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Sonne Expedition - "Benthosgemeinschaften: Schwämme"

4. Wochenbericht: Ankunft im GSR-Lizenzgebiet

18.05.2015, 14:38 von Benutzer Alexandra Donecker

Das neue FS Sonne ist nun seit einigen Tagen im dritten von vier Lizenzgebieten, dem belgischen GSR-Lizenzgebiet, angekommen. Auch hier werden wieder zahlreiche Geräte für die geplanten Untersuchungen eingesetzt: das ROV „Kiel 6000“ (Remotely Operated Vehicle), das AUV „Abyss“ (Autonomous Underwater Vehicle), MUC (Multi-Corer), GKG (Großkastengreifer), EBS (Epibenthosschlitten), Amphipodenfalle, Schwerelot und Planktonnetz. Des Weiteren wird der Meeresboden mit dem Fächerlot und anderen Vermessungsgeräten hochauflösend gescannt und kartiert. Neben den ausgedehnten Manganknollenfeldern werden im Rahmen dieser Expedition auch mehrere Referenzgbiete und unterseeische Berge innerhalb der verschiedenen Lizenzgebiete untersucht. 

Arbeit mit dem Großkastengreifer (GKG)

GKG zurück an Deck
Abb. A.) GKG zurück an Deck

Der Großkastengreifer besteht aus einem Stahlrahmen, einer zentral angeordneten Beprobungsbox mit den ungefähren Maßen von 50 x 50 x 50 cm und einer großen Schaufel für den Verschluss der Beprobungsbox (Abb. A). Der GKG wird in der Regel mit einer Geschwindigkeit von 1 m/s gefiert. In einer Höhe von 50 m über dem Meeresboden wird ein einminütiger Stopp eingelegt damit der GKG auspendeln kann. Danach wird er mit einer Geschwindigkeit von 0,2 m/s gefiert bis er auf dem Meeresboden aufsetzt, die Geschwindigkeit wird dabei an die Beschaffenheit des Sediments angepasst. Wenn der GKG auf dem Meeresboden aufgesetzt ist sinkt er durch sein großes Eigengewicht in das Sediment ein. Beim Einsinken wird ein Mechanismus ausgelöst bei dem sich die Schaufel in eine vertikale Position begibt und die Box von unten verschließt. Es wird mit einer Geschwindigkeit von 0.1 m/s gehievt um den GKG aus dem Sediment zu ziehen. Nachdem der GKG wieder frei ist, kann mit einer Geschwindigkeit von 0,7 – 1 m/s gehievt werden. Nachdem der GKG wieder an Deck ist wird die Box ausgebaut. Das Sediment innerhalb der Box ist von Wasser bedeckt welches mit einem Schlauch abgesaugt wird, dabei läuft das Wasser durch ein Sieb.

Kasten mit Manganknollen
Abb. B.) Kasten mit Manganknollen

Wenn die Sedimentoberfläche freigelegt ist wird ein Foto mit der aktuellen Stationsnummer und einem Maßstab angefertigt. Danach können die Organismen die auf den Manganknollen wachsen untersucht werden (Abb. B). Dazu gehören meist röhrenbildende Borstenwürmer, Foraminiferen, Korallen und Schwämme, manchmal aber auch Anemonen und Muscheln. Nach der Beprobung der Manganknollenfauna können die Manganknollen vorsichtig abgesammelt werden.

Waschen der Manganknollen mit Seewasser
Abb. C.) Waschen der Manganknollen mit Seewasser

Die Knollen werden anschließend mit Seewasser über einem Sieb gereinigt (Abb. C). In dem Sieb werden kleinere Organismen festgehalten. Die Knollen nach der Reinigung fotografiert, vermessen und gewogen werden um Aussagen über die Größe und Dichte der Bedeckung zu treffen. Das Absammeln der Manganknollen aus dem GKG ist eine Methode um quantitative Aussagen über die Manganknollen-Bedeckung zu treffen, denn mit dem GKG wird eine definierte Fläche des Meeresbodens untersucht. Andere geschleppte Geräte wie Trawls, Dredgen und Schlitten können nur bedingt für eine quantitative Analyse eingesetzt werden, weil diese Geräte dazu neigen während des Schleppens zu springen und die untersuchte Fläche nur annäherungsweise bestimmt werden kann, somit gibt es immer eine Unsicherheit bei der Auswertung. 

Weitere Kursplanung
Nach der Beendigung der Untersuchungen im belgischen GSR-Lizenzgebiet wird das neue FS Sonne in das französische IFREMER-Lizenzgebiet fahren.

Bis dahin und beste Grüße vom Team der Sonne.



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