Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Fließgewässerökologie und Naturschutzforschung

Pilotstudie zur Erprobung der Haarfallen-Methode zur Erfassung der Wildkatze (Felis silvestris)
 
Hintergrund
 
Die Erfassung von Wildkatzen ist mit bisherigen Methoden (Sammlung zufälliger Sichtbeobachtungen, Telemetrie, Auswertung von Totfunden) sehr aufwendig. Aussagen zur Populationsgröße lassen sich damit kaum treffen. Es gibt nun aber eine neue Methode, die sog. Haarfallen-Methode, die diesbezüglich bessere Ergebnisse verspricht. Diese Methode hat zudem den Vorteil, dass sie nicht-invasiv ist (die Tiere nicht stört).
Diese Methode wird bereits in Einzelfällen zum Nachweis von Wildkatzen und zu Aussagen über die Verbreitung eingesetzt. Hier soll sie einerseits zum Nachweis der Art in einem Gebiet, in dem sie bisher nicht sicher nachgewiesen ist, andererseits erstmals zur Ermittlung der Populationsgröße und -dichte von Wildkatzen erprobt werden. „Haarfallen“ für Wildkatzen sind einfache raue Holzpflöcke, die mit einem Lockmittel bestückt werden. Das Lockmittel veranlasst die Tiere, sich daran zu reiben, wobei Haare am Pflock bleiben. Die Haare werden abgesammelt und genetisch analysiert.

Untersuchungsgebiet und Ziele

In diesem Projekt wird die Haarfallen-Methode erstmals in einem regelmäßigen Raster auf großer Fläche (über 200 qkm) angewandt. Untersuchungsgebiet sind Wälder im Taunus (Rheingau-Taunus-Kreis/Hessen).
Es soll geprüft werden, inwieweit sich mit der Haarfallen-Methode Aussagen zur Dichte der Wildkatzen bzw. Hauskatzen im Gebiet treffen lassen.
In einem kleineren Gebiet (ca. 65 qkm), in dem die Wildkatze bisher nicht sicher nachgewiesen ist, soll das Vorkommen der Art untersucht werden.
 
Ergebnisse

In beiden untersuchten Gebieten  wurden Wildkatzen nachgewiesen. Für das kleinere Gebiet (Wälder östlich von Idstein) bedeutet dies den Erstnachweis der Wildkatze seit vielen Jahren. Damit hat sich die Methode zum Nachweis dieser versteckt lebenden Art bewährt.
Die DNA- Menge, die aus den Haaren extrahiert werden konnte, war in vielen Fällen allerdings zu gering, um eine Mikrosatellitenanalyse durchführen zu können. Eine Ermittlung der Populationsgröße war daher bisher nicht möglich.
Daran arbeiten wir aber derzeit im Rahmen einer Doktorarbeit weiter. Die Studie wurde im Auftrag und mit Mitteln des Landes Hessen durchgeführt.

Ansprechpartner: Martina Denk, Jan Sauer, Kathrin Theissinger , Dr. Carsten Nowak



 

 Wildkatze  Haarfalle

 

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