Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden

Petrographie
Gesteinssammlung 


Sammlung sächsischer Gesteine

Die Sammlung sächsischer Gesteine ist eine der bedeutendsten geologischen Regionalsammlungen in Sachsen und enthält mit gegenwärtig über katalogisierten 10.000 Hand- und Großstücken in großer Vollständigkeit Gesteine aus ganz Sachsen. Hinzu kommen weitere etwa 10.000 Einheiten besonders aus Altbeständen, die sammlungstechnisch bisher nicht erfasst werden konnten. Viele dieser Gesteine entstammen Aufschlüssen, die heute nicht mehr existieren und somit einzigartige Belegstücke sind. Neben umfangreichem Belegmaterial berühmter sächsischer Gesteine, zum Beispiel des Serpentinits von Zöblitz oder des Geröllgneises von Obermittweida, sind in der Sammlung zahlreiche historische Handstücke aus dem 18. und 19. Jahrhundert mit handschriftlichen Originaletiketten bedeutender Geowissenschaftler, wie Johann Heinrich Gottlieb Gössel (1780–1846), Friedrich Albert Fallou (1794–1877), Hanns Bruno Geinitz (1814–1900), Ernst Kalkowsky (1851–1938) und Karl Hermann Scheumann (1881–1964) archiviert. Weiterhin befinden sich in dieser Sammlung sogenannte Tiefenproben verschiedener Steinkohlenschächte Sachsens aus der Mitte des 19. Jahrhunderts und die ehemalige Betriebssammlung des Schachtes „Willi Agatz“ bei Freital.


Sammlung außersächsischer Gesteine

Die Sammlung außersächsischer Gesteine umfasst über 15.000 Proben aus Europa, Asien, Amerika, Afrika und Antarktika. Damit können für wissenschaftliche Fragestellungen innerhalb kürzester Zeit Gesteinsproben aus vielen Teilen der Welt zur Verfügung gestellt werden. Neben zahlreichen Belegen aus Deutschland und den angrenzenden Staaten sind in dieser Sammlung besonders die etwa 1.000 Gesteine aus Skandinavien zu erwähnen, welche als Referenzmaterial für die Geschiebeforschung dienen. Hervorzuheben ist weiterhin die Sammlung von über 3.000 südamerikanischen Gesteinen, die während der Forschungsreisen der beiden Geologen Alphons Stübel (1835–1904) und Wilhelm Reiss (1838–1908) von 1868 bis 1877 im Andengebiet aufgesammelt wurden.


Sammlung der Bau- und Dekorationsgesteine

Die Sammlung der Bau- und Dekorationsgesteine besteht nahezu ausschließlich aus geschliffenen und polierten Gesteinsplatten, die für Dekorations- und Bildhauerzwecke Verwendung finden. Die Bedeutung dieses Sammlungsteils liegt insbesondere in ihrer Referenzfunktion für restauratorische und architektonische Fragestellungen. In der Bau- und Dekorationsgesteinssammlung werden historisch und gegenwärtig genutzte Gesteinsarten in einer Vollständigkeit archiviert, wie sie in Deutschland nur wenige Sammlungen erreichen. Sie umfasst derzeit etwa 3.350 Gesteinsplatten aus insgesamt 75 Staaten. Davon sind etwa 1.500 Gesteinsproben aus deutschen Natursteinvorkommen. In geringem Umfang werden auch Putz- und Mörtelproben historischer Bauwerke in der Sammlung aufbewahrt. Die ältesten Belege, über 160 Gesteinstäfelchen, sind bereits im „Katalog der Königlich Saechsischen mineralogischen Sammlungen in Dresden“ (1832–1846) vom Galerieschreiber und späteren Inspektor Johann Heinrich Gottlieb Gössel (1780–1846) verzeichnet worden und stammen teilweise aus der Zeit von vor 1819.


Weitere Sammlungsbereiche

Weitere Spezialsammlungen innerhalb der petrographischen Sammlung sind die Geröll- und Geschiebsammlung, die Sammlung von Impaktgesteinen und schließlich verschiedene Sondersammlungen, so die Sammlung petrographischer Dünnschliffe und die Lehr- und Übungssammlung.


Zu den eindrucksvollen Schaustufen der Gesteinsammlung zählen neben der Blitzröhre von Guteborn und der Großdünnschliffplatten auch große polierte Platten des Marmors von Maxen im Elbtalschiefergebirge, Sachsen, eines Metakonglomerates von Obermittweida im Erzgebirge, Sachsen, eines Eklogites von Silberbach im Fichtelgebirge, Bayern, eines Dumortieritquarzites von Macaúbas, Bahia, Brasilien, eines farbigen Sandsteines und eines Rhyolithes, beide von Kenab, Utah, USA sowie verschiedener Orbiculite (Kugeldiorite und -gabbros) von Toivakka, Länsi-Suomen lääni, Finnland. Bemerkenswert sind weiterhin ein Opalkonglomerat von Koroit, Queensland, Australien und verglaste Bimssteine von Echo Mountain, Kalifornien, USA. Zu den Raritäten zählen ein Luxulianit von Luxulyan, Cornwall, Großbritannien, historische Platten von sogenanntem Ruinenmarmor aus der Umgebung von Siena, Toskana, Italien sowie verschiedene Serpentinitgefäße aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

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