Naturmuseum Frankfurt

Sonderausstellungen


Ein Dodo für das Senckenberg Museum

Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
ab dem 23. Februar 2019

 

1Die zoologische Präparatorin Hildegard Enting hat die Lebendrekonstruktion eines Dodos (Raphus cucullatus) erarbeitet.

Der Dodo, auch Dronte genannt, war ein flugunfähiger Taubenvogel, der im Indischen Ozean auf Mauritius lebte. 1598 berichteten Seefahrer erstmalig von dem Vogel, 100 Jahre später war er bereits ausgestorben. Heute steht er ikonisch für von Menschen ausgerottete Tierarten. Seefahrer steuerten auf der Ostindienroute die Insel an und nahmen die Vögel als Proviant mit auf lange Seefahrten. Hauptgründe für das Aussterben des Dodos waren neben der Bejagung eingeschleppte Ratten und ausgewilderte Haustiere, die die Gelege der bodenbrütenden Vögel zerstörten.

Bei den weltweit seltenen Museumsexemplaren des Dodos handelt es sich fast ausschließlich um Skelette. Nur ein Kopf mit mumifizierter Haut ohne Federn ist in Oxford erhalten. Ein mumifizierter Fuß gilt als verschollen. Abgesehen von diesen Relikten kann das Erscheinungsbild des Dodos nur anhand zeitgenössischer Zeichnungen und Gemälde rekonstruiert werden. Die Zoologische Präparatorin Hildegard Enting hat auf Basis dieser Quellen und unter Berücksichtigung aktueller Forschungserkenntnisse eine Lebendrekonstruktion des Dodos erstellt, die seit dem 23. Februar im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt zu sehen ist.

Nur wenige Abbildungen und Berichte aus dem 17. Jahrhundert beschreiben das Aussehen und Verhalten des Dodos. Hildegard Enting hat sich mit ihnen intensiv auseinandergesetzt und sich mit dem aktuellen Forschungsstand befasst. Die zoologische Präpartorin hat für verschiedene Merkmale des Vogels unterschiedliche Quellen herangezogen. Das Schwanzgefieder und die Färbung beruhen auf einer Miniatur-Darstellung des indischen Künstlers Ustad Mansur aus dem 17. Jahrhundert. Im Gegensatz zu anderen Darstellungen sind die Schwanzfedern eher unauffällig und kleiner gestaltet. Die auffällig kräftigen Beine und der gebogene, spitz auslaufende Schnabel sind durch Zeichnungen und Beschreibungen in Schifflogbüchern der Gelderland (1601-1603) gut dokumentiert. Die Augen hat Enting in Anlehnung an schriftliche Berichte hell und mit einem leicht gelblichen Schein versehen.

Für die spätere Gesamterscheinung der Rekonstruktion ist das Federkleid sehr wichtig. Marco Fischer, Präparator im Naturkundemuseum Erfurt und Inhaber der Firma Bio-Design, hat für das Erfurter Naturkundemuseum selbst bereits eine Dodo-Rekonstruktion erarbeitet und 2015 eine Publikation hierzu herausgebracht („Rekonstruktion eines Dodo (Raphus cucullatus L., 1758) unter besonderer Berücksichtigung von Anatomie, Funktionalität und Lebensweise“ in Vernate 34/2015). Damit war er eine gute Wahl, um den Auftrag der Befiederung auszuführen. Seine Recherchen zu Federstrukturen auch im Hinblick auf den Lebensraum der Vögel brachten Marco Fischer auf das Gefieder der Ohrfasane. Die Federproben überzeugten so, dass das von ihm für den Erfurter Dodo bereits verwendete Ohrfasan-Gefieder nun auch dem Frankfurter Dodo gut stehen sollte. Ein regelmäßiger Abgleich mit Entings Vorstellungen führte zu dem von ihr gewünschten Ergebnis.

Hildegard Entings Rekonstruktion besticht durch die Lebendigkeit der Darstellung. Ihr Dodo ist nicht als starres Präparat dargestellt, sondern als lebendig anmutendes Tier, das in seiner Bewegung festgehalten ist. Ihr Wunsch war es, eine Begegnung zwischen Betrachter und Objekt herzustellen: „Wenn unsere Museumsbesucher*innen dem Dodo in die Augen blicken und das Gefühl haben, er schaut sie an – dann ist das gut“, so Enting.

Unterstützt wurde Hildegard Enting vom Senckenberg-Ornithologen Dr. Gerald Mayr, von Dr. Bernd Herkner, Leiter der Abteilung Museum bei Senckenberg, von Marco Fischer, Präparator am Naturkundemuseum Erfurt, sowie von den Sponsoren des Dodos Dr. Claudia Giani-Leber und Dr. Hendrik Leber.


Lebendrekonstruktion eines Dodos – zu sehen im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt. Copyright: Senckenberg/Tränkner



Archaeopteryx Nr. 11 – der Urvogel zu Besuch im Senckenberg


Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
ab dem 6. Juli 2018

archaeopteryx

Vor rund 150 Millionen Jahren herrschten in Mitteleuropa feuchtwarme Bedingungen. Das heutige Altmühltal in Bayern war geprägt von ausgedehnten Lagunen, deren Ränder von Korallenriffen und Inseln gesäumt waren. In den wannenförmigen Vertiefungen zwischen den Riffbauten lagerte sich feinkörniger Kalkschlamm ab, der sich über Jahrmillionen zu den heutigen Solnhofener Plattenkalken verfestigte. In diesen sind bemerkenswert gut erhaltene Fossilien konserviert – allen voran der „Urvogel“ Archaeopteryx. Insgesamt 13 Exemplare wurden bisher gefunden. Das 11. Exemplar zeichnet sich durch sein einzigartig erhaltenes Federkleid aus und wird nun in der Schatzkammer des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt gezeigt.


Rund um dieses wertvolle Originalexponat wurde ein Ausstellungsraum aufgebaut, der den Archaeopteryx und seinen Lebensraum am Rand der Plattenkalklagunen des Bayerischen Altmühltales vorstellt. In diesen neuen Themenbereich des Museums fließen neueste Erkenntnisse aus der paläontologischen Forschung ein. Für ihn wurden unter anderem Modelle des „Urvogels“ nach dem aktuellen Stand der Forschung angefertigt und eine Computeranimation stellt seine Bewegungsmuster dar. Der Weg vom landlebenden Raubsaurier hin zum heutigen Vogel wird Schritt für Schritt erörtert: vom Knochenbau über die Evolution der Vogelfeder bis hin zu den ältesten echten fossilen Vögeln aus China.

Der neu gestaltete Themenbereich „Gefiederte Dinosaurier“ befindet sich zwischen dem Dino-Saal und dem Saal der Wale und Elefanten und gibt einen Vorgeschmack auf das Neue Museum, in das er nach Fertigstellung des Museums-Umbaus integriert werden wird.


Die Ausstellung wurde realisiert mit freundlicher Unterstützung der Lipoid Stiftung


Das 11. Exemplar des „Urvogels“ Archaeopteryx wurde Senckenberg durch die Interprospekt AG zu Verfügung gestellt. Es befindet sich in einer Privatsammlung, die von der Interprospekt AG betreut wird. 

Das Fossil des Flugsauriers Rhamphorhynchus wurde Senckenberg von Herrn Horst Weiser geschenkt.


Abbildung: Archaeopteryx Leihgabe des 11. Exemplars. (c) Tränkner



Korallenriffe – bedrohte Schätze der Ozeane

Sonderausstellung, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
8. Juni 2018 – Verlängert bis Ende 2019

KorallenriffeKorallenriffe sind nicht nur die größten, natürlichen Bauwerke unseres Planeten, sondern auch eines der artenreichsten Ökosysteme, deren Schönheit kaum zu übertreffen ist. In den von Licht durchfluteten tropischen und subtropischen Zonen der Weltmeere bedecken sie eine Fläche von etwa einer halben Million Quadratkilometern und bieten unzähligen Organismen einen Lebensraum. Weniger bekannt, aber von bizarrer Schönheit sind die Kaltwasserkorallen, die verborgen in der Dunkelheit der Tiefsee vorkommen. Doch diese faszinierenden Ökosysteme sind massiv bedroht. Die International Coral Reef Initiative (ICRI) hat daher das „Internationale Jahr des Riffes 2018“ initiiert und das Senckenberg Naturmuseum Frankfurt beteiligt sich daran – mit einer Sonderausstellung, die sich mit zahlreichen Originalexponaten, Modellen und Filmen mit der einzigartigen und komplexen Ökologie, der immensen ökonomischen Bedeutung, der zunehmenden Gefährdung der Riffe sowie mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft beschäftigt. Die Ausstellung „Korallenriffe – Bedrohte Schätze der Ozeane“ ist gleichzeitig auch ein Vorgeschmack auf einen neuen Themenbereich, der nach den Umbaumaßnahmen im „Projekt Senckenberg – Neues Museum“ vorgesehen ist.

Abbildung: Gebleichtes Riff auf den Malediven. Copyright: the ocean agency xl catlin seaview survey



Virtual Reality: Eintauchen ins Jurameer

Virtual-Reality-Anwendung, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
Ab dem 23. März 2018
EG, Lichthof 1

Jurameer

Eine neue Virtual Reality-Anwendung verwandelt den Lichthof des Senckenberg Naturmuseums Frankfurt ab dem 23. März 2018 in ein tropisches Jurameer mit Fischsauriern und Urzeittieren.

Deutschland ist reich an Fossilien von Meeressauriern, die in der Jurazeit vor 200 bis 145 Millionen Jahren in den tropischen Flachmeeren lebten. Auch im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt finden sich zahlreiche herausragende Funde aus dieser Zeit: Fischsaurier mit erhaltenem Hautschatten, Meereskrokodile und Plesiosaurier. Dank 150 Jahren Forschung ist sehr über diese längst ausgestorbenen Tiere bekannt: Wovon sie sich ernährten, wie sie schwammen und vieles mehr. Nach der beliebten VR-Reise in die Zeit der Dinosaurier, in der das Skelett des Diplodocus in einem jurazeitlichen Urwald zum Leben erweckt wird, soll nun der Lichthof des Museums virtuell in ein tropisches Jurameer verwandelt werden, durch das Meeressaurier schwimmen.

Die VR-Installation Jurameer sowie die VR-Reise zu den Dinos sind ab dem 23. März 2018 täglich von 11 bis 16 Uhr im 1. OG des Senckenberg Naturmuseums zu erleben. Der Einsatz moderner Hardware intensiviert die Begegnung mit den Sauriern und ermöglicht das Eintauchen in eine andere Zeit.

Nutzungsgebühr 2 Euro / Schüler und Studenten 1 Euro

Förderung durch den „Aktionsplan Forschungsmuseen“ der Leibniz-Gemeinschaft und die Mitglieder der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung“.

Abbildung: Ammoniten, längst ausgestorbene Tintenfischverwandte, zählten zu den beliebtesten Beutetieren vieler Meeressaurier. Copyright: Die Infografen UG



Faszination Vielfalt

Jubiläums-Sonderausstellung, Senckenberg Naturmuseum Frankfurt
30. September 2017 bis 5. August 2018 - verlängert bis zum 12. Januar 2020
2. OG, Wolfgang-Steubing-Saal

FV

Frankfurt, Juli 2017. Rund 40 Millionen Objekte aus 200 Jahren Forschungsgeschichte umfassen die Sammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung – einen Teil dieser Sammlungen zeigt Senckenberg ab 30. September 2017 im Frankfurter Naturmuseum. Auf 15 Metern Länge und 4 Metern Höhe präsentiert die neue Sonderausstellung „Faszination Vielfalt“ etwa 1000 biologische und geologische Objekte in einer riesigen Wandvitrine und lädt die Besucher ein, mehr über das „System Erde“ und die sogenannte Geobiodiversitätsforschung zu erfahren.

Seit der Gründung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Jahre 1817 ist viel geschehen: Senckenberg-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler erforschen heute weltweit die gesamte Vielfalt der unbelebten und belebten Natur, um die Erde als Ganzes zu verstehen. Dafür sammeln und bewahren sie seit über 200 Jahren biologische und geologische Objekte. Rund 40 Millionen sind es bereits – und es werden jedes Jahr mehr! „Faszination Vielfalt“ – unter diesem Titel zeigt die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eine Sonderausstellung, die etwa 1000 Objekte in einer riesigen Wandvitrine vereint. Die „Wand“ präsentiert einen winzigen Ausschnitt aus den wissenschaftlichen Sammlungen – gerade einmal 0,0025 Prozent, die es aber in sich haben: Auf 15 Metern Länge und 4 Metern Höhe finden die Besucherinnen und Besucher einen bunten Querschnitt der Sammlungen der elf Standorte Senckenbergs: vom winzigen Käfer über faszinierende Fossilien, schillernde Vögel und glitzernde Minerale bis hin zum stattlichen Okapi-Bullen. Hier begegnen sich dicht an dicht Tiere, Fossilien und Pflanzen, die sich zeitlich oder räumlich niemals begegnet wären. Das reine Betrachten dieser Vielfalt ist bereits ein Erlebnis!

Interaktiv können Sie nähere Informationen zu den Objekten aufrufen und dabei erfahren, dass Geo- und Biowissenschaften bei Senckenberg so eng verzahnt sind, dass sie zur „Geobiodiversitäts-Forschung“ zusammengefasst werden können. An einem „Spieltisch“ können die Besucher gemeinsam oder gegeneinander Fragen zu den Wandobjekten beantworten. Für jede Alterstufe wird hier die Faszination Vielfalt erlebbar!

„Faszination Vielfalt“ verlängert und noch bis zum 12. Januar 2020 zu sehen im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt, 2. OG, Wolfgang-Steubing-Saal. Die Ausstellung kann nur in Verbindung mit der Dauerausstellung besichtigt werden: 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder und Jugendliche (6 – 15 Jahre) sowie 25 Euro für Familien (2 Erwachsene und bis zu 3 Kinder).

Mit freundlicher Unterstüzung von MESO.



EVOLUTION DES FLUGEs

Kooperationsausstellung des Senckenberg Naturmuseums und der Fraport AG, Skyline Plattform Terminal 2, Flughafen Frankfurt 

ab 26. Januar 2017     

Etwa 200.000 Menschen kommen jeden Tag zum Frankfurter Flughafen. Die meisten um zu reisen, zu arbeiten, einzukaufen oder Essen zu gehen. In Kooperation mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung bietet die Fraport AG jetzt eine neue Attraktion: Die Sonderausstellung „Evolution des Fluges“. Highlight sind zwei lebensgroße Nachbildungen von Flugsauriern sowie ein Fischsaurier, die unter der luftigen Deckenkonstruktion schweben.

Unter den Urzeitriesen werden auf zwei „Sciencecubes“ in Texten, Bildern und Filmen faszinierende Fakten zum Thema Fliegen präsentiert. So waren es Insekten, die sich vor 400 Millionen Jahren als erste Lebewesen in die Lüfte begaben, bevor Reptilien, Vögel und Säugetiere ihnen folgten. Der Mensch ließ sich von den Bauplänen der Natur inspirieren und entwickelte verschiedene Fluggeräte. Der Propeller eines Hubschraubers erinnert zum Beispiel stark an Libellen, die eine erstaunliche Flugleistung erbringen. Ihre Beschleunigung entspricht dem dreißigfachen Wert der Erdbeschleunigung und erreicht damit weit mehr als ein moderner Kampfjet. Die Tragflächen von Flugzeugen sind ein Geniestreich der Ingenieurskunst und inspiriert von Flugsaurier-, Fledermaus- und Vogel-Flügeln. Diese können Reisende heutzutage am Flughafen beim Starten und Landen beobachten. Die „Evolution des Fluges“ bietet viele weitere dieser Phänomene und zeigt, dass Fliegen nicht nur in der Luft, sondern auch im Wasser möglich ist.

Foto Fraport Ag
Foto: Fraport AG

Die Ausstellung ist rund um die Uhr geöffnet und  befindet sich im Bereich der Skyline-Plattform in Terminal 2. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen erhalten sie hier.

        

                                                                                                                                                                

https://die-welt-baut-ihr-museum.de