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Die Deutsche Subkommission für Tertiär-Stratigraphie


Die deutsche Subkommission für Tertiärstratigraphie ist Bestandteil der StratigraphieDeutschen Stratigraphischen Kommission (DSK), die wiederum dem Deutschen Nationalkomitee (DNK) angehört. Diese fungiert als Dachorganisation und ist in der International Union of Geological Sciences verankert.

Die Arbeit der Stratigraphischen Kommission und ihrer Subkommissionen ist ehrenamtlich und basiert auf der Satzung der Deutschen Stratigraphischen Kommission.

Die deutsche Subkommission für Tertiärstratigraphie beschäftigt sich mit Fragestellungen, die die stratigraphische Einstufung, Benennung von geologischen Einheiten etc. auf dem Gebiet von Deutschland, die älter als 1,8 Millionen Jahre und jünger als 65 Millionen Jahre sind, betreffen. 

 

Das Tertiär


Die Stratigraphie des Tertiärs ist von großer Bedeutung nicht nur für das Verständnis der Entwicklungsgeschichte dieses wichtigen erdgeschichtlichen Zeitabschnitts, sondern auch für die Beurteilung aktueller Themen wie Klimaentwicklung und Biodiversität, da im geologischen Zeitverhältnis gedacht, das Tertiär als junges Erdzeitalter viele Rückschlüsse auf die heutige Zeit zulässt.

Die tektonischen Vorgänge in Mitteleuropa während des Tertiärs prägten entscheidend das heutige geomorphologische Bild: Es entstanden der Oberrheingraben und die Alpen.

Die Entwicklung der Säugetiere spielt sich hauptsächlich im Tertiär ab, vorher war den Säugetieren nur eine untergeordnete Rolle zugeordnet. Erst durch die starke Radiation der Säugetiere war die Entstehung der Hominiden möglich.

Im Tertiär kommen unterschiedliche stratigraphische Korrelationsmethoden zum Einsatz, je nachdem, ob es sich um kontinentale oder marine Ablagerungen handelt. In marinen Ablagerungsräumen wird besonders die Biostratigraphie mit kalkigem Nannoplankton, Dinoflagellaten und Foraminiferen benutzt, während im kontinentalen Ablagerungsraum die Biostratigraphie meist auf Säugetieren, Charophyten, Pollen und Sporen oder Otolithen beruht. Die Magnetostratigraphie sowie die numerische Datierung mit Hilfe von Isotopen ermöglichen eine Korrelation von beiden Faziesbereichen.

Tertiär oder Paläogen und Neogen?

Nicht nur in Fachkreisen herrscht die Diskussion, ob der Abschnitt zwischen 65 Millionen Jahre und 1,8 Millionen Jahre wie bisher als Tertiär bezeichnet werden oder in Paläogen und Neogen unterteilt werden sollte.
Hierzu sollen einige Informationen aufgelistet werden, ausführliche Angaben sind in Steininger, F.F. (2002): Das Känozoische Ärathem – Versuch einer Revision der Chronostratigraphischen Gliederung. - Courier Forschungsinstitut Senckenberg, 237: 39-45 zu finden.

  • Der Begriff Tertiär stammt aus den Anfängen der Gliederung der Erdgeschichte und wurde 1760 von Arduino zusammen mit Primär, Sekundär und Quartär eingeführt. Die Begriffe Primär und Sekundär sind schon länger aus dem stratigraphischen Sprachgebrauch verschwunden.
  • Später wurden im Tertiär die Epochen Eozän, Miozän und Pliozän unterschieden und erst danach folgten Oligozän und Paläozän. Hörnes (1853, 1864) fasste Miozän, Pliozän, Pleistozän und Holozän zum Neogen zusammen. Danach wurde entsprechend Paläozän, Eozän und Oligozän zum Paleogen zusammengefasst.
  • Im internationalen / englischen Sprachgebrauch wird Neogen und Paläogen zugunsten von Tertiär verwendet, so gibt es international nur eine Subcommission on Neogene Stratigraphy und eine Subcommisson on Paleogene Stratigraphy, aber keine Subcommission on Tertiary Stratigraphy.
  • 1978 beschloss die Subcommission on Neogene Stratigraphy, dass das Neogen (als System/Periode) aufgrund der von Hörnes gegebenen Definition das Pleistozän und Holozän mit umfasst und dass mit dieser Definition des Neogens und unter Beibehaltung des Begriffes Paläogen, das Tertiär und Quartär als obsolete Begriffe zu betrachten sind.
    2002 wurde die International Subcommission on Quarternary Stratigraphy wiederbelebt.