Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Botanik und Molekulare Evolutionsforschung

Aktuelles 2018

  

(29.11.2018) Klaus Tschira Stiftung ermöglicht Erschließung des Moos-Herbars von Carl Bosch
Der weithin bekannte Nobelpreisträger und ehemalige Vorstandsvorsitzende der BASF, Carl Bosch, war nicht nur ein erfolgreicher Chemiker und Manager, sondern auch begeisterter Naturforscher und Sammler. Das Forschungsinstitut Senckenberg verwahrt seit den 1960er Jahren seine Käfer-, Mollusken-, Flechten- und Moos-Sammlungen, insgesamt mehrere 100.000 Belege. Die Klaus Tschira Stiftung hat nun 87.500 Euro bewilligt, um die noch im Originalzustand erhaltene Moos-Sammlung von rund 17.000 Proben zu erschließen und digital zu erfassen. Der Projektantrag wurde maßgeblich von unserem ehrenamtlichen Mitarbeiter Gerhard Winter ausgearbeitet. Ein „Citizen-Science-Projekt“ im doppelten Sinne also!

Herbarium Carl Bosch

Historische Sammlungen enthalten wertvolle Informationen zu Umweltveränderungen, diese sind aber in der Regel nur schwer zugänglich. Das Herbarium des Chemie-Nobelpreisträgers Carl Bosch wird in den nächsten Jahren mit Mitteln der Klaus Tschira Stiftung erschlossen.


 

(08.11.2018) Vernetzungstreffen der senckenbergischen Botaniker und Paläobotaniker fand vom 5. bis 7. November in Frankfurt statt
Am diesjährigen Vernetzungstreffen nahmen 27 Personen aus Dresden, Frankfurt, Görlitz, Jena, Weimar teil, Mona Hoppenrath aus Wilhelmshaven war am 5. November per Videokonferenz zugeschaltet. Ein wichtiger Programmpunkt war der Austausch mit den senckenbergischen Paläobotanikern über mögliche zukünftige Kooperationsprojekte.

Seminarraum Lutz Kunzmann

Die Tagung fand überwiegend im sehr gelungenen neuen Seminarraum statt. Wichtiger Teil des Programms war der Austausch Paläobotaniker - Botaniker über mögliche Kooperationen (rechts Lutz Kunzmann bei seinem Vortrag).

Ansonsten standen Erfahrungsberichte über Planung Bau/Umzug (SNMG plant derzeit den Neubau), Projektberichte, Abstimmung im Hinblick auf Kuratierung der Herbarsammlungen und vor allem Überlegungen zu standortübergreifenden Strategien und Drittmittelprojekten im Vordergrund. Nicht zu vergessen die Kaffee- und Mittagspausen als wichtige Möglichkeit zum Austausch über verschiedenste Themen.

Sammlungsraum

Besonders in Görlitz ist die Planung von neuen Sammlungsräumen ein aktuelles Thema. Die neuen Sammlungsräume der Botanik in Frankfurt fanden großes Interesse, die "neue Gefahr" Papierfischchen war auch ein Thema.

Abgerundet wurde das Programm durch eine Führung durch den Wissenschaftsgarten am Riedberg und eine Exkursion zu den Schwanheimer Alteichen und zum Rohsee.

Wissenschaftsgarten der Universität Frankfurt

Besuch des Wissenschaftsgartens der Goethe-Universität.

Alteichen in Schwanheim Indra Starke-Ottich vor dem Info-Bus

Die Exkursion zu den Alteichen in Schwanheim und zum Rohsee wurde von Indra Starke-Ottich geführt. Zur perfekten Vorbereitung gehörten Kaffee und Kekse und der "Info-Bus".

Die Exkursionsteilnehmer am Rohsee


Die neuen Sammlungs- und Funktionsräume, aber auch die neuen Gästezimmer und das Bistro im Jügelhaus wurden sehr positiv bewertet. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen in Görlitz (wahrscheinlich Juni 2019).


 

(26.10.2018) Umzug geschafft = Herbarium wieder geöffnet
Seit dem 1. Oktober 2018 ist das Herbarium Senckenbergianum Frankfurt/M. (FR) am neuen Standort wieder arbeitsfähig. Die Sammlungen sind jetzt alle in klimatisierten und geschützen Räumen in Kompaktanlagen untergebracht. Auch die Arbeitsräume der Botanik befinden sich jetzt im Jügelhaus in der Mertonstraße im Museumskomplex an der Senckenberganlage 25.

Stefan Dressler vor der Kompaktanlage im neuen Herbarium


 

(16.10., ergänzt 17.10.2018) Tagung "Monocots VI" in Natal
Vom 6. bis 14. Oktober 2018 nahmen Fabian Bratzel, Juraj Paule und Georg Zizka an der Tagung "6th International Conference on Comparative Biology of Monocotyledons – Monocots VI" in Natal, Brasilien, teil, die auch den "2nd World Congress of Bromeliaceae Evolution – Bromevo II" beinhaltete (Abstractband).

Strand nahe dem Tagungsort Obstregal

Tagungsort in Strandnähe.

Teile der täglichen "Diät".

Crypthantus zonatus Sanddünen im Stadtgebiet von Natal

Cryptanthus zonatus, eine endemische Bromelie.

Beeindruckende Sanddünen mit Restinga-Vegetation im Stadtgebiet Natals.

Die Abteilung war mit der Organisation einer Session (Recent advances in the Bromelioideae systematics) zusammen mit unserem Kooperationspartner Elton Leme sowie drei Vorträgen und einem Poster vertreten. Über 400 Teilnehmer sorgten für ein umfangreiches Programm, Exkursionen führten in die küstennahe Waldvegetation auf Sand (Restinga und Elemente der Mata Atlântica).

Vortragende der Bromelioideae-Session

Vortragende der Bromelioideae-Session (v. l.): Claudia Ramírez, Jefferson Rodriguez Maciel, Elton Leme, Gregory Brown, Juraj Paule, Georg Zizka.

Telefonzelle

◄ Die große Bedeutung des in der Region beheimateten Cashu-Baumes (Anacardium occidentale) zeigt sich auch an den Telefonzellen.

Bestandteil der täglichen "Diät". ►




Herzlichen Dank an die Organisatoren!

Kokosnuss-Drink


 
Abendempfang im Palmenhaus

(08.10.2018) Besuch in Helsinki

Vom 13. bis 15. September besuchte Flechtenkurator Christian Printzen das Botanische Museum der Universität Helsinki als Opponent von Annina Launis, die am 14. September erfolgreich ihre Doktorarbeit über Systematik und Schutz der Flechtengattung Micarea verteidigte.

Die Verteidigung fand nach alter Universitätstradition im historischen Nylander-Saal statt und wurde mit einem abendlichen Empfang und Abendessen im Botanischen Garten gefeiert.



◄ Dr. Annina Launis (rechts) und ihre Betreuerin Prof. Dr. Leena Myllys beim Abendempfang.

Disputation in Helsinki

Tradition trifft Moderne: Annina Launis, Kustos Jaakko Hyvönen und der Opponent bei der Eröffnung der öffentlichen Verteidigung. Man beachte die Kopfbedeckungen.

Festbankett

Entspannte abendliche Festgesellschaft nach überstandener Arbeit.


 

(05.10.2018) Die BLAM hat einen neuen Vorstand
Auf ihrer Mitgliederversammlung am 24. August 2018 in Immensee im Allgäu hat die Bryologisch-Lichenologische Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa einen neuen Vorstand gewählt. Neuer 1. Vorsitzender ist Christian Printzen, in seiner Freizeit Kurator für Kryptogamen in der Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung.


 

(05.10.2018) DFG-Projekt „Lecanomics“ nimmt Fahrt auf
Am 1. Juli trat Cristóbal Ivanovich aus Punta Arenas in Chile seine Doktorandenstelle an der Abteilung an. Cristóbal wird im Rahmen des im DFG Schwerpunktprogramms „Taxon-omics“ geförderten Projekts „Lecanomics“ die molekulare Systematik und Artabgrenzungen innerhalb der großen Flechtengattung Lecanora untersuchen.
Arten dieser Gattung kommen weltweit in praktisch allen Landökosystemen vor. Allein in den letzten 50 Jahren sind ca. 250 neue Arten beschrieben worden. Das Projekt wird von einem weltweiten Netzwerk von Kooperationspartnern unterstützt.

Doktorand Cristóbal Ivanovich Kooperationspartner Mohammad Sohrabi
Lecanora ist eine artenreiche Flechtengattung, die auf allen Kontinenten vorkommt. Cristóbal Ivanovich bei Geländearbeiten im südlichen Chile. "Lecanomics"-Kooperationspartner Mohammad Sohrabi im Gelände nahe dem Bergdorf Deylaman im Nordiran.
 

Am 20. September hat das Lecanomics-Team für ein weiteres Jahr Unterstützung durch Yanyun Zhang aus Kunming in China bekommen. Sie bearbeitet im Rahmen ihrer von Prof. Dr. Wang Lisong betreuten Doktorarbeit die mit Lecanora eng verwandte Gattung Rhizoplaca in China. Vom 19. Juli bis 6. August besuchte Christian Printzen den iranischen Partner Prof. Dr. Mohammad Sohrabi, um Proben in Wäldern entlang des kaspischen Meers zu sammeln. Die Region ist für ihre gut erhaltenen Laubwälder bekannt.


 

(11.09.2018) Fast geschafft...
Der Umzug der Abteilung Botanik und Molekulare Evolutionsforschung in das Jügelhaus wird voraussichtlich im Oktober abgeschlossen sein, die Kolleginnen und Kollegen arbeiten seit zehn Tagen in den neuen Büros. Einzig das von der Abteilung betriebene Grunelius-Möllgaard-Labor und das DNA-Archiv sind noch temporär im Maria-Sibylla-Merian-Haus untergebracht und werden 2019 an den endgültigen Standort im Reimersbau umziehen.


 

(10.09.2018) Forum Citizen Science: "Gemeinsam mehr erreichen"
Am 6. und 7. September 2018 fand bei Senckenberg das "Forum Citizen Science" mit gut 100 Teilnehmern statt.

Forum Citizen Science 2018 Forum Citizen Science 2018

Die Abteilung Botanik stellte zwei ihrer Citizen-Science-Projekte vor (Flora von Frankfurt, vorgestellt von Indra Starke-Ottich, und die Fotodatenbank African Plants – A Photo Guide, vorgestellt von Stefan Dressler) und war noch mit einem Kurzvortrag beteiligt. Die Biodiversitätsdatenbanken der Abteilung Botanik haben jährlich einige zehntausend Besucher.



 


(16.08.2018) Natur • Forschung • Museum 148 (4-6)

Neue Beiträge in "Natur • Forschung • Museum" zur Arbeit mit und an Sammlungsbelegen aus dem Herbarium Senckenbergianum:

Networking im Laubblatt

Pflanzen digital

Rainer Döring feierte 40-jähriges Dienstjubiläum. Wir gratulieren herzlich und danken für den langjährigen Einsatz für Senckenberg und die Botanik.

Titelseite von NFM 148 (4-6)
 

 
50 Jahre BLAM: Titelseite des Programmheftes

(13.04.2018) Tagung der Bryologisch-Lichenologischen Arbeitsgemeinschaft für Mitteleuropa (BLAM)

Vom 20. bis 22. April tagen mehr als 100 Moos- und Flechtenkundler aus dem mitteleuropäischen Raum im Senckenberg Naturmuseum Frankfurt und feiern das 50. Jubiläum der Bryologisch-Lichenologischen Arbeitsgemeinschft für Mitteleuropa (BLAM).

Organisiert vom Kurator für Kryptogamen, Dr. Christian Printzen, treffen sich BürgerwissenschaftlerInnen, die Moose und Flechten sowie deren Erforschung zu ihrem Hobby gemacht haben, mit Fachwissenschaftlern. Das Tagungsprogramm wird durch Exkursionen in den alten Botanischen Garten der Goethe-Universität und den Taunus sowie eine kleine Kunstausstellung ergänzt.

 

 

(13.04.2018) Umzug auf vollen Touren
Seit Anfang 2018 läuft der Umzug der Abteilung "Botanik und Molekulare Evolutionsforschung". Der umfangreichste Teil ist der Transport der über 1,2 Millionen Herbarbelege vom alten Standort in der Kuhwaldstraße in die neuen Räumlichkeiten mit klimatisierten Sammlungsräumen und Kompaktanlagen im Jügelhaus (ehemaliges Uni-Hauptgebäude).

Blick in einen Teil des Herbariums in der Kuhwaldstraße Das GM-Lab im alten Arthur-von-Weinberg-Haus

Das alte Arthur-von-Weinberg-Haus in der Kuhwaldstraße (von Senckenberg 1988 bezogen) leert sich: links das Herbarium und rechts das Grunelius-Möllgaard-Labor.

Zur vorbeugenden Sammlungshygiene wird das Sammlungsmaterial in zwei großen Tiefkühlcontainern in Tranchen jeweils eine Woche bei -40°C tiefgefroren. Dieser Teil des Umzugs wird voraussichtlich im Mai abgeschlossen sein, ab Juli/August folgt dann der Büroumzug. Voraussichtlich im Oktober wird das Herbarium wieder für Gastforscher zugänglich sein.

Tiefkühlcontainer im Senckenberg-Hof

In der Bildmitte die beiden Tiefkühlcontainer im Senckenberg-Hof, die wöchentlich neu beschickt werden.

Geschützte Transporteinheit Ankunft im neuen GM-Lab

Das Herbarmaterial wird in Schränken transportiert und vor dem Tieffrieren in Plastikfolie eingepackt, um es vor Feuchtigkeit beim Auftauen zu schützen.

Blick in das neue Grunelius-Möllgaard-Labor (Prä-PCR-Labor) am Dienstag, 10. April 2018. Inzwischen sind schon viele Kisten ausgepackt.

Anfang dieser Woche fand innerhalb von zwei Tagen der Umzug des Grunelius-Möllgaard-Labors statt, und zwar für ca. ein Jahr in Räumlichkeiten des Senckenberg Biodiversität und Klima-Forschungszentrums (herzlichen Dank an SBiK-F). Endgültiger Standort wird dann ab 2019 der Labortrakt im Reimersbau sein. Am 22. April 2018 steht das GML wieder seinen Nutzern zur Verfügung.



(13.04.2018) Projekttreffen bei Senckenberg
Am 19. März 2018 fand das erste Projekttreffen 2018 des vom BMBF geförderten Projektes "Pflanzensammlungen Botanischer Gärten: Lebendige Ressourcen für die integrative Evolutionsforschung" (Evo-BoGa) bei uns in Frankfurt statt.

Das Projekt wird vom Botanischen Garten und Botanischen Museum in Berlin (BGBM) koordiniert; Ziel ist es, die Sammlungen von Kakteen und Bromelien in deutschen Botanischen Gärten besser zugänglich und nutzbar zu machen.

Universität Heidelberg (Prof. Dr. Marcus Koch) und die Senckenberg-Abteilung Botanik (Juraj Paule, Georg Zizka) sind Projektpartner und setzen molekulare Methoden ein, um die Bestimmung von Bromelien zu erleichtern und die Phylogenie zu rekonstruieren. Seit 1. Feb. 2018 ist Dr. Fabian Bratzel in diesem Projekt angestellt, Frau Nadine Cyrannek fertigt zu diesem Thema ihre Masterarbeit an.

Rechts: Guzmania musaica, eine epiphytische Bromelie (Foto: D. Cáceres).

Guzmania musaica
Fabian Bratzel & Nadine Cyrannek

Dr. Fabian Bratzel und Nadine Cyrannek untersuchen die Eignung von DNA-Sequenzen für ein Barcoding bei Bromelien.


 

(19.02.2018) Sammelreise nach Südchile und Livingston Island

Einschiffung auf der

Senckenberg-Botaniker Christian Printzen (rechts im Bild) besammelt zur Zeit Flechtenpopulationen für das DFG-Projekt "Ausbreitung und genetischer Austausch zwischen Flechtenpopulationen in Patagonien und der Antarktischen Halbinsel". Nach einer Woche Geländearbeit im Süden Chiles schiffte er sich am 17. Februar mit seinen Kolleg*inn*en Ulrike Ruprecht (Universität Salzburg) und Ulrik Söchting (Universität Kopenhagen) auf der "BIO Hesperides" nach Livingston Island ein.

https://die-welt-baut-ihr-museum.de