Senckenberg Forschung

Qaidam

MONSUNDYNAMIK UND ENTWICKLUNG VON ARIDEN GEBIETEN - DAS KLIMAARCHIV QAIDAM

Das  Projekt ist ein Beitrag zur Monsundynamik, konkret zur Erkundung und Auswertung von Klimaarchiven. Im Qaidam-Becken am Nordost-Rand des Tibet-Plateaus (TP) sollen aus lakustrinen Sedimenten Multiparameterdaten für eine langzeitliche Klimarekonstruktion gewonnen und interpretiert werden. Eine kontinuierliche und hoch-auflösende Erfassung der Klimaentwicklung im ariden Teil Innerasiens ist bisher nicht verfügbar. Mit den Ergebnissen kann ein besseres Verständnis der Klimadynamik des asiatischen Monsunsystems gewonnen werden. Die zentrale Frage ist, welche Rolle die Hebung des TP bzw. die globale Klimaentwicklung (v.a. die globale Abkühlung vor ca. 14 Millionen Jahren) für die Bildung der ariden Zone im Nordosten des Plateaus gespielt haben. Das wissenschaftlich-wirtschaftliche Verwertungspotential des Vorhabens liegt in einer verbesserten wissenschaftlichen Grundlage für Handlungsoptionen und Management-strategien bezogen auf das klima- und umweltbezogene Veränderungspotential.

Das Tibet-Plateau (TP) und die umliegenden Gebiete sind von herausragender wissenschaftlicher
und gesellschaftlicher Bedeutung. Die Entwicklung des asiatischen Monsunsystems (Abb.1) ist eng mit dem TP und dessen Entstehung verknüpft. Bezüglich der rezenten globalen Erwärmung weist das TP signifikant erhöhte Werte auf, verbunden mit drastischen Auswirkungen auf die Kryosphäre und Hydrosphäre. Ein erheblicher Teil der Weltbevölkerung ist von Veränderungen im der Region des TP direkt betroffen. Zielsetzung in diesem Projekt ist die Rekonstruktion der langzeitlichen Paläo Umweltentwicklung am NE-Rand des TP an Hand lakustriner Sedimentarchive im westlichen Qaidam-Becken. Das Qaidam-Becken war vom Eozän bis sub-rezent ein geschlossenes Sedimentbecken mit kontinuierlicher Akkumulation von Seeablagerungen; es ist daher besonders gut als Archiv für hochauflösende Multiparameter-Studien zur langzeitlichen Paläoklimarekonstruktion geeignet.
Konkrete Projektziele
Mit den Ergebnissen der langzeitlichen Klimarekonstruktion soll ein verbessertes Verständnis der Funktionsprinzipien des Klimasystems in der asiatischen Monsunregion erreicht werden - und damit auch eine bessere Einschätzung der Kontrollfaktoren gegenwärtiger Umweltveränderungen.
Für das Verständnis der Monsundynamik sowie der Bildung von Ressourcen (Kohlenwasserstoffe, Salzlagerstätten) ist es wesentlich,
die Rekonstruktion der Paläoklimaentwicklung auf einen Zeitbereich zu erweitern, in dem sich das Monsunsystem und die Aridifizierung Zentralasiens entwickelt haben.
Dies erfordert die Durchführung weiterer Bohrvorhaben im westlichen Qaidam-Becken (bis ca. 15 Ma).  Zunächst wird als vorbereitender Schritt als Ausgangsbasis für weitergehende Forschung
eine Pilotstudie vorgeschlagen, welche die erreichbaren Ziele deutlicher definiert und mögliche alternative Vorgehensweisen aufzeigt. Im Rahmen dieser Pilotstudie
soll eine umfassende Auswertung existierender Daten (v.a. vorliegende seismische Profile sowie Lithologs & geophysikalische Logs der Firma PetroChina) in Verbindung mit eigenen Ergebnissen aus den Bohrungen SG-1 & SG-1b sowie weiteren kürzeren Bohrabschnitten erfolgen.
Bei erfolgreichem Verlauf der Pilotstudie ist ein Nachantrag für ein deutsch-chinesisches Bohrvorhaben geplant mit dem Ziel, eine kontinuierliche und bezüglich von Klimaproxies geeignete Sequenz von lakustrinen Sedimenten zur Paläoklimarekonstruktion zu gewinnen und auszuwerten, möglichst bis in den Altersbereich von 15 Ma.
Die Pilotphase dient der gezielten Vorbereitung der weiteren Arbeiten zur Paläoklimarekonstruktion.

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