Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Kryptogamen

(Siehe auch: Index Collectorum)

Umfang

Ca. 200.000 Belege (Moose, Pilze, Flechten, Algen und Farne).

Sammlungsschwerpunkt

Flechten (ca. 78.000 Belege) mit den wertvollen historischen Sammlungen von Jakob Adolf Metzler (mit u. a. Exsikkatenwerken von Anzi, Arnold, Hepp, Nylander) und Ludwig Scriba sowie zeitgenössischen Aufsammlungen von Uwe Becker (Zimbabwe), Rainer Cezanne & Marion Eichler (hauptsächlich Mitteleuropa), Uwe de Bruyn (hauptsächlich Norddeutschland), Patrick Dornes, Markus Hauck, Bruno Mies (Kapverden, Jemen, Sokotra, Eritrea), Christian Printzen, Pamela Rodriguez Flakus (Südamerika). Weitere Exsikkatenwerke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts (z. B. Rabenhorst, Sydow) sind über die Sammlung Carl Bosch und über Tausch mit dem Herbarium Uppsala (z. B. E. Fries, Th. Fries, Massalongo) zugegangen.
Die Flechtensammlung ist die umfangreichste Hessens und für dieses Bundesland und seine angrenzenden Regionen von herausragender wissenschaftlicher Bedeutung. Bundesweit handelt es sich ebenfalls um eine der bedeutendsten und größten historischen Flechtensammlungen. International ist vor allem die Cladoniensammlung von Scriba hervorzuheben.

Flechten

In J. P. Huths Konvolut "Herbarium vivum Wetteravicum 1713" befinden sich die ältesten Flechtenbelege Hessens. Das Flechtenherbar wurde seit 1988 von H. J. Reimer, H. Schöller und H. Thüs überarbeitet und in ein neues Generalherbarium überführt. Dieses wird digitalisiert (Programm BRAHMS).

Farne

Farne (ca. 55.000 Belege) bilden die zweitgrößte Gruppe der Kryptogamen im Herbarium Senckenbergianum. Große Teile dieser Sammlung stammen aus den Herbarien E. Migula, W. R. Müller-Stoll, R. Kräusel und W. Jacobsen. Geographischer Schwerpunkt ist Süd-Afrika.

Die Moose sind mit etwa 45.000 Belegen vertreten. Besonders erwähnenswert sind die Sammlungen von C. Bosch (mit vielen wertvollen Exsikkatenwerken des 19. Jahrhunderts), V. F. Brotherus, J. A. Futschig (10.000 überwiegend aus Hessen stammende Belege) und W. Hillebrand (Kanarische Inseln).

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Algen (ca. 7.000 Belege) sind seit der Gründung der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung 1817 bearbeitet worden. Die Schriften der ehemaligen "Sektionäre für Botanik" G. Fresenius (1808-1866) und M. Möbius (1859-1946) zu dieser Organismengruppe sind noch heute wichtig. Die Algensammlung umfasst neben wichtigen historischen Sammlungen von G. H. B. Jürgens (1771-1846) und G. L. Rabenhorst (1806-1881) auch Belege von O. und W. Bok, K. Förster, J. Müller, G. H. Schwabe und E. Wehrle. Hervorzuheben ist die Diatomeensammlung von H. Lange-Bertalot, die aus über 4.000 Proben besteht und rund 950 Typen einschließt (s. auch Prof. Dr. D. Mollenhauer).

Pilze GBIF-Logo

Die Sammlung der Pilze (ca. 40.000 Belege) beinhaltet zu einem großen Teil parasitische Pilze, teilweise bestehend aus sehr umfangreichen Exsiccaten-Werken. Die bedeutendsten Sammler sind G. Eberle, K. Fuckel, G. J. Herpell, H. Rupprecht und R. Steppan. Eine jüngere, sehr umfangreiche Sammlung von H. L. Hilfrichs besteht aus ca. 10.000 einheimischen Hutpilzen. Besonders wertvoll ist eine Sammlung von W. Villinger. Sie beinhaltet 1.650 Tafeln aquarellierter Pilze aus dem Raum Offenbach. Seit 2012 fungiert das Herbarium Senckenbergianum als zentrales Repositorium für den vom Land Hessen geförderten LOEWE-Schwerpunkt "Integrative Pilzforschung".

Diese Sammlung ist Teil des Herbarium Senckenbergianum.

 
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