Senckenberg am Meer Wilhelmshaven

Meeresforschung

Wattenmeer

Wattenmeere sind küstennahe Flachwasserbereiche, die unter dem Einfluss von Gezeiten stehen. Weite Flächen des Meeresbodens fallen bei Niedrigwasser trocken und sind dann „watend“ zu begehen. Wattenmeere der tropischen Zonen sind meist mit Mangroven bewachsen. Bekannte Wattenmeere der gemäßigten Zonen sind z.B. das Minas Basin (Kanada) und die Cape Cod Bay (USA) der nordamerikanischen Atlantikküste, der Banc-d´Arguin-Nationalpark der nordafrikanischen Atlantikküste (Mauretanien), weite Küstenbereiche Koreas und Chinas, sowie in Europa die Morecambe Bay an der irischen See (England), das Wattgebiet Mont-Saint-Michel am Ärmelkanal (Frankreich) und das Wattenmeer der Nordsee. 


Das Wattenmeer der Nordsee

WattenmeerDas Wattenmeer der Nordsee erstreckt sich von den Niederlanden entlang der deutschen Küste bis nach Dänemark. Seeseitig wird das Wattenmeer von den perlschnurartig angeordneten Barriereinseln der west- und ostfriesischen Küste (unabhängig vom Festland durch Sandanlagerungen entstanden), den Halligen sowie den nordfriesischen und dänischen Inseln (ehemalig mit dem Festland verbunden, mit Geestkern) begrenzt. Mit 450 km Länge, einer Breite zwischen 7 und 40 km und einer Gesamtfläche von ca. 8000 km² ist das Wattenmeer der Nordsee weltweit das Größte dieser sensiblen Ökosysteme. Das Wattenmeer der Nordsee ist durch viele sehr unterschiedliche Lebensräume gekennzeichnet. Neben den zweimal täglich bei Ebbe freifallenden Wattflächen, deren Größe ca. 3500 km² umfassen, gehören ständig überflutete Priele, Ablaufrinnen und Seegatten wie auch landseitig die Salzwiesen, Dünen und Strände zum Ökosystem. Flora und Fauna dieses Ökosystems sind auf unterschiedlich stark ausgeprägte marin-terrestrische Gradienten spezialisiert.

WattenmeerDie verschiedenen Lebensraumtypen sind eher artenarm, aber individuenreich. Typische Organismen der Watten sind Würmer, Muscheln, Krebse und Schnecken. Das Wattenmeer ist u.a. Kinderstube vieler Plattfischarten, wie der Scholle. Wohl bekannte Organismen sind auch die Nordseekrabbe und die Miesmuschel, welche als ökosystemarer Dienstleister auch der Fischerei zuträglich sind. Das Wattenmeer ist zudem das vogelreichste Gebiet Europas. Jährlich nutzen Millionen Vögel das Wattenmeer der Nordsee auf ihrem ostatlantischen Zug zur Nahrungsaufnahme und es dient Wat- und Wasservögeln als Brut- und Mausergebiet.

In 2009 wurde das Niederländisch-Deutsche Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Bereits 1978 wurde zum koordinierten Schutz des Wattenmeeres der Nordsee von den Niederlanden, Deutschland und Dänemark das Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat CWSS) gegründet. Im Gebiet des deutschen Wattenmeeres sind seit 1985/86 drei Nationalparks ausgewiesen, die von den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen verwaltet werden. Trotzdem auch die Ästuare einen besonderen Lebensraum darstellen, sind die Mündungen der großen Flüsse Ems, Jade, Weser und Elbe wegen ihrer wirtschaftlichen Nutzung als Wasserstraßen nicht Bestandteil der jeweiligen Nationalparks.

 

 Aktuelle Projekte in der Abteilung Meeresforschung

 

Fachgebiet Aktuopaläontologie

 

Ausbreitung der Pazifischen Auster

Klimaveränderung und Bioinvasionen als Steuerungsfaktoren von Ecosystem Engineering: Die Dynamik benthischer Gemeinschaften

Prozesse und Dynamik holozäner Verlandungszonen im Gebiet des Jadebusens

 

Fachgebiet Meeresbiologie 

 

 Habitat dynamics in response to constructional impacts (Jade-Weser-Port): a biological approach (INTERCOAST)

Der Jadebusen von der Eiszeit bis heute - Untersuchung der Veränderungen in den Makrofaunagemeinschaften des Jadebusens seit 1930 (Jadebusenprojekt)

Langzeitreihe Norderney

Monitoring and Evaluation of Spatially Managed Areas (MESMA)

Wissenschaftliche Monitoring Konzepte für die Deutsche Bucht (WIMO

 

BilderGalerie


Weitere Impressionen des Wattenmeeres finden Sie hier.

 

https://die-welt-baut-ihr-museum.de