Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Entomologie I

Hessische Koleopterologen 1969 

Gemeinschaftsexkursion der hessischen Koleopterologen im Kranichsteiner Forst in der Nähe von Darmstadt am 15.5.1969. Von links nach rechts: WILHELM HÖHNER, FOLKE SCHÜRMANN, EDUARD DEHNERT, OTTO KOCHEN, HERFRIED SCHINDLER, DIETER LIEBEGOTT, CHRISTOPH ZUR STRASSEN, EDGAR MÜLLER, RICHARD ZUR STRASSEN und NORBERT SCHÜRMANN

Schon im achtzehnten Jahrhundert gab es im Gebiet des heutigen Landes Hessen käferkundlich interessierte Bürger, die Sammlungen anlegten und Faunenlisten publizierten. Im Jahr 1876 verfaßte schließlich LUCAS VON HEYDEN das Verzeichnis "Die Käfer von Nassau und Frankfurt", dessen zweite Auflage (1904) zum Standardwerk der hessischen Faunistik wurde. Sein Vater, CARL VON HEYDEN, war Mitbegründer der entomologischen Sektion im Senckenberg-Museum.

In Frankfurt gab es am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts mehrere insektenkundliche Vereine (Entomologischer Verein Apollo, Internationaler Entomologischer Verein, Frankfurter Entomologische Gesellschaft, Lepidopterologischer Verein, Verein für Insektenkunde), aber keinen engeren Zusammenschluß von Käferkundlern. Auch der "Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung", der wie einige der oben genannten Vereine nicht mehr besteht, war trotz seines Spitznamens die "Käwwernschachtel" (Käferschachtel) nicht auf Käfer spezialisiert.

Es war das Verdienst von NORBERT SCHÜRMANN (1905 - 1988), der - bestärkt durch den Altmeister der Käfer-Faunistik, Monsignore ADOLF HORION, die ihm aus Hessen bekannten Käfersammler anschrieb und die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft vorschlug. Etwa 20 Koleopterologen bekundeten ihr Interesse und so kam es bei der "Frankfurter Insektenbörse" am 3. November 1963 zur Gründungsversammlung im damaligen Volksbildungsheim am Eschenheimer Tor. Vier Jahre später wurde die Arbeitsgemeinschaft in den Internationalen Entomologischen Verein eingebunden, zu dem es schon vorher, etwa durch Doppelmitgliedschaften, enge Beziehungen gab.

NORBERT SCHÜRMANN übernahm die Leitung der Arbeitsgemeinschaft und führte sie bis 1979. Gegen Ende seiner Tätigkeit unterstützten ihn MICHAEL GEISTHARDT und MICHAEL TÜRKAY in seiner Arbeit. Danach wurde HORST BATHON Sprecher der Arbeitsgemeinschaft und ab 2004 übernahm GÜNTER HOFMANN diese Aufgabe.

In den ersten Jahren, in denen die Arbeitsgemeinschaft bestand, trafen sich die Mitglieder meist einmal im Monat in verschiedenen Frankfurter Lokalen. Seit Dezember 1975 fanden die Arbeitstreffen auf Initiative von NORBERT SCHÜRMANN und RICHARD ZUR STRASSEN im kleinen Hörsaal des Senckenberg-Museums statt. Um die Arbeit an der Hessen-Sammlung zu ermöglichen, wurden die Treffen 1993 auf Anregung von DAMIR KOVAC in die Räume der Sektion Entomologie I verlegt.

 

Weiterführende Literatur:
Bathon, H. (1986): Verleihung der goldenen Ehrennadel des I.E.V. an Herrn Norbert Schürmann anläßlich der 100 Jahr-Feier am 7. April 1984. - Mitteilungen des internationalen entomologischen Vereins, 9: 53-55, Frankfurt a.
Bathon, H. (1989): Arbeitsgemeinschaft hessischer Koleopterologen.  - Mitteilungen des internationalen entomologischen Vereins, 13: 159-163, Frankfurt a. M.
Baumann, K. (1996): Die "Käwwernschachtel". Ein Beitrag zur Geschichte eines Frankfurter Vereins. - Natur und Museum, 126(6): 173-191.
Franz, E. (1967): Geschichte der Entomologischen Sektion. - Senckenbergiana biologica, 48 (Sonderheft B): 55-72.
Geisthardt, M. (1987): 100 Jahre Internationaler Entomologischer Verein. Mitteilungen des Internationalen Entomologischen Vereins, 12(1/2): 1-55
Heyden, L. von (1904): Die Käfer von Nassau und Frankfurt. II. Auflage. - 425 S., Frankfurt a. M. (Senckenberg).

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