Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz

Lichenes und Bryophyta

Flechten

Die Flechtensammlung umfaßt derzeit mehr als 37.000 Belege. Ein besonders wertvoller Sammlungsbestandteil ist das Flechtenherbar von Carl Gottlob Mosig aus der Zeit um 1800 mit zahlreichen Typusbelegen zu Taxa, die in der „Lichenographia Universalis“ von Erik Acharius (1810) beschrieben worden sind. Insgesamt sind etwa 800 Sammler vertreten, darunter mengenmäßig besonders hervortretend Aufsammlungen von Alwin Schade, Herbert Schindler, Hermann Lange, Johann Christian Breutel, Jules Charles Emile Riotte, Andreas Gnüchtel sowie die Eigenaufsammlungen der Sektion.
Geographische Schwerpunkte sind Mitteleuropa (besonders Sachsen und das ehemalige Schlesien), Südosteuropa, Südafrika, Australien. Besonders schnell wächst im Zuge aktueller Forschungsarbeiten das Material kaukasischer Flechten, wo die Sammlung vermutlich inzwischen die größte außerhalb der GUS-Staaten ist. Unser Herbar ist die Hauptquelle von Biodiversitätsdaten kaukasischer Flechten bei GBIF.
Taxonomisch sind besonders die Genera Usnea Adans., Rhizocarpon DC., Ramalina Ach. und Lecanora Ach. arten- und belegreich repräsentiert.
Die Sammlungsobjekte sind über die senckenbergische Sammlungsdatenbank SeSam [via "Suche", Auswahl "Herbarium Senckenbergianum (GLM) - Lichenes] und über GBIF online abfragbar.

laevataetikettAbb.: Isotypus von Verucaria laevaVerrucaria laevatata Ach., beschrieben auf S. 284 in der "Lichenographia universalis" von Acharius (1810), gesammelt von C. G. Mosig am Queiß bei Zschocha (Oberlausitz; Fundort heute in Polen); handschriftliches Etikett von Mosig (zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

 

Moose

Das Moosherbar umfaßt etwa 26.000 Belege. Hervorzuheben sind etwa 600 Nummern aus dem Lebermoosherbar von Johann Georg Christian Lehmann aus der Mitte des 19. Jahrhunderts mit einer hohen Zahl von Typusbelegen. Sammler sind hier unter anderem Charles Darwin, Joseph Dalton Hooker und Christian Friedrich Ecklon. Insgesamt sind im Moosherbar etwa 300 Sammler vertreten, unter denen mengenmäßig besonders Johann Christian Breutel, Heinz Eckardt und Markus Reimann hervorstechen.
Geographische Schwerpunkte sind Mitteleuropa (besonders Sachsen und das ehemalige Schlesien), Südafrika und der Kaukasus.Taxonomische Schwerpunkte sind besonders verschiedene Lebermoosgattungen aus dem Herbar Lehmann wie z. B. die Genera Frullania Raddi und Plagiochila (Dumort.) Dumort. und die Familie Lejeuneaceae.
Die Sammlungsobjekte sind in einer Datenbank erfaßt. Der Import in die senckenbergische Sammlungsdatenbank SeSam, die online abfragbar ist, ist in Vorbereitung.

Darwinscher Beleg

 

Abb: Von Charles Darwin auf seiner Reise mit der "Beagle" im Chonos-Archipel vor der chilenischen Küste gesammelter Lebermoosbeleg (Typus von Lepidozia chordulifolia Tayl.) aus dem Herbar Lehmann (zur Vergrößerung auf die Bilder klicken)

Lepidozia chordulifolia

Seit dem 1.1.2009 ist die Sammlung Bestandteil desHerbarium Senckenbergianum.

 

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