Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Fließgewässerökologie und Naturschutzforschung

Einrichtung des Rhein-Main-Observatoriums

Großflächige ökologische Langzeitforschung im Ballungsraum

Projektförderer: Stiftung Flughafen Frankfurt/Main für die Region
Projektzeitraum: 01.05.2007 – 30.04.2010

Eine Folge der intensiven menschlichen Nutzung vieler Lebensräume in dicht besiedelten Kulturlandschaften ist ein deutlicher Rückgang bzw. das Verschwinden vieler Tier- und Pflanzenarten sowie ganzer Lebensraumtypen. Jedoch fehlt bis heute ein hinreichendes Verständnis für die komplexen Wechselwirkungen von menschlicher Nutzung und biologischer Vielfalt. Ein sehr vielversprechender Ansatz wurde vor wenigen Jahren in Nordamerika entwickelt: Auf größeren Flächen (so genannten Observatorien; 100 km2) werden intensive Langzeituntersuchungen zur Veränderung der biologischen Vielfalt durchgeführt. Auf den gleichen Flächen werden auch die Landnutzung sowie deren Veränderung im Laufe der Zeit und weitere abiotische Variablen (Klima, Boden, Stoff- und Energieflüsse) erfasst. Die daraus resultierenden umfangreichen Datensätze werden miteinander in Beziehung gesetzt, so dass bisher verdeckte Zusammenhänge sichtbar werden. Durch die langfristig angelegte Beobachtung und den großflächigen Ansatz können auch weiterreichende Rückschlüsse auf die Ursachen des Biodiversitätswandels (z.B. Landnutzungsformen, Klimawandel etc.) gezogen werden. Dies wiederum ermöglicht Prognosen für die Abschätzung künftiger nutzungs- oder klimabedingter Änderungen auf die Biodiversität.
Mit der Einrichtung des Rhein-Main-Observatoriums wird insbesondere eine Lücke in der großflächigen Langzeitobservation im Bereich von Auen und Gewässern sowie Siedlungsbereichen geschlossen, die in bisher existierenden Observatorien stark vernachlässigt sind.

 

Die Ziele des hier beantragten Projektes sind konkret:

- Einrichtung einer wissenschaftlich leistungsfähigen Langzeituntersuchungsfläche (Observatorium)in einem europäischen Ballungsgebiet, die Auswertungen im nationalen und internationalen Maßstab ermöglicht.

- Ermittlung bisher verborgener Zusammenhänge zwischen der Biodiversität (Pflanzen- und Tierwelt), der Landnutzung und weiteren Umweltparametern.

- Prognosen zur zukünftigen Entwicklung von Populationen heimischer Tier- und Pflanzenarten (u.a. global change).

- Schaffung wissenschaftlicher Grundlagen für die Regionalplanung

- Empfehlungen zum Schutz gefährdeter Arten und Lebensräume

 

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