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SO 250 KuramBio II Blog

Region: NW-Pazifik, Kurilen-Kamtschatka-Graben // Region: NW Pacific, Kuril-Kamchatka-Trench

19.08.2016, 15:28

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19.08.2016, FS Sonne - SO250

Hallo, liebe KuramBio II-Blogleser!

Mein Name ist Torben, ich komme aus Hamburg und die Faszination von der Organismenvielfalt der Tiefsee hat mich auf die Sonne gebracht. Ich habe an der Universität Hamburg Zoologie, Hydrobiologie und Fischereiwissenschaften studiert und bin dort bereits mitten im Studium mit Tiefseetieren in Berührung gekommen. Anschließend habe ich ebenfalls in Hamburg in einer engen Zusammenarbeit mit dem Senckenberg DZMB und dem Australian Museum in Sydney promoviert. Nach langem Aufenthalt in Australien habe ich 2014 meine Doktorarbeit in Hamburg im Fach Zoologie abgeschlossen. Während meiner Promotion habe ich mich eingehend mit der Taxonomie und Evolution der Familie der tiefseetypischen „Langstielasseln“ (Macrostylidae) beschäftigt, über deren Biologie bis heute fast nichts bekannt ist, obwohl sie fast überall in den Weltmeeren zu finden sind. Meine Verwunderung über die Diversität dieser Organismen rührte nicht zuletzt daher, dass trotz ähnlichen Aussehens die Erbinformation zwischen den Arten enorme Unterschiede aufweisen kann. Das deutet auf ein enormes Alter der Gruppe hin. Dadurch ergab sich mir die Frage nach den Mechanismen, die in der Tiefsee zu Divergenz und letztlich Artaufspaltungen führen können, den Grundlagen der beobachteten Vielfalt.

Torben Riehl und der Epibenthosschlitten. © Angelika Brandt
Torben Riehl und der Epibenthosschlitten
© Angelika Brandt

Heute arbeite ich am Centrum für Naturkunde (CeNak), und wie bereits seit Beginn meiner Forschungsarbeit vor 10 Jahren, vor allem an Tiefseeasseln. Diese recht kleinen, oft 2–3 mm nicht überschreitenden, Krebstiere sind in der Tiefsee allgegenwärtig und vielleicht darin vergleichbar mit den Ameisen an Land. Auf dieser Seereise sammle ich diese Tiere vor allem mit dem Epibenthosschlitten, einem Gerät mit feinen Netzen, dass wir über den Meeresboden in über 5000 m ziehen, um das Sediment mit seinen Bewohnern einzufangen. Anhand genetischer und morphologischer Merkmale möchte ich zum einen die Tiere aus dem Kurilen-Kamtschatka-Graben mit denen, die die angrenzenden Abyssalebenen bewohnen, vergleichen. Darüber hinaus, werde ich aber auch Daten aus ganz anderen Regionen einbeziehen. Durch die Rekonstruktion der Verbreitungen und Evolution von verschiedenen Asselarten möchte ich untersuchen, ob es Ausbreitungsbarrieren in der Tiefsee gibt, die durch ihre isolierende Wirkung genetische Divergenz fördern würden.

Der erste Einsatz des Epibenthosschlitten ist gerade im Gange und ich bin sehr gespannt, was er zu Tage fördern wird!

Viele Grüße an alle Leser!

geblogged von:
Torben Riehl


 

19.08.2016, RV Sonne - SO250


Region: NW Pacific, Kuril-Kamchatka-Trench

 

Hello, dear KuramBio II blog reader!

My name is Torben, I am from Hamburg, Germany, and the fascination for the diversity of the deep-sea organisms brought me here on board the research vessel Sonne. At the University of Hamburg I studied Zoology, Hydrobiology, and Fisheries Science. And already during my studies I got involved in deep-sea research. Thereafter, I conducted a Ph.D., still in Hamburg, and with close collaboration with the Senckenberg DZMB institute as well as the Australian Museum in Sydney. After a long period of research in Australia, I concluded my Ph.D. in Zoology. During this phase the focus group of my research was the isopod family Macrostylidae about which still almost nothing is known despite their omnipresence in all world oceans. My astonishment about the Diversity of these organisms partly originated from the fact that these organisms, despite great morphological similarity show substantial divergence in their genetic information. This indicates that this group is very old. Consequently, the question arose, which mechanisms contribute to genetic divergence and speciation in the deep sea, which make the foundation of the observed diversity.

Torben Riehl and the epibenthic sledge. © Angelika Brandt
Torben Riehl and the epibenthic sledge
© Angelika Brandt

Today, I am working at the Center of Natural History (CeNak), and still with deep-sea isopods. These small, often only 2-3 mm long crustaceans, which are ubiquitous in the deep sea and in this regards probably comparable to ants in the terrestrial environment. During this cruise I collect such critters with an epibenthic sledge, a steel gear equipped with fine-meshed nets that is pulled over the sediment in over 5000 m depth. It collects the sediment surface including the small animals inhabiting it.

Doing this, I am planning to morphologically and genetically compare animals living at the bottom of the Kuril-Kamchatka Trench with those living around it as well as animals from this region to others living thousands of kilometers further. Through the reconstruction of biogeographic and phylogenetic patterns I am going to investigate potential dispersal barriers which may promote divergence.

The first deployment of the epibenthic sledge just commenced and I am very curious to find out what it will bring to the surface.

Kind regards to all readers!

blogged by:
Torben Riehl



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