Senckenberg am Meer Wilhelmshaven

Meeresforschung

Senckenberg

Forschungskutter SenckenbergDer Forschungskutter 'SENCKENBERG' wurde 1976 bei der Diedrich Schiffswerft in Oldersum, Ostfriesland, gebaut. Die konstruktive Auslegung war dabei von vorneherein auf ein ausschließlich für interdisziplinäre Forschungszwecke bestimmtes Schiff festgelegt worden. Am 8. November 1976 wurde es schließlich seiner jetzigen Bestimmung übergeben. Der Eigner des Schiffes  ist die Senckenbergische Naturforschende Gesellschaft in Frankfurt a.M.. Stationiert ist die FK 'SENCKENBERG' in Wilhelmshaven, wo sie der Abteilung für Meeresforschung, einer Außenstelle des Forschungsinstitutes Senckenberg, unterstellt ist. Die Bereederung erfolgt durch die Fa. K.u.K. Nordseeforschungsschiff-Bereederung GmbH.

Das Operationsgebiet des 165 BRT großen Schiffes umfasst das Ost- und Nordfriesische Wattenmeer, die Nord und Ostsee sowie den Ärmelkanal und die Irische See. Der Schwerpunkt der Einsätze liegt im Bereich der Grundlagenforschung, der angewandten Forschung sowie der praxisorientierten AUsbildung des wissenschaftlich-technischen Nachwuchses. Desweiteren besteht die Möglichkeit einer zeitlich begrenzten Vercharterung an auswertige Institute und Forschungsgruppen, sowie Unternehmen der freien Wirtschaft.
Die nautische und technische Ausrüstung der 'SENCKENBERG' ist auf dessen Einsatzgebiet und die vielfältigen Arbeitsschwerpunkte hervorragend abgestimmt. Durch die kontinuierliche Modernisierung bietet das Schiff eine hochwertige Technologie sowie einen modernen und umfangreichen Gerätepark, der den speziellen Anforderungen der heutigen Meeresforschung voll entspricht.
Auf dem ebenen Haupt-Arbeitsdeck steht den Forschern ein großer Gerätekran zur Verfügung, der einknickbar und schwenkbar ist. Er besitzt eine maximale Auslage von 8.7m und hat dabei noch eine Tragkraft von 1,8t im Offshore-Betrieb. Dadurch wird ein optimales Handling selbst schwerer Geräte bei starker See gewährleistet.
Für geologische und biologische Untersuchungen stehen den Forschern ein Trockenlabor / Elektroniklabor von ca. 12qm und ein Nasslabor zur Verfügung. Die umfangreiche Grundausstattung erlaubt sowohl Arbeiten im Nassbereich, wie auch Unterbringung und Betrieb empfindlicher Meßelektronik. Über Datentransferleitungen besteht eine Verbindung zum zentralen Bordrechner (PC-Basis) und den Navigationsgeräten. Zur Konservierung und Einlagerung von Probenmaterial verfügen die Labore über Gefrier- und Kühleinheiten. Ebenso ist ein Seewasseranschluss für die Lebendhalterung von Organismen vorhanden.
Auf der 'SENCKENBERG' stehen für die Unterbringung des wissenschaftlichen Personals zwei 2-3 Mann Kammern zur Verfügung. Sie bieten auch auf längeren Reisen einen angemessenen Komfort. Durch die Ausstattung mit Schreibtischen ist außerdem ein ungestörtes Arbeiten außerhalb des Laborbetriebes möglich. Dazu trägt in besonderem Maße auch die gute Schall- und Vibrationsarmut bei, auf die bei der Konstruktion und dem Bau dieses Schiffes ein wesentliches Augenmerk fiel.
Das Schiff dient den Wissenschaftlern des Senckenberg Institutes als Arbeitsplattform und schwimmendes Forschungslabor. Zu den Arbeitsgebieten gehören die Meeresgeologie, Aktuopaläontologie, die Meeresbiologie und die Sedimentpetrographie.
Im Bereich der Meeresgeologie bildet die Sedimentologie einen wesentlichen Schwerpunkt. Da der überwiegende Teil der Sedimentgesteine ehemalige Ablagerungen des Meeresbodens sind, können dur Analyse eine Vielzahl der ehemaligen Umweltfaktoren rekonstruiert werden. Um solche Interpretationen zu erleichtern, werden Prozesse der Sedimentbildung, die Zusammensetzung und Beschaffenheit, sowie räumliche und zeitliche Veränderungen rezenter Meeresablagerungen untersucht. Die Modellierung der Ergebnisse dienen dabei sowohl der Interpretation fossiler Ablagerungen, wie auch zukünftigen Entwicklungsprognosen. Die Aktuopaläontologie verfolgt den gleichen Ansatz, jedoch stehen hier die marinen Lebewesen, deren Überreste und Spuren als Fossilien in den Sedimenten erhalten sind, im Vordergrund. Untersucht werden alle Lebensäußerungen der Organismen in ihren Auswirkungen auf und im Meeresboden. Hierbei befaßt sich eine wesentliche Fragestellung damit, wie die Schalen und Spuren der Organismen als Dokumente früheren Lebens iin die Sedimente und somit in die Erdgeschichte eingehen. Im Bereich der Meeresbiologie werden die engen Wechselbeziehungen der Bodentiere zu ihrer Umwelt, ihre Lebensweisen und ihre Gemeinschaftsstrukturen untersucht. Dabei geht es vor allem um periodische und aperiodische Fluktion und Reproduktion und die sie auslösenden Umweltfaktoren. Sie tragen somit ganz wesentlich zum Verständnis der marinen Lebensräume bei. In der Sedimentpetrograghie schließlich werden die marinen Ablagerungen mit Hilfe mineralogischer und geologischer Methoden analysiert. Hierbei geht man insbesonder Fragen der Umweltbelastung nach. Die über die Atmosphäre und Flüsse ins Meer eingebrachten Schadstoffe werden hinsichtlich ihrer Konzentrationen, Verteilungsmuster und Auswirkungen für den marinen Lebensraum untersucht.

Technische Details

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Länge: 29,5 m
Breite: 7,6 m
Tiefgang: 2,7m
Verdrängung: 165 BRT
Hauptmaschine: 470 PS (345 kW)
Aktionsradius: 10 Tage
Fahrgebiete: Nord-/Ostsee

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Crew: 5 Pers.
Wissenschaftler: 5 Pers.
Max. Geschwindigkeit: 10 Kn
Generatoren: 80 kVA 380/220 V
Diesel: 25 t
Frischwasser: 15t
Klasse: German Lloyd (GL) 100 A/4
               "K" Kleine Hochseefischerei

Ausstattung

Hauptdeck
- hydraulischer Knick-Gelenkkran, 8,8 m
  Auslage
  große Winde, 200 m Draht, 2,5 t
  kleine Winde, 100 m Draht, 0,5 t
-Stellplatz für zwei 6 m Arbeitsboote oder 10 Fuß-Container

Achterdeck
- hydraulischer Hebekran, 6 m Auslage,
  1 t Tragkraft
- Spillkopf als Netz- und Leinenbeiholer 



 


Navigation:
D-GPS, GPS, Tageslichtradar,
Elektronische Seekarte, Autopilot,
Zwei-Frequenzecholot,
Digitale Seeboden Klassifizierung,
Digitales Fächerlot 450 kHz


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Kommunikation:
Mobil- Telephon, GMDSS-UKW,
Grenzwellenanlage, NAVTEX, EDV-
Netzwerk


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https://die-welt-baut-ihr-museum.de