Senckenberg Forschung

CAHOL- Central Asian Holocene Climate

In einem integrierten Ansatz soll die Wechselwirkung zwischen der Position und Stärke der Westwinde und des Sommermonsunniederschlags während des Holozäns untersucht werden. Moderne Beobachtungen und Modellsimulationen zeigen, dass die Position der Westwinde durch Klimaänderungen im Nordatlantik gesteuert wird und das asiatische Monsungebiet nach Norden eingrenzt. Dieser Zusammenhang zwischen der regionalen Monsunstärke und der Position der Westwinde in Asien ist für das Niederschlagsregime in weiten Teilen Asiens von entscheidender Bedeutung. Die Kürze der instrumentellen Datenreihen lässt jedoch eine verlässliche Aussage über Perioden und Wechselwirkungen dieser Klimaphänomene nicht zu. In diesem Projektverbund wird die Hypothese getestet, dass lang anhaltende Phasen der Atlantischen Multidekaden-Oszillation (AMO) oder der nordatlantischen Oszillation (NAO) durch eine längerfristige Verlagerung der Westwindsysteme Kipp-Punkte im asiatischen Monsunklima hervorrufen können. Hierzu werden neue Sedimentarchive im Westwindsystem (Chatyr Kol, SE Kirgistan), im Übergang vom Westwindsystem zum Indischen Monsun (nördliches Arabisches Meer) sowie im Bereich des Ostasiatischen Monsuns (Südchinesisches Meer) untersucht (Abb. 2), um anhand von regionalen Mustern das Verständnis von Phasenverschiebungen sowie Fernverbindungen im Klimasystem zwischen Nordatlantik, Westwinden und Monsunsystem zu verbessern. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die numerische Modellierung der Kipp-Punkte mittels globaler und regionaler Klimasimulationen. Damit kann die Wechselwirkung mit Klimaoszillationen im Nordatlantik besser verstanden und die Abschätzung der regionalen Auswirkungen und Gefahren rezenter Klimaveränderungen verbessert werden.

Abb. 2: Untersuchungsgebiete der Arbeitsgruppen: WP1 untersucht das Westwindsystem anhand von Seesedimenten aus dem Chatyr Kol, WP2 den Übergang vom Westwindsystem zum Indischen Monsun im nördlichen Arabisches Meer und WP3 den Ostasiatischen Monsun im Südchinesischen Meer. Schwarze Pfeile: Windvektoren im Juli, Grün: Niederschlagsmenge in mm pro Monat.Abbildung 2: Untersuchungsgebiete der Arbeitsgruppen: WP1 untersucht das Westwindsystem anhand von Seesedimenten aus dem Chatyr Kol, WP2 den Übergang vom Westwindsystem zum Indischen Monsun im nördlichen Arabisches Meer und WP3 den Ostasiatischen Monsun im Südchinesischen Meer.

 

 

Beteiligte Institute und Arbeitsgruppen

Geoforschungszentrum Potsdam
Sektion Klimadynamik und Landschaftsentwicklung: Prof. Dr. Achim Brauer, Dr. Jens Mingram

Universität Hamburg
Institut für Geologie, Arbeitsgruppe Biogeochemie: Prof. Dr. Kay-Christian Emeis, Dr. Birgit Gaye, Dr. Nicole Burdanowitz

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Geowissenschaften: Dr. Joachim Segschneider

Technische Universität Braunschweig
Institut für Geosysteme und Bioindikation: Prof. Dr. Antje Schwalb, Dr. Falko Turner

Eberhard-Karls-Universität Tübingen, Fachbereich Geowissenschaften
Arbeitsgruppe Mikropaläontologie: Dr. Hartmut Schulz

Freie Universität Berlin
Institut für Meteorologie, AG Modellierung des Klimasystems: Prof. Dr. Ulrich Cubasch, Dr. Bijan Fallah

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie (ZMT) Bremen Biogeochemie/Geologie: Dr. Tim Rixen

MARUM, Universität Bremen: Dr. Mahyar Mohtadi, Prof. Dr. Michael Schulz, Dr. Stephan Steinke

Max-Planck-Institut fur Biogeochemie (MPI) Jena: Prof. Dr. Gerd Gleixner

 

 

Übersicht über die einzelnen Forschungsprojekte

CAHOL ist in vier übergeordnete Arbeitspakete unterteilt:

CAHOL ist in vier übergeordnete Arbeitspakete unterteilt:

WP1: Analyse der Seesedimente des Chatyr Kol – Sees in Kirgisistan inklusive Artenspektren und C-Isotopie von Mikrofossilien als Indikatoren für Gewässerentwicklung und C-Kreislauf
WP2: Arabisches Meer
WP3: Südchinesisches Meer
M: CAHOL-Modellierung

 


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