Senckenberg Forschung

Sensitivitätsanalysen für Kipp-Punkte

Das Ziel dieses Teilprojektes besteht darin, zu untersuchen, ob innerhalb der letzten 2.7 Ma in bestimmten Zeitabschnitten die Wasserbilanz des Einzugsgebietes des Qaidam-Sees (China) ausgeglichen war und somit quasi-stabile Zustände vorhanden waren, welche auch durch globale Klimaschwankungen nicht irreversibel gestört werden konnten. Weiterhin soll untersucht werden, warum vor ca. 600 ka der Qaidam-See eine abrupte Veränderung erfuhr und nicht mehr in der Lage war, seine frühere, wesentlich größere Ausdehnung für längere Zeit aufrecht zu erhalten. Insbesondere soll analysiert werden, ob sich Kipp-Punkte bezüglich der großräumigen atmosphärischen Zirkulation identifizieren lassen, die zu dieser irreversiblen Änderung des Qaidam-Sees geführt haben. Es wird vermutet, dass es zusätzlich Kipp-Punkte gab, die dazu führten, dass bei Unterschreitung einer Mindestausdehnung des Sees eine langfristig ausgeglichene Wasserbilanz im Einzugsgebiet nicht mehr möglich war, da dann ein Recycling des Niederschlags innerhalb des Einzugsgebiets nicht mehr ausreichte, um in klimatisch trockeneren Zeitabschnitten die langfristige Stabilität des Qaidam-Sees zu sichern.

Es werden globale Klimamodelle (GCM, general circulation models) sowie regionale Simulationen (RCM, regional climate model) durchgeführt, um ein atmosphärisches Zirkulationsmodell zu modellieren. Diese Simulationen werden die Grundlage sein für die Untersuchung von globalen atmosphärischen Treibern, die zur Ausbildung von Kipp-Punkten in tibetischen Seen führen können. Solche globalen Treiber können orbitale Variationen, glaziale und interglaziale Variationen und Landoberflächenveränderungen (z.B. Vegetation und Eisbedeckung, Land-See Umfang) sein, die in den letzten 2.7 Ma auftraten. Paläoklima-Zeitscheibenexperimente werden verwendet, um bestimmte vergangene signifikante Klimazustände zu identifizieren. Es ist geplant Zeitscheibenexperimente für den heutigen Zustand (als Kontroll-Simulation), das Mittel-Holozän (~ 6 ka), das Letzte Glaziale Maximum (~ 21 ka) und die vorglaziale Welt, vertreten durch eine Pliozän-Simulation (~ 3 Ma), durchzuführen.

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