Senckenberg Forschung

Biodiversität und Systematik

 Schlange Sibon noalamina aus Panamo auf einem Blatt
Wurde unter die „Top 10“ der 2012 neu beschriebenen Arten gewählt: Sibon noalamina aus Panama. Foto: Sebastian Lotzkat.

 

Die Systematik  ist ein Kerngeschäft der Forschungsmuseen. Ihre große Aufgabe ist es, herauszufinden, wie viele und welche Arten es heute gibt und wie sie sich in der Erdgeschichte entwickelt haben. Sie stützt sich auf ständig wachsende Sammlungen, die als Archive des Lebens dienen. Dort werden für die internationale Gemeinschaft der Wissenschaftler quasi die „Urmeter“ der jeweiligen Arten bereitgehalten.

Die Menschheit teilt sich ihren Lebensraum mit bis zu 20 Millionen anderen Arten – Tiere, Pilze, Pflanzen, und Bakterien. Davon sind heute nur knapp 2 Millionen Arten erfasst. Der größte Teil der Artenvielfalt ist also unbekannt..

Wettlauf der Wissenschaft

Zahlreiche bekannte und unbekannte Arten sterben aus, weil Lebensräume verloren gehen. So kommt es zu einem ungleichen Wettlauf zwischen Neuentdeckungen und der Vernichtung von Arten. In Europa sind heute beispielsweise ein Viertel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht – und dies bedeutet nicht nur einen Verlust an Lebensqualität. Artenvielfalt und funktionierende Ökosysteme sind eine Voraussetzung auch für uns Menschen. Ihr Verlust ist auch mit erheblichen Kosten verbunden. Dies unterstreicht die Bedeutung der Systematik als eine der wichtigsten Disziplinen der Biodiversitätsforschung.

Systematik als Basiswissenschaft

Systematik ist die Wissenschaftsdisziplin, die lebende und ausgestorbene Organismen klassifiziert. Damit erschließt sie die unermessliche Biodiversität der Erde für andere Forschungsdisziplinen überhaupt erst. Zugleich ordnen die Wissenschaftler die erfassten Einheiten (Taxa) in ein evolutionäres Abstammungsverhältnis ein. Systematik ist zugleich eine integrative Wissenschaft. Sie verknüpft die Morphologie, die Geowissenschaften und die Molekulargenetik (Erbinformationen) mit der Evolutionstheorie. 

GELNHAUSEN Limnologie und Naturschutz WILHELMSHAVEN DZMB Meeresforschung GÖRLITZ Botanik Zoologie Bodenzoologie WEIMAR paläontologie Quartär- und Texonomie der Insekten Phylogenetische Systematik Entomologie Informationszentrum MÜNCHEBERG DRESDEN Museum für Tierkunde und Geologie Museum für Mineralogie BIK-F Biodiversitäts-Dynamik Anpassung und Klima Evolution und Klima Wissensch.-Transfer Daten + Modellierung Laborzentren FRANKFURT AM MAIN Marine Zoologie Paläoanthropologie und Messelforschung Botanik Terrestrische Zoologie Paläontologie und Historische Geologie
Schwerpunkt Beteiligung keine Beteiligung  

Das Diagramm zeigt die Beteiligung der Senckenberg-Abteilungen am Forschungsfeld "Biodiversität und Systematik". Klicken Sie auf die Abteilungsnamen, um direkt zu den Abteilungsseiten zu gelangen.

 

 

Highlights aus der Forschung

 

Taxonomie: Neue Arten als Grundlage für die Wissenschaft

Männchen von Fecenia cylindrata Thorell 1895

Die Taxonomie bildet das Grundgerüst, dessen sich fast alle anderen Wissenschaftszweige bedienen. Wie sollte ein Ökologe, Pharmakologe oder Klimaforscher sonst international klarmachen, um welche Art es sich bei seinen Forschungen handelt? Nur was man kennt und mit Namen benennen kann, erscheint auch schützenswert. Weiterlesen 


 Molekulare Taxonomie mariner Organismen

Verschiedene Organismen des Planktons

Die Taxonomie im Meer ist eine besondere Herausforderung. Es gibt zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, deren Unterscheidung und sichere Zuordnung nicht leicht fällt. Senckenbergs Wissenschaftler nutzen nicht nur morphologische Merkmale, sondern entwickeln darüber hinaus molekulare Methoden, um marine Organismen sicher identifizieren zu können. Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ hat diesen innovativen Ansatz 2012 ausgezeichnet. Weiterlesen 


  Der Hoazin: Fossilien erhellen Ursprung des seltsamen Vogels

Hoatzin

Fossilien verraten eine Menge über die Entwicklung des Lebens auf der Erde. Die ornithologische Sektion des Senckenberg-Forschungsinstituts Frankfurt zählt zu den wenigen Einrichtungen weltweit, die schon seit über 30 Jahren paläoornithologische Forschung betreiben. In den letzen Jahren gab es einige überraschende Erkenntnisse über die frühere Verbreitung heutiger Vogelgruppen. Weiterlesen 

https://die-welt-baut-ihr-museum.de