Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Malakologie

Die Najaden-Serie des Monats

In lockerer, wenn möglich monatlicher Folge werden an dieser Stelle einzelne Serien aus der laufenden Bearbeitung der Najadensammlung des Senckenberg-Museums vorgestellt. Wunderliches neben Wunderbarem, Kurioses, auch Tragisches, welches den Schalen und ihrer Geschichte anhaftet, sollen einen kleinen Eindruck vom Reichtum der Sammlung vermitteln.

Dass ein solcher Reichtum auch eine Herausforderung und Aufgabe ist, die gelegentlich zur Verzweiflung treiben kann, hat CHARLES TORREY SIMPSON sehr deutlich zu verstehen gegeben, als er versuchte, Ordnung in die aus Europa beschriebenen Arten der Gattung Anodonta (Teichmuscheln) zu bringen. The number of specific names bestowed on the Anodontas of Europe must run up into the thousands. I have gone over the literature as carefully as possible, and large series of specimens from many localities, and I confess that I am absolutely unable to separate these forms specifically. The variations of form, size, color, solidity, and even texture are sufficient for a large number of species if they were not everywhere connected by intermediate examples. The new school of conchologists has named every conceivable variation, and in very many cases distorted individuals. Europe is a densely settled region, and it is possible that the waters of the streams and ponds in many places may be so affected by sewage and other offal as to produce many changes in the mollusks living in them. (Simpson, 1900: 621, Fußnote)

SIMPSON, C. T. (1900): Synopsis of the Naiades, or Pearly Fresh-Water Mussels. - Proceedings of the United States National Museum, 22: i-viii, 501-1044, Washington. (with Plate XVIII).

 

NSdM August 2015

Das Schlusswort zum – vorläufigen – Ende der Najadenserien des Monats aus dem Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum lässt ein berühmter Sohn der Stadt Frankfurt sprechen, der auch eng mit der Gründung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft verbunden ist: 

„Da steh ich nun, ich armer Tor,
und bin so klug als wie zuvor.“ 

Ob er dabei an die südamerikanischen Flussmuscheln der Gattung Diplodon dachte, ist nicht überliefert. Diese stehen aber beispielhaft für die noch zahlreichen offenen Fragen über Artabgrenzung, Artdiagnose und Verwandtschaftsbeziehungen sowie Stammesgeschichte bei den Flussmuscheln. Ein Beispiel für die vielen, oft sehr ähnlich aussehenden Formen (Arten? Unterarten?) innerhalb der Gattung zeigt die Serie des Monats August. Zwar haben moderne Methoden der Molekularbiologie wesentlich zur Klärung in vielen Bereichen beigetragen, aber die Bedeutung der klassischen Museumssammlungen nimmt deswegen nicht ab. Wenn auch noch 186 Jahre nach der Erstbeschreibung einer Diplodon-Art das ihr zugrunde liegende Schalenmaterial  wohl verwahrt – aber unerkannt oder vergessen – wiederentdeckt wird (Miyahira et al. 2013), dann sind Wert und Auftrag einer wissenschaftlich betreuten Sammlung einmal mehr nachdrücklich erwiesen.

Miyahira, I. C., Mansur, M. C. D. & Santos, S. B. 2013. Revision of the type specimens of Diplodon ellipticus and Diplodon expansus (Bivalvia, Unionoida, Hyriidae). Spixiana 36 (2): 173-182.

nsdm August 2015

NSdM Juli 2015

NSdM Juni 2015

NSdM Mai 2015

NSdM April 2015

NSdM März 2015

NSdM Februar 2015

NSdM Januar 2015

NSdM Dezember 2014

NSdM November 2014

NSdM Oktober 2014

NSdM September 2014

NSdM August 2014

NSdM Juli 2014

NSdM Juni 2014

NSdM Mai 2014

NSdM April 2014

NSdM März 2014

NSdM Februar 2014

NSdM Januar 2014

NSdM Dezember 2013

NSdM November 2013

NSdM Oktober 2013

NSdM September 2013

NSdM August 2013

NSdM Juli 2013

NSdM Juni 2013

NSdM Mai 2013

NSdM April 2013

NSdM März 2013

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