Senckenberg Forschung

Kipp-Punkte in der hydrologischen Entwicklung von Seesystemen

Ziel in diesem Arbeitspaket ist die zeitliche Erfassung von Kipp-Punkten, während derer sich in großen Sedimentationsbecken dauerhafte Seesysteme etablieren konnten bzw. deren Verschwinden initiiert wurde. Als Untersuchungsgegenstand hierfür dienen Bohrkerne aus den Ablagerungszentren der beiden Becken Qaidam (China) und Gaxun Nur (Innere Mongolei), die eine nahezu vollständige Archivierung der sedimentären Prozesse über den kompletten Ablagerungszeitraum der letzten 2 bis 3 Millionen Jahre dokumentieren. Unter Anwendung eines methodischen Multi-Proxy-Ansatzes an hochauflösenden Probenserien aus den langen Sedimentkernen sollen diese Systemwechsel identifiziert werden. Im Vordergrund steht dabei die Frage, ob die Kipp-Punkte einem externen zyklisch getriebenen Klimaantrieb auf glazial-interglazialen bis stadial-interstadialen Zeitskalen folgen oder im Wechselspiel mit nicht-klimatischen Impulsen entstanden sind wie beispielsweise durch tektonische und orographische Einflüsse. Dazu werden sedimentologische, geochemische, mineralogische und mikropaläontologische Verfahren wie die Erfassung des TOC-Gehalts, Korngrößenanalysen, XRF-Scans, XRD-Mineralanalysen, ICP-Elementanalysen, die quantitative Analyse von Pollen und Sporen und die Messung stabiler Isotope an Ostrakoden (δ18O, δ13C) eingesetzt.

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