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Arachnologie
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Sparassidae

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Taxonomie, Systematik und Biogeographie der Riesenkrabbenspinnen (Sparassidae). Diese vornehmlich tropisch und subtropisch verbreitete Spinnenfamilie zählt weltweit knapp 1000 Arten.

Heteropoda aus Vietnam  Heteropoda sp. aus Vietnam

Die Unterfamilie Heteropodinae scheint nach bisherigen Erkenntnissen in Asien zunächst eine Radiation in die heutigen Gattungen vollzogen zu haben. Danach traten Radiationen einzelner Gattungen in den Gebirgen des kontinentalen Südasiens (Pseudopoda, Sinopoda) und im gesamten tropischen Inselasien sowie Australien (Heteropoda, Pandercetes) auf. Kooperationen bestehen u.a. zum National Science Museum Tokyo (Dr. Hirotsugu Ono), zum Museum of the Institute of Zoology, Chinese Academy of Sciences (Prof. Dr. Shuqiang Li), International Rice Research Institute Manila (Dr. Alberto Barrion).

Pseudopoda aus Nord-Thailand  Pseudopoda sp. aus Nord-Thailand

Ein zweiter Schwerpunkt innerhalb der Sparassidae ist die afrikanische Fauna. Ein Schlüssel für die afrikanischen Gattungen wurde bereits erarbeitet. Weiterhin wird eine Unterfamilie im westlichen Südafrika hinsichtlich ihrer verwandtschaftlichen Beziehungen und Anpassungen an unterschiedliche Biome makroökologisch untersucht werden (Dissertation Dirk Kunz). Kooperationen bestehen zum Plant Protection Research Institute in Pretoria (Dr. Ansie Dippenaar-Schoeman) und zum National Museum of Namibia in Windhoek (Tharina Bird).

Evolution von Merkmalen

Vor der Verwandtschaftsanalyse steht die Analyse von Merkmalen und ihrer taxonomischen Verwertbarkeit. So wurde  z.B. die Palpuskralle der Sparassidae und die Art ihrer Bezahnung als ein wichtiges Hilfsmittel bei der Begründung der Monophylie der Heteropodinae erkannt. Zur Zeit beginnen Untersuchungen zu Mechanismen, die die Verlängerung von Genitalstrukturen verursachen. Erster Schritt ist die Analyse der proximaten Ursachen bei dem Palpus der Araneae (Diplomarbeit Matthias Reincke).

Spinnenfauna und Neozoen in Zentraleuropa

Eingewanderte Arten, sogenannte Neozoen, können einen immensen Einfluss auf die indigene Fauna und Flora haben. Langzeitstudien können zeigen, wie groß dieser Einfluß ist und ob neues Gefährdungspotential für bereits vorhandene Arten besteht. Nachweiskarten können helfen, solche Entwicklungen zu erkennen und zu verfolgen. Um möglichst viele Daten zu erhalten, müssen Informationen einem breiten Publikum erschlossen werden, sei es als dichotomer Bestimmungsschlüssel oder als Fotogalerie zur Erkennungshilfe. Initialpunkte konnten für die Zitterspinne Holocnemus pluchei und die Trochanteriidae Zimiris doriai nachgewiesen werden.

 

 

 


 

Peter Jäger ist Vorstandsmitglied der International Society of Arachnology (2004-2010) und ihr Korrespondent für Deutschland, Vorstandsvorsitzender der Arachnologischen Gesellschaft (AraGes) sowie im Kuratorium " Spinne des Jahres ". Er ist Associate Editor der Zeitschrift Zootaxa und Redaktioneller Mitarbeiter der Senckenbergiana biologica. Ferner ist er Koordinator für die Spinnenfamilie Sparassidae im Projekt 'Biology Catalog' (Texas A&M University).

Jochen Martens (Ornithologe, Arachnologe) arbeitet über Opiliones, vor allem von seinen Forschungsreisen nach Zentralasien, dem Himalaya, China und dem Kaukasus.

Manfred Grasshoff hat sich lange Zeit mit der Taxonomie der Araneidae befasst. Dabei untersuchte er insbesondere verwandtschaftliche Zusammenhänge durch die funktionelle und konstruktionsmorphologische Analyse von Genitalstrukturen.

Spezieller Dank für langjährige Hilfe bei der Aufzucht von Jungspinnen sagt die Arachnologische Sektion dem Institut für Genetik der Johannes Gutenberg Universität in Mainz, und hier im besonderen Dr. Olaf Vef.  Weiters gilt Dank für vielfältige Unterstützung Martina Schwalbach.

 

 

Letzte Aktualisierung: 22.11.2007