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Sonne Expedition - "Benthosgemeinschaften: Schwämme"

Expeditionsstart

24.03.2015, 09:37 von Benutzer Alexandra Donecker, Kommentare 1 Kommentar

Expedition SO-239 ECORESPONSE (Ecology, connectivity and resilience of polymetallic nodule field systems), 11.03.-1.05.2015 mit dem Forschungsschiff SONNE

Von Daniel Kersken und Dorte Janussen

1. Wochenbericht
Expeditionsstart:

Mittwoch Abend dem 11.03.2015 hat das neue Forschungsschiff „Sonne“ mit einer Besatzung von 30 Crew-Mitgliedern und 40 Wissenschaftlern aus 11 Ländern im Hafen von Balboa, Panama abgelegt. Die „Sonne“ braucht von dort aus etwa 8 Tage um die sogenannte Clarion-Clipperton fracture Zone(CCZ) im Nordost Pazifik zu erreichen. In dem Gebiet, das sich (bei etwa 4.000 - 6.000 m Tiefe) zwischen Hawaii und der Westküste Mexikos erstreckt, befindet sich ein ausgedehnter Gürtel der Tiefsee-Manganknollenfelder.

pelikan
Pelikan im Hafen von Balboa

Tiefsee-Bergbau – Manganknollen:

Ziel dieser von Prof. Pedro Martinez (DZMB) geleiteten Tiefsee Expedition (Expedition SO-239 ECORESPONS (Ecology, connectivity and resilience of polymetallic nodule field systems), mit dem FS SONNE sind ökologische Untersuchungen der Manganknollen-Felder im Zentral-Pazifik ist. Sie ist Teil eines internationalen Forschungsprogramms, das unter anderem die Lebensgemeinschaften auf den Manganknollen untersucht, und somit Aussagen über Tragfähigkeit und mögliche Auswirkungen des geplanten Manganknollen-Abbaus für diese einmaligen Tiefsee-Biotope ermöglichen. 
Die CCZ umschließt Explorationsgebiete verschiedener Nationen und mehrere zugewiesene Schutzzonen. Eines dieser Explorationsgebiete wird im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) untersucht. Alle beteiligten Länder dürfen innerhalb der jeweiligen Explorationsgebiete weitreichende Untersuchungen durchführen, aber es ist ihnen nicht gestattet Manganknollen dort industriell abzubauen. Doch warum sind die Manganknollen so interessant? Die max. 10 cm großen Knollen bestehen hauptsächlich aus Mangan und Eisen, daher auch ihr Name. Weil die Manganknollen aber auch andere seltene Metalle wie Kupfer, Nickel und Kobalt enthalten, sogenannte seltene Erden, ist das Interesse an Schürfrechten für den industriellen Abbau groß. Bisher liegen die Abbaugebiete für seltene Erden ausschließlich auf den Kontinenten, welche nur ca. 1/3 der Gesamtoberfläche des Planeten bedecken. Die anderen 2/3 sind von Wasser bedeckt und davon wiederum große Teile von der Tiefsee. Früher galt der Tiefsee-Bergbau von Manganknollen noch als unrentabel, aber dies hat sich in den letzten Jahren radikal geändert: Durch steigende Nachfrage an seltenen Erden seitens der High-Tech Industrie und zunehmender Verknappung der Ressourcen an Land haben viele Nationen ein wachsendes Interesse für deren industriellen Abbau der Manganknollen  entwickelt.

sonnenuntergang
Sonnenuntergang kurz nach dem Auslaufen

Die längerfristigen Auswirkungen von Zerstörungsexperimenten insbesondere für die auf dem Meeresboden lebenden Tiere werden durch ROV-Beobachtung und Beprobung dokumentiert und taxonomisch erfasst. Die Schwämme, die von uns bearbeitet werden, spielen u. a. als Wirte für andere Organismen in diesen Tiefsee-Gebieten eine wichtige Rolle. Wir wollen u. a. für diese Region einen Bestimmungsschlüssel entwickeln, der eine Erfassung der Porifera-Diversität anhand der ROV- Fotos auch durch Nicht-Spezialisten ermöglicht. Angesichts der rapiden Zunahme der Tiefsee-Ausbeutung und der Notwendigkeit des regelmäßigen Monitorings ist dieses Projekt besonders zukunftweisend.

Die gesammelten Daten der Biologen, Geologen und Geochemiker werden in Zukunft dabei helfen können die ökologischen Aspekte des Tiefsee-Bergbaus von Manganknollen besser abzuschätzen. Ob es in Zukunft aber tatsächlich einen industriellen Abbau von Manganknollen geben wird, hängt von sehr vielen unterschiedlichen Faktoren ab und kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. 

ctd
CTD nach Testeinsatz in 2000 Meter Tiefe

Vorbereitungen für die Ankunft im Untersuchungsgebiet:
Während der achttägigen Transitstrecke waren die einzelnen Teams der Wissenschaft sehr beschäftigt. Viele Geräte mussten vor dem ersten Einsatz erst noch zusammengebaut und getestet werden. Besonders kompliziert kann die Arbeit mit den Tauchrobotern sein, hier können viele technische Probleme auftreten. Des Weiteren wurden Seekisten mit Arbeitsmaterial ausgepackt und die benötigte Ausrüstung in den Laboren verstaut und aufgebaut, z.B. Binokulare und Mikroskope. Außerdem müssen alle Gegenstände mit Seilen, Expandern und Klebeband gesichert werden damit, bei schlechtem Wetter und starkem Seegang, alles an Ort und Stelle bleibt.  Spätestens wenn die ersten Geräteinsätze stattfinden, müssen alle Wissenschaftler in der Lage sein die gesammelten Proben so schnell wie möglich zu sortieren, bearbeiten und konservieren oder lagern. Manche der biologischen Proben werden bei einer Temperatur von -80 °C eingelagert. Alle Abläufe müssen zu diesem Zeitpunkt aufeinander abgestimmt sein, denn Schiffszeit ist sehr teuer und man möchte Verzögerungen so gut es geht vermeiden. Im nächsten Wochenbericht wird es dann um die ersten Einsätze der wissenschaftlichen Geräte gehen.
Bis dahin und viele Grüße vom Team der Sonne!



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1 Kommentar zu "Expeditionsstart"

Charlesrot schrieb am 29.08.2017 um 05:38
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