Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeo-environment (HEP) an der Universität Tübingen

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 Forschung des HEP Tübingen

 

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Die biologische und kulturelle Evolution der Menschen in ihrer Umwelt ist eine der vielleicht Reinraum des Labors für ancient DNA © Universität Tübingenspannendsten Menschheitsfragen. Seit sechs Jahren liegt ein Schwerpunkt der Senckenberg Forschung auf diesen Gebieten. Die komplexen Wechselbeziehungen unserer Biologie, Kultur und der uns umgebenden Natur sind nur durch ein umfassendes integratives Verständnis der Evolution des Menschen und seiner Vorfahren und der zugrundeliegenden Klima- und Umweltveränderungen zu entschlüsseln. Unsere Forschung geht von der Annahme aus, dass die biologische und auch die frühe kulturelle Evolution der Menschen wesentlich von Änderungen der Paläoumwelt und des Paläoklimas beeinflusst wurden und ab etwa 2,5 Millionen Jahren die kulturelle Evolution schrittweise eine zunehmende Rolle spielte. Das Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment Tübingen (HEP Tübingen) nutzt moderne wissenschaftliche Methoden wie genetische, isotopengeochemische und geochronologische Verfahren, Multi-Proxy-Klima- und Umweltrekonstruktionen oder Artefakt-Analysen, um die Wechselwirkungen zwischen menschlicher Biologie, Kultur und Umwelt zu untersuchen.


Strukturell wird das Zentrum HEP Tübingen derzeit von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung (SGN) und der Eberhard Karls Universität Tübingen als Projekt auf der Basis eines Kooperationsvertrages getragen. Die Finanzierung erfolgt derzeit aus Mitteln der Senckenberg Gesellschaft, der Universität Tübingen und aus Mitteln des Ministeriums für Ausgrabungen am Hohle Fels, Universität TübingenWissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. HEP Tübingen stellt eine international einmalige Bündelung einschlägiger Forschungskompetenz in den Bereichen Biogeologie, Evolutionärer Anthropologie, Geoarchäologie, Paläobotanik, Paläogenetik, Paläozoologie, Paläontologie, Paläoklimatologie und Urgeschichte dar. Die Forschungen sind geländeorientiert und beinhalten viele weltweit bedeutende Ausgrabungen. Zu den Alleinstellungsmerkmalen von HEP Tübingen zählen außerdem die international herausragenden anthropologischen, archäologischen und paläontologischen Sammlungen in Tübingen, sowie ihre ‚state-of-the-art‘ Labore der Paläogenetik und Virtuellen Anthropologie, wodurch eine weltweit einzigartige Forschungsinfrastruktur gegeben ist. Darüber hinaus wurde 2014 das Human-Ethologische Filmarchiv von Prof. I. Eibl-Eibesfeld (ein Kandidat für das UNESCO-Weltdokumentenerbe) des Max-Planck-Instituts von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung übernommen.


Die Untersuchung der phylogenetischen verwandtschaftlichen Beziehungen, der Surface SemilandmarksAnpassungen in Anatomie und Physiologie an sich ändernde Nahrungsressourcen und die gesellschaftlichen Interaktionen zwischen frühen Menschen-Arten und prähistorischen Populationen erfolgt durch Methoden der virtuellen Anthropologie zur morphologischen und systembiologischen Analyse von Zähnen und Knochen (hochauflösende Computer-Tomographie, 3D-geometrische Morphometrie), sowie molekularbiologischer und biogeochemischer Methoden. Von besonderem Interesse sind dabei die evolutionären Interaktionen zwischen Pathogenen und Menschen, die auch anwendungsorientierte Erkenntnisse für eine evolutionsmedizinische Betrachtung von modernen Krankheitsbildern in der Human- und Zahnmedizin liefern können.


HEP Tübingen hat sich in der kurzen Zeit seiner Existenz als einzigartiges Forschungszentrum etabliert, das in der Lage ist, neue Standards im Bereich der interdisziplinären Forschung zur menschlichen Evolution und Paläoumwelt zu setzen. Die Publikationsleistung ist international führend. Die aktuell größten Drittmittel-Projekte sind die beiden ERC starting grants „Paleoanthropology at the Gates of Europe (PaGE): Human Evolution in the Southern Balkans“ (Katerina Harvati) mit 1,3 Millionen Euro, und „Ancient Pathogen Genomics of Re-Emerging Infectious Disease“ (Johannes Krause) mit 1,5 Millionen Euro Förderung, sowie die DFG-geförderte Kolleg-Forschergruppe "Words, Bones, Genes,Tools" (Katerina Harvati) mit 2,7 Millionen Euro. HEP Tübingen verfolgt eine wissenschaftlich und gesellschaftlich hochaktuelle Forschungsthematik, die in ihrem Ansatz, ihrer Stringenz und Kohärenz national und international einmalig ist und große gesellschaftliche Aufmerksamkeit genießt.


Zukunft


HEP Tübingen plant die Erweiterung der bestehenden Forschungstätigkeiten, indem weitere Synergien zwischen der Universität Tübingen und Senckenberg geschaffen werden. HEP Tübingen erforscht die Evolution des Menschen und seiner Vorfahren in den drei Projektbereichen 1) Umwelteinflüsse und Kultur, 2) Ernährung, Ressourcen und Gesundheit und 3) Verhalten und Kultur, und arbeitet dabei schon mit Arbeitsgruppen von Senckenberg zusammen.

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