Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Entomologie I

Bambushabitat

  Bambusstandort in Nord-Thailand mit der Art Dendrocalamus giganteus

Der zoogeografische Schwerpunkt der Sektionsforschung liegt in den tropischen Regenwäldern Südostasiens (Malaysia, Indonesien, Thailand). Die Arbeitsfelder sind Taxonomie (Beschreibung neuer Insektenarten),  Zoogeografie (räumliche Verteilung der Insekten) und Ökologie im weitesten Sinne (Lebensweisen, Lebenszyklen, Verhaltensökologie und zwischenartliche Wechselbeziehungen).

Die Tropenwälder sind dank ihrer einzigartigen Artenvielfalt besonders geeignet, um komplexe tierische Lebensgemeinschaften oder zwischenartliche Wechselbeziehungen zu untersuchen. Als Modellsystem für eine solche Untersuchung wurde der Bambus ausgewählt., weil er viele methodische Vorteile bietet.  Diese Pflanze ist häufig, leicht zu manipulieren und weit verbreitet, sodass überregionale Vergleiche möglich sind. Besonders geeignet für eine vergleichende Untersuchung von tierischen Lebensgemeinschaften sind die wassergefüllten Hohlräume des Bambus (Bambusphytotelmen), die einen eigenen Lebensraum am Bambus bilden.  Einige Insektengruppen, die an Bambus besonders artenreich vertreten sind, wie die Fliegenfamilien Tephritidae (Fruchtfliegen) und Stratiomyidae (Waffenfliegen) bilden eigene Forschungsschwerpunkte.

In einem zweiten Schwerpunkt werden aquatische Insekten untersucht, vor allem Wanzen, Käfer und Fliegen. Besonderes Interesse gilt den Anpassungen an das Leben im Wasser und der aquatischen Fauna von Spezialhabitaten, wie z. B. überrieselten Felsen an Wasserfällen.

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