Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Biotopkartierung der Stadt Frankfurt

Stadtwald 

Im Jahre 2000 wurde das Senckenberg Forschungsinstitut mit der Durchführung der floristisch-faunistischen Grundlagenerhebungen im Bereich dreier möglicher Ausbauvarianten des Rhein-Main-Flughafens beauftragt. Neben einer flächendeckenden Biotoptypenkartierung, die auf der Grundlage des Biotoptypenschlüssels der Stadt Frankfurt durchgeführt wurde, erfolgten Untersuchungen zum floristischen Arteninventar und zur Vegetation. Untersuchungsgegenstand der umfangreichen faunistischen Erhebungen sind die Tiergruppen Groß- und Mittelsäuger, Fledermäuse, Kleinsäuger, Vögel, Reptilien, Amphibien, Libellen, Tagfalter, Nachtfalter, Heuschrecken, Holzkäfer, Laufkäfer sowie Spinnen und Weberknechte.

Die Ergebnisse der Untersuchung der drei intensiv untersuchten Waldbereiche um den Flughafen (Untersuchungsgebiete Schwanheim, Kelsterbach und Mörfelden) sind in einem siebenteiligen Gutachten mit zahlreichen Karten unter dem Titel  "Erfassung von Flora, Fauna und Biotoptypen im Umfeld des Flughafens Frankfurt am Main" dargestellt und sollen an dieser Stelle als pdf-Dateien der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Rohsee

Zum Untersuchungsgebiet gehört auch der gesamte Frankfurter Stadtwald südlich des Mains. Dort wurden beispielsweise zur Untersuchung der Amphibien- und Libellenpopulationen insgesamt 38 Gewässer bzw. Gewässersysteme genauer kartiert.

Luderbach

Frosch

Libelle

Die sehr großen Bestände des bundesweit stark gefährdeten Springfrosches (Rana dalmatina) (siehe Abbildung rechts oben) im östlichen Stadtwald sind dabei besonders bemerkenswert. Diese Art war dort bisher nur in wenigen Exemplaren nachgewiesen, in den Untersuchungen im Frühjahr 2000 und 2001 wurden jedoch jeweils Populationen von mehr als 1500 ablaichenden Weibchen gezählt.

Sehr selten ist dagegen die Keilfleck-Libelle (Anaciaeshna isosceles) (siehe Abbildung rechts unten), die 2000 an einem Weiher ebenfalls im östlichen Stadtwald gefunden wurde.

Die Ergebnisse zeigen unter anderem deutlich die Probleme der Gewässer im urbanen Raum. Viele Teiche weisen starke Bestände exotischer Fischarten auf, hinzu kommen nicht einheimische Schildkröten in größerer Zahl. An diesen Gewässern ist eine erfolgreiche Reproduktion der einheimischen Amphibien kaum mehr möglich. So können die Ergebnisse unter anderem zur Planung von Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung dieser Stillgewässer verwendet werden.

Unsere Untersuchungen belegen insgesamt die hohe Diversität besonders der alten Laubwaldbestände des Stadtwaldes. So wurden im Stadtwald Frankfurt 11 Fledermausarten in teilweise sehr starken Beständen vorgefunden. Als Besonderheiten wurden z.B. die beiden europaweit gefährdeten Arten Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini) und Großes Mausohr (Myotis myotis) in Einzeltieren im Schwanheimer Wald nachgewiesen.

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