Senckenberg Forschung

Biodiversität und Erdsystem-Dynamik: Geowissenschaften bei Senckenberg

Satellitenbild vom tibetischen Plateau
Auf dem tibetischen Plateau forschen zahlreiche Senckenberg-Wissenschaftler. Foto: NASA

 

Vor rund 100 Jahren hielt Alfred Wegener seinen berühmten Vortrag zur Kontinentaldrift und der Entstehung der Kontinente im Senckenberg Museum in Frankfurt. Noch heute ist die Dynamik des Systems Erde ein wichtiger Forschungsschwerpunkt Senckenbergs. Welche Rolle spielten und spielen die geodynamischen Prozesse unseres Planeten bei der Entwicklung des Lebens? Dieser Frage nachzuspüren, ist die Kernaufgabe der Geowissenschaften bei Senckenberg.

Seit Wegeners bahnbrechenden Ideen haben die Geowissenschaften die entscheidende Rolle bei der Erforschung der Entstehung der Planeten und der Entwicklung des Lebens gespielt. Ebenso wichtig sind sie, um Naturgefahren einzuschätzen, fossile und mineralische Ressourcen zu bewerten und die Klimageschichte zu charakterisieren. Geowissenschaftliche Forschung umfasst heute nicht mehr nur die Kruste, den Mantel und den Kern unseres Planeten, sondern vor allem deren vielfältige Wechselwirkungen mit der Atmosphäre, der Biosphäre und der Hydrosphäre. Die Wissenschaftler betrachten dabei Zeitspannen, die sowohl die Entstehung und Entwicklung unseres Planeten als auch die Evolution des Menschen miteinschließen.

Versteinertes Holz
Versteinertes Holz: Isotopengeologische
Untersuchungen haben gezeigt, dass der
versteinerte Wald von Chemnitz
291 Millionen Jahre alt ist.

Dynamisch: das System Erde

Senckenberg versucht das dynamische System Erde zu beschreiben und den Ansprüchen einer zunehmend interdisziplinären Naturwissenschaft gerecht zu werden. Dazu haben wir unsere Forschung auf drei Kernthemen fokussiert:
 Die Interaktion zwischen Erdoberfläche und Biosphäre
 Die Entwicklung der Erde und ihrer Paläoumweltbedingungen
 Die Entwicklung des Menschen im Zuge ausgeprägter Klimaschwankungen der letzten Millionen  Jahre

Vielseitig: Das Forschungsmuseum

Eine der Stärken eines modernen Forschungsmuseums wie Senckenberg ist die Möglichkeit, verschiedene Methoden zu kombinieren: Die Forscher nutzen innovative analytische Herangehensweisen wie zum Beispiel die Isotopengeochemieoder die 3D-Computertomographie. Zugleich nutzen und erhalten sie die geowissenschaftlichen Sammlungen und Forschungsstationen wie das UNESCO-Welterbe Messel mit seinen einzigartigen Fossilien. Auf diese Weise konnten Senckenberg-Wissenschaftler zum Beispiel nachweisen, dass vor 47 Millionen Jahren anomale Wassererwärmungen im Pazifik, „El Niño“ genannt, Einfluss auf das Klima und die Entwicklung der Ökosysteme in Zentraleuropa nahmen.

 

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Schwerpunkt Beteiligung keine Beteiligung  

Das Diagramm zeigt die Beteiligung der Senckenberg-Abteilungen am Forschungsfeld "Biodiversität und Erdsystem-Dynamik". Klicken Sie auf die Abteilungsnamen, um direkt zu den Abteilungsseiten zu gelangen.

Highlights aus der Forschung

 

Altersbestimmung des Brockengesteins

 Brockengipfel mit Antenne

Die Altersbestimmung von Gesteinen ist für viele geowissenschaftliche Fragestellungen wichtig. Ein Forscher-Team mit Senckenbergbeteiligung fand nun heraus, dass das Gipfelgestein des Brockens ungefähr 293 Millionen Jahre alt ist. Das Alter des Brockengranits lässt weitreichende neue geologische Schlussfolgerungen  zu. Weiterlesen


 Die Vorfahren des Menschen als Studienobjekt

Significance of Greece

Selbst nach jahrelanger Forschung wird die Herkunftsgeschichte der europäischen Menschen leidenschaftlich erörtert. Immer wieder kommt es zu überraschenden Entdeckungen. Wer waren die ersten Europäer? Wann sind sie erschienen? Wie sieht die Abstammungslinie des Neandertalers aus? In welcher Beziehung standen die ersten modernen Menschen zu den letzten Neandertalern? Das sind nur einige der viel diskutierten Fragen. Weiterlesen


Weideflächen in Zentralasien: Wechselwirkungen von Landschaftsgeschichte, Klima und Landnutzung

Alpine Bergmatten Tibets mit Versuchsgeräten

Die wachsenden Umweltprobleme können nur durch interdisziplinäreAnsätze verstanden und gelöst werden. Breit aufgestellte Forschungsstrukturen bieten die nötigen Möglichkeiten. In Zentralasien arbeiten Wissenschaftler in mehreren Projekten gemeinsam daran, die Landschaftsgeschichte der Weideländer zu rekonstruieren. Weiterlesen


Fossile Ameisen aus der Grube Messel

Fossile Riesen-Ameise aus der Grube Messel

Ameisen sind die erfolgreichste Gruppe der sozialen Insekten. Sie umfassen über 14.000 Arten. Ihre Biomasse ist enorm. Im amazonischen Regenwald ist sie sogar mehrfach höher als die der Säugetiere. Das macht die Insekten weltweit zu sehr wichtigen Bestandteilen der Ökosysteme. Einige ihrer Vorfahren haben als Fossilien in der Grube messel die Zeit überdauert. Sie geben Forschern heute Hinweise zur Entwicklung der Artenvielfalt. Weiterlesen

 

 

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