Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung

Auf Safari zum Urmenschen (29/07/09)

Sonderausstellung: Safari zum Urmenschen

Die Geschichte der Menschheit

 

Homo habilis, © Senckenberg
      · Eröffnung: 9. Oktober 2009
      · Senckenberg präsentiert die Ahnengalerie der Urmenschen
      · Schatzkammer mit spektakulären Originalfossilien
Homo habilis, © Senckenberg


Frankfurt a.M., 29. Juli 2009 _ In der neuen Sonderausstellung „Safari zum Urmenschen“ zeigt das Senckenberg Naturmuseum vom 9. Oktober 2009 bis zum 18. April 2010 die Evolution der Menschheit von den Ursprüngen bis zum heutigen Tag. Präsentiert werden die Meilensteine der Menschheitsgeschichte: die Entwicklung des aufrechten Ganges, die Evolution des Gehirns und Entwicklung der Werkzeuge, Feuernutzung, Verbreitung der Menschen und die  Entstehung von Sprache und Kultur. „Durch die Darstellung dieser auch ökologisch bedeutsamen Entwicklungsschritte trägt die Ausstellung zum Verständnis bei, wie wir uns als Menschen in der Umwelt bewegen bzw. bewegen sollten“, sagt Professor Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung.

Die Ahnengalerie der Urmenschen

Besonderes Highlight der Ausstellung ist eine weltweit einzigartige „Ahnengalerie der Urmenschen“, die die Vorfahren des Homo sapiens als Individuen mit ihrer jeweils eigenen Lebensgeschichte porträtiert. Dazu wurden 26 lebensechte und individuelle Kopfmodelle auf der Grundlage von Fossilien mit anthropologisch-forensischen Methoden rekonstruiert. „Die Ausstellung ist einmalig und außergewöhnlich in ihrer Inszenierung und Gesamtheit“, sagt Professor Mosbrugger.

Die Schatzkammer der wertvollsten Funde

Sehr seltene und wertvolle Original-Exponate werden in der extra eingerichteten „Schatzkammer“ ausgestellt. Reste von fossilen Menschen sind so extrem rar und kostbar, dass Museen diese Fundstücke der Öffentlichkeit nur kurz und in ganz besonderen Ausnahmefällen zugänglich machen. So wird für begrenzte Zeit der Aufsehen erregende Fund des 47 Millionen Jahre alten Primaten „Ida“ (Darwinius masillae) im Senckenberg Naturmuseum zu sehen sein. Daneben werden auch andere fossile Exponate wie der 2,5 Millionen Jahre alte Unterkiefer des ältesten Urmenschen der Gattung Homo (Homo rudolfensis) gezeigt.

Forschung und Wissenschaft werden erlebbar

Senckenberg präsentiert den Besuchern in dieser Ausstellung die Ergebnisse der paläontologischen Forschung und die dahinter stehenden wissenschaftlichen Arbeitsschritte. Dabei wurde auch an blinde Besucher gedacht. „Im Aufbau ist die Ausstellung zweigeteilt: Wir zeigen faszinierende Fossilien und gleichzeitig auch die spannende wissenschaftliche Arbeit der Forscher des Senckenberg Forschungsinstituts – angefangen bei Ausgrabungen im Gelände bis hin zum Labor. So wird Schritt für Schritt das wissenschaftliche Vorgehen bis hin zu den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen unmittelbar nachvollziehbar gemacht“, erklärt Museumsleiter Dr. Bernd Herkner.

 Prof. Friedemann Schrenk mit Harrison Simfukwe bei der Begutachtung eines Fundes, © S. Müller  Prof. Friedemann Schrenk bei einer Ausgrabung in Malema (Malawi/Afrika), © N. Bachmann  Prof. Friedemann Schrenk bei einer Ausgrabung in Malema (Malawi/Afrika), © N. Bachmann

Prof. Friedemann Schrenk

 Prof. Friedemann Schrenk bei einer Ausgrabung in Malema
mit Harrison Simfukwe, © S. Müller  (Malawi/Afrika), © N. Bachmann

In der begehbaren und authentisch inszenierten Ausgrabungsstätte erlebt der Besucher den Arbeitsalltag der Senckenberg Urmenschenforscher in Afrika. Mit verschiedenen interaktiven Formaten wird erklärt, wie potenzielle Fundgebiete ausfindig gemacht und entdeckt werden. Die Ausstellung zeigt, was Forscher bei der Ausgrabung und Bergung beachten müssen, wie sie Daten aufnehmen und dokumentieren und wie sie Funde verpacken und sicher ins Forschungslabor transportieren. Auch die Welt der Senckenberg Wissenschaftler vor Ort öffnet sich: Von Präparationsverfahren bis hin zu modernen Methoden wie der Auswertung von Satellitenfotos, Computertomografie und Datierungsverfahren können Besucher die Verfahren zur wissenschaftlichen Bearbeitung in den Laboren des Senckenberg Instituts nachvollziehen und zum Teil auch selbst Hand an legen – z.B. bei der digitalen Verarbeitung eines Fundstücks mit einem High Tech 3-D Oberflächenscanner. (CNC-AL)

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