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INDEX (Indian Ocean Exploration) 2016

Expedition im Indischen Ozean // Expedition in the Indian Ocean

07.01.2016, 13:58

Die drei Senckenberger MeeresbiologInnen Katharina Kniesz, Klaas Gerdes und Dr. Terue Kihara sind am 1. Januar 2016 von Wilhelmshaven und Hamburg nach La Reunion, einer kleinen Insel im Indischen Ozean vor Madagaskar zu einer Forschungsfahrt aufgebrochen. Das Ziel der Reise sind sogenannte „Schwarze Raucher“, die am zentral indischen Rücken in der Tiefsee auftreten, um dort sowohl deren geologische Beschaffenheit als auch die biologische Artenvielfalt, Populationsgenetik und deren Konnektivität untereinander, sowie Nahrungsnetzanalysen durchzuführen und Habitatkarten zu erstellen.

Von links nach rechts: Dr. Terue Kihara, Klaas Gerdes und Katharina Kniesz an Bord der Pourquoi pas?. (Foto: Hans Peter Damian)
Foto 1: Von links nach rechts: Dr. Terue Kihara, Klaas Gerdes und Katharina Kniesz an Bord der Pourquoi pas?. (Foto: Hans Peter Damian)

Es ist der 3. Januar 2016, Saint Denis auf La Réunion. Nach einem langen Flug und einer Nacht im Hotel in Saint Denis geht es endlich los zum Schiff. Das Gepäck ist verladen. Der Bus mit uns Wissenschaftlern macht sich langsam auf den Weg über die schmale Küstenstraße entlang einer beeindruckenden Felswand mit dem Ziel Le Port Saint Denis. Die vielseitige Insel, die geographisch zu Afrika gehört ist aber tatsächlich ein Übersee-Department Frankreichs und somit der südlichste Teil der Europäischen Union.

Blick über den Yachthafen auf die Insel von Bord des Schiffes. (Foto: Klaas Gerdes)
Foto 2: Blick über den Yachthafen auf die Insel von Bord des Schiffes. (Foto: Klaas Gerdes)

Nach einer 20 minütigen Fahrt taucht das bereits im Hafen liegende Forschungsschiff „Pourquoi pas?“ des französischen Ifremer oder zu Deutsch „Forschungsinstitut für die Nutzung der Meere“ auf, welches uns sofort beim ersten Anblick mit seinen 107,6 m und 9 Decks überzeugt.

Die „Pourquoi pas?“ im Hafen von Le Port Saint Denis. (Foto: Katharina Kniesz)
Foto 3: Die „Pourquoi pas?“ im Hafen von Le Port Saint Denis. (Foto: Katharina Kniesz)

Das französische Forschungsschiff wurde für die vierwöchige Expedition durch die BGR gechartert und ist für die nächsten Wochen gleichermaßen unsere Unterkunft und unser Arbeitsplatz. Hier werden wir in den kommenden Wochen zusammen mit 25 weiteren Wissenschaftlern aus verschiedenen Disziplinen zusammen im sogenannten INDEX-Projekt arbeiten.

Das INDEX-Projekt (Indian Ocean Exploration) ist ein geologisches Explorationsprojekt der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Das primäre Ziel dieses Projektes ist es polymetallische Sulfide, vor allem Kupfer, Zink und weitere Metalle als potenzielle Rohstoffquelle im deutschen Lizenzgebiet am zentral- und südostindischen Rücken im Indischen Ozean zu bewerten. Dabei werden Methoden entwickelt, um aktive und inaktive „Schwarze Raucher“ und sogenannte Hydrothermalfelder zu detektieren und die geologischen, vulkanologischen, bathymetrischen und magnetischen Voraussetzungen für die Entstehung dieser Felder zu verstehen. Aktive Hydrothermalfelder zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass diese ein bis weit über 300°C heißes Fluid-Metallgemisch durch sogenannte Schornsteine in die Wassersäule pumpen, die als schwarzer Rauch zu erkennen sind. Die Fluide repräsentieren stark verändertes Meerwasser. Bei inaktiven Feldern ist kein schwarzer Rauch mehr vorhanden, die erloschenen meterhohen Schornsteine, sulfidischen Sedimente und Sulfidblöcke sind aber abgelagert und bieten der Tiefseetierwelt ein ungewöhnliches Habitat. Auch die Biodiversität von aktiven und inaktiven Feldern ist im Vergleich mit der umgebenden Tiefseefauna sehr unterschiedlich, da aktive Felder mit ihrem Schwarzen Rauch eine von der Wasseroberfläche unabhängige Nahrungsquelle darstellen und viele endemische Arten existieren, die in der Nähe oder innerhalb dieser Hydrothermalfelder zu finden sind. Die Arbeit die diese Themen betrifft wird aber erst nach Erreichen unseres Arbeitsgebietes beginnen…

Nach Beziehen der Kabinen und einem kurzem ersten Meeting werden die einzelnen Arbeitsgruppen auf die Labore verteilt. Danach geht es an das Entladen der Arbeitsmaterialien, Messinstrumente und Laborgeräte, welche in unzähligen Kisten und in mehreren Containern verstaut sind. Das ungewohnt tropische Klima erschwert uns das Entladen aus den Containern zusätzlich. Umso angenehmer ist dagegen das anschließende Einräumen der wirklich sehr großen und gut ausgestatteten Labore mit Klimaanlage. Im Laufe des Abends sind dann alle teilnehmenden 28 Wissenschaftler eingetroffen.

Malte Junge (Geologe der BGR) und Klaas Gerdes beim Entladen der Arbeitsmaterialien aus den Conatinern. (Foto: Katharina Kniesz)
Foto 4: Malte Junge (Geologe der BGR) und Klaas Gerdes beim Entladen der Arbeitsmaterialien aus den Conatinern. (Foto: Katharina Kniesz)

Nach unserer ersten Nacht auf der „FS Pourquoi pas?“ erfolgt das alltägliche Meeting und anschließend eine Sicherheitseinweisung durch einen Offizier des Schiffes. Im Laufe des Tages werden letzte dringende Besorgungen erledigt, sodass nun alles und alle bereit sind, abzulegen und nach einer Transitfahrt von drei Tagen in das Arbeitsgebiet zu gelangen um mit der ersten Probenahme zu beginnen.

Am darauf folgenden Morgen um 8:00 Uhr Ortszeit ist es dann endlich soweit. Der Lotse ist an Bord und wir legen ab und machen uns auf den Weg in unser Arbeitsgebiet.

Mit besten Grüßen von Bord
Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Dr. Terue Kihara



Expedition in the Indian Ocean: Marine Biologists from the Senckenberg Institute on a multidisciplinary Cruise called INDEX (Indian Ocean Exploration) project conducted by the Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR)

The three marine biologists Katharina Kniesz, Klaas Gerdes and Dr. Terue Kihara from the Senckenberg Institute started on the 1st of January 2016 from Wilhelmshaven and Hamburg to La Reunion, a small island in the Indian Ocean in front of Madagascar for a research expedition. Our target are the “Black Smokers” which are located in the deep sea along the southern Central and northern Southeastindian Ridge, to investigate the geological structures as well as the biodiversity, conducting population genetic and connectivity studies, analyzing food webs and compiling biological habitat maps.

From left to right: Dr. Terue Kihara, Klaas Gerdes und Katharina Kniesz on board of the Pourquoi pas?. (Photo: Hans Peter Damian)
Photo 1: From left to right: Dr. Terue Kihara, Klaas Gerdes und Katharina Kniesz on board of the Pourquoi pas?. (Photo: Hans Peter Damian)

It´s January 3rd 2016, Saint Denis on La Reunion Island. After a long flight and one night in a hotel in Saint Denis we start our way to the vessel. The luggage is stored. The bus is following a small road along an impressive rock wall towards the harbor, Le Port Saint Denis. This island which belongs geographically to Africa is actually an oversea department of France and thereby among the most southern parts of the European Union.

View on the sports harbor and the mountains of La Reunion  island. (Photo: Klaas Gerdes)
Photo 2: View on the sports harbor and the mountains of La Reunion  island. (Photo: Klaas Gerdes)

Twenty minutes later the research vessel “Pourquoi pas?” from the French marine institute Ifremer („Institut français de recherche pour l'exploitation de la mer“) emerges in the harbor and astonishes everyone with its 107.6 m length and nine floors.

The research vessel “Pourquoi pas?” in the harbor Le Port Saint Denis. (Photo: Katharina Kniesz)
Photo 3: The research vessel “Pourquoi pas?” in the harbor Le Port Saint Denis. (Photo: Katharina Kniesz)

The French research vessel has been chartered for this expedition by BGR and will be our home and our working place, at the same time, for the next four weeks. In the following weeks we and 25 other scientists of many different disciplines are going to work together in the “INDEX-project”.

The INDEX-project (Indian Ocean Exploration) is a geological exploration project conducted by the Federal Institute for Geosciences and Natural Resources (BGR). The main goal of this project is the evaluation of polymetallic sulfide occurrences, mainly copper, zinc and further metals within the German license area along the southern Central and northern Southeast Indian Ridge. Therefore methods are developed in order to detect active and inactive “Black Smoker”, so-called hydrothermal vent fields and understand the geology, volcanology, bathymetry and magnetometry leading to the formation of these fields.

Active hydrothermal vent fields are characterized by hot metalliferous fluids which are “pumped” out of chimneys in to the water column with temperature easily above 300°C. This is the visible “Black Smoke” and represents intensely modified seawater. Inactive sites have no venting any more, but the high chimney structures, sulfide sediments and sulfide rocks remain and provide a special habitat for the deep sea fauna. The biodiversity of active and inactive vent fields is specific when compared to the surrounding areas and displays a variety of endemic animals that are only found in these fields. But the work related with these specific topics will start when we reached our working area…

After inspecting our cabins and a short first meeting each working group got to know its laboratories. Then the unloading of the working equipment, measuring instruments, gears and laboratory stuff from the boxes within the containers starts. The unfamiliar hot tropical weather makes this work even more complicated. On the other hand, the following arrangement of the equipment in the air conditioned, well equipped and really comfortable laboratories is very welcome. In the evening the last scientists of all 28 participants arrive from the airport.

Malte Junge (Geologist of the BGR) and Klaas Gerdes unload the working equipment from the containers. (Photo: Katharina Kniesz)
Photo 4: Malte Junge (Geologist of the BGR) and Klaas Gerdes unload the working equipment from the containers. (Photo: Katharina Kniesz)

The next morning starts with our daily meeting in the conference room followed by general on board safety instructions by the first officer of the “Pourquoi pas?”. During the day the last urgent procurements are done so that everybody is ready to leave the harbor and start sampling after a transit of three days.

On Tuesday at 08:00 am local time the pilot enters the research vessel, we leave the harbor and start our transit into the working area.

Greetings from board
Katharina Kniesz
Klaas Gerdes
Dr. Terue Kihara



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