Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden

Mineralogie

Die mineralogischen Sammlungen  

Sammlung

Die Dresdner mineralogischen Sammlungen sind aus der im 16. Jahrhundert gegründeten kurfürstlichen Kunstkammer hervorgegangen und dienten in ihrer Frühzeit neben der Repräsentation auch praktischen Belangen. Sie wurden wesentlich durch die Wissenschaftsentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert geprägt.
Die mineralogischen Sammlungen sind wichtige Belegsammlungen zur Mineraltopographie Sachsens und zur systematischen Mineralogie von Fundorten in aller Welt. Sie enthalten einmalige Schaustufen für museale Zwecke. Eine besondere Bedeutung kommt den Sammlungen durch ihre kontinuierliche Sammlungsgeschichte in über 400 Jahren zu. Zeugnis dafür sind neben den Sammlungsbeständen die erhaltenen Kataloge (Goldstufenkatalog 1750, Silberstufenkataloge 1755/1763/1764, Katalog des Königlich-Sächsischen Mineralien-Cabinetts 1832-1846, General-Katalog der Mineralogischen Sammlung des Königlich Mineralogischen Museums in Dresden von 1868 sowie neuere Zugangsbücher und Kataloge).

 

Inländische Silberstufen

Inländische Silberstufen I

Katalog von 1763 über inländische Silberstufen, Band I, Titelblatt und Tafel III



Die mineralogischen Sammlungen sind in mehrere eigenständige Teilsammlungen gegliedert:


Sachsen-Sammlung


ca. 25 000 Mineralstufen, geordnet nach Fundorten;

Besonderheiten:

  • historische sächsische Silberstufen (u.a. Silberfund von 1477 in Schneeberg)
  • große Regionalsammlung von Sachsen
  • Schmuck- und Edelsteine
  • Typminerale (type mineral specimen)
  • Sammlung ist vollständig computerkatalogisiert

Sammlung Sachsen
Links: Proustit auf Quarz, Großschirma, Erwerb 1806; Mitte: Mimetesit, Johanngeorgenstadt, Erwerb 1806; rechts: Chalcedon (Achat) mit Quarz und Chalcedon, Heidenau (Kleinsedlitz)



Systematische Sammlung


ca. 24 000 Mineralstufen, geordnet nach der kristallchemischen Systematik der Minerale (STRUNZ);

Besonderheiten:

  • historische Sammlungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert
  • Sammlung des Freiherrn zu Racknitz von 1806
  • Schaustufensammlung
  • Edelsteine
  • Sammlung ist z.T. computerkatalogisiert

  Sammlung Systematik
Links: Beryll (Aquamarin) auf Muskovit, Nagar, Pakistan; Mitte: Wulfenit, Villa Ahumada, Mexiko; rechts: Galenit, Picher bei Joplin, USA 



Baldauf-Sammlung (Sammlung des Bergbauunternehmers Richard BALDAUF 1848-1931)


ca. 10 000 Mineralstufen in vier Teilkollektionen: sytematische Sammlung nach NAUMANN-ZIRKEL geordnet, Schaustufensammlung regional geordnet, Kristallsammlung und Edelsteinsammlung

Besonderheiten:

  • umfangreicher archivalischer Nachlass mit Briefen und Rechnungen
  • Sammlung ist vollständig computerkatalogisiert

 

Sammlung Baldauf
Links: Gold auf Quarz, Rosia Montana bei Abrud, Rumänien; Mitte: historisches Etikett mit Zeichnung eines Eulytin-Kristalls, Schneeberg, Sachsen; rechts: Elbait (Indigolith, Turmalin) in Pegmatit, Usakos, Namibia



Meteoritensammlung


271 Meteoriten von 205 Fällen/Funden, alphabetisch geordnet nach Fall/Fundort;

Besonderheiten:

  • Meteoritenproben aus dem 19. Jahrhundert
  • Sammlung Döll
  • Hauptmasse der Meteorite von Nentmannsdorf (Nenntmanndorf)/Sachsen und Las Salinas/Chile
  • Sammlung ist vollständig computerkatalogisiert

 Meteorite
Links: Olivin-Hypersthen Chondrit (L6), L'Aigle, Frankreich, Fund 1872; Mitte: Oktaedrit, Typmaterial, Nenntmannsdorf, Sachsen, Fund 1803; rechts: Eisen mit Silikateinschlüssen (IVA-ANOM), Steinbach (Rittersgrün), Sachsen, Fund 1724

 

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