt. Den Boden, die Gewässer, die Wiesen und den Wald zu untersuchen und zu erforschen ermöglichen seit nunmehr 25 Jahren die mobilen Laborfahrzeuge der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt sächsischen Schülern und Schülerinnen. 1992 wurden die Fahrzeuge durch den damaligen Minister für Umwelt Arnold Vaatz und der Kultusministerin Stefanie Rehm ihrer Bestimmung übergeben. Seitdem haben sie in unzähligen Einsätzen über 100.000 Kinder und Jugendliche für die Natur vor ihrer Haustür begeistert und sich für den Umweltschutz in Sachsen eingesetzt. In einer Extra-Tournee mit verschiedenen inhaltlichen Schwerpunkten in Zusammenarbeit mit 25 dafür speziell ausgewählten Einrichtungen des Netzwerks Umweltbildung Sachsen (NUS) werden die Umweltmobile in diesem Jahr an 25 Orten im Freistaat Sachsen Halt machen.

Der nächste Termin findet am 11. Mai 2017 von 9:00 bis 15:00 Uhr unterhalb der Stadtbrücke in Görlitz statt.

Schüler der Klassenstufe 8 des Augustum-Annen-Gymnasiums werden mit Unterstützung des Umweltmobils die Lausitzer Neiße auf deren ökologischen Zustand untersuchen. Im Vordergrund steht dabei die chemische und biologische Analyse als auch die Bestimmung der Gewässerstrukturgüte. Zur Untersuchung der Wasserkleinstlebewesen werden die Schüler in die Ausstellungsräume des Senckenberg Museums für Naturkunde in Görlitz gehen, deren Mitarbeiter spannende Einblicke in die Tierwelt der Gewässer geben. Einen Überblick über die Tour finden Sie unter http://www.lanu.de/de/Bilden/Umweltmobil/25-Jahre-Umweltmobile.html

Kontakt:
Andrea Gößl
Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt
Riesaer Straße 7
01129 Dresden
Tel.: +49 351 814 16 757
E-Mail: andrea.goessl@lanu.sachsen.de
www.lanu.de

 

Vogelstimmen-Exkursion auf dem Stalag-Gelände in Zgorzelec  

Vogelexkursion

Der 1941 im Görlitzer Kriegsgefangenenlager inhaftierte Olivier Messiaen war nicht nur Komponist und Musiker, sondern auch ein hervorragender Vogelkundler. Rund 700 Vogelarten konnte Messiaen an ihrem Ruf unterscheiden. Er nannte sie „die größten Künstler unter den Lebewesen“. Ihr Gesang war es, der ihn inspirierte und die Grundlage für seine Kompositionen bildete.

Am 4. Mai 2017 laden der Meetingpoint Music Messiaen e.V. und das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz zu einer vogelkundlichen Führung auf das ehemalige Stalag-Gelände mit Dr. Markus Ritz ein. Im Jahre 2011 kartierte der Biologe 37 Vogelarten auf dem Stalag-Gelände, darunter Zilpzalp, Goldammer, Baumpieper, Pirol und die Königin unter den einheimischen Singvögeln, die Nachtigall. Die Führung beginnt um 17:00 Uhr am Europäischen Zentrum für Erinnerung, Bildung, Kultur in Zgorzelec. Fahrradfahrer können sich bereits 16:30 Uhr an der Stadtbrücke/Stadthalle treffen. Die Teilnahmekosten betragen 3 Euro. Es wird ins Polnische gedolmetscht. Die Veranstalter empfehlen ein Fernglas mitzubringen.

Do. 4. Mai 2017 | 17:00 Uhr | Exkursion | Zgorzelec Vogelstimmen auf der Spur – eine ornithologische Führung auf dem Stalag-Gelände mit Dr. Markus Ritz, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz Treffpunkt: Europäisches Zentrum für Erinnerung, Bildung, Kultur, Zgorzelec oder 16:30 Uhr mit dem Fahrrad an der Stadtbrücke/Stadthalle; Fernglas mitbringen

 

Die Vielfalt der Krokusse –
Vortrag im Senckenberg Museum Görlitz

Harpke
Foto: privat

In den Gärten sind sie gerade verblüht – die Krokusse. Von der ursprünglich bei uns nicht einheimischen Gattung gibt es rund 200 verschiedene Arten. Die Balkanhalbinsel ist mit über 40 verschiedenen Krokusarten eine der wichtigsten Verbreitungsgebiete, auch der Ursprung der Gewürzpflanze Safran liegt hier. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeiten bereiste die Botanikerin Dr. Doerte Harpke Südosteuropa von den Steppenlandschaften Serbiens, entlang der Schwarzmeerküste Bulgariens bis in die fünf Hauptgebirgszüge des Balkans. Eindrücke dieser Reisen durch Bulgarien, Serbien, Mazedonien und Griechenland schildert sie im Rahmen eines bildreichen Vortrages am 25. April, 19:30 Uhr im Naturkundemuseum Görlitz. Der Eintritt kostet 2 Euro.  

Di. 25. April 2017 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Seminarraum Museum, Seiteneingang
Die Vielfalt der Krokusse auf dem Balkan – ein Sammelreisebericht von den Donauniederungen Serbiens bis zu den höchsten Gipfeln Griechenlands
Vortrag von Dr. Doerte Harpke, Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben  

 

Von Trollen und Lachsen –
Norwegenvortrag im Senckenberg Museum

(c) Turre
Mehr über die beeindruckenden Fjordland-
schaften Norwegens kann man am 20. April
im Senckenberg Museum erfahren.
Hier: Blick ins Stryn-Tal.
(c) Ingo Turre

In der Nachmittagsreihe des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz nimmt Museumsmitarbeiter Ingo Turre die Besucher mit auf eine Reise nach Norwegen. Das Land der Trolle und Lachse beeindruckt mit seinen mächtigen Fjordlandschaften sowie zahlreichen Binnenseen und Wasserfällen, die ihre heutige Form mehreren Eiszeiten verdanken. Norwegen ist ein Land der unzähligen Brücken, Tunnel, Passstraßen und Serpentinen und trotz des starken Tourismus erfährt der Besucher Abgeschiedenheit, Stille und Natur pur. Es ist kein billiges Reiseland, aber das Beste bietet es kostenlos: fantastische Erlebnisse in einer großartigen Natur, die allen offensteht. Der bildreiche Reisevortrag findet am 20. April, 15:00 Uhr, im Seminarraum des Naturkundemuseums zum regulären Museumseintritt statt.  

Do. 20. April 2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum, Museum
Norwegen – nur Trolle und Lachse? 
Vortrag von Ingo Turre, Görlitz  

 

Selfie mit dem Dino-Ei
Senckenberg-Museen starten Dino-Ostereiersuche

Finde eines der drei Ostereier im Museum!
Poste es unter #DinoaufReisen auf Facebook, Twitter oder Instragram!
15.-23. April 2017!

(c) Tränkner
Unterwegs als Spendenbotschafter für den Umbau
des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt: Der
Langhalssaurier Diplodocus longus vor dem
Frankfurter Museum. Aber auch in Görlitz hat er
seine Spuren hinterlassen.
Foto: Senckenberg, Sven Tränkner

Görlitz/Frankfurt/Berlin, den 03.04.2017. Wer findet die Dino-Ostereier? Der Dinosaurier Diplodocus longus hat über Ostern jeweils drei Eier in Originalgröße in den Senckenberg-Museen in Görlitz, Dresden und Frankfurt sowie an seinem derzeitigen Standort am Berliner Spreeufer versteckt. Wer sie findet, kann ein Foto unter dem Hashtag #DinoaufReisen in den Sozialen Netzwerken posten. Senckenberg verlost unter allen Einsendungen Eintrittskarten für die drei Museen.

In Görlitz, Dresden, Frankfurt und Berlin können die Museumsbesucher in der Osterwoche auf urzeitliche Eiersuche gehen. Dort hat nämlich der Langhalsdinosaurier Diplodocus longus jeweils drei Dinosaurier-Eier in Originalgröße versteckt. Unter dem Hashtag #DinoaufReisen kann jeder ein Foto von einem der Dino-Eier auf Facebook, Twitter oder Instagram posten. Mit etwas Glück gewinnen die Ostereiersucher einen Museumseintritt: Unter allen Einsendungen verlost Senckenberg jeweils 10 Familien-Freikarten für die drei Museen.

Die Aktion startet am Ostersamstag, den 15. April und endet am 23. April 2017. Sie ist Teil der Deutschlandreise des Dinosauriers Diplodocus longus, Senckenberg-Wahrzeichen und Botschafter für das „Projekt Senckenberg 2020 – Neues Museum“. Der 28 Meter lange und sieben Meter hohe Langhalsdinosaurier wirbt mit seiner Tour durch Deutschland für den Um- und Neubau des Frankfurter Museums. Seit dem 17. März macht der lebensgroße Dino Station in Alt-Moabit in Berlin. Auch hier hat er drei nachmodellierte Dino-Ostereier versteckt.

Im Rahmen des „Projekt Senckenberg 2020 – Neues Museum“ soll die Grundfläche des Senckenberg Museums in Frankfurt von heute rund 6.000 auf 10.000 Quadratmeter ver-größert werden. Dabei entstehen vier neue Ausstellungsbereiche: Mensch, Erde, Kosmos und Zukunft. Hierfür wird eine Summe von rund 56 Millionen Euro benötigt. Zahlreiche Unternehmen haben zugesagt, sich an dem Projekt zu beteiligen. Und auch viele Privatpersonen haben bereits gespendet. Mit der Deutschlandtour des Dinosauriers sollen nun auch bundesweit Unterstützer angesprochen werden. Im März vergangenen Jahres hat er seinen Stammplatz vor dem Senckenberg Naturmuseum verlassen und macht nun bundeweit auf die Fundraisingkampagne aufmerksam. Nach Stationen im Frankfurter Commerzbank-Tower, im THE SQUAIRE am Flughafen Frankfurt und in Hamburg Eppendorf zog der Koloss nun nach Berlin. Ermöglicht wird seine Reise durch den Büroimmobilien-Konzern OFFICEFIRST.

Mehr zur Reise von Diplodocus longus sowie Fotos und Videos unter: http://die-welt-baut-ihr-museum.de/neuigkeiten/

Die Dino-Ostereier finden Sie an folgenden Standorten:

Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02826 Görlitz
Öffnungszeiten während der Osterfeiertage:
Karfreitag geschlossen
Ostersonnabend bis Ostermontag 10:00 – 18:00 Uhr.

Senckenberg Naturhistorische Sammlungen
Palaisplatz 11
01097 Dresden

Diplodocus longus am Spreeufer
Stromstraße 1
10555 Berlin

Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Senckenberganlage 25
60325 Frankfurt

 

Viele Besucher zum Tag der offenen Tür bei Senckenberg Görlitz

(c) Düker
Die Welt der Präparation: Museumspräparatorin
Diana Jeschke erläutert verschiedene Verfahren
zur dauerhaften Erhaltung verschiedenerer
Wirbeltierpräparate © Christian Düker   

Görlitz, 9. April 2017. Die Auswahl fiel nicht leicht, denn sechzehn verschiedene Themenwelten konnten die Besucherinnen und Besucher am Tag  der Offenen Tür in Görlitz entdecken: von der „Welt der Wölfe“ bis zur „Welt der versunkenen Braunkohlewälder“. Rund 250 Erwachsene und Kinder nutzten begeistert die Gelegenheit für einen Besuch der Sammlungen, Forschungsbereiche und der Museumsbibliothek. Nur die Bibliothek ist auch sonst der Öffentlichkeit zugänglich, das Humboldt-, Dunger-, und Peckhaus sowie das Gebäude am Sonnenplan der Forschung vorbehalten. Der Schutz der empfindlichen Sammlungen und auch Raumzuschnitt sowie die Fluchtwege in den alten Gebäuden erlauben nur selten einen Blick hinter die Kulissen und dann nur für kleine Gruppen. Umso größer war die Faszination bei den Besuchern über die bewahrten Sammlungsschätze und die moderne Forschung.

(c) Düker
Die Welt der versunkenen Braunkohlenwälder:
Görlitz verfügt über eine sehr umfangreiche und
bedeutsame Sammlung fossiler Blätter und Samen
aus dem Tertiär. Sektionsleiter Olaf Tietz erklärt in
der historischen Sammlung, wie die Vegetation vor
20 Millionen Jahren aussah, aus der sich später
die Braunkohle der Oberlausitz entwickelte.
© Christian Düker

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler standen für Führungen durch ihre „Reiche“ bereit und brachten ihre Forschung für die Gesellschaft an den Mann, die Frau, das Kind. So konnten die Besucher und Besucherinnen erleben, wie Wirbeltiere präpariert und aufbewahrt werden, es gab Einblicke in die Ernährung wilder Wölfe, in die Pflanzen- und Pilzsammlung und in die verborgene Welt der Bodentiere. Was sie während ihrer Ausbildung in der Museumsbibliothek gelernt hatte, erläuterte Eva Pohlandt bei Führungen zum Bestand und Systematik der Bibliothek.

Viele Gäste äußerten im Anschluss an ihren Besuch den Wunsch, dass solche Veranstaltungen häufiger stattfinden sollten – denn der direkte Kontakt mit den Forschenden sei ein ganz besonderes Erlebnis gewesen. Dies zeigte einmal mehr: das neue Forschungs- und Sammlungsgebäude ist dringend nötig.

 

 

Unglaublich – weltweit erster Wotter-Nachwuchs im Naturschutz Tierpark Görlitz - Zgorzelec!

(c) C. Hammer
Foto: zoo-goerlitz.de, C.Hammer

Görlitz, 1. April 2017. Tiere, die es nicht geben dürfte verblüffen derzeit Wissenschaftler, Mitarbeiter und Besucher des Tierparks gleichermaßen.
In der seit 2013 existierenden Wohngemeinschaft von Waschbär und Eurasischem Otter hat sich kürzlich überraschend Nachwuchs eingestellt. Doch nicht Otter- oder Waschbärwelpen kamen zur Welt!     Das von Tierpflegern nicht ernstgenommene Techtelmechtel zwischen Otterdame „Dorka“  und  Waschbärrüde „Eddy“  hatte  unvorhergesehene Folgen.
„Es ist das passiert was wissenschaftlich einfach unmöglich ist “, so Professor Willi Xylander, Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde in Görlitz. „Die genetische Barriere zwischen Vertretern von Kleinbären und Marderartigen, lässt nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand diese nicht nur Art-, sondern sogar Familien-überschreitende Kreuzung  zweier so  komplett unterschiedlichen Spezies gar nicht zu.“
Aber Liebe versetzt bekanntlich Berge. Während sich der Waschbärvater gänzlich uninteressiert an seinem Nachwuchs zeigt, kümmert sich Mutter Dorka vorbildlich um die merkwürdigen Welpen, die in ihrer großzügigen Anlage im Lausitz Tal des Tierparks am Samstag von unseren Besucher bestaunt werden können.

Auf den Spuren Europas – eine geologische Reise durch Nordnorwegen

(c) Tietz
Auf der Suche nach den Edelsteinzirkonen auf
der Insel Seiland in der norwegischen Finnmark
© Olaf Tietz

Wie sah die Welt vor siebenhundert Millionen Jahren aus? Weiß! Forscher gehen davon aus, dass in der Erdurzeit der Planet komplett vereist war. Bestätigung für diese Theorie suchte der Görlitzer Geologe Dr. Olaf Tietz vom Senckenberg Museum im Rahmen einer Expedition ins arktische Norwegen. Dort lassen sich an verschiedenen Orten Hinweise auf die kalte Vergangenheit Europas finden, wie z.B. versteinerte Eiszeitablagerungen auf der Varanger-Halbinsel. Trotzdem nahm das Leben unter sich ändernden klimatischen Bedingungen langsam Fahrt auf, wie Kalkablagerungen, sogenannte Stromatholithen tropischer blaugrüner Algen im Porsangerfjord beweisen. Die Reise durch die Urzeit endet auf der Insel Seiland, einem berühmten Fundort von sehr alten Edelsteinzirkonen. Mithilfe dieser Minerale lassen sich zuverlässige Altersbestimmungen von Gesteinen und damit der Erdgeschichte vornehmen. Im Rahmen der spannenden Reise durch die geologische Geschichte des heutigen Norwegens zeigt der Vortrag die spektakuläre Landschaft des nördlichsten Zipfels Europas.

Fr. 7. April 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Geologische Reise durch das arktische Norwegen: Eiszeiten – erste Organismen und Edelsteinzirkone aus dem Präkambrium Ureuropas
Vortrag von Dr. Olaf Tietz, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz.
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Filmnachmittag über Abenteurer Thor Heyerdahl im Humboldthaus

Film Kontiki SMNG

Einmal etwas ganz Verrücktes tun, ins Unbekannte aufbrechen, auf unkonventionelle Art und Weise seine Ideen umsetzen: Wer traut sich das? Einer dieser Wagemutigen war der Norweger Thor Heyerdahl, der beweisen wollte, dass Polynesien vor eintausendfünfhundert Jahren von Südamerika und nicht von Asien aus besiedelt wurde. So wurde er zu einem der Väter der Experimentalarchäologie und baute das legendäre Floß Kon-Tiki mit dem er 1947 unter schwierigsten Bedingungen den Pazifik von Ost nach West überwand, eine siebentausend Kilometer lange Reise. Sein selbst gedrehter Expeditionsfilm gewann 1952 zwei Oscars für den besten Dokumentarfilm.

Anlässlich seiner derzeitigen Sonderausstellung „Mission Abora“, eines durch Kon-Tiki inspirierten Projektes, zeigt das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz den Originalfilm von 1950 und die Spielfilmadaption aus dem Jahr 2012 im Rahmen einer Doppelvorstellung am 2. April im Görlitzer Humboldthaus. Der Vorverkauf läuft an der Museumskasse (Di-Fr 10:00 – 18:00 Uhr).

So. 2. April 2017 | 14:00 – 18:00 Uhr | Filmnachmittag | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Der große Kon-Tiki Filmnachmittag
14:00 Uhr Das größte Abenteuer unserer Tage KON-TIKI
Der Schwarz-Weiß-Dokumentarfilm über die Kon-Tiki-Expedition von 1950 (FSK 6) Dauer 50 min, Eintritt 2,50 €
15:45 Uhr Kon-Tiki, der Spielfilm von 2012 (FSK 12) Dauer 120 min mit Pause, Eintritt 3,50
Eintritt für beide Filme 5 €, Vorverkauf an der Museumskasse
In den Pausen werden Getränke gereicht.

 

Vergnügliches zum 1.-April im Humboldthaus

Am 31. März schickt das Senckenberg Museum seine Besucher in den April und zwar in der traditionellen 1.-April-Vorlesung. In ihr konfrontieren Görlitzer Bürger das Publikum mit ihren neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Dabei Dichtung von Wahrheit zu unterscheiden, bleibt dem Scharfsinn der Zuhörer überlassen! In diesem Jahr gibt es Vorträge von Dr. Ulrich Burkhardt, Professor Robert Heimann und Hans-Dieter Lehmann.

Fr. 31. März 2017 | 19:30 Uhr | 1.-April-Vorlesung | Humboldthaus
Wussten Sie schon? – Unerhörtes und nicht ganz Ernstzunehmendes aus der Wissenschaft
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Ein Blick hinter die Kulissen –
Senckenberg öffnet seine Sammlungen am 9. April

Sammlung SMNG
In den Sammlungen des Görlitzer Naturkundemuseums
befinden sich über 7000 Vogelpräparate. Sie werden
im Humboldthaus bewahrt. © Senckenberg

Was machen Sie denn montags, wenn das Museum geschlossen ist? Diese Frage hört Professor Dr. Willi Xylander noch manchmal in seiner Eigenschaft als Direktor des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz. „Dabei sind wir in erster Linie ein Forschungsinstitut der Senckenberg Gesellschaft in Frankfurt, die in diesem Jahr ihr zweihundertjähriges Bestehen feiert“, sagt der Biologe, der seit 1995 die Görlitzer Einrichtung leitet. „Das Museum ist Ausdruck unserer Sammlungs- und Forschungsarbeit: schon seit 1811 befassen sich Fachleute in der Oberlausitz mit der Erforschung von Tieren, Pflanzen sowie geologischen Fragestellungen“, so Xylander weiter.

SMNG
Auch Exotisches wie dieser tropische Tausendfüßer
ist in den Sammlungen zu finden. © Sven Tränkner

Heute arbeiten rund vierzig Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in den drei Forschungsabteilungen Allgemeine Zoologie, Botanik und Bodenzoologie verteilt auf insgesamt sechs Gebäude in der Görlitzer Innenstadt. Anlässlich des Senckenberg Jubiläums öffnen die Fachleute am Sonntag, den 9. April ihre Labore und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen. Darüber hinaus gewähren sie Einblicke in die Schätze des Museums, die Sammlungen, die über sieben Millionen Objekte umfassen. Aber auch bibliophile Kostbarkeiten werden in der Museumsbibliothek präsentiert und High-Tech gibt es bei den Vorführungen des Rasterelektronenmikroskops zu erleben.

SO 9. April 14:00 – 17:00 | 200 Jahre Senckenberg
Tag der offenen Tür
Wir öffnen für Sie Forschungslabore, Sammlungen und Bibliothek.

Geologie SMNG
Fossilien, Minerale und Gesteine werden in der
geologischen Sammlung im Humboldthaus gezeigt.
© Senckenberg

Weitere Informationen:
Tel. 03581–4760-5220 und im Internet: www.senckenberg.de/einblicke. Dort werden zu einem späteren Zeitpunkt auch die Führungstermine bekannt gegeben.
Geöffnet sind das Museum am Marienplatz mit Elektronenmikroskopie (freier Eintritt ab 13:00 Uhr), die Bibliothek (Am Museum 2), das Humboldthaus (Platz des 17. Juni 2), das Reinhard-Peck-Haus (Grüner Graben 28a), das Dunger-Haus (Sonnenstraße 19) und die Bodenzoologie im Gebäude des Finanzamtes (Zugang vom Sonnenplan). Alle Bereiche können nur mit Führungen besucht werden, für die es an den jeweiligen Gebäuden ab 13:30 Uhr kostenlose Eintrittskarten gibt. Eine Reservierung ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Die Veranstalter empfehlen die Teilnahme ab zwölf Jahren. Das Museum und das Finanzamtsgebäude sind für Rollstuhlfahrer zugänglich.

 

Vogel-Aquarelle im Senckenberg Museum

reimann

Langsam erwacht die Natur wieder und mit ihr die Vogelwelt, man hört sie morgens singen und viele Zugvögel kommen nach und nach im heimischen Brutrevier an. Eine Ausstellung im Naturkundemuseum widmet sich ab dem 25. März den Bewohnern der Lüfte und präsentiert fünfzig vorwiegend einheimische Vogelarten in Bildern und aus-gewählten Präparaten. Die Aquarelle stammen von Friedrich Reimann (1896 – 1991), einem der bedeutendsten deutschen Vertreter der Tier- und Jagdmalerei, und werden von seiner Familie für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Zur Eröffnung am 24. März 2017 um 18:00 Uhr wird seine Enkelin Cornelia Reimann sprechen. Der Eintritt ist frei.

Die Sonderausstellung „Vogelaquarelle von Friedrich Reimann – mit Liebe zum Detail“ ist vom 25. März bis 30. Juli 2017 im Senckenberg Museum für Naturkunde zu sehen.

FR 24.03.2017 | 18:00 Uhr | Ausstellungseröffnung | Naturkundemuseum
Vogelaquarelle von Friedrich Reimann – mit Liebe zum Detail
Der Eintritt ist frei!

Bitte beachten Sie auch unsere Vogelexkursionen:

MI 12.04.2017 | 16:00 Uhr | Exkursion | Berzdorfer See
Vögel beobachten am Berzdorfer See
mit Dr. Markus Ritz, Görlitz
Treffpunkt: Parkplatz am Ortsende von Klein Neundorf, Fernglas mitbringen!

DO 04.05.2017 | 17:00 Uhr | Exkursion | Zgorzelec
Vogelstimmen auf der Spur – eine ornithologische Führung auf dem Stalag-Gelände
mit Dr. Markus Ritz, SMNG
Treffpunkt: Europäisches Zentrum für Erinnerung, Bildung, Kultur, Zgorzelec oder 16:30 Uhr mit dem Fahrrad an der Stadtbrücke/Stadthalle; Fernglas mitbringen!
Dauer: ca. 1-1,5 Std. Kosten: 3,00 €
Eine gemeinsame Veranstaltung mit dem Meetingpoint Music Messiaen e.V.
Die Führung wird ins Polnische gedolmetscht.

DO 15.06.2017 | 17:00 Uhr | Exkursion | Görlitz/Königshufen
Natur in der Stadt: Ein frühsommerlicher Streifzug durch das Kidrontal
mit Dr. Birgit Lang & Jörg Müller, SMNG
Treffpunkt: Straßenbahnhaltestelle Hohe Straße
Dauer: ca. 2 Std., Fernglas mitbringen!

 

Hiddensee – Kleinod im Wandel der Zeit – Vortrag im Humboldthaus

Aufgrund der Nachfrage wiederholen wir den Vortrag von Dr. Hans-Dieter Engelmann am DO 23. März 2017 um 15:00 Uhr im Seminarraum des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz. Der Eintritt kostet 3 € und beinhaltet die Besichtigung der Ausstellungen.

Engelmann
Der Dornbusch mit dem Leuchtturm. Magerrasen
mit vielen seltenen Blumen sind hier
charakteristisch. © Hans-Dieter Engelmann

Hiddensee ist zwar eine der kleineren bewohnten deutschen Ostseeinseln, aber dafür von ganz besonderer Schönheit und großem Naturreichtum. Seit über sechzig Jahren hat der Görlitzer Dr. Hans-Dieter Engelmann die Insel begeistert bereist und ihre Vielfalt fotografisch festgehalten. Daraus entstanden ist eine Dokumentation der Veränderungen, denen die Insel im Laufe der Jahrzehnte unterworfen wurde. So formt das Meer die Ufer, nimmt Land an der Steilküste und lagert dafür an anderer Stelle Sandhaken an. Natürlich hat auch das Wirken des Menschen seine Spuren in der Landschaft hinterlassen, so dass die Insel sich heute sehr vielgestaltig und artenreich präsentiert. Der Biologie und Fotograf Engelmann lädt in seinem Vortrag am 23. März 2017 um 15:00 Uhr zu einer Zeitreise nach Hiddensee ein. Ein Muss für alle Liebhaber der Insel und, die dies es noch werden wollen.  

DO 23. März 2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum
Hiddensee – eine Landschaft im Wandel Ein fotografischer Streifzug durch sechs Jahrzehnte
Vortrag von Dr. Hans-Dieter Engelmann, Görlitz
Eintritt 3 € inkl. Ausstellungen

 

Görlitzer Meridian Naturfilmpreis 2017 für Jan und Melanie Haft

Haft
Foto: privat

Görlitz, 20.03.2017. Wie der Vorsitzende des Förderkreises des Naturkundemuseums Görlitz, Thomas  Neumann, bekannt gibt, geht der Görlitzer Meridian Naturfilmpreis 2017 an Jan Michael Haft, den bedeutendsten deutschen Naturdokumentarfilmer, und seine Ehefrau Melanie, die als Produktionsleiterin der gemeinsamen Naturfilmfirma an der Entstehung und Profilierung der Filme maßgeblich mitwirkt.

Melanie und Jan Haft schauen auf ein beeindruckendes Gesamtwerk mit über 60 Produktionen in den vergangenen 18 Jahren zurück. Dem Publikum im Gedächtnis geblieben sind zweifellos seine Beiträge zu "Wildes Deutschland" und "Wildes Skandinavien", für die Jan Haft mehrfach ausgezeichnet wurde, sowie die Kinofilme „Das grüne Wunder – unser Wald“ und „Magie der Moore“. „Seine Filme entwickeln eine eigenständige, oft meditative Bildsprache und besondere Ästhetik, die z. B. in seinen Zeitlupen- und Zeitrafferaufnahmen, aber auch durch eine besondere Fahr- und Schwenktechnik zum Ausdruck kommen und in dieser Präzision einmalig sind. Seine Filme lassen Betrachter die Welt vor der eigenen Haustür neu entdecken. Sie bieten ihm einen Einblick in kaum sichtbare und verborgene Zusammenhänge, auch der einheimischen Natur, zeigen Bekanntes in einem nie gesehenen Kontext, wecken so Interesse und erklären mit Bildern, wie Natur funktioniert. Sie stellen dabei immer wieder aber auch scheinbare Erkenntnisse der Wissenschaft in Frage“, begründet Thomas Neumann die Entscheidung für die diesjährigen Preisträger.

Der Görlitzer Meridian Naturfilmpreis ist der einzige Filmpreis in Deutschland, der das Gesamtwerk eines Naturfilmers ehrt und wird 2017 zum 9. Mal vergeben. Preisträger in der Vergangenheit waren u. a. Heinz Sielmann, Ernst Arendt & Hans Schweiger, Volker Arzt, Ranga Yogeshwar und - im vergangenen Jahr - Dirk Steffens.

Der 9. Görlitzer Meridian Naturfilmpreis wird voraussichtlich am 30. September 2017 im Humboldtsaal des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz vergeben. Wie in der Vergangenheit werden am Nachmittag vor dem Festakt die beiden Preisträger im Rahmen einer Werkschau bedeutende Produktionen ihres filmischen Schaffens präsentieren und erläutern.

Weitere Informationen unter www.goerlitzer-meridian.de und www.nautilusfilm.de 

 

Für Abenteurer!
Sonderveranstaltungen zur ABORA-Ausstellung mit Führung, Vorträgen und Filmnachmittag

Aboraflyer

Am Dienstag, den 14. März nimmt Dr. Dominique Görlitz Interessierte mit auf seine Reise über den atlantischen Ozean mit dem Schilfboot ABORA und berichtet über seine Forschungen. In einer leider bereits ausgebuchten Führung um 17:00 Uhr führt Dr. Görlitz durch seine Ausstellung „Mission ABORA – Globaler Verkehr in der Steinzeit?“, die noch bis zum 30. April im Senckenberg Museum für Naturkunde zu sehen ist. Um 19:30 Uhr geht es in seinem Vortrag im Humboldthaus um die Frage, ob bereits in prähistorischen Zeiten ein Kulturaustausch zwischen Nordafrika und Amerika bestand. Görlitz stellt seine aktuellen Forschungsergebnisse sowie die bei verschiedenen Seefahrten gewonnenen Erkenntnisse vor.

Im Rahmen der Nachmittagsreihe des Senckenberg Museums lädt Museumsdirektor Prof. Dr. Willi Xylander am Donnerstag, den 16. März um 15:00 Uhr zu einem anschaulichen Vortrag über den norwegischen Forschungsreisenden und Archäologen Thor Heyerdahl ein.

Kleine und große Abenteurer können sich den 2. April vormerken. Von 14 bis 18 Uhr findet im großen Saal des Humboldthauses einen KON-TIKI-Filmnachmittag mit dem Originalfilm von Thor Heyerdahl (1950) und dem neuen Spielfilm von 2012 statt. Karten können im Vorverkauf an der Museumskasse am Marienplatz erworben werden.

Dienstag, 14.03.2017 | 17:00 Uhr | Führung | Naturkundemuseum
Führung durch die ABORA-Ausstellung
mit Dr. Dominique Görlitz, Chemnitz
Eintritt: 5,00 €
DIE FÜHRUNG IST BEREITS AUSGEBUCHT!

Dienstag, 14.03.2017 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Humboldthaus
Hat bereits Pharao Ramses Havanna geraucht? Transatlantisch verbreitete Kultur-pflanzen und frühe Seefahrer
Vortrag von Dr. Dominique Görlitz, Chemnitz
Eintritt: 2,00 € / 1,00 € ermäßigt

Donnerstag, 16.03.2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum, Naturkundemuseum
Meere trennen die Menschen nicht, sondern verbinden sie – Thor Heyerdahl, sein Leben und seine Vision
Vortrag von Prof. Dr. Willi Xylander, SMNG
Eintritt: 3,00 € / 2,00 € ermäßigt

Sonntag, 02.04.2017 | 14:00 – 18:00 Uhr | Filmnachmittag | Humboldthaus
Der große Kon-Tiki Filmnachmittag
14:00 Uhr Das größte Abenteuer unserer Tage KON-TIKI
Der Schwarz-Weiß-Dokumentarfilm über die Kon-Tiki-Expedition von 1950 (FSK 6) Dauer 50 min, Eintritt 2,50 €
15:45 Uhr Kon-Tiki
Der Spielfilm von 2012 (FSK 12) Dauer 120 min mit Pause, Eintritt 3,50 €
Eintritt für beide Filme 5 €, Vorverkauf an der Museumskasse In den Pausen werden Getränke gereicht.

 

Auf Skiern durch Grönland – dem Klimawandel auf der Spur Kinderakademie und Abendvortrag im HumboldthauS

Wenn das Klima der Erde sich verändert, verändern sich vor allem auch die Gletscher in der Antarktis und in Grönland. In kleinen Gruppen sind Wissenschaftler in den letzten 15 Jahren immer wieder nach Grönland gefahren und haben dort den Gletscherrückgang gemessen. Nicht nur die Ergebnisse sind spannend, sondern auch die Art und Weise der Reisen. Sieben Wochen auf Skiern über das Eis, bei Wind und Kälte, ohne Dusche im Zelt. Dafür mit atemberaubendem Panorama: alles weiß und doch nie eintönig. Thomas Hitziger, Mathematiker an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und Teilnehmer der Grönlandüberquerung 2015, berichtet am 10. März 2017 in einem Nachmittagsvortrag für Kinder und in einem Abendvortrag von seiner spannenden Reise übers Eis.

10. März FR 16:00 | Görlitzer Kinderakademie | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2
Auf Skiern über das Grönlandeis – dem Klimawandel auf der Spur
Vorlesung von Thomas Hitziger, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Nur für Kinder (8 – 12 Jahre)!
Die Teilnahme ist kostenlos

10. März FR 19:30 | Natur in Farbe | Humboldthaus, Platz des 17. Juni 2
Auf Skiern über das Grönlandeis – klimawissenschaftliche Expedition 2015
Expeditionsvortrag von Thomas Hitziger, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg.
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Museumsprogramm mit vielen Exkursionen und Highlights

Frühjahrsprogramm

Mit zehn Exkursionen der Görlitzer Wissenschaftler stellt das neue Programmheft des Senckenberg Naturkundemuseums einen kleinen Rekord auf. Stadtnatur, Vogelstimmen, im Reich der Gesteine, Insekten wie Libellen und Gottesanbeterinnen sowie die Ammendornfinger-Spinne stehen von März bis August auf dem Plan. Die Exkursionen sind meist kostenlos, bei einigen ist eine Anmeldung erforderlich.

Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, zu der der Görlitzer Standort mit seinem Forschungsinstitut und Museum seit 2009 gehört, gibt es die Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür am 9. April einmal hinter die Kulissen der Forschungslabore, Sammlungsräume und der Bibliothek zu schauen.

Neben vielen anderen populär- und wissenschaftlichen Vorträgen im Humboldthaus findet auch die traditionelle 1.-April-Vorlesung mit Unerhörtem und nicht ganz Ernstzunehmenden aus der Wissenschaft, vorgetragen von Görlitzer Persönlichkeiten am 31. März statt.

Zudem lockt das Museum mit abwechslungsreichen Sonderausstellungen. Im Rahmen der derzeitigen Sonderausstellung über das Expeditionsschiff Abora gibt es Zusatzveranstaltungen wie Vorträge und eine Führung mit Dr. Dominique Görlitz (14.03.) sowie am 2. April einen Thor-Heyerdahl-Filmnachmittag. Am 24. März eröffnet eine kleine Sonderausstellung mit Vogelaquarellen des verstorbenen Tiermalers Friedrich Reimann. Ab 12. Mai lockt die „Mechanische Tierwelt“ Kinder und Nostalgiker zu einer Ausstellung von tierischen Blechspielzeugen aus der Zeit von 1890 bis 1970.

Die Veranstaltungshefte liegen im Naturkundemuseum am Marienplatz sowie weiteren öffentlichen Einrichtungen in der Region aus. Sie sind auch auf der Homepage zu finden: www.senckenberg.de/goerlitz/veranstaltungen

200 Jahre Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung: http://200jahresenckenberg.de/

 

25 Jahre Leibniz in Sachsen – Senckenberg präsentiert sich

Festveranstaltung zum 25-jährigen Bestehen der Sächsischen Leibniz-Institute

Leibniz (c) Senckenberg
Senckenberg Görlitz präsentiert sich zum
25-jährigen Leibniz-Jubiläum in Sachsen.
Hier: Paul Lippitsch (Zoologie), Meike
Schuppenhauer (Bodenzoologie)
und Thomas Luebcke (Vivarium).

Seit ihrer (Neu-)Gründung vor 25 Jahren haben sich die sächsischen Leibniz-Institute unter der gemeinsamen Förderung von Bund und Land zu leistungsstarken Partnern im Netz aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Sachsen entwickelt. Sie betreiben grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung in einer starken Gemeinschaft, der Leibniz-Gemeinschaft. In Sachsen betreiben neun Leibniz-Institute mit thematischer Vielfalt von Natur- bis Geisteswissenschaften exzellente Forschung und leisten Transfer für Gesellschaft, Wirtschaft und Politik. Seit seinem Übergang zur Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung gehört auch das Görlitzer Museum für Naturkunde zur Leibniz-Gemeinschaft. Unter der Schirmherrschaft von Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung wurde dieses Jubiläum am 6. Februar 2017 in der Kongresshalle Leipzig begangen. An der Festveranstaltung nahmen rund 300 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft teil.

Programmheft:
https://www.tropos.de/fileadmin/user_upload/Aktuelles/News/Bilder/Bilder_2017/Veranstaltungen_2017/LS25_Programm_Panorama.pdf
Mehr dazu in unserer Bildergalerie:
https://www.tropos.de/entdecken/fotogalerien/25-jahre-leibniz-in-sachsen/

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange: „Außeruniversitäre Forschung ist starker Partner der Hochschulen“ 

(Senckenberg)
Einsteig in Forschungsgespräche: Vivarienleiter
Thomas Luebcke faszinierte die Besucher mit
einer Rotknievogelsspinne Brachypelma smithi.
(c) Senckenberg

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange hat anlässlich des 25jährigen Bestehens sächsischer Leibniz-Institute deren Bedeutung als Säulen des Wissenschaftsstandorts Sachsen gewürdigt. „Die außeruniversitäre Forschung der Leibniz-Gemeinschaft ist starker Partner der Hochschulen und eingebunden bei zahlreichen Projekten, Exzellenzclustern, Sonderforschungsbereichen und Graduiertenschulen.“ Neben exzellenter Forschung und ihrer Mitwirkung in der Lehre und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses lieferten die Leibniz-Institute zudem einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Wirtschaftskraft weit über Sachsen hinaus, mit Ausgründungen, Lizenzvergaben, Beratungs- und Transferleistungen für Unternehmen und nicht zuletzt durch die Bereitstellung von Praktikums- und Ausbildungsplätzen, sagte die Ministerin weiter.

Mehr dazu in der Pressemitteilung des SMWK: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/208871

Leibniz-Institute in Sachsen

Ein Merkmal der Leibniz-Gemeinschaft ist die thematische Vielfalt ihrer Mitgliedseinrichtungen sowie die gesellschaftliche Relevanz und gesamtstaatliche Bedeutung der Forschung in den Instituten. Das gilt auch für Sachsen mit seinen neun Leibniz-Instituten, die – dem Motto der Leibniz-Gemeinschaft „theoria cum praxi“ folgend, in einer Bandbreite von Material-, Umwelt-, Lebens- und Raumwissenschaften bis zu Sozial- und Geisteswissenschaften forschen und den wissenschaftlichen Nachwuchs fördern.

Die Leibniz-Institute in Sachsen:
https://www.tropos.de/aktuelles/veranstaltungen/25-jahre-leibniz-in-sachsen/25-jahre-leibniz-in-sachsen-die-leibniz-institute-in-sachsen-im-ueberblick/
Kurzbeschreibungen der Institute:
https://www.tropos.de/aktuelles/veranstaltungen/25-jahre-leibniz-in-sachsen/25-jahre-leibniz-in-sachsen-die-leibniz-institute-in-sachsen-im-detail/

 

Exotische Fische in heimischen Gewässern
Vortrag im Senckenberg Museum

Hanold
Ein afrikanischer Juwelen-Buntbarsch. Eine von
vielen exotischen Zierfischen, die dauerhaft in
europäischen Warmgewässern angesiedelt
wurden. © Thilo Hanold

In Deutschland leben rund sechzig Süßwasserfischarten. Aber nicht alle kamen auf natürlichem Wege zu uns, wie z.B. der Karpfen, der als Speisefisch wohl durch die Römer in Mitteleuropa angesiedelt wurde. Auch der Warenverkehr und die Anlage von Kanälen ermöglichen neuen Arten die Besiedlung unserer Flüsse. Doch wer würde erwarten, in einem Bach oder See auf Zierfische aus aller Welt zu treffen? In manchen Gewässern, die durch natürliche oder künstliche Wärmequellen gespeist werden, ist dies der Fall. Dabei handelt es sich um ausgesetzte oder entkommene Aquarien-Zierfische, die sich in Thermalgewässern dauerhaft ansiedeln konnten und neue Artengemeinschaften bilden. Ein bekanntes Beispiel ist der sogenannte „Guppy-Bach“ bei Köln oder der berühmte Thermalsee im ungarischen Hévíz. Der begeisterte Aquarianer Thilo Hanold hat sich einige dieser "Freilandaquarien" in Österreich und Ungarn näher angeschaut und stellt in seinem Vortrag deren exotischen Bewohner vor.  

DI 21. Februar 2017 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Seminarraum Museum, Am Museum 1, Görlitz
Tropenaquarien im Freiland – Wildlebende Zierfische in europäischen Thermalgewässern
Vortrag von Thilo Hanold, Frankfurt/Main
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Zuhause im Fußabdruck
Mikrohabitate in Elefanten-Spuren untersucht

Görlitz, den 14.02.2017. Senckenberg-Wissenschaftler haben gemeinsam mit internationalen Kollegen erstmalig die Fußspuren von Elefanten als Lebensraum für aquatische Tiere untersucht. Sie zeigen in ihrer kürzlich im Fachjournal „African Journal of Ecology veröffentlichten Studie, dass sich in den Spuren der Dickhäuter bis zu 61 verschiedene Tierarten aus 27 Familien befinden. Innerhalb von fünf Tagen besiedelten bereits 410 Organismen die wassergefüllten Fußabdrücke. Die Wissenschaftler legen dar, dass Elefanten so einen bisher unbeachteten Beitrag als „Ökosystem-Ingenieure leisten. 

Elefantenfußabdruck
Sieht unscheinbar aus, beherbergt aber eine
Vielzahl von Organismen: Ein Elefantenfußabdruck.
© Senckenberg

Wer über 6.000 Kilogramm wiegt, hinterlässt Spuren so geht es auch den afrikanischen Elefanten im Kibale-Nationalpark in Uganda. „Wir haben nun erstmalig untersucht, welche Tiere von diesen Fußabdrücken profitieren können, erklärt Dr. Viola Clausnitzer vom Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und ergänzt: „Die wassergefüllten Vertiefungen bieten einer erstaunlich vielfältigen Anzahl von wasserlebenden Makroinvertebraten einen Lebensraum. Bis zu 61 verschiedene Arten dieser mit bloßem Auge sichtbaren wirbellosen Kleinlebewesen aus 27 Familien hat Clausnitzer mit ihren Kollegen in den Spuren bestimmen können.

Hierzu hat das Team aus Portugal, Österreich und Deutschland dreißig natürliche, wassergefüllte Fußabdrücke untersucht und auch selber künstliche Spuren zu Testzwecken angelegt. „Uns hat interessiert wie schnell die Löcher besiedelt werden, welche Tiere diese Mini-Habitate nutzen und wie sich die Zusammensetzung der Organismengruppen mit der Entfernung von natürlichen Gewässern ändern, erläutert Clausnitzer.

Insgesamt 2751 Proben wurden in den dreißig Elefantenspuren genommen. Am artenreichsten waren Wasser- und Schwimmkäferarten in den Proben vertreten, am häufigsten fanden die Wissenschaftler Vertreter von Stechmückenarten.  

Bereits nach fünf Tagen haben die Wissenschaftler in den achtzehn künstlich angelegten „Fußabdrücken etwa dreißig Zentimeter tiefe und breite Löcher, in die ein Eimer eingelassen wurde 410 Organismen entdeckt. „Die Artenvielfalt nahm ab, je weiter unsere Testspuren von der Wasserquelle entfernt waren die Löcher scheinen demnach einigen Arten als sogenannte ‚step stones zu dienen, über die sie sich ausbreiten können, fügt die Görlitzer Wissenschaftlerin hinzu und fährt fort: „Aber nicht nur die Lage der Abdrücke spielt eine Rolle, auch das Alter der Fußspuren und die sonstigen ‚Hinterlassenschaften der Elefanten machen sich in der Zusammensetzung der Fauna in diesen Mikro-Lebensräumen bemerkbar. Umso älter die Löcher waren, desto artenreicher war die Lebenswelt in ihnen; die Anzahl der Organismen nahm aber ab. Die Forscher vermuten, dass in den jungen Abdrücken Räuber-Beute-Interaktionen noch keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen so gibt es zwar viele Tiere, aber die Vielfalt bleibt geringer.

Schon länger ist bekannt, dass Elefanten als „Ökosystem-Ingenieure arbeiten: Sie reduzieren den Baumbewuchs und halten die Landschaft und für viele Tiere lebenswichtige Wasserlöcher offen. In ihrem Verdauungstrakt wandern Pflanzensamen über viele Kilometer und werden so verbreitet. „Wir haben nun gezeigt, dass der Schutz der bedrohten Dickhäuter auch für die kleinsten Organismen enorm wichtig ist, fasst Clausnitzer zusammen.

Kontakt

Dr. Viola Clausnitzer
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel. 03581- 4760 5720
  

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de  

Publikation
Remmers, W., Gameiro, J., Schaberl, I. and Clausnitzer, V. (2016), Elephant (Loxodonta africana) footprints as habitat for aquatic macroinvertebrate communities in Kibale National Park, south-west Uganda. Afr. J. Ecol. doi:10.1111/aje.12358

 

4,3 Millionen Euro für Verbundprojekt zur Biodiversität von Auwäldern in der „Flusslandschaft Elbe“

Hartholz-Auwälder spielen eine große Rolle in natürlichen Überschwemmungsgebieten von Flusslandschaften (Hochwasserretention). Um solche „Ökosystemdienstleistungen“ besser zu verstehen und die räumlichen und zeitlichen Ausprägungen der Leistungen zu erfassen, untersuchen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ab sofort die Biodiversität von Auwäldern im UNESCO-Biosphärenreservat „Flusslandschaft Elbe“.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Verbundprojekt „Mechanismen der Ökosystemdienstleistungen in Hartholz-Auwäldern: Wissenschaftliche Analyse sowie Optimierung durch Naturschutzmanagement (MediAN)“ mit insgesamt 4,3 Millionen Euro, die Universität Hamburg erhält davon 2,4 Millionen.

Vier Forschungseinrichtungen sowie zwei Naturschutzorganisationen kooperieren in dem Verbundprojekt auf dem Gebiet der Biodiversitätsforschung und der nachhaltigen Entwicklung von Auenlandschaften. Das Projekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird von Prof. Dr. Kai Jensen vom Fachbereich Biologie der Universität Hamburg geleitet. Die gewonnenen Kenntnisse sollen in die Naturschutzpraxis einfließen.

Die biologische Vielfalt in Ökosystemen ist die Basis für vielfältige Dienstleistungen der Natur: Hartholz-Auwälder spielen nicht nur eine große Rolle für die Hochwasserretention in Flusslandschaften, sondern dienen über die Festlegung von CO2 aus der Atmosphäre auch der Kohlenstoffspeicherung. Welche Komponenten der Biodiversität in Hartholz-Auwäldern an der Bereitstellung von Ökosystemdienstleistungen maßgeblich beteiligt sind und wie die Leistungen der Natur bewertet werden können, daran arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Gebieten der Pflanzenökologie (Prof. Dr. Kai Jensen, Universität Hamburg), der Bodenkunde (Prof. Dr. Annette Eschenbach, Universität Hamburg), der Bodenzoologie (Dr. David Russell, Senckenberg Gesellschaft Görlitz), der Landschaftsökologie (Mathias Scholz, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung Leipzig) sowie der Landschaftsökonomie (Prof. Dr. Volkmar Hartje, TU Berlin).

Die beteiligten Naturschutzorganisationen (Trägerverbund Burg Lenzen, Dr. Maike Kleinwächter; Loki Schmidt Stiftung, Axel Jahn) werden geeignete Flächen für die Begründung von Hartholz-Auwäldern erwerben und dort auf den Forschungsergebnissen basierende Umsetzungsmaßnahmen realisieren.

Prof. Dr. Kai Jensen: „Mit dem Projekt werden wir unsere international anerkannte Expertise im Bereich der Biodiversität und Ökosystemfunktionen von Flussmündungen und Küstenregionen nun auch auf die weltweit bedeutsamen Auen großer Flüsse ausweiten“.

Das BMBF fördert seit 2013 „Forschungsvorhaben zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“, denen eine gesamtstaatliche Bedeutung zukommt und die die Nationale Strategie zur Biologischen Vielfalt in maßstabsetzender Weise umsetzen. Auf der Grundlage der Forschungsergebnisse soll der Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland gestoppt und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umgekehrt werden.

Pressemitteilung von Birgit Kruse, Referat Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Universität Hamburg

Für Rückfragen:

Prof. Dr. Kai Jensen
Fachbereich Biologie
Abteilung Angewandte Pflanzenökologie
Tel.: +49 40 42816-576
E-Mail:

Dr. David Russell
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Sektion Mesofauna
Tel. +49 3581 4760-5502
E-Mail:

Quelle: http://idwf.de/-Ci6VAA

2. Februar 2017

Der Vortrag entfällt krankheitsbedingt! neuer termin 3. märz

Hiddensee – Kleinod im Wandel der Zeit – Vortrag im Humboldthaus

Der Dornbusch auf Hiddensee (c) Hans-Dieter Engelmann

Hiddensee ist zwar eine der kleineren bewohnten deutschen Ostseeinseln, aber dafür von ganz besonderer Schönheit und großem Naturreichtum. Seit über sechzig Jahren hat der Görlitzer Dr. Hans-Dieter Engelmann die Insel begeistert bereist und ihre Vielfalt fotografisch festgehalten. Daraus entstanden ist eine Dokumentation der Veränderungen, denen die Insel im Laufe der Jahrzehnte unterworfen wurde. So formt das Meer die Ufer, nimmt Land an der Steilküste und lagert dafür an anderer Stelle Sandhaken an. Natürlich hat auch das Wirken des Menschen seine Spuren in der Landschaft hinterlassen, so dass die Insel sich heute sehr vielgestaltig und artenreich präsentiert. Der Biologie und Fotograf Engelmann lädt in seinem Vortrag am 10. Februar 2017 um 19:30 Uhr zu einer Zeitreise nach Hiddensee ein. Ein Muss für alle Liebhaber der Insel und, die dies es noch werden wollen.

FR 10. Februar 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Hiddensee – eine Landschaft im Wandel
Ein fotografischer Streifzug durch sechs Jahrzehnte
Vortrag von Dr. Hans-Dieter Engelmann, Görlitz
Der Eintritt kostet 2 €.

02.02.2017

Versteinertes Leben – was uns Fossilien über die Erdgeschichte verraten

Taxodium dubium

Kinderakademievorlesung im Senckenberg Museum

Fossilien sind in Gesteinen erhaltene Reste ehemaliger Lebewesen – versteinertes Leben also. Wissenschaftler finden aber nicht nur Knochen, sondern auch andere Spuren urzeitlichen Lebens, wie z.B. Fußabdrücke von Dinosauriern. Wie Tiere und Pflanzen „versteinern“ und welche Erkenntnisse die Spezialisten aus ihren Funden für die Entwicklung der Erde und ihrer Bewohner ableiten können, erklärt Dr. Markus Wilmsen von den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen Dresden in der zweiten Kinderakademievorlesung am 3. Februar. Da es noch freie Plätze gibt, können Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren weiterhin zur Görlitzer Kinderakademie angemeldet werden: www.hszg.de/kinder oder unter 03581 - 47 60 51 00.

 

FR 3. Februar 2017 | 16:00 Uhr | Görlitzer Kinderakademie | Humboldthaus Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Versteinertes Leben – was uns Fossilien über die Erdgeschichte verraten
Vorlesung nur für Kinder von PD Dr. Markus Wilmsen, Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden, Sektion Paläozoologie.
Die Teilnahme ist kostenlos.

02.02.2017

 

Winterferienprogramm für Kinder im Naturkundemuseum

Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz bietet in den Winterferien dienstags bis donnerstags 15:00 Uhr offene Kindernachmittage für Kinder ab 6 Jahren an. Die Veranstaltungen zu drei verschiedenen Themen dauern ca. anderthalb Stunden, die Teilnahmekosten betragen 2,50 Euro pro Kind. Um vorherige Anmeldung unter 03581 47605-220 wird gebeten.

Dienstag, 14. und 21. Februar 2017, 15:00 Uhr
»Schräge Vögel«
Der Kiwi in Neuseeland, die Krontaube Neuguineas oder die Nashornvögel in Asien sind ziemlich schräge Vögel. In der Ausstellung »Tropischer Regenwald« wollen wir uns besonders die Vogelwelt anschauen und interessante Dinge über die größten und kleinsten Vögel der Welt erfahren. Können Kolibris wirklich rückwärts fliegen, und wie sieht die Harpyie ihre Beute im dichten Blätterdach? Nach der Führung werden schräge Vögel gebastelt.
Dauer: ca. 1,5 Stunden, für Kinder ab 6 Jahre
Eintritt: 2,50 € pro Kind

Mittwoch, 15. und 22. Februar 2017, 15:00 Uhr
»Wer schwimmt denn da?«
Bei dieser Führung sind wir zu Gast bei den Fischen des Vivariums und in der Sonderausstellung »Leben unter Wasser«. Wir erfahren, wie die Fische in den neu entstandenen Seen der Oberlausitz angesiedelt werden. Nach der Führung basteln wir uns ein kleines Hosentaschenaquarium.
Dauer: ca. 1,5 Stunden, für Kinder ab 6 Jahre
Eintritt: 2,50 € pro Kind

Donnerstag, 16. und 23. Februar 2017, 15:00 Uhr
»Tiere der Nacht«
Eulen und Fledermäuse sind die bekanntesten Tiere, die nachts unterwegs sind. In der Ausstellung »Pflanzen und Tiere der Oberlausitz« wollen wir aber noch andere nacht- und dämmerungsaktive Tierarten wie Dachs, Fischotter oder Reh und Wildschwein kennenlernen. Warum machen Tiere die Nacht zum Tag, wenn wir im Bett liegen und schlafen? Welche Sinne haben Tiere, um im Dunkeln ihre Nahrung zu finden? Wenn wir alle Fragen beantwortet haben werden Eulen gebastelt.
Dauer: ca. 1,5 Stunden, für Kinder ab 6 Jahre
Eintritt: 2,50 € pro Kind

Anmeldung für die einzelnen Veranstaltungen unter:
Museumspädagogik am Senckenberg Museum für Naturkunde
Tel.: 03581 47605-211 oder 03581 47605-220
Mail:

SENCKENBERG Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1 (Marienplatz), 02826 Görlitz
www.senckenberg.de/paedagogik-gr

Längere Öffnungszeiten in den Winterferien: In den Winterferien ist das Naturkundemuseum
von Montag bis Sonntag 10:00 – 18:00 Uhr geöffnet!

 

200 Jahre Senckenberg
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung feiert 2017 Jubiläum

Frankfurt, den 16.01.2017. In diesem Jahr wird die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) 200 Jahre alt. Unter dem Motto „Senckenberg forscht für IHR Leben gern“ feiert die Gesellschaft dieses Ereignis mit einem großen Programm über das gesamte Jahr hinweg und an allen elf Standorten in Deutschland: Ausstellungen und Führungen, Wettbewerbe, ein Wissenschaftskongress, ein Festakt und ein großes Bürgerfest am 19. November 2017 im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt sowie viele weitere Veranstaltungen gehören dazu. Hierbei steht, dem Motto gemäß, die Senckenberg-Forschung im Fokus.

„Wer nicht neugierig ist, erfährt nichts“, sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. Der Neugier von 32 wissenschaftlich interessierten Frankfurter Bürgern ist es zu verdanken, dass die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung am 22. November 1817 gegründet wurde. Am Anfang der Senckenberg-Geschichte standen eine Bürgergesellschaft und ein kleines naturkundliches Museum in Frankfurt am Main, in dem die frühen Forschungsreisenden nie zuvor Gesehenes einem staunenden Publikum vor Augen führten. Seitdem ist viel passiert: Die Neugier und die Begeisterung für die Natur teilen inzwischen rund 800 Senckenbergerinnen und Senckenberger an elf Standorten in ganz Deutschland. Darunter sind 300 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die an Projekten auf der ganzen Welt forschen – von der Tiefsee bis in den Himalaya, von der Arktis bis zur Wüste Gobi – mit einem großen Ziel: das System Erde als Ganzes zu verstehen und einen nachhaltigen Umgang damit zu ermöglichen. In mittlerweile vier Museen in Frankfurt am Main, Dresden, Görlitz und Tübingen werden die Ergebnisse anschaulich präsentiert. Über 7.000 Mitglieder tragen inzwischen die gemeinnützig arbeitende Gesellschaft.

„Es ist großartig, auf diese bemerkenswerte Geschichte zurückzublicken und zu sehen, wie aus der Begeisterung und Neugier einzelner Bürger und dem Engagement vieler eines der größten und renommiertesten Forschungsinstitute in Deutschland geworden ist“, sagt Senckenberg-Generaldirektor Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger und fährt fort: „Für dieses einmalige bürgerschaftliche Engagement wollen wir uns im Jubiläumsjahr bedanken und auch neue Freunde und Förderer gewinnen, die mit uns gemeinsam bevorstehende Meilensteine wie die Erneuerung des Frankfurter Museums realisieren.“

Das Jubiläumsjahr startet mit einem glamourösen Highlight am 28. Januar: Die Galaveranstaltung Senckenberg night steht unter dem Motto „Der blaue Planet“. Höhepunkt der jährlich stattfinden Feier ist die Verleihung des Senckenberg-Preises in den Kategorien Natur-Forschung und Natur-Engagement, die in diesem Jahr an den Wissenschaftler und Ozeanographen Prof. Dr. Craig Smith aus Hawaii sowie den Musiker Rea Garvey für sein Projekt „Clear Water“ in Ecuador gehen. Wenige Restkarten können noch unter www.senckenbergnight.de erworben werden. Zu den weiteren Glanzpunkten des Jubiläums zählen ein Festakt im August/September, an dem unter anderem Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann teilnehmen, sowie ein großes Familienfest im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt am 19. November, drei Tage vor dem Gründungsdatum der Gesellschaft.

Die Erforschung der Natur und ihr Erhalt ist das zentrale Anliegen Senckenbergs und steht deshalb im Fokus einer Vielzahl von Veranstaltungen im Jubiläumsjahr. Gemeinsam mit dem Medienpartner hr-iNFO stellt Senckenberg Forschungsprojekte vor, bei denen Bürger und Bürgerinnen mitmachen können, indem sie Beobachtungen melden, Messungen durchführen oder Daten auswerten. Mit der Frankfurter Rundschau ist ein Stadtgespräch zum Thema Artenschutz in Frankfurt geplant, und im ZDF wird im November die Senckenberg-Nacht der Wissenschaft zum Thema Biodiversität ausgestrahlt. Einen Einblick in die Forschung geben zudem Tage der offenen Tür an den Senckenberg-Standorten in Görlitz, Tübingen, Müncheberg, Gelnhausen und Dresden sowie populärwissenschaftliche Vortragsreihen in Frankfurt und Weimar. Und auf einem großen internationalen Fachkongress im Oktober tauschen sich Forschende erstmals disziplinübergreifend zum Thema Geobiodiversität aus und beraten über künftige Forschungsschwerpunkte.

Im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt begleiten drei Sonderausstellungen das Jubiläumsjahr. Bereits am 20. Januar eröffnet die Ausstellung „Die dünne Haut der Erde – Unsere Böden“, erstellt von Bodenzoologen am Senckenberg-Standort in Görlitz. Geschrumpft auf die Körpergröße eines Käfers können Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung das Leben im Boden aus einer neuen Perspektive entdecken. Die Ausstellung „200 Jahre Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung“ gibt ab Juni einen Überblick zu den Highlights der Geschichte Senckenbergs aus der Forschungsperspektive. In der Ausstellung „Vielfalt schafft Leben“ öffnet Senckenberg ab dem 29. September die Forschungssammlung für die Öffentlichkeit und zeigt in einer 15 Meter breiten und über vier Meter hohen Vitrine die beeindruckende Vielfalt von 6.000 Objekten vom winzigen Käfer, seltenen Pflanzen und außergewöhnlichen Fossilien bis zum Okapi.

Im Rahmen der Reihe „Kultur trifft Natur“ gratulieren Chor und Orchester des Collegium Musicum der Goethe-Universität mit zwei Konzerten am 13. Juli auf dem Campus Westend und am 2. November im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Bei dem Fotowettbewerb „Ich und mein Senckenberg“ können Senckenberg-Fans vom 26. Juni bis 16. Juli ihren gelungensten Schnappschuss zu ihrem schönsten Senckenberg-Erlebnis in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook mit dem Schlagwort #MeinSenckenberg einreichen.

Anlässlich des Jubiläumsjahres erscheinen gleich mehrere Publikationen: Die wichtigsten sind eine Chronik in zwei Bänden mit einem Überblick der Highlights der Senckenberg-Forschung aus den letzten 25 Jahren sowie Berichten aus den wissenschaftlichen Abteilungen, eine Monografie des Historikers Andreas Hansert zur Geschichte der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in der NS-Zeit, ein Buch mit Geschichten anhand ausgewählter Funde aus dem Senckenberg-Archiv sowie ein populärwissenschaftlicher, bunt bebilderter Bericht über die aktuelle Forschung der letzten beiden Jahre.

Alle Veranstaltungen des Jubiläumsjahres, Informationen über die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung sowie aktuelle Projekte sind auf der Jubiläumswebseite www.200jahresenckenberg.de sowie in den Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #Senckenberg200 zu finden.

Kontakt

Dr. Sören Dürr
Leiter Stab Kommunikation
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1580

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434

Dr. Alexandra Donecker
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1561

 

ABORA-Ausstellung und Experimentalarchäologe kommen nach Görlitz

Mission Abora
Mit dem Schilfboot ABORA überquerte das Team
um Dominique Görlitz den Atlantik. 
(c) Dominique Görlitz

Am 27. Januar eröffnet das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz eine neue Sonderausstellung: Mission ABORA – Globaler Verkehr in der Steinzeit. Die Schau wird nur für kurze Zeit in Görlitz zu sehen sein und zieht Ende April weiter. Der Experimentalarchäologe Dr. Dominique Görlitz wird seine Ausstellung selbst eröffnen und für Fragen zur Verfügung stehen.

Dominique Görlitz, bekannt durch seine Reisen im Mittelmeer und Nordatlantik mit den Schilfbooten ABORA I bis III u.a. aus der ZDF-Reihe Terra X, geht dabei ungelösten Rätseln der Archäologie nach: Waren die Vorfahren des heutigen Menschen schon Seefahrer und standen die Hochkulturen der Alten Welt bereits mit den Ländern der Neuen Welt jenseits des Atlantiks in einem Kulturaustausch? Rauchte der ägyptische Pharao Ramses womöglich schon Tabak? Seine Erkenntnisse liefern neuen Zündstoff für Diskussionen über mögliche transatlantische Reisen in der Frühzeit.

Der aus Thüringen stammende Görlitz hat in seinen Untersuchungen viele Hinweise gefunden, die seine umstrittenen Theorien unterstützen. Mit seinen nach antiken und prähistorischen Vorbildern gebauten Schilfbooten gelang ihm der Nachweis, dass schon vor Tausenden von Jahren die Technik, gegen den Wind zu segeln, bekannt war und somit Amerika lange vor den Wikingern und vor Kolumbus hätte entdeckt werden können. Prähistorische Ozeanüberquerungen vermutete auch sein großes Vorbild, der Norweger Thor Heyerdahl, der mit seinem berühmten Floß Kon-Tiki, den Pazifik von Ost nach West überquerte. Hinweise von amerikanischen Tabakblättern in einer ägyptischen Mumie sowie andere Nachweise amerikanischer Pflanzen in ägyptischen Gräbern untermauern Görlitz‘ Thesen.

Die Ausstellung behandelt neue, experimentelle Forschungsansätze wie die frühzeitliche Seefahrt, Anthropologie, Vegetationsgeographie, Archäologie, Astronomie, Kartographiegeschichte und Materialforschung. „Mission ABORA“ ist bis zum 30.04.2017 im SENCKENBERG Museum für Naturkunde Görlitz zu sehen.

Freitag, 27. Januar 2017 | 18:00 Uhr | Eröffnung | Museum
Sonderausstellung „Mission ABORA – Globaler Verkehr in der Steinzeit“
Der Eintritt ist frei.

 

Ein Parasit zum Kuscheln – Vortrag über Bettwanzen im Humboldthaus

Bettwanze
Bettwanzen ernähren sich vom Blut warmblütiger
Tiere und ist seit jeher ein unerwünschter
Mitbewohner des Menschen.
(c) Richard Naylor, CimexStore, UK

„In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“ heißt es in einem alten Filmlied. Der Dresdener Zoologe Klaus Reinhardt würde dies wohl nicht unkommentiert lassen, denn seine Forschungsobjekte sind ungeliebte Bettgenossen: Bettwanzen. Über ihre Biologie und Kulturgeschichte berichtet er in einem Abendvortrag am 20. Januar um 19:30 Uhr im Görlitzer Humboldthaus.

Tagsüber verstecken sich die nur einen halben Zentimeter langen, plattgedrückten Insekten in Spalten und Ritzen, um nachts zu ihrer Blutmahlzeit auszurücken – ihr Gastgeber ist der Mensch. Die Stiche jucken und können sich entzünden. In den letzten Jahren beobachten Fachleute eine Ausbreitung der Bettwanze an Orten, an denen viele Menschen zusammen kommen. Für den Forscher Reinhardt stehen aber andere interessante Verhaltensweisen der Bettwanzen im Vordergrund, wie das äußerst brutale Paarungsverhalten der Männchen und die Schutzreaktionen der Weibchen davor. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit sammelt Reinhardt Literaturstellen über Wanzen, die schon immer unsere Begleiter sind und wird einige davon aus seinem neuen Buch vorstellen.  

FR 20. Januar 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Natur- und Kulturgeschichte der Bettwanze
Vortrag von Prof. Dr. Klaus Reinhardt, Technische Universität Dresden, Angewandte Zoologie.
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Wanzenvortrag eröffnet neues Semester
der Görlitzer Kinderakademie am 20. Januar 2017

(c) Th. Luebcke
Die einheimische Streifenwanze ist eine attraktive
Vertreterin ihrer Familie. Mit ihren Mundwerkzeugen
stechen sie Pflanzen an und saugen deren Säfte
ein. Foto: Thomas Lübcke

Mit lebenden Tieren startet die Görlitzer Kinderakademie in ihr 25. Semester: Es geht um Wanzen! Die haben es dem Dresdener Zoologieprofessor Klaus Reinhardt ganz besonders angetan, und die garstigen Bettwanzen, die es auf unser Blut abgesehen haben, sind dabei seine besonderen Lieblinge. In seiner 45-minütigen Vorlesung „Wanzen Igittigittt?“ erklärt er für Kinder von 8 bis 12 Jahren was ihn an diesen Insekten so fasziniert und welche erstaunlichen Fakten es über sie zu erfahren gibt.

In den weiteren Vorlesungen der Kinderakademie geht es um Fossilien, Grönland, das Altern und die Polizei (Flyer). Die Teilnahme an der Kinderakademie ist kostenlos, die Veranstalter bitten aber um eine Anmeldung im Internet unter www.hszg.de/kinder oder telefonisch unter 03581 – 47 60 51 00.

Die Görlitzer Kinderakademie ist eine gemeinsame Veranstaltung des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz und der Hochschule Zittau/Görlitz. Wissenschaftler aus ganz Deutschland beantworten für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren spannende Fragen aus ihrer Forschung. Wie an einer richtigen Hochschule bekommen die Kinder einen Studentenausweis und am Ende jedes Semesters ein Diplom.  

FR 20. Januar 2017 | 16:00 Uhr | Kinderakademie | Humboldthaus Platz des 17. Juni 2, Görlitz
Wanzen - Igittigitt?
Vorlesung für Kinder von Prof. Dr. Klaus Reinhardt, Technische Universität Dresden, Angewandte Zoologie
Die Teilnahme ist kostenlos.

 

Freier Eintritt in Görlitzer Museen
für Großeltern mit ihren Enkelkindern am 22. Januar 2017

Am Sonntag, dem 22. Januar 2017, laden die drei großen Görlitzer Museen Großeltern mit ihren Enkelkindern (unter 16 Jahren) zu einem kostenfreien Besuch des Barockhauses Neißstraße 30, des Kaisertrutzes, des Senckenberg Museums für Naturkunde und des Schlesischen Museums ein. Anlass ist der polnische Brauch, am 21. Januar den Tag der Oma und am 22. Januar den Tag des Opas zu begehen.

Puppenspiel
Am 22.1., um 11 Uhr, führt Uta Davids im
Schlesischen Museum das Puppenspiel
„Die drei kleinen Schweinchen“ auf.

Im Barockhaus Neißstraße 30 sind die Ameiß`sche Wohnung, der historische Büchersaal und die Sammlungen der Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaften an diesem Tag ohne Eintritt zugänglich. Zudem kann das große Puppenhaus bestaunt werden.
Im Kaisertrutz können Großeltern mit ihren Enkeln die kulturgeschichtlichen Dauerausstellungen und die Galerie der Moderne besuchen.
Im Senckenberg Museum Görlitz ist derzeit noch die Sonderausstellung „Kamera Louis Boutan - Leben unter Wasser 2016“ zu sehen.
Im Schlesischen Museum wird am 22. Januar um 11:00 Uhr das Puppenspiel „Die drei kleinen Schweinchen“ von Uta Davids, Pulsnitz, (siehe Foto) aufgeführt. Danach sind Kinder zum Mitspielen eingeladen. Um 12:00 Uhr führt Dr. Katarzyna Zinnow in polnischer Sprache durch die Ausstellung „500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien“.

Bitte beachten Sie die unterschiedlichen Öffnungszeiten der Museen und nutzen Sie deren Internetseiten sowie lokale Medien zur Information.

Öffnungszeiten:
Kulturhistorisches Museum (Kaisertrutz, Platz des 17. Juni 1, Barockhaus Neißstraße 30)    10:00 – 16:00 Uhr 
Schlesisches Museum zu Görlitz, Brüderstraße 8, Schönhof                                                      10:00 – 16:00 Uhr
Senckenberg Museum Görlitz, Marienplatz                                                                                 10:00 – 18:00 Uhr

 

Vorträge im Senckenberg Museum:
Irische Momente und Himmelsscheibe von Nebra

Am Donnerstag, den 12. Januar 2017 lädt das Görlitzer Naturkundemuseum in seiner Reihe „Senckenberg am Nachmittag“ um 15 Uhr zu einer Reise auf die grüne Insel Irland ein. Der Görlitzer Hobbyfotograf Martin Eichler präsentiert in seiner Bilderschau „irische Momente“ mit musikalischer Untermalung. Eintritt zum regulären Museumseintritt.

Himmelsscheibe (c) privat
Die Himmelsscheibe von Nebra (Sachsen-Anhalt)
Foto: privat

Am 13. Januar berichtet Prof. Dr. Ernst Pernicka von der Universität Heidelberg um 19:30 Uhr im Humboldthaus über die Erkenntnisse aus den Untersuchungen der Himmelsscheibe von Nebra. Diese Bronzescheibe mit eingelassenen Goldblechen wurde auf dem Mittelberg über der Unstrut bei Nebra (Sachsen-Anhalt) im Jahr 1999 entdeckt und gilt als bedeutsamstes Zeugnis alteuropäischer Kultur- und Geistesgeschichte. Sie zeigt Himmelskörper, Gestirne und Sternbilder sowie ein Boot, das über das Firmament zieht. Es ist die erste bekannte Darstellung exakt beobachteter Gestirne überhaupt. Pernicka war an der intensiven naturwissenschaftlichen Erforschung dieses archäologischen Fundkomplexes maßgeblich beteiligt. In seinem Vortrag geht er auf die Fundgeschichte, die archäologische Bedeutung, die astronomische Interpretation und die naturwissenschaftlichen Untersuchungen zu Herstellungstechnik und Herkunft ein. Der Eintritt kostet 2 Euro.  

DO 12. Januar 2017 | 15:00 Uhr | Senckenberg am Nachmittag | Seminarraum
Irische Momente
Bilderschau mit musikalischer Untermalung von Martin Eichler, Görlitz
Eintritt zum regulären Museumseintritt.  

FR 13. Januar 2017 | 19:30 Uhr | Natur in Farbe | Humboldthaus
Wissenschaft in der Bronzezeit? Die erstaunlichen Erkenntnisse aus der Untersuchung der Himmelsscheibe von Nebra
Vortrag von Prof. Dr. Ernst Pernicka, Universität Heidelberg, Professur für Archäometrie
In Kooperation mit dem Lions Club Görlitz.
Eintritt 2 € / ermäßigt 1 €  

 

Pflanzen-Chromosomen auf einen Klick -
Neues Referenzwerk zur deutschen Flora

Frankfurt, den 13.12.2016. Senckenberg-Wissenschaftler haben das erste Online-Verzeichnis zu Chromosomenzahlen deutscher Pflanzen erstellt. In der Datenbank befinden sich aktuell über 10.000 Chromosomenzählungen von über 1600 Pflanzenarten. Die Anzahl von Chromosomen gibt Auskunft über die Evolution der Pflanzen und ist ein wichtiges Instrument bei der Arterkennung und dem Schutz der Artenvielfalt.

Senckenberg
Auch in der neuen Datenbank vertreten:
Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea)…
© Senckenberg/Paule

Der Löwenzahn hat 24 Chromosomen, das Gänseblümchen verfügt über 18 Chromosomen und die Hänge-Birke besitzt 28 dieser Makromolekülkomplexe, die Gene und somit auch Erbinformationen enthalten.

„Die Anzahl von Chromosomen ist für uns Botaniker ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal von Pflanzenarten – immer wieder können wir bei bestimmten Pflanzengruppen neue Arten, die äußerlich nicht oder nur schwer unterscheidbar sind, anhand der Anzahl von Chromosomen bestimmen. Außerdem ist die Chromosomenzahl ein wichtiges Merkmal zur Erforschung der Evolution“, erklärt Dr. Juraj Paule aus der Abteilung für Botanik und Molekulare Evolutionsforschung vom Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt und ergänzt: „Bisher gab es hierfür in Deutschland – im Gegensatz zu unseren Nachbarländern – keine einheitliche Quelle. Die Informationen waren auf viele verschiedene, oft schwer zugängliche, Fachjournale verteilt.“ 

Diesem Manko haben sich Kollegen aus dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz und dem Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum Frankfurt angenommen: Sie erstellten die erste Online-Chromosomen-Datenbank für die deutsche Pflanzenwelt.

Chromosomen Senckenberg
...sowie Informationen zu ihrer Chromosomenzahl.
Hier zu sehen sind zwei Zellen mit 2n14-Chromosomen.
© Senckenberg

„Unser Ziel war es die bisher schwer erhältlichen Daten zu Chromosomensätzen der heimischen Flora zu bündeln und für jeden einfach und schnell zugänglich zu machen“, ergänzt PD Dr. Thomas Gregor.

Um eine gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten orientiert sich der Aufbau der Datenbank an dem von Werner Rothmaler entwickelten botanischen Standardwerk „Exkursionsflora von Deutschland“. Die Datenbank zeigt neben der Anzahl der Chromosomen auch kartografisch, wo die entsprechenden Pflanzen gefunden wurden und gibt Informationen zu den Originalpublikationen. 

Zukünftig möchten die Frankfurter und Görlitzer Botaniker alle derzeit bekannten aber auch noch unveröffentlichte Daten zu Chromosomenzahlen in ihre Datenbank einpflegen und „so einen Beitrag leisten, um Pflanzenvielfalt und ihre Entstehung besser verstehen zu können, diese zu schützen und zu erhalten“, resümiert Abteilungsleiter Prof. Dr. Georg Zizka.

Zur Datenbank: http://plantchromosomes.senckenberg.de/

Kontakt
Dr. Juraj Paule
Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum
Tel. 069 97075 1158
Juraj.paule@senckenberg.de  

Prof. Dr. Georg Zizka
Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt
Tel. 069 97075-1166
georg.zizka@senckenberg.de  

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
pressestelle@senckenberg.de  

Publikation
Paule J, Gregor T, Schmidt M, Gerstner E-M, Dersch G, Dressler S, Wesche K, Zizka G 2016. Chromosome numbers of the flora of Germany – a new online database of georeferenced chromosome counts and flow cytometric ploidy estimates. Plant Systematics and Evolution, doi:10.1007/s00606-016-1362-y

 

SEnckenberg Görlitz: Erstmalig Fortpflanzungsverhalten von Bärtierchen dokumentiert

(c) Jana Bingemer
Bärtierchen-Sex: Typische Position von Weibchen
(links) und Männchen (um das Vorderende des
Weibchens geringelt) bei der Paarung.
© Jana Bingemer, Senckenberg Museum Görlitz

Görlitz, den 09.12.2016. Senckenberg-Wissenschaftler haben erstmals die Fortpflanzung von Bärtierchen dokumentiert. Im Rahmen einer Studie zum Lebenszyklus der Bärtierchen-Art Isohypsibius dastychi gelang es dem Görlitzer Wissenschaftlerteam in Kooperation mit der Universität Stuttgart das Sexualverhalten der winzigen Tiere auf Video festzuhalten. Sie zeigen, dass sich die achtbeinigen Tiere bis zu einer Stunde lang paaren und dabei ein sehr komplexes Vorspiel vollziehen. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „Zoological Journal of the Linnean Society“ erschienen.  

Bärtierchen sind faszinierende Lebewesen: die winzigen Tiere mit ihrer namensgebenden, langsam tapsigen Fortbewegungsweise haben sich an vielfältige Lebensräume angepasst. Weltweit sind sie im Meer, Süßwasser oder in feuchten Lebensräumen an Land zu finden – dort können sie, unter anderem wegen ihrer Fähigkeit zur Kryptobiose – einem todesähnlichen Zustand –, Trockenperioden, Kälteeinbrüche, starke Schwankungen im Salzgehalt oder Sauerstoffmangel überstehen.

(c) Jana Bingemer

(c) Jana Bingemer

Das Bärtierchen-Weibchen im Häutungshemd nach
Ablage von zwei Eiern. Anschließend zieht sich das
Weibchen zusammen und wird im nächsten Moment
beginnen nach vorne aus der Haut zu steigen.
© Jana Bingemer, Senckenberg Museum Görlitz

„Obwohl dieser Tierstamm aufgrund seiner Besonderheiten schon seit 245 Jahren im Fokus der Wissenschaft steht, ist über den Lebenszyklus und das Sexualverhalten getrennt-geschlechtlicher Bärtierchen-Arten bisher erstaunlich wenig bekannt“, erklärt Bodenzoologin Dr. Karin Hohberg vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und fährt fort: „Wir haben uns diesem Aspekt nun am Beispiel der Bärtierchen-Art Isohypsibius dastychi angenommen.“

Das Wissenschaftlerteam zeigt in der aktuell veröffentlichten Studie, dass das Paarungsverhalten der achtbeinigen Tiere komplexer ist als es bisher vermutet wurde. Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit gelang es Jana Bingemer, Studentin an der Universität Stuttgart, über 30 Bärtierchen-Paare bei der Fortpflanzung zu beobachten und den Geschlechtsakt auf Video festzuhalten. „Für uns überraschend war das Vorspiel, das zwischen den Bärtierchenpaaren stattfand“, erklärt Bingemer und fährt fort: „Die Partner stimulieren sich wechselseitig: das Männchen legt sich um den Kopf des Weibchens und hält sich dort mit seinem ersten Beinpaar fest und das Weibchen stupst ihren Partner so lange leicht mit ihren stilettartigen Mundwerkzeugen an, bis dieser seinen Samen ejakuliert.“ Dieser Vorgang wiederholt sich mehrfach während der bis zu einer Stunde andauernden Paarung. Währenddessen legt das Weibchen ihre Eier in ihr Häutungshemd ab und steigt zuletzt aus ihrer alten Haut. Die Befruchtung findet daraufhin außerhalb der Bärtierchenkörper im Häutungshemd statt. Taucht zum passenden Zeitpunkt kein Männchen auf, häutet sich das Weibchen ohne die Eier abzulegen. Die Eier verbleiben dann im Körper und werden binnen weniger Tage resorbiert. Nichtpaarungsbereite Weibchen werden von den männlichen Bärtierchen ignoriert. „Die aktuelle Studie zeigt uns, dass sich die Bärtierchen auch in ihrem Fortpflanzungsverhalten extrem effektiv verhalten – Energie wird nur aufgewandt, wenn es sich auch lohnt“, schlussfolgert Hohberg.

Um das Sexualverhalten zu beobachten haben die Wissenschaftler weibliche von männlichen Bärtierchen getrennt und diese dann gezielt und unter Beobachtung wieder zusammengeführt – „nur so konnten wir die Paarung studieren und uns auch sicher sein, wie lange die Entwicklung nach der Eiablage andauert“, erzählt die Görlitzer Biologin Eine Gruppe wurde so bei einer Temperatur von 20 Grad, eine andere unter 12 Grad Celsius aufgezogen. Unter kälteren Bedingungen verlängerte sich die Generationszeit der Tiere von etwa 28 auf 44 Tage: die Bärtierchen waren sowohl später geschlechtsreif, als auch deutlich größer, als ihre unter wärmeren Bedingungen lebenden Artgenossen.

Link zum Video
https://www.youtube.com/watch?v=39r2ThB1A6M

Kontakt
Karin Hohberg
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Tel. 03581-47605531
  

Judith Jördens
Pressestelle
Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Tel. 069- 7542 1434
  

Publikation
Bingemer, J., Hohberg, K. and Schill, R. O. (2016), First detailed observations on tardigrade mating behaviour and some aspects of the life history of Isohypsibius dastychi Pilato, Bertolani & Binda 1982 (Tardigrada, Isohypsibiidae). Zool J Linn Soc, 178: 856–862. doi:10.1111/zoj.12435

 

Auf der Roten Liste: Regenwürmer und Co
Bodentiere erstmalig in die Rote Liste Deutschland aufgenommen

Görlitz/Bonn, den 01.12.2016. Senckenberg-Wissenschaftler aus Görlitz haben maßgeblich an der Erweiterung der „Roten Liste“ Deutschlands mitgearbeitet. Erstmals wurden in der bundesweiten Liste Bodenlebewesen, wie Regenwürmer, Hundert- und Doppelfüßer aufgenommen. Um die Grundlage für die Erweiterung zu schaffen, führten die Wissenschaftler eine umfassende Bestandsaufnahme der Bodentiere durch. Die „Rote Liste“ dient zur Gefährdungsabschätzung und letztlich zum Erhalt von Tiergruppen – derzeit gelten beispielsweise zwei Regenwurmarten in Deutschland als bestandsgefährdet. Etwa 20 Prozent der Doppelfüßer und drei Arten der Hundertfüßer werden als extrem selten angesehen.

(c) Manfred Wanner
Die Regenwurmart Eisenia lucens wurde im
Jahr 2000 erstmals in Deutschland nachgewiesen.
Sie lebt im Zittauer Gebirge und scheidet bei
Reizung einen im Dunkeln fluoreszierenden
Schleim aus. © Manfred Wanner

In einem Quadratmeter Boden können bis zu hundert Millionen Tiere leben – die eher unscheinbaren und oft winzig kleinen Lebewesen tragen dazu bei, unsere Böden fruchtbar zu halten oder vor Degradierung zu schützen. „Welche dieser Bodentiere selber gefährdet sind, ist aber sehr schwer auszumachen“, erklärt Dr. Ricarda Lehmitz vom Senckenberg Museum für Naturkunde in Görlitz und fährt fort: „Meine Kollegen Dr. Peter Decker, Dr. Karin Voigtländer, Hans Reip und ich haben uns gemeinsam mit einem großen Autorenteam diesem Problem mit der Erweiterung der ‚Roten Liste Deutschlands’ nun zumindest teilweise angenommen.“ 

Der kürzlich vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegebene Sammelband mit Roten Listen umfasst 17 Tiergruppen und über 3.600 Taxa: Von Spinnentieren über Zikaden bis Zweiflüglern wird die Verbreitung und Gefährdung von wirbellosen Tieren eingeschätzt. Darüber hinaus bietet die Zusammenstellung wertvolle Zusatzinformationen für die Naturschutzpraxis oder zur Verantwortlichkeit Deutschlands für den weltweiten Erhalt der Arten. „Erstmalig wurden auch Bodentiere in die vom Bundesamt für Naturschutz geführte Liste aufgenommen“, ergänzt Lehmitz und fährt fort: „In den letzten zehn Jahren wurde, nicht zuletzt wegen des Bodenschutzgesetzes von 1998, die Notwendigkeit erkannt, Daten über die Gefährdung von Bodenorganis-men zu erheben.“ 

(c) Wanner Lumbricus
Der Badische Riesenregenwurm (Lumbricus
badensis)
ist mit einer Länge von 60 cm
Deutschlands größter Regenwurm. Er kommt
ausschließlich im Schwarzwald vor. 
© Senckenberg

Die Arbeit an der Roten Liste hat darüber hinaus einen schönen „Nebeneffekt“: Um eine Grundlage für die Gefährdungsabschätzung zu haben, wurden für die Tiergruppen erstmalig historische und aktuelle Bestandsaufnahmen zusammengeführt. „Für die Regenwürmer war beispielsweise vor dem neuen Rote Liste-Band nicht bekannt, wie viele Arten es in Deutschland eigentlich gibt. Heute wissen wir, dass in Deutschland 47 verschiedene Regenwurmarten nachgewiesen sind. Zwei in die Gesamtliste aufgenommene Arten – Aporrectodea smaragdina und Octodrilus argoviensis – wurden erstmalig in der Bundesrepublik nachgewiesen“, ergänzt die Görlitzer Biologin.

Zwei der 47 Regenwurmarten gelten als im Bestand gefährdet, 14 Arten sind aufgrund extremer Seltenheit gegenüber Bedrohungen, wie Versiegelung, intensiver Landwirtschaft oder globalem Klimawandel besonders anfällig und bei drei Arten war ein negativer langfristiger Trend zu beobachten. Die gute Nachricht: Über die Hälfte der gegliederten Würmer sind nach bisherigem Kenntnisstand als ungefährdet anzusehen. Die Regenwurmart Lumbricus rubellus beispielsweise zeigt über einen Zeitraum von 62 Jahren einen Rückgang um 42 Prozent – durch das derzeit noch häufige Auftreten der Tiere ist aber keine Gefährdung der Bestände zu erkennen.

Auch für weitere Bodentiere wurden Rote Listen erstellt: Bei den Doppelfüßern, einer Gruppe der Tausendfüßer, befinden sich 29 Taxa auf der Roten Liste – von diesen sind zwei vom Aussterben bedroht und zwei weitere in unbekanntem Maße gefährdet. Vier der 54 Hundertfüßerarten erhalten einen Rote Liste-Status.

Die wichtigste Datengrundlage für die Erstellung der Roten Liste war die am Senckenberg Museum für Naturkunde aufgebaute Datenbank „Edaphobase“, die Daten zu Ökologie, Verbreitung und Taxonomie verschiedener Bodentiergruppen in Deutschland enthält. Darüber hinaus wurden Literaturdaten gesammelt sowie unveröffentlichte Daten von Institutionen und Privatpersonen aufbereitet. Lehmitz hierzu: „Unsere Arbeit hat aber gezeigt, dass der Datenbestand zu Bodentieren häufig mangelhaft ist. Ich sehe hier nach wie vor großen Forschungsbedarf. Es müssen umfassende Monitoring-Programme zur Erfassung von Bodentieren über längere Zeiträume und in allen Habitaten erfolgen, um deren Schutz zu gewährleisten.“

Text
Judith Jördens, Pressestelle Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung Frankfurt/Main

Ansprechpartnerin
Dr. Ricarda Lehmitz
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Sektion Oribatida
Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz
Am Museum 1
02826 Görlitz
Tel. 03581-4760-5570

Publikation
Rote Liste gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze Deutschlands, Band 4: Wirbelose Tiere (Teil 2). ISBN: 978-3-7843-5474-3

Links
Rote Liste: https://www.bfn.de/0322_veroe.html#c186248
www.senckenberg.de/goerlitz
www.edaphobase.org

 

Wie geht es unseren Böden? – Vortrag im Senckenberg Museum

Bodenatlas

Anlässlich der Sonderausstellung „Die dünne Haut der Erde – unsere Böden“ veranstaltet das Senckenberg Museum am 13. Dezember gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung einen Vortrag zur Situation der Böden in Ostdeutschland. Referent ist Roland Bischof von der Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft aus Jena. Er stellt Teile des von der Böll-Stiftung erarbeiteten Bodenatlas‘ vor.
Der Boden ist eine Ressource, die nur in begrenztem Maße zur Verfügung steht, aber vielfältigen Nutzungen unterliegt, die seine Funktionen beeinträchtigen. Große Flächen werden nach wie vor für den Straßenbau versiegelt, Ackerfläche für den Anbau Nachwachsender Rohstoffe beansprucht und auch die Landwirtschaft selbst wird immer intensiver betrieben. Geht dem Boden „die Luft aus“? Schädliche Bodennutzungen wirken lange nach, denn der Boden vergisst nur langsam, egal, ob es sich um Schadstoffeinträge oder mechanische Beeinflussungen handelt. Dabei verringert sich die Fläche nutzbarer Böden dramatisch bei steigender Weltbevölkerung. Der Vortrag von Roland Bischof greift einzelne Punkte des Bodenschutzes auf und diskutiert sie am Beispiel der Bodennutzung in Ostdeutschland.

 

 

DI 13. Dezember 2016 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Museum/Seminarraum (Seiteneingang)
Ökologie und Ökonomie – zur Situation der Böden in Ostdeutschland
Vortrag von Roland Bischof, Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Mitteldeutschland, Jena
Der Eintritt kostet 2 €.
Mehr erfahren: https://www.boell.de/de/bodenatlas /dieduennehautdererde

 

Vortrag zu Erdbeeren im Naturkundemuseum

Senckenberg Görlitz Erdbeere
Fruchtvielfalt Erdbeere (c) Olbricht/privat

Zugegeben: Es ist nicht gerade die typische Zeit für Erdbeeren. Die gibt es jetzt nur aus dem Gewächshaus oder als Überseetransport. Vielleicht ist es aber genau die richtige Zeit, sich einmal Gedanken darüber zu machen, woher unsere Lieblingsfrüchte eigentlich stammen? Darüber berichtet der Erdbeerzüchter Klaus Olbricht am 6. Dezember um 19:30 Uhr im Seminarraum des Görlitzer Naturkundemuseums.
Die Kulturerdbeere entstand als europäisches Kind amerikanischer Eltern durch eine zunächst zufällige Artkreuzung Mitte des achtzehnten Jahrhunderts. Danach setzte eine intensive Züchtungsarbeit ein mit dem Resultat, dass die Erdbeere heute das wichtigste Beerenobst weltweit ist. Allerdings wird der Geschmack der heute im Handel erhältlichen Erdbeersorten zunehmend als negativ beurteilt. Der Vortrag nennt die Ursachen dafür und zeigt Wege auf, wie moderne Züchtungsforschung aromatische Erdbeersorten hervorbringt.

DI 6. Dezember 2016 | 19:30 Uhr | Neues aus der Naturwissenschaft | Museum/Seminarraum (Seiteneingang)
Erdbeersorten im Wandel der Zeit – 250 Jahre Züchtungsgeschichte
Vortrag von PD Dr. Klaus Olbricht, Hansabred GmbH Dresden
Der Eintritt kostet 2 €.

 

Aktuelle Senckenberg Pressemeldungen

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Dr. Christian DükerDr. Christian Düker
03581-47605210, Fax 03581-47605219

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03581-47605210, Fax 03581-47605219

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