Senckenberg Forschung

Toxische Algen

 

Giftproduzierende Arten sind aus fast allen Organismen-Gruppen, wie z.B. Pilze oder Schlangen,  bekannt.
Auch einige Arten der einzelligen Algen produzieren Gifte, darunter die stärksten Gifte, die überhaupt bekannt sind. Diese Gifte können in marinen Tieren, die vom Menschen als Nahrung genutzt werden, sehr stark angereichert werden.

Dinoflagellaten können – im Gegensatz zu anderen Algen – mehrere sehr unterschiedliche Gifte synthetisieren. Saxitoxin und seine Derivate, z.B. von manchen Arten der Gattung Alexandrium produziert, verursacht Nervenschäden (PSP), die beim menschen zum Tode führen können. Dinophysis- und Prorocentrum-Arten können Okada-Säure herstellen, die beim Menschen gastero-intestinale Beschwerden (DSP) bewirken.

Arten aus der Gattung Karenia produzieren sogenannte Ichthyotoxine, also Gifte, die Fische töten und große wirtschaftliche Schäden verursachen.  Da diese Probleme weltweit zunehmen und in neuen Gebieten auftauchen, lösten sie grosse Besorgnis bei den Regierungen aus : UNESCO gründete ein „Intergovernmental Panel on Harmful Algae Blooms (IPHAB)“ um die Vergiftungsgefahr durch Nahrungsmittelverzehr zu minimieren und Strategien zu entwickeln, die Verbreitung toxischer Algen, z.B. durch Ballastwasser der Schiffe zu verhindern. M. Elbrächter ist der Repräsentant Deutschlands bei IPHAB.  

 Alexandrium tamarense
Alexandrium tamarense, Verursacher
von PSP-Toxinen, die beim Menschen tödlich sein können.
Dinophysis fortii

Dinophysis fortii; bei dieser Art wurde erstmals das Gift
Okada-Säure nachgewiesen, Verursacher von DSP

Prorocentrum lima
Prorocentrum lima, ein benthisch lebender Dinoflagellat, der ebenfalls
DSP verursacht.

   
   
   
 

 

 

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