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world of biodiversity

Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Arachnologie

Sparassidae

Forschung der Sektion Arachnologie fällt in den Forschungsbereich "Biodiversität und Systematik".

Der Forschungsschwerpunkt der Sektion Arachnologie liegt auf der Taxonomie, Systematik und Biogeographie der Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae). Diese vornehmlich tropisch und subtropisch verbreitete Spinnenfamilie zählt weltweit über 1000 Arten.

Heteropoda aus Vietnam  Die Unterfamilie Heteropodinae scheint nach bisherigen Erkenntnissen in Asien zunächst eine Radiation in die heutigen Gattungen vollzogen zu haben. Danach traten Radiationen einzelner Gattungen in den Gebirgen des kontinentalen Südasiens (Pseudopoda, Sinopoda) und im gesamten tropischen Inselasien sowie Australien (Heteropoda, Pandercetes) auf. Kooperationen bestehen u.a. zum National Science Museum Tokyo (Dr. Hirotsugu Ono), zum Museum of the Institute of Zoology, Chinese Academy of Sciences (Prof. Dr. Shuqiang Li).                                                                                                                         Male of Heteropoda onoi Jäger 2008 aus Vietnam

Pseudopoda aus Nord-ThailandEin zweiter Schwerpunkt innerhalb der Sparassidae ist die afrikanische Fauna. Ein Schlüssel für die afrikanischen Gattungen wurde bereits erarbeitet. Die Gattung Eusparassus wird zru Zeit von Majid Moradmand (Eshafan) revidiert. Kooperationen bestehen zum Plant Protection Research Institute in Pretoria (Dr. Ansie Dippenaar-Schoeman) und zum National Museum of Namibia in Windhoek (Tharina Bird).

 

                                           Pseudopoda sp. aus Nord-Thailand

Spinnenfauna von Laos

Seit 2003 werden Expeditionen in Laos durchgeführt. Zahlreiche Publikationen wurden zur Spinnenfauna veröffentlicht. Kooperationen bestehen nicht nur zur National University of Laos (NUoL), sondern auch zu verschiedenen in Laos tätigen Institutionen (WCS, WWF, UNESCO, GAPE, SODI). Seit 2010 wird ein Student an der NUoL betreut.

Weitere Information zur Forschung in Laos.

Evolution von Merkmalen

Vor der Verwandtschaftsanalyse steht die Analyse von Merkmalen und ihrer taxonomischen Verwertbarkeit. So wurde  z.B. die Palpuskralle der Sparassidae und die Art ihrer Bezahnung als ein wichtiges Hilfsmittel bei der Begründung der Monophylie der Heteropodinae erkannt. Zur Zeit beginnen Untersuchungen zu Mechanismen, die die Verlängerung von Genitalstrukturen verursachen.

Spinnenfauna und Neozoen in Zentraleuropa

Eingewanderte Arten, sogenannte Neozoen, können einen immensen Einfluss auf die indigene Fauna und Flora haben. Langzeitstudien können zeigen, wie groß dieser Einfluß ist und ob neues Gefährdungspotential für bereits vorhandene Arten besteht. Nachweiskarten können helfen, solche Entwicklungen zu erkennen und zu verfolgen. Um möglichst viele Daten zu erhalten, müssen Informationen einem breiten Publikum erschlossen werden, sei es als Bestimmungschlüssel oder als Fotogalerie zur Erkennungshilfe. Initialpunkte konnten für die Zitterspinne Holocnemus pluchei und die Trochanteriidae Zimiris doriai nachgewiesen werden. Weiterhin wurden neue Nachweise der Giftspinnengattungen Latrodectus und Phoneutria als Importereignisse erbracht.

 

 

Filme über Thyene imperialis (Salticidae) , die Cyclosa deserticola (Araneidae) in deren Netz überwätigt 

 


 

Peter Jäger war Vorstandsmitglied der International Society of Arachnology (2004-2010) und ist ihr Korrespondent für Deutschland, war Vorstandsvorsitzender der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes; 2004-2010) sowie im Kuratorium " Spinne des Jahres " (2000-2009). Er ist Associate Editor der Zeitschrift Zootaxa und Mitglied im Editorial Board der Arachnologischen Mitteilungen sowie von Acta Arachnologica Sinica. Darüber hinaus arbeitet er im Expert Board of Araneae.

Jochen Martens (Ornithologe, Arachnologe) arbeitet über Opiliones, vor allem von seinen Forschungsreisen nach Zentralasien, dem Himalaya, China und dem Kaukasus.

Manfred Grasshoff hat sich lange Zeit mit der Taxonomie der Araneidae befasst. Dabei untersuchte er insbesondere verwandtschaftliche Zusammenhänge durch die funktionelle und konstruktionsmorphologische Analyse von Kopulationsorganen.

Spezieller Dank für langjährige Hilfe bei der Aufzucht von Jungspinnen sagt die Arachnologische Sektion dem Institut für Genetik der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, und hier im besonderen Dr. Olaf Vef.  Weiters gilt Dank für vielfältige Unterstützung Martina Schwalbach.