Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Die Flora von Frankfurt einst und jetzt - Die Blumenmalerin Elisabeth Schultz (1817 - 1898)

Die Flora von Frankfurt einst und jetzt –
Die Blumenmalerin Elisabeth Schultz (1817 – 1898)

Maiglöckchen (Convallaria majalis), © E. Schultz

Maiglöckchen (Convallaria majalis), © E. Schultz

Sonderausstellung im Naturmuseum Senckenberg vom 11. Mai – 19. August 2007

Frankfurt a.M., 10. Mai 2007 _ In einer Auswahl präsentiert das Naturmuseum Senckenberg Bilder der Blumenmalerin Elisabeth Schultz in Gouache-Technik, die heute ein Teil der botanischen Sammlungen des Forschungsinstituts Senckenberg sind. In zeitgenössischem Ambiente zeigt die Sonderausstellung auch eins ihrer Ölgemälde, das von privaten Leihgebern zur Verfügung gestellt wurde.

Jede einzelne ihrer Gouachen ist ein eigenes künstlerisches Kleinod der Blumenmalerei, das von ausdrucksvollen Farben und einer präzisen Abbildung der Pflanze lebt. Detailgetreu hat die gebürtige Frankfurterin die Flora der Stadt abgebildet und auf diese Weise nicht nur einen ästhetischen Genuss geschaffen, sondern auch ein wissenschaftliches Archiv, das die Pflanzenwelt ihrer Heimatstadt um die Mitte des 19. Jahrhunderts  dokumentiert.

Einige der 1 262 Gouachen, die Elisabeth Schultz dem Naturmuseum Senckenberg noch zu Lebzeiten vererbt hat, zeigen Pflanzen, die heute in der Region nicht mehr vorkommen. In der Gesamtschau geben die Bilder eine Übersicht über die damalige Vegetation im Frankfurter Raum. Insofern ist Elisabeth Schultz’ „Flora von Frankfurt“ für die Senckenberg-Wissenschaftler bei der Analyse und Rekonstruktion des Zeitsegments unverzichtbar. Zudem stellen die  Abbildungen einen aktuellen Bezug zur Forschung her, bei der die Untersuchung und Dokumentation der belebten Umwelt in und um Frankfurt sowie in ganz Hessen traditionell ein wissenschaftlicher Schwerpunkt ist.

Im Rahmen einer Biotopkartierung arbeitet die Abteilung Botanik am Forschungsinstitut Senckenberg eng mit dem Umweltamt der Stadt Frankfurt zusammen. - Der Bezug zur aktuellen Erforschung und Veränderung der Region wird in einem separaten Ausstellungsteil präsentiert. Hier werden aktuelle Forschungsergebnisse zur Frankfurter Flora und zu seltenen und geschützten Tier- und Pflanzenarten der Stadt vorgestellt.

Mit ihren Pflanzenzeichnungen steht Elisabeth Schultz in der Tradition Frankfurter und hessischer Pflanzenmalerinnen wie Maria Sybilla Merian (1647 – 1717), der eine Dauerausstellung im Senckenberg-Museum gewidmet ist, Louise von Panhuys (1763 – 1844) und Catharina Helena Dörrien (1717-1795).

Beim Malen ihrer „Flora von Frankfurt“ wurde sie durch die damaligen Botaniker der Stadt unterstützt, die sie auch mit Pflanzenmaterial seltener Art versorgten.

Zu ihrem 80. Geburtstag im Jahre 1897 wurde Elisabeth Schultz von der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft als erste Frau zum Außerordentlichen Ehrenmitglied erklärt. Aus Dank für diese Anerkennung ihres Werks vererbte sie der Gesellschaft ihre „Flora von Frankfurt“. - Ihrem Vermächtnis fügte sie die Bitte hinzu, dass die Bilder ab und zu gezeigt werden mögen.

Elisabeth Schultz starb am 26. September 1898 im Alter von 82 Jahren. Noch im selben Jahr wurde sie zum Ewigen Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft ernannt.

Begleitend zur Ausstellung kann ein informativer Flyer erworben werden. Dazu gehören dann auch Postkarten, die geschützte Frankfurter Arten zeigen. (dve)

https://die-welt-baut-ihr-museum.de