Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Naturschutzgenetik

Suchhunde in Wildtierforschung, Artenschutz und Monitoring


Hintergrund

Große Beutegreifer haben begonnen, ihre historischen Verbreitungsgebiete im westlichen Europa wiederzubesiedeln. Durch die Untersuchung dieser Ausbreitungsbewegungen sowie der Vernetzungen zwischen Populationen über genetisches Monitoring können wertvolle Informationen über diesen Prozess gewonnen werden, der sich in einer vom Menschen dominierten Kulturlandschaft abspielt. Jedoch haben viele große Beutegreifer ausgedehnte Streifgebiete, sind selten und leben sehr heimlich, sodass die Gewinnung von DNA-Proben für genetische Analysen oft sehr schwierig ist. Speziell zu diesem Zweck trainierte Suchhunde können nichtinvasive DNA-Proben (z.B. Kot) von einer oder mehreren Arten schnell und zuverlässig in großen Gebieten auffinden und anzeigen. Auf diese Weise können neben genetischen Profilen zahlreiche weitere Informationen wie Nahrungszusammensetzung sowie physiologische Verfassung und Gesundheitszustand von Individuen gewonnen werden.

Das Projekt

Wir trainieren spezialisierte Suchhunde darauf, nichtinvasive DNA-Proben von Luchs (Lynx lynx), Wolf (Canis lupus) und Wildkatze (Felis silvestris) in freier Wildbahn zu verweisen und setzen diese Hunde im Rahmen von Forschungs- und Auftragsprojekten ein. Es ist geplant, weitere Arten ins Such-Repertoire aufzunehmen. Das Hundetraining basiert auf positiver Verstärkung, einem schrittweise erhöhten Schwierigkeitsgrad sowie einer großen Anzahl verschiedener Trainingsproben, -orte und -situationen.

Das erste Mitglied unseres Suchhund-Teams ist Maple, eine 2016 geborene Labrador-Retriever-Hündin. Sie hat ein extrem hohes Energielevel und eine große Begeisterung für ihren Ball, was sehr gute Voraussetzungen für die Arbeit als Suchhund sind. Maple ist voll in den Alltag der Arbeitsgruppe und der Hundeführerin integriert.

Gemeinsam mit Forscherin und Hundeführerin Laura hat Maple bereits erfolgreich zahlreiche Luchs-, Wildkatzen- und Wolfproben detektiert. Ein weiterer, mehrwöchiger Sucheinsatz ist im Frühjahr 2018 in Nordhessen geplant. In unserem Wildtiergenetiklabor führen wir anhand der gefundenen Proben genetische Analysen durch, um Fragen in Bezug auf Populationsstruktur, genetische Vielfalt, Inzucht, Herkunft, Wanderungsbewegungen und Verwandtschaft zu beantworten.

Projektpartner

Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)

Nationalpark Bayerischer Wald

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN)

Arbeitskreis Hessenluchs

Interessiert?

Wir bieten die Planung und Durchführung von Suchhund-basierten Studien bzw. Projekten einschließlich genetischer Analysen für eine Reihe von Arten an. Bitte kontaktieren Sie uns mit Ihren Projektideen!

wildtiergenetik@senckenberg.de

+49 (0) 6051619543138

 

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