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Tübingen, 23.08.2016

Höhlenbär: Ausgestorbener Veganer: Unflexible Ernahrung fuhrte zum Verschwinden des Grossäugers

Senckenberg-Wissenschaftler haben die Ernährung des ausgestorbenen Höhlenbären untersucht. Anhand von Isotopenzusammensetzungen im Kollagen der Bären-Knochen zeigen sie, dass sich die großen Säugetiere rein vegan ernährten. Das internationale Team vermutet in seiner kürzlich im Fachjournal „Journal of Quaternary Science“ erschienenen Studie, dass diese unflexible Ernährungsweise zum Aussterben der Höhlenbären vor etwa 25.000 Jahren führte.

 

Tübingen, 22.07. 2016

Menschen nutzten schon vor 40.000 Jahren spezielles Werkzeug zur Seilherstellung: Archäologen der Universität Tübingen präsentieren gut erhaltenen Fund aus Mammutelfenbein – Test an der Universität Lüttich bestätigt Funktion

 

Tübingen, 31.08.2015

7000 Jahre: Ältester Leukämie-Fund

Wissenschaftler des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment und der Universität Tübingen haben den wahrscheinlich ältesten bisher bekannten Fall von Leukämie gefunden.
AG Paläoanthropologie

In einem etwa 7000 Jahre alten Skelett einer 30- bis 40-jährigen Frau aus dem neolithischen Gräberfeld Stuttgart-Mühlhausen konnten mithilfe von hochauflösender Computer-Tomographie Hinweise auf die Krebserkrankung feststellt werden. Im rechten, oberen Oberarmknochen und dem Brustbein konnte eine ungewöhnliche Auflockerung des inneren Knochengewebes festgestellt werden. U.a. an diesen Stellen befinden sich blutbildende Stammzellen, an denen es zu Leukämie kommen kann. Andere, ähnliche Krankheitsbilder wurden ausgeschlossen. [mehr...]

 

Weimar, den 17.08.2015

Wo man hinschaut: Mammutfunde

Eiszeitpaläontologe Prof. Dr. Ralf-Dietrich Kahlke hat die maximale geographische Verbreitung der Fellmammute während der letzten Eiszeit erfasst und die weltweit genaueste Karte zu diesem Thema veröffentlicht.
Senckenberg Forschungsstation für Quartärpaläontologie Weimar

Insgesamt besiedelten die eiszeitlichen Dickhäuter eine Fläche von 33.301.000 Quadratkilometern. Sie können damit als erfolgreichste Großsäugetiere dieser Epoche bezeichnet werden. Als limitierende Faktoren bei der Ausbreitung werden in der kürzlich online im Fachjournal „Quaternary International“ veröffentlichten Studie sowohl mehrere klimagesteuerte, als auch klimaunabhängige Einflüsse ermittelt. [mehr...]

 

Tübingen, den 23.07.2015

„Es muss eigentlich eine Frau sein“
Neu entdecktes Elfenbeinfragment aus dem Hohle Fels gehört möglicherweise zu einer zweiten weiblichen Figurine – Sonderpräsentation im Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren
AG Ältere Urgeschichte und Quartärökologie

Bei Ausgrabungen in der Höhle Hohle Fels auf der Schwäbischen Alb nahe Schelklingen hat das Team von Professor Nicholas Conard aus der Abteilung Urgeschichte und Quartärökologie der Universität Tübingen einen rätselhaften Fund gemacht: ein aus zwei Teilen zusammengesetztes Bruchstück aus Mammutelfenbein. Von Menschenhand bearbeitet, Weitere Venusfragmente aus dem Hohle Fels?weist das Fragment deutliche, tief eingebrachte Rillen in musterhafter Anordnung auf. „Bei den bisher aus der Eiszeit bekannten Tierfiguren und Löwenmenschen gibt es keine vergleichbaren Formen und Muster“, sagt Nicholas Conard. Die Ausgrabungsergebnisse werden heute in der Fachzeitschrift „Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg“ veröffentlicht. Den geübten Blicken von Professor Conard und der Grabungstechnikerin Maria Malina war nicht entgangen, dass das Fragment an Details der 2008 entdeckten „Venus vom Hohle Fels“ erinnerte. [mehr...]

1) Verziertes figürliches Fragment aus dem Hohle Fels. 2) Anhand der „Venus vom Hohle Fels“ zeigt die Abbildung, an welche beiden Stellen einer ähnlichen Figur das Fragment passen könnte. Abbildung: M. Malina/Universität Tübingen


Tübingen, den 08.06.2015

Riesenhirsche lebten nach der Eiszeit noch in Süddeutschland
Tübinger Forscher rekonstruieren DNA des Megaloceros aus Höhlenfunden der Schwäbischen Alb und finden mögliche Ursachen für sein späteres Aussterben
AG Paläogenetik

Das große Massensterben am Ende der letzten Eiszeit führte zum Verschwinden vieler Tierarten, darunter das Mammut, das Wollnashorn, die Höhlenbären und der bis zu 1,5 Tonnen schwere Megaloceros, auch Riesenhirsch Riesenhirschoder Irischer Elch genannt. Die genauen Gründe für das Aussterben vieler Arten sind ungeklärt, wahrscheinlich ist dafür eine Kombination aus Klimawandel und der Bejagung durch den Menschen verantwortlich. Einige Tierarten überdauerten jedoch das Ende der letzten großen Kaltzeit etwas länger als andere. Zu diesen gehört der Riesenhirsch, der während der Eiszeit große Teile Eurasiens besiedelte. Er war auch nach der Eiszeit noch in Teilen Nordwesteuropas zu finden, bevor er vor rund 7.000 Jahren endgültig von der Bildfläche verschwand. Forschern der Universität Tübingen gelang es nun, mitochondriale Genome (mtDNA) aus 12.000 Jahre alten Hirschknochen von der Schwäbischen Alb zu isolieren und dadurch Details zu ihrer Verbreitung im Süden Deutschlands zu klären. 
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Riesenhirschskelett. Foto: Cosimo Posth

 

Tübingen, den 31.03.2015

Was 300.000 Jahre alte Eierschalen über die Umwelt der Altsteinzeit verraten
Am ehemaligen See in Schöningen brüteten Singschwäne
AG Ältere Urgeschichte und Quartärökologie

Wissenschaftler des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (Tübingen) und Kollegen aus Wittenberg und Hannover Eierschale eines Singschwans aus Schöningenkonnten in der 300.000 Jahre alten Fundstelle Schöningen Eierschalenreste verschiedener Vogelarten identifizieren. Von der systematischen Auswertung der Eierschalen erwarten die Forscher in den nächsten Jahren einen entscheidenden Beitrag zur Rekonstruktion der Klimaverhältnisse während der damaligen Warmzeit sowie neue Einblicke in das Verhalten der Zugvögel und die menschliche Ernährungsweise. Die archäologische Fundstelle zeichnet sich durch eine hervorragende organische Erhaltung aus. Sie ist in den 1990er Jahren durch die Funde der ältesten vollständig erhaltenen Holzwaffen des Menschen in Verbindung mit den Überresten von 25 Pferden berühmt geworden. [mehr...]

Fragment einer 300.000 Jahre alten Eierschale vom Singschwan (Cygnus cygnus) auf einem modernen Ei dieser Schwanart. Foto: Jordi Serangeli

 

Frankfurt/Tübingen, den 23.03.2015

Lebendes Fossil untersucht
Familienverhältnisse der Laotischen Felsenratte entschlüsselt
AG Terrestrische Paläoklimatologie

Laotische FelsenratteWissenschaftler des Senckenberg Forschungsinstitutes in Frankfurt und des Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) in Tübingen haben die Verwandtschaftsverhältnisse der Laotischen Felsenratte untersucht, einem sogenannten „lebenden Fossil“. Durch Methoden der vergleichenden Anatomie kommen sie zu dem Schluss, dass die kleinen Nager nah mit den heute in Nordafrika lebenden Gundis verwandt sind. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „Mammalian Biology“ erschienen.

 

 Die Laotische Felsenratte ist ein rätselhafter Nager. © David Redfield/WWF

 

Tübingen, den 13.02.2015

Wisente waren keine Waldbewohner
Heutige Schutzkonzepte müssen überarbeitet werden
AG Biogeologie

Europäisches Wisent im Białowieża-Wald  © Tomasz KamińskiDer Paläontologe Professor Hervé Bocherens vom Senckenberg Centre for Human Evolution and Palaeoenvironment (HEP) und dem Fachbereich Geowissenschaften der Universität Tübingen hat gemeinsam mit deutschen und polnischen Kollegen die ältesten bekannten Wisentknochen Europas untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Wisente „Gemischtesser“ waren und das Leben in offenen Landschaften einem Leben im Wald vorzogen. Dies hat unmittelbare Auswirkungen auf heutige Schutzkonzepte der vom Aussterben bedrohten Tiere. Die zugehörige Studie erschien kürzlich im renommierten Fachjournal PLOS ONE. [mehr...]

Europäisches Wisent im  Białowieża-Wald  © Tomasz Kamiński

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Tübingen, den 16.12.2014

Jäger drängten Mammuts schon vor 30.000 Jahren zurück
Tübinger Forscher finden Hinweise gegen die These vom klimatisch bedingtem Aussterben der großen Pflanzenfresser
AG Biogeologie

Intensive Jagd durch den Menschen hat offenbar schon vor etwa 30.000 Jahren zu einem Rückgang der Mammutpopulationen in Westeuropa geführt. Zu diesem Ergebnis kommen Forscherinnen und Forscher der Universität Tübingen sowie der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in einer Studie. Wie die Wissenschaftler um die Biogeologin Dr. Dorothée G. Drucker im Fachmagazin „Quaternary International“ berichten, lässt sich bei der Analyse von Knochen, Zähnen sowie Mammutelfenbein aus der Phase des sogenannten Gravettien (etwa 30.500 bis 22.000 Jahre vor unserer Zeit) zeigen, dass die klimatischen Bedingungen wie auch die Versorgung mit Nahrung und Trinkwasser für die großen Pflanzenfresser dieser Epoche stabil waren.

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Tübingen, den 11.12.2014

Kolleg-Forschergruppe für die Universität Tübingen
DFG richtet Forschungsverbund „Words, Bones, Genes, Tools“ ein: Wissenschaftler wollen Lücke in der menschlichen Evolution rekonstruieren
AG Paläoanthropologie

Die Kolleg-Forschergruppe „Words, Bones, Genes, Tools“ will eine Lücke in der Erforschung der menschlichen Vorgeschichte schließen: Die frühe Phase der modernen Menschheit, im Zeitraum 100.000 bis 40.000 Jahren vor heute, wurde bereits von der Archäologie, Paläoanthropologie und Genetik detailliert rekonstruiert. Die historische Sprachwissenschaft dagegen erforscht die jüngere Vorgeschichte und reicht bisher maximal 5.000 bis 10.000 Jahre zurück. Doch wie hat sich der Mensch in der Zeit dazwischen, vor 30.000 bis 3.000 Jahren, entwickelt? Die Kolleg-Forschergruppe will diese Zeit durch eine interdisziplinäre Kooperation von Linguistik, Paläoanthropologie, Archäologie und Genetik genauer beleuchten. Wichtige Fortschritte in den beteiligten Disziplinen erlauben es erstmals, ein derartiges Vorhaben realistisch in Angriff zu nehmen.

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https://die-welt-baut-ihr-museum.de