Senckenberg Forschung

Biodiversität und Ökosysteme

 

Steppe mit Weidetieren in der Mongolei
Satellitenaufnahme der Baja California, berühmt für Walbeobachtungen. Copyright: NASA

 

 

Die Biodiversität und die Funktionen der Ökosysteme sind äußerst wertvoll für uns Menschen: Sie liefern uns gratis sauberes Wasser, Nahrungsmittel, Rohstoffe oder sie stabilisieren das Klima. Der globale Wandel verändert Ökosysteme und beeinträchtigt  damit auch die sogenannten Ökosystem-Dienstleistungen. Nun gilt es Wege zu finden, diesen Beeinträchtigungen entgegenzuwirken.

Neue Methoden für neue Strategien 

Nachhaltige Anpassungs- und Managementstrategien müssen entworfen und entsprechende nationale und internationale Abkommen und Gesetze geschaffen werden. Senckenberg beteiligt sich aktiv an der Umsetzung dieser Bestimmungen: Wir erarbeiten neue Nachweismethoden für schwer fassbare Arten der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (genetisches Monitoring, environmental DNA).  Ebenso entwickeln wir neue Standardmethoden, um die EG-Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, Bodenorganismen zu erfassen oder hydroakustische Verfahren für das Monitoring der Lebensgemeinschaften am Meeresboden anzuwenden (EU-Meeresschutz-Richtlinie).

Langzeitdaten für die Ökosystem-Forschung

Die Ökosysteme wandeln sich meist allmählich. Eine große Herausforderung ist es, kurzfristige Schwankungen von langfristigen Trends zu unterscheiden. Nur eine ausreichend lange Beobachtung liefert verlässliche Befunde und Prognosen. Senckenberg verfügt über einen einmaligen Bestand von Langzeitdaten aus verschiedenen Ökosystemen aus dem marinen, limnischen und terrestrischen Bereich. Besonders liegt uns die Vernetzung dieser Langezeituntersuchungen am Herzen. So sind wir an verschiedenen internationalen Projekte beteiligt, wie BIOTA , FONA und Edaphobase , EnvEurope oder EU BON. Senckenberg ist mit seiner Ökosystem-Forschung zudem in das internationale LTER -Netzwerk (Long-Term Ecosystem Research) eingebunden.  

Detailsstudien als Ergänzung

Über die Langzeitstudien hinaus sind Detailstudien zu den Funktionen der Ökosysteme und den Interaktionen zwischen den Lebewesen unerlässlich. Sie helfen, die Langzeituntersuchungen zu interpretieren; sie verbessern aber auch generell das Verständnis grundlegender biotischer Prozesse. Zwei Beispiele aus der Senckenberg-Forschung seien hier genannt: das Netzwerk an Wechselbeziehungen zwischen Samenpflanzen und Samen ausbreitenden Vögeln sowie die vergleichende Analyse von Nahrungsnetzen in verschiedenen Gebieten des Wattenmeeres.

GELNHAUSEN Limnologie und Naturschutz WILHELMSHAVEN DZMB Meeresforschung GÖRLITZ Botanik Zoologie Bodenzoologie WEIMAR paläontologie Quartär- und Taxonomie der Insekten Phylogenetische Systematik Entomologie Informationszentrum MÜNCHEBERG DRESDEN Museum für Tierkunde und Geologie Museum für Mineralogie BIK-F Biodiversitäts-Dynamik Anpassung und Klima Evolution und Klima Wissensch.-Transfer Daten + Modellierung Laborzentren FRANKFURT AM MAIN Marine Zoologie Paläoanthropologie und Messelforschung Botanik Terrestrische Zoologie Paläontologie und Historische Geologie
Schwerpunkt Beteiligung keine Beteiligung  

Das Diagramm zeigt die Beteiligung der Senckenberg-Abteilungen am Forschungsfeld "Biodiversität und Ökosysteme". Klicken Sie auf die Abteilungsnamen, um direkt zu den Abteilungsseiten zu gelangen.

 

 

Highlights aus der Forschung

 

Riesig und doch kaum bekannt: Kaltwasserriffe

Korallenriff mit Springkrabben

Korallenriffe gibt es nicht nur im flachen, warmen Wasser der Südsee, sondern auch im tiefen, kalten Wasser in Norwegens Fjorden. Und nicht nur dort. Viele weiße Flecken auf den Karten des Meeresbodens konnten Forscher in den letzten Jahren mit den sogenannten Kaltwasserriffen füllen. Beim Senckenberg  am Meer in Wilhelmshaven entsteht dazu eine weltweit einmalige Datenbank.
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Genetisches Wildtiermonitoring:
Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Artenschutz

Luchs

Genetisches Wildtiermonitoring ist eine Methode, um seltenen und heimlich lebenden Arten wie Wolf, Wildkatze oder Biber auf die Schliche zu kommen. An Haaren, Kot oder anderen Spuren führen Senckenberg-Wissenschaftler genetische Analysen durch, die eine wichtige Grundlage für den effektiven Schutz der Arten schaffen. 
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 Wale und Parasiten

Abtauchender Zwergwal

Der Fadenwurm Anisakis  gehört zu den Parasiten der Meere und kann über den Verzehr von Fisch beim Menschen Infektionen auslösen. Seine Endwirte sind Wale. Wissenschaftler erforschen nun die Verbreitung von Anisakis-Arten. Aus ihren Ergebnissen können sie nicht nur Schlüsse über die regionale Infektionsgefahr ziehen, sondern auch über das Wanderverhalten und die Nahrungsökologie der Wale. Weiterlesen 

 

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