Senckenberg Forschung

Einflüsse der Kipp-Punkte auf Landschaftssysteme

In diesem Teilprojekt wird der Einfluss von Kipp-Punkten auf das geomorphologische und das hydrologische System am Beispiel des Einzugsgebietes des Salzsees Orog-Nuur (45°04’N, 100°43’E) in der südlichen Mongolei untersucht. Ziel ist insbesondere die Erfassung von Kipp-Punkten während der letzten 25 000 Jahre, die das lokale hydrologische System beeinflusst haben. Hierzu gehören neben klimatischen Schwankungen auch tektonische Ereignisse, Variationen in der Dynamik von Schwemmfächern sowie Änderungen in der Dynamik des Windtransportes von Staub, die zu Verschiebungen von Dünengebieten führen können. Der Orog-Nuur stellt somit mit seinem Einzugsgebiet ein sehr variables Archiv dar, das zum Beispiel von Erdbeben und großflächigen Erdrutschen beeinflusst wird. Mehrere Erdbeben haben das Untersuchungsgebiet in den letzten 100 Jahren betroffen und die Entwicklung des Sees, des Wassergehalts, der Wasserchemie sowie entsprechend die Oberläufe maßgeblich gesteuert.

Für die Untersuchung werden nach einer detaillierten Auswertung von Satellitendaten und der Erstellung einer geomorphologischen Karte in einer mehrwöchigen Geländearbeit mit hochauflösenden Remote-Sensing-Methoden sowie durch Georadar Sedimentpakete nach ihrer Genese klassifiziert, stratigraphisch eingeordnet und später datiert (OSL, 14C). Hinzu kommt die geochemisch-sedimentologische Analytik der Sedimente. Die Untersuchungen dienen der Charakterisierung der unterschiedlichen Sedimenttypen und im optimalen Fall der Zuordnung der Sedimente aufgrund ihrer sedimentologisch/geochemischen Attribute zu bestimmten Prozesskategorien (z.B. fluvial, äolisch, lakustrin).

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