Senckenberg Forschung

Fallentypen und Laborarbeit
 

Für unsere Arbeit im Feld verwenden wir drei verschiedene Fallentypen zu denen Sie nachfolgend nähere Informationen erhalten.

 

EVS-Falle (Encephalitis-Vector-Survey)


BG-Sentinel Falle


Ovitraps

 

EVS-Falle (Encephalitis-Vector-Survey)

 

Diese Falle wird von unseren Wissenschaftlern am häufigsten eingesetzt. Sie ist leicht, daher gut zu transportieren und schnell ab- und aufzubauen. Als Lockstoff wird Kohlendioxid verwendet welches in Form von Trockeneis in einen Behälter mit Ausströmöffnungen gegeben wird. Bei Trockeneis handelt es sich um tiefgefrorenes CO2 welches bei Temperaturen unter minus 80C sublimiert, das bedeutet ohne den Aggregatzustand flüssig einzugehen direkt gasförmig wird. Unter dem Trockeneisbehälter wird eine Vorrichtung mit einem batterie-betriebenem Ventilator angebracht. Dieser rotiert gerade so schnell, dass die Mücken später in das darunter befindliche Sammelnetz gesogen aber nicht getötet oder beschädigt werden oder wieder hinaus gelangen können.

Befestigt werden diese Fallen an stabilen Ästen oder Ähnlichem meist in einer Höhe von ca. 1,50 m.  Allerdings ist mit ihnen auch ein Einsatz in unterschiedlichen Höhen möglich. Ein Nachteil dieser Falle ist, dass das verwendete Trockeneis bei mind. -80C gelagert werden muss.

          

 EVS Rhön       EVS Altenstadt       EVS Zoo        

Zu sehen ist ein typischen Fanggebiet (Bild: Sarah Bolius) in dem wir mit EVS-Fallen arbeiten. Die Fallen werden meist gegen Nachmittag an den Probenahmeplätzen in ca. 1,5 Metern Höhe aufgehangen und am nächsten Morgen wieder eingesammelt. Die gefangenen Tiere, werden anschließend morphologisch sowie molekular genetisch bestimmt.(Bilder: Antje Werblow; Christian Melaun)

 

 

BG-Sentinel Falle

 

Entwickelt wurde diese Mückenfalle von Wissenschaftlern der Universität Regensburg. Neben der Verwendung von Kohlendioxid als Lockmittel, können bei diesem Fallentypus auch sog. Duftköder eingesetzt werden. Da das Lockmittel direkt an der Eintrittsöffnung zum Ventilator ausströmt, werden die Mücken optimal angelockt und eingesogen. In den meisten Fällen wird diese Falle auf dem Boden platziert.

           

 Schlüchtern    BG-Sentinel    BG-Netz   

Fanggebiet (Bild 1) sowie aufgebaute BG-Sentinel Falle (Bild 2). Die Tiere werden durch einen Ventilator angesogen und in einem Netz gesammelt, welches sich einfach aus des Konstruktion lösen lässt (Bild 3). ( (Fotos: Antje Werblow, Julian Münster)

 

 

Ovitraps

 

Diese unscheinbaren Plastikbecher mit einem Holzspatel sind die einfachste Form einer Mückenfalle. Sie kann sowohl am Boden als auch in verschiedenen Höhen angebracht werden. Befüllt werden die Gefäße meist mit einem speziell angesetzten Heuaufguss oder abgestandenem Regenwasser. Gefangen werden können damit Eigelege verschiedener Arten sowie bereits geschlüpfte Larven verschiedener Stadien und Puppen welche dann im Labor aufgezogen werden können.

       

 Ovitrap Rhön      Ovitrap Steinbruch      Ovitrap Kuhwaldstrasse   

Die Ovitrpas werden ungefähr alle zwei Wochen auf eventuell vorhandene Eigelege oder bereits geschlüpfte Larven kontrolliert (Bild 1) . Aufgestellt werden die Ovitraps z.B. in alten Baumstämmen (Bild 2), in den Boden oder sie werden in Bäume gehangen (Bild 3). Deutlich sichtbar ist der eingelegte Holzspatel. Dieser besitzt eine glatte und eine geriffelte Oberfläche auf der die Steckmücken ihre Eier ablegen können. (Fotos: Sarah Bolius; Antje Werblow)

 

 

Laborarbeit

 

Nachdem die Stechmücken gefangen wurden, werden sie zunächst sowohl morphologisch als auch molekulargenetisch auf ihre Art hin untersucht. Wenn die Tiere bestimmt sind, werden einige von ihnen für Referenzsammlungen in Alkohol gelagert, andere für Schaukästen genadelt. Neben den Artbestimmungen, wird an den Stechmücken auch untersucht, ob sie in der Lage sind bestimmte Krankheiten übertragen zu können.

     

 Labor     genadelte Mücke     Referenzsammlung Peus    

Laborarbeitsplatz zur molekular biologischen Bestimmung der gefangenen Stechmückenarten. Nach der morphologischen und genetischen Bestimmung der Arten, werden einige Exemplare genadelt oder in Alkohol konserviert und in Referenzsammlungen zusammengefasst. (Fotos: Antje Werblow)

 

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