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What is a Biologist?

11.04.2014, 13:21

 

Deutsche Version siehe unten

 Cotoras blog

Emotional experience, learning experience, discovery experience.
A biologist can experience the beauty of nature at different levels.

 

What does it mean to be a biologist? Does it only mean to receive a biology degree? Probably not. I know a lot of people without a formal education who are intimately familiar with nature by working/living close to it. They are able to ask key questions and answer them with tests or observations. As someone who has a biology degree, I see them as colleagues, even if there are no course credits involved.  It therefore begs the question, Who is the quintessential biologist, or in other words, what is the essence of being a biologist?

As with other definitions, it seem easy to use the term but hard to explicitly describe it into words. After a lot of thought I came up with my own operational definition. A biologist is someone who loves, knows and studies nature. 
The love of nature provides the initial motivation for all biologists. It translates into a desire for an activity that allows you to be close to it. Then, by formal education, structured learning or just by doing, you start knowing more and more.  You begin to ask experts, read books, watch documentaries, attend lectures, etc. In the case of formal education, you start attending classroom lectures with many students and reading general science books. Then, the courses become smaller and the books more specific. At some point you start reading technical reviews and primary literature. Small courses turn into tutorials and inevitably you reach the point where there are no more courses to take, papers to read or people to ask. You find yourself alone with your particular question and the only option is to directly ask nature.

I was pretty happy with my definition until my first year of graduate school when I saw a fragment of a lecture from UC Berkeley astronomy professor Alexei Filipenko. It featured how science helps us to understand the natural world by enhancing its beauty. This idea made me think about my personal definition of a biologist from a different perspective.
A magnificent papilionid butterfly, a colorful reef fish, an elegant orchid or a cute baby lion. The pure perception of nature conveys beauty and amazement to the observer. It seems to be innate to us as humans. But, on the other hand, the understanding of a particular phenomenon provides another kind of enjoyment.  Knowledge gives a new appreciation of what you see. Things that at first seemed to be trivial become extraordinary. As you learn, everything starts making more sense until you find something that cannot be explained with the old paradigm. The excitement of finding a new Pandora’s box corresponds to another flavor of enjoyment, one which appeals to a more basic instinct of exploration. As an intellectual activity, research is rewarding and exciting, but many times it can also become difficult and frustrating. However, sooner or later, between data collection, analysis, trials and errors, nature finally decides to whisper in your ear one of its secrets. I would consider that intimate moment of enlightenment a delicacy that you can only taste when you have been seeking for answers. Finally, there is the enjoyment of serving as a bridge between nature and people by revealing your discoveries and facilitating others’ exploration experience.

I now realize that I can reduce my personal definition from three verbs into just one statement. A biologist is someone able to appreciate nature at different dimensions of the human experience.

Darko D. Cotoras Viedma

Acknowledgements: I really appreciate the comments and suggestions of Lisa White, Brad Balukjian, Lisa Becking and the encouragement of Rachel Diaz-Bastin.

Darko Cotoras, originally from Chile, is a Ph.D. candidate in the Integrative Biology dept. at UC Berkeley. He is interested in the historical processes that shape biodiversity, in particular on insular environments. For his dissertation he is studying the temporal dynamic of the adaptive radiation of an endemic group of spiders (genus Tetragnatha) from the Hawaiian archipelago.
Darko visited the Senckenberg Research Institute in 2012. He came to learn about spider morphology with curator Peter Jaeger and study the collection of Tetragnatha spiders from Southeast Asia.


Cotoras blog
Erfahrung durch Gefühl, Lernen oder das Entdecken. Ein
Biologe kann die Schönheit der Natur auf verschiedenen
Ebenen erfahren.

 

WAS IST EIN BIOLOGE?

Was heißt es, ein Biologe zu sein? Heißt es, dass man lediglich einen Abschluss in Biologie gemacht hat? Möglicherweise nicht. Ich kenne eine Menge Leute ohne eine formale Ausbildung, die sich sehr gut mit der Natur auskennen, weil sie mit ihr zu tun haben oder mit ihr leben. Sie können entscheidende Fragen stellen und diese mithilfe von Beobachtungen oder Versuchen beantworten. Als Diplombiologe sehe ich sie als Kollegen an, auch wenn sie keine Kurse an einer Uni belegt haben.  Also: wer oder was ist ein vollkommener Biologe? Oder mit anderen Worten: was ist das Wesentliche daran, ein Biologe zu sein?

Es ist wie mit anderen Definitionen, es scheint einfach, einen Begriff zu gebrauchen, aber schwierig mit Worten exakt zu beschreiben. Nach langem Nachdenken kam ich auf eine eigene Arbeitshypothese: Ein Biologe ist jemand, der die Natur liebt, kennt und studiert. 

Die Liebe zur Natur stellt für alle Biologen den ersten Beweggrund dar. Sie wird dann zu einem Verlangen für eine Tätigkeit, die es dir erlaubt, der Natur nahe zu sein.  Danach fängst du an, mehr und mehr zu wissen, sei es durch ein Studium, strukturiertes Lernen oder Learning by Doing.  Du fängst an, Fachleute zu fragen, Bücher zu lesen, Dokus zu schauen, usw. Während des Studiums beginnst du, Vorlesungen mit vielen anderen Studenten zu hören und Lehrbücher zu lesen. Schnell werden die Kurse kleiner und die Fachbücher immer spezifischer. Irgendwann liest du Besprechungen und Primärliteratur. Kleine Kurse verwandeln sich in Seminare und unausweichlich kommst du an den Punkt, an dem es keine Kurse mehr zu belegen, keine Bücher zu lesen oder keine Spezialisten zu fragen gibt. Plötzlich findest du dich allein mit einer speziellen Frage und die einzige Option ist, die Natur selbst zu fragen.

Ich war ziemlich zufrieden mit meiner Definition, bis zu meinem ersten Jahr im Hauptstudium, als ich eine Vorlesung von Prof. Alexei Filipenko (Astronomie, Universität von Kalifornien, Berkeley) hörte. Es ging darum, wie uns die Wissenschaft hilft, die Natur zu verstehen, indem ihre Schönheit aufgewertet wird. Diese Idee ließ meine eigene Definition eines Biologen in einem anderen Licht erscheinen.
Ein prächtiger Schmetterling, ein farbenfroher Korallenfisch, eine elegante Orchidee oder ein süßes Löwenbaby. Die reine Wahrnehmung von Natur vermittelt dem Betrachter Schönheit und Staunen. Das scheint uns als Menschen inne zu wohnen. Auf der anderen Seite bietet das Verständnis eines bestimmten Phänomens eine andere Art von Vergnügen. Die Erkenntnis erhöht die Wertschätzung   von dem was du siehst. Dinge, die auf den ersten Blick gewöhnlich aussahen, werden außergewöhnlich. Wie man weiß, ergibt alles mehr Sinn, wenn man etwas findet, das mit dem alten Denkmuster nicht erklärt werden kann. Der Reiz, eine neue Büchse der Pandora zu öffnen, entspricht einem anderen Genuss, einem der mehr den Urinstinkt des Erforschens anspricht. Forschung als eine geistige Tätigkeit ist fruchtbar und spannend, aber es kann in vielen Fällen auch schwierig und frustrierend sein. Wie auch immer, früher oder später, zwischen Datenaufnahme, Analyse und positiven wie negativen Erfahrungen, wird die Natur dir eine ihrer Geheimnisse ins Ohr flüstern. Diesen intimen Moment der Erleuchtung betrachte ich als Köstlichkeit, die man nur wahrnimmt, wenn man auf der Suche nach Antworten war. Schließlich kommt die Freude hinzu, als Brücke zwischen der Natur und den Menschen zu dienen, indem du deine Entdeckungen offenbarst und so anderen eine Erforschung der Natur ermöglichst.

Jetzt weiß ich, dass ich meine persönliche Definition, die drei Verben umfasst hat, auf eine Aussage reduzieren kann: Ein Biologe ist jemand, der die Natur in verschiedenen Dimensionen der menschlichen Erfahrung wertschätzt.

Darko D. Cotoras Viedma

Danksagung: Ich bin dankbar für Kommentare und Anregungen von Lisa White, Brad Balukjian, Lisa Becking und für den Zuspruch von Rachel Diaz-Bastin.

Darko Cotoras, geboren in Chile, ist Dokotroand ind er Abteilung für Integrative Biologie an Columbia Universität in Berkeley. Sein Interesse gilt historischen Prozessen (vor allem in Inseln s.l.) die unsere heutige biologische Vielfalt geschaffen haben. In seiner Dissertation untersucht er die zeitliche Dynamik der adaptiven Radiation einer endemischen Gruppe von Spinnen (Gattung Tetragnatha) von Hawaii.
Darko besuchte das Senckenberg Forschungsinstitut im Jahr 2012. Er wollte von Kurator Peter Jäger hier mehr über die Spinnenmorphologie lernen und untersuchte in der Sammlung Exemplare der Gattung Tetragnatha aus Südostasien. 



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