Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt

Historische Geologie und Fazieskunde

Die Sektion beinhaltet Sammlungen aus dem Mesozoikum verschiedener Regionen, u.a. aus Süddeutschland (Solnhofener Plattenkalk) sowie aus der Rhön (z.B. Sammlung Martini). Die Sammlungsbestände, darunter einige kleinere Privatsammlungen sind sehr heterogen und beinhalten mehrere 10.000 Stücke, die allerdings bislang nur teilweise katalogisiert sind.

2003 wurde begonnen, eine Faziesdatenbank anzulegen, die derzeit im Wesentlichen Stücke aus dem Devon (z.B.: Riffkarbonate, aber auch zahlreiche Stücke aus siliziklastischen Ablagerungsräumen) beinhaltet.

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Aufnahmen im Sammlungsbereich Historische Geologie und Fazieskunde



Die Mineralogische Sammlung der "Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung" (SGN) in Frankfurt am Main ist älter als die 1817 gegründete Gesellschaft. Der 45 Jahre vor der Gründung verstorbene Namensgeber Johann Christian Senckenberg (1707 - 1772) hatte großes Interesse an Steinen und Mineralien. Zusammen mit der Sammlung des Gründungsmitgliedes Eduard Rüppel (1794-1884) bildete seine Sammlung die Basis der Senckenbergischen Mineraliensammlung mit zahlreichen Stufen aus alten, nicht mehr existierenden Fundorten. 

Seit 2005 wird die immer noch bedeutende Mineraliensammlung mit ca. 14.000 Stufen (einschließlich neuer Schenkungen wie die "Löw von Carlowitz-Sammlung" mit ca. 3.500 Stufen und der "Wünsch-Sammlung".

 Baryt  Baryt_2  Chalkopyrit
 Rhodochrosit  Antimonit  Vitrine des Monats Juni 2007

Antimonitkristalle auf Quarz mit Baryt (Schwerspat), Rhodochrosit, Chalkopyrit, Baia Sprie  (Löw von Carlowitz-Sammlung)

Mit ca. 120.000 Exemplaren von etwa 3.000 Arten gehört die Trilobiten-Sammlung zu den weltweit größten ihrer Art. Der gesamte Bestand ist in einer nach Schubladen geordneten sog. Standort-Datei aufgelistet, die ausgedruckt 650 Druckseiten umfassen würde. Sie wird z.Zt. noch erweitert, vervollständigt und überarbeitet und soll demnächst in die offizielle Sammlungs-Datenbank des Senckenberg-Museums überführt werden. Dennoch leistet die Standort-Datei bereits hervorragende Dienste, z.B. bei Suchanfragen auswärtiger Forscher. (Ausgewiesenen Trilobitologen kann die derzeitige Datei schon jetzt direkt per Email zur Verfügung gestellt werden).

Trilobiten 

Die wahre Bedeutung der Trilobiten-Sammlung ist zu messen an ihrem Anteil an veröffentlichten Belegstücken. Zu etwa 300 Publikationen sind etwa 6.000 Trilobiten hinterlegt. Ein wesentlicher Teil stammt aus dem Mitteldevon der Eifel als einem klassischen Trilobiten-Fundgebiet, das übrige Beleg-Material aus dem Kambrium Deutschlands, Marokkos, Russlands und Spaniens, aus dem Oberdevon und Karbon des Rheinischen Schiefergebirges, aus dem Ordovizium, Devon und Karbon Spaniens.

  Sammlungsraum

Kürzlich wurde ein genauer Typen-Katalog von 1.015 Typen veröffentlicht. Die Autoren des dort aufgelisteten Schriftenverzeichnisses des Katalogs sind hauptsächlich auch als die Trilobitologen anzusehen, die für Umfang und Bedeutung der Sammlung verantwortlich zeichnen. Die restlichen 90 % der Sammlung beinhalten unveröffentlichtes Material, in dem ein ungewöhnlich umfangreiches Spektrum an Taxa auffällig ist. Die Sammlung stellt somit ein wertvolles Archiv für taxonomische Neubewertungen dar.  



Die Arthropodensammlung (ohne Trilobiten) der Sektion ist um einiges kleiner als die Trilobitensammlung (ca. 1820 Exemplare) aber hat trotzdem eine große wissenschaftliche Bedeutung. Sie enthält Proben von brühmten Lagerstätten, wie Burgess (Kanada), Chengjinag (China) und Alken und Solnhofen in Deutschland. Es gibt kaum bekannte Raritäten wie zum Beispiel die Ordovizischen nektaspid Tariccoia aus Sardinien.
Diese seltenen Fossilien erlauben es, wichtige Eireignisse in der Geschichte der Arthropoden, wie z.Bsp. kambrische Explosionen und Landkolonisierung zu untersuchen. Und Sie bieten die seltene Gelegenheit verschiedene Arten von Weichgewebe-Erhaltungen zu untersuchen.

nontrilobitearthropods

Abbildungen: Beispiele von non-trilobite arthropods in in der Sammlung: (a) Pseudoarctolepis sharpi, Cambrian, Wheeler Fm. (USA); (b) Leanchoilia superlata, Cambrian, Burgess Shale (Kanada); (c) Naraoia spinosa, Cambrian, Chengjiang (China); (d) Tariccoia arrusensis, Ordovician, Sardinia (Italien); (e) Eurypterus remipes, Silurian, Fiddler Green Fm. (USA); (f) Eryma modestiformis, Jurassic, Solnhofen (Deutschland); (g) Cancrinos sp., Jurassic, Lianoning (China).


Ein elektronischer Katalog dieser Sammlung wurde vor kurzem erstellt, es müssen allerdings noch einige Änderungen vorgenommen werden, bevor es in die Online-Datenbank SeSam aufgenommen werden kann, in der Zwischenzeit kann HIER  eine vorläufige Version des Kataloges heruntergeladen werden. (Excel-Datei)

Die Stratigraphische Mitteldevon-Sammlung besteht im Wesentlichen aus stratigraphisch und/oder faziell wichtigen Gesteinsproben, die während des letzten Jahrhunderts in den Eifeler Kalkmulden genommen wurden, hauptsächlich von Rudolf Richter und dessen Schüler, u.a. Wolfgang Struve, die zusammen die moderne Mitteldevon-Stratigraphie der Eifel begründet haben. Da die Aufschlussverhältnisse sich in den Eifeler Kalkmulden dramatisch verschlechtert haben, konserviert die senckenbergische Mitteldevon-Sammlung somit wichtige Gesteinsdokumente aus dem Typus-Gebiet der  Eifel-Stufe, die als erste von zwei Stufen des Mitteldevons international angewendet wird.

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