Senckenberg Forschung

Arabisches Meer

Das Arabische Meer unterliegt dem saisonalen Monsunzyklus mit starken SW-Winden im Sommer und moderaten bis starken NE-Winden im Winter. Die saisonal wechselnden Monsune beeinflussen Ozeanoberflächentemperaturen und Zirkulation und steuern damit die Produktivität sowie die Prozesse in der Wassersäule, so dass Monsunstärke und –dynamik sich zum Beispiel direkt in den Ozeanoberflächentemperaturen wiederspiegeln.

In diesem Projekt sollen die Variabilität des indischen Monsuns in Interaktion mit dem Westwindklima rekonstruiert und Kipp-Punkte im Klimasystem identifiziert werden. An einem teilweise laminierten Sedimentkern, der am Pakistanischen Kontinentalhang genommen wurde und der das gesamte Holozän umfasst, soll daher die Ozeanoberflächentemperatur als Indikator für die Monsunstärke mit Hilfe von  Alkenonkonzentrationen rekonstruiert werden. Ergänzend dazu sollen Produktivitätsindikatoren wie Akkumulationsraten von organischem Kohlenstoff oder Stickstoff und Indikatoren für die Intensität der Sauerstoffminimumzone zusätzliche Informationen über Klimaänderungen und Interaktionen mit biogeochemischen Kreisläufen geben. Der lithogene Sedimentanteil soll für eine Rekonstruktion der Winterniederschläge und damit der Stärke des Westwindeinflusses genutzt werden.

Für die hochauflösende Untersuchung des 7m langen Kerns sollen planktische Foraminiferen zur 14C-Datierung ausgelesen werden, um ein präzises Altersmodell zu erstellen. Weiterhin kann durch die Auszählung von Eventlagen in dem Kern die Häufigkeit von Extremereignissen rekonstruiert werden. Wenn möglich sollen diese Ereignisse mit denen aus bereits untersuchten Nachbarkernen korreliert werden, um die räumliche Ausdehnung und damit die regionale Bedeutung katastrophaler Flutereignisse besser zu verstehen.

https://die-welt-baut-ihr-museum.de