Museum Görlitz

Senckenbergs verborgene Schätze

Ans Tageslicht geholt - Schätze aus den Senckenberg-Sammlungen

SvS Ausstellung Görlitz
SvS Hundeschaedel
SvS Seegurke
Fotos: Senckenberg

Die Sammlungen der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung umfassen nahezu 38,5 Millionen Objekte. Sie lagern wohlgeordnet in den Magazinen, Schubladen und Glaszylindern; viele dieser Präparate bleiben den Besuchern für immer verborgen. Senckenberg hat für die neue Sonderausstellung „Senckenbergs verborgene Schätze“ einige dieser Kostbarkeiten aus ihren fünf sammelnden Standorten in Frankfurt, Görlitz, Dresden, Weimar und Müncheberg zusammengetragen und ans Tageslicht geholt. Diese zum Teil vorher noch nie ausgestellten Schätze werden nun im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz zu sehen sein. Die Ausstellung eröffnet am 22. Januar, 18:00 Uhr, im Museum am Marienplatz und steht den Besuchern bis zum 15. Mai 2016 offen.

Unter den Ausstellungsgegenständen befinden sich kuriose, außergewöhnliche und besondere Exponate. So zum Beispiel das Okapi, eine nur selten zu sehende Waldgiraffe aus dem Bestand des Görlitzer Senckenberg Museums. Es wurde von Tomasz Sokolowski meisterhaft präpariert und stellt das größte Objekt in der Ausstellung dar. Ebenfalls rar sind die gläserne Seegurke und der Anglerkalmar des weltberühmten Glasbläsers Blaschka aus Dresden. Im 19. Jahrhundert konnten Meerestiere und -pflanzen nicht lebensecht konserviert oder nachgebildet und somit bewahrt werden. Der aus Nordböhmen stammenden Leopold Blaschka stellte mit seinem Sohn Rudolph viele dieser Meeresorganismen aus Glas nach, jedoch verschwand mit ihrem Tod auch das Wissen über diese einzigartige Kunstfertigkeit. Nur wenige Modelle überdauerten die Zeit und werden heute weltweit in Museen und Sammlungen als besondere Schätze gehütet.

Alle Exponate erzählen ihre eigene Geschichte, die in den beiliegenden Geschichtenbüchern nachzulesen sind. So erfährt man in der Ausstellung, dass die ausgelegten Hundeschädel keine gewöhnlichen sind. Sie gehörten dem Frankfurter Lebemann und Hundezüchter Karl Hopf, der seine Sammlung 1908 dem dortigen Senckenberg Museum übergab. Später entpuppte er sich als Giftmörder seiner drei Ehefrauen. Auch viele regionale Geschichten werden erzählt, so von den ehemals im Riesengebirge ansässigen Mornellregenpfeifer und Haselhuhn, deren Bestände mittlerweile gänzlich erloschen sind. Oder von dem im Schwarzen Schöps entdeckten Edelkrebs, der in den Görlitzer Sammlungen konserviert wurde und Zeuge für das Vorkommen dieser Art in der Oberlausitz ist. Ergänzt werden die Originalobjekte durch faszinierende Bildkompositionen der Fotografen Sebastian Köpcke und Volker Weinhold.

Ohnehin verdeutlicht die Ausstellung anhand der ausgewählten historischen Exponate die Bedeutung des Sammelns in Museen, deren Forscher dazu beitragen ein Abbild der Natur für die Nachwelt zu bewahren.

Die Ausstellung wird am Freitag, 22.01.2016 um 18:00 Uhr im Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz eröffnet und wird bis 15.05.2016 im großen Ausstellungsraum, 2. OG zu sehen sein.

www.senckenbergsverborgeneschaetze.com

https://die-welt-baut-ihr-museum.de