Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

BIOTA AFRICA - Workshop zur Erfassung von Biodiversitätsdaten in Westafrika

Workshop zur Erfassung von Biodiversitätsdaten in Westafrika
Forschungsinstitut Senckenberg aktiv im BIOTA Afrika W11-Projekt

Teilnehmer des BIOTA -Projekts nach der Feldarbeit, © Senckenberg Savanne im Untersuchungsgebiet Natiabouani, Burkina Faso, © Senckenberg

Teilnehmer des BIOTA -Projekts nach der Feldarbeit,
© Senckenberg

Savanne im Untersuchungsgebiet Natiabouani, Burkina Faso,
© Senckenberg

Frankfurt a.M., 13. Dezember 2007 _ Bevölkerungswachstum, Klimawandel und natürliche Ressourcen, Armut, Landflucht und Gesundheitsrisiken sind einige der Schlagwörter, die nicht nur die Problemstellung in afrikanischen Ländern skizzieren, sondern auch die damit verknüpften Herausforderungen. - Seit dem 24. November 2007 führen Mitarbeiter der Abteilung für Botanik und Molekulare Evolutionsforschung 18 westafrikanische Nachwuchswissenschaftler in die Datenbank basierte Erfassung von Informationen zur Biodiversität Westafrikas von der Sahelzone bis zum Golf von Guinea ein.

Der am Forschungsinstitut Senckenberg durchgeführte Workshop findet im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) initiierten BIOTA AFRICA-Programms (BIOdiverstity Monitoring Transect Analysis in Africa) für Doktoranden und Postdocs der westafrikanischen Partnerländer statt und hat - neben Disziplinen zum nachhaltigen Schutz von Biodiversität und Ökosystemen – einen Schwerpunkt auf dem Transfer von Know-how sowie der Bildung regionaler Kapazitäten vor Ort. - Die Kosten werden jeweils zur Hälfte durch das BIOTA Afrika-Programm und das von der Europäischen Union (EU) finanzierte SUN-Projekt (Sustainable Use of Natural Vegetation in West Africa) getragen.

Als Teil des ausgewählte Regionen umfassenden BIOTA Afrika-Programms bezieht sich BIOTA W11 auf die westafrikanischen Partnerländer Burkina Faso, Benin und Elfenbeinküste. Das SUN-Projekt ermöglicht seit diesem Jahr die Einbindung der Länder Niger und Senegal.

Seit 2001 sind die Botaniker des Forschungsinstituts Senckenberg unter der Leitung von Professor  Georg Zizka in das Projekt eingebunden. Gemeinsam mit Ethnologen, Geografen und Wissenschaftlern weiterer Fachbereiche der Universitäten in Frankfurt und Mainz sowie in enger Zusammenarbeit mit örtlichen Universitäten in Ouagadougou (Burkina Faso) und Cotonou (Benin) werden im Rahmen des BIOTA W11-Projekts Zusammenhänge von Artendiversität und Vegetationsveränderungen und darauf Einfluss nehmende Faktoren wie eine Verschiebung des Klimas und die Auswirkungen menschlicher Einfussnahme erforscht.

Durch gemeinsame Feldarbeit konnten mittlerweile mehrere Hundert Pflanzenarten identifiziert werden, die für die Region nicht bekannt waren. Die Westafrika-Herbarien in Frankfurt und Ouagadougou sind im Rahmen des Projekts immens gewachsen und nahezu vollständig in Datenbanken erfasst. - Die botanische Diverstitätsforschung verfolgt in Zusammenarbeit mit den Partnerländern eine anwendungsbezogene Umweltpolitik und orientiert sich dabei unmittelbar an den Lebensgrundlagen und zum Teil auch an dem Wissen der Bevölkerung.

 Postdocs aus den westafrikanischen Partnerländern, © Senckenberg

 Postdocs aus den westafrikanischen Partnerländern,
© Senckenberg

Das kontinuierliche Bevölkerungswachstum, veränderte Lebensbedingungen und landwirtschaftliche Praktiken sowie Dürreperioden infolge starker Klimaschwankungen haben zu einer Degradierung von Boden und Vegetation der überwiegend durch Savannen geprägten Landschaft geführt. Weidegräser nehmen zu Gunsten von Weideunkräutern ab und vegetationsfreie Flächen dehnen sich aus, was einen Rückgang der Artenvielfalt nach sich zieht. - Viel versprechende Ansätze wie etwa die Anlage von Medizinalpflanzengärten, Schutzgebieten oder die Anpflanzung von lokalen Nutzbaumarten sind im Rahmen des BIOTA-Projekts begonnen worden und sollen auch weiterverfolgt werden.

Der Druck auf die natürlichen Ressourcen macht eine Stärkung von Kompetenzen und Infrastruktur durch die gezielte Förderung von Nachwuchswissenschaftlern dringlich, um in der praktischen Umsetzung die sinnvolle und nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen auszubauen. (dve)

 

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