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Naturmuseum Frankfurt

Oviraptor
Oviraptor
Oviraptor philoceratops (Eierdieb)

Ordnung:            Echsenbecken-Dinosaurier (Saurischia)
Unterordnung:   Raubtierfuß-Dinosaurier (Theropoda)
Zwischenordnung:   Hohlknochen-Dinosaurier (Coelurosauria)
   
Nahrung:   Fleisch, vermutlich Schnecken
Gewicht:    ca. 35 Kilogramm
Länge:  ca. 1,7 Meter lang
Alter:  80 Millionen Jahre (Ober-Kreide)
   
Fundort:   Mongolei
im Senckenberg: Abguss

Auf dem Kopf des Oviraptor saß ein auffälliger Knochenkamm. Insgesamt wirkte sein Gesicht papageienartig, weil sein Kiefer einen gekrümmten Hornschnabel trug. Die Kiefer waren zwar zahnlos, aber in der Oberkiefermitte befand sich eine harte Leiste. Damit wurden wahrscheinlich die in dem Gebiet häufigen Schnecken aufgeknackt. Mit seinen drei Krallen an jeder Hand konnte er die Schnecken und andere Beute, vielleicht auch Eier festhalten.
Oviraptor war sehr wahrscheinlich befiedert. Wie Vögel hatte er ein aus den beiden Schlüsselbeinen verschmolzenes Gabelbein.
In der Mongolei fand man ganze Nestgruppen. Auf einigen Nestern lagen die Knochen der erwachsenen Tiere. Dies lässt vermuten, dass die Tiere wie viele Seevögel in Kolonien brüteten.
Der Name Oviraptor (= Eierdieb) beruht auf einem Irrtum: Oviraptoren fand man in den gleichen Schichten, aus denen viele Überreste des pflanzenfressenden Protoceratops erhalten sind. Die versteinerten Eigelege wurden zunächst Protoceratops zugeordnet. Funde des Oviraptor an solchen Nestern galten als Belege dafür, dass er die Eier geraubt hatte. Mittlerweile konnte man jedoch die Überreste der Embryonen in einigen Eiern ausmachen: Es waren kleine Oviraptoren. Ein Abguss eines aufpräparierten Eies mit einem darin enthaltenen Skelett eines solchen Embryos ist ebenfalls ausgestellt. Die Oviraptoren gelten heute also nicht mehr als die Eierdiebe, sondern als die Eierproduzenten. Trotz des dargelegten Fehlschlusses, darf der wissenschaftliche Name, ist er erst einmal vergeben, nicht mehr nachträglich geändert werden. Der Eierproduzent bleibt damit vom Namen her auf ewig der Eierdieb. 

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