Naturmuseum Frankfurt

Quetzalcoatlus

Quetzalcoatlus
Quetzalcoatlus northropi
(Riesenflugsaurier)

Unterordnung: Kurzschwanz-Flugsaurier (Pterodactyloidae)
Familie: Drachen-Flugsaurier (Azhdarchidae)
   
Nahrung: vermutlich Fisch
Maße: ca. 11 Meter Flügelspanne
Alter: 70 Millionen Jahre (Ober-Kreide)
   
Fundort: Texas (USA)
im Senckenberg: Nachbildung
(Original in der University of Texas, Austin/USA)


Die Rekonstruktion des Quetzalcoatlus im Senckenbergmuseum basiert auf Originalfunden, die sich in den Sammlungsbeständen der University of Texas in Austin/USA befinden. Fossil überliefert sind lediglich zahlreiche Halswirbel, ein Beinknochenrest, Schädelfragmente und ein nahezu kompletter Flugarm. Das klingt zunächst wenig, doch zusammen mit weiteren Skelettresten, die von Jungtieren stammen, lässt sich ein recht genaues Bild von der Skelettanatomie des Quetzalcoatlus rekonstruieren. Der unaussprechliche Gattungsname des Flugsauriers leitet sich von dem aztekischen Gott Quetzalcoatl – "Gefiederte Schlange" - ab. Den Artnamen "northropi" erhielt er zu Ehren des genialen Flugzeugkonstrukteurs John K. Northrop.

Quetzalcoatlus war vermutlich ein Segler, denn die für einen aktiven Flug notwendige Brustmuskulatur müsste sonst enorme Ausmaße erreicht haben. Trotz seiner Leichtbauweise und der hohlen, luftgefüllten Kochen, muss man immer noch von einem Körpergewicht von mindesten 75 kg ausgehen. Berechnungen ergaben, dass um mit einem solchen Gewicht aktiv fliegen zu können, prinzipiell ein Brustmuskelquerschnitt von 1m Durchmesser notwendig wäre. Damit würde das Körpergewicht aber nicht mehr bei 75 kg bleiben können und noch gewaltigere Muskelmassen wären nötig, die wiederum das Gesamtgewicht erhöhen würden usw.. Wenn das Tier also nur segeln konnte, war es vermutlich auch nicht in der Lage, aktiv zu starten. Man geht daher davon aus, dass das Tier nur selten und dann nur auf erhöhten Punkten wie hohe Felsen gelandet ist, von denen aus es sich leicht wieder starten ließ. Selbst Albatrosse haben mit einem Gewicht von weniger als 10 kg bereits große Schwierigkeiten beim Starten. Entsprechend verbringen sie etwa 90% ihres Lebens in der Luft. Darum nehmen wir an, dass sich auch Quetzalcoatlus nahezu ununterbrochen in der Luft aufhielt und seine Nahrung im Flug zu sich nahm. Über seine mutmaßlichen Beutetiere besteht noch große Unklarheit. Möglicherweise fischte er knapp über das Wasser gleitend mit seinem großen zahnlosen Schnabel Fische aus dem Meer. Gefunden wurden die fossilen Knochen allerdings nicht in Meeresablagerungen, sondern auf dem Festland.
Obwohl in den letzten Jahren das Wissen über Flugsaurier gewaltig zugenommen hat, bleibt jedoch vieles bislang ein Rätsel.

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