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SO 250 KuramBio II Blog

Die Zeit fliegt… // Time is flying…

25.08.2016, 09:40

Russian Version

 

Tagebuch, 25. August 2016

Heute ist schon der zehnte Tag unserer Expedition und wir haben bereits erfolgreich zwei Stationen abgearbeitet. Die erste war eine abyssale Station in 5150 m auf der östlichen Seite des Kurilen-Kamtschatka Grabens, die zweite haben wir im Hadal des Grabens in ca. 8250 m Tiefe durchgeführt. Beide Stationen waren sehr erfolgreich und wir haben bereits sehr viele Tiefseeorganismen aller Größenklassen, von Einzellern bis zu Fischen sammeln können. Alle an Bord des FS Sonne sind daher sehr zufrieden.

Während der Expedition sammeln wir Proben und fixieren sie für spätere Analysen in den Laboren unserer Heimatinstitutionen. Um jedoch unsere vorläufigen Ergebnisse in dem obligatorischen Fahrtbericht am Ende der Expedition zu präsentieren, müssen wir einen Überblick über die Zusammensetzung der Organismen, Häufigkeit und Verteilung der Meeresbodenbewohner des Untersuchungsgebietes bekommen. Deshalb sortieren und analysieren wir an Bord einen Teil der Proben. Zum Beispiel sortiert unserer EBS -Team die Supranetz-Proben aller Fänge mit dem Epibenthosschlitten. Gestern haben wir die Supranetz-Probe der ersten Station zu Ende sortiert. Es hat drei volle Tage Teamarbeit bedeutet, um aus den schlammigen, sandigen Sedimenten die Tausende von kleinen, wenige mm große Kreaturen herauszusuchen. Es ist eine Aschenputtel-Aufgabe sie zu den wichtigsten Taxa zu sortieren, ein sorgfältiger, zeitraubender  Prozess, Löffel für Löffel auf Eis unter dem Stereomikroskop!

Sortierlabor. © Marina Malyutina
Sortierlabor
© Marina Malyutina

Eine dominante Tiergruppe der makrobenthischen Gemeinschaft sind in Bezug auf ihren Artenreichtum und ihre Vielfalt die Ranzenkrebse (Krustentiere), die Brutpflege betreiben und ihre Brut in einer Bauchtasche (Ranzen) tragen. Zu ihnen gehören die Ordnungen Isopoda (Meeresasseln), Amphipoda (Flohkrebse), Cumacea (Schlickkrebse), Tanaidacea (Scherenasseln) und Mysidacea (Schwebgarnelen). Unser internationales EBS-Team ist die "Ranzenkrebse Mafia".

Eine Sortierschale mit Munnopsiden (Schwimmfähigen Meeresasseln). © Marina Malyutina
Eine Sortierschale mit Munnopsiden (Schwimmfähigen Meeresasseln)
© Marina Malyutina

Wir haben bereits die Ranzenkrebs Arten aus den KuramBio I Proben identifiziert und die abyssale Fauna ist daher bereits ziemlich gut für uns bekannt. Es ist schön, in den zu sortierenden Proben unter unbekannten Arten einige unserer alten "Freunde" wieder zu erkennen! Ich studiere die große Meeresassel-Familie Munnopsidae, die in der Lage sind zu schwimmen. Sie sind überall in der Tiefsee eine dominante Familie. Diese Meeresasseln sind erstaunlich vielfältig in ihrer Körperform, Größe und ihrem Lebensstil. In der ersten abyssal Probe habe ich bereits etwa 30 Arten aus 18 Gattungen identifiziert, darunter viele sehr kleine Microcope ovata (1,5 mm lang) - eine der häufigsten Arten der Isopoda hier. Die hadal Probenahme im Graben brachte uns auch die gigantischen Rectisura herculea und Munnicope sp. von einer Länge bis 4 cm an Deck. Ich bin sehr glücklich über diesen Fang!

Rectisura herculea. © Anastassia Maiorova
Rectisura herculea
© Anastassia Maiorova

Während der KuramBio I Expedition waren mehr als 80% der gesammelten Munnopsiden-Arten neu für die Wissenschaft, obwohl wurde die Fauna schon lange vor uns von russischen Wissenschaftlern untersucht worden war. Deshalb bin ich überzeugt, dass auch unsere neue Probenahme im Kurilen-Kamtschatka Graben für uns im nächsten Jahr viel Arbeit bedeutet. Wir müssen neue Arten beschreiben und neue Daten der bekannten Arten publizieren. Unsere Daten werden die Kenntnisse über diese Organismen aus einem der tiefsten Gräben der Weltmeere maßgeblich erweitern!

geblogged von:
Marina V. Malyutina
A.V. Zhirmunsky Institut für Marine Biologie, FEB RAS, Wladiwostok


 

Daily log, 25 August 2016

Time is flying…

 

Today is tenth day of our expedition and we have already finished two stations: the first station was at abyssal depths around 5150 m on the eastern side of the Kuril-Kamchatka Trench and the second station was done at hadal depths around 8250 m. Both stations have been sampled successfully and we already collected plenty of deep-sea organisms of all taxa from Protozoa to fishes, thus all specialists on board of RV Sonne are satisfied with these first good results.

During the expedition we collect samples and fix them for the future studies in the laboratories of our institutions. However, in order to present the preliminary results in an obligatory cruise report at the end of the expedition, we need to have an overview of the taxon composition, abundance and distribution of the benthos of the sampled area. Therefore, we sort and analyze part of the samples onboard.  For example, our EBS team is sorting the supranet samples of each EBS deployment. Yesterday we have finished sorting the sample from the first station. It took 3 full days of team work, as it is not an easy Cinderella’s job picking from the muddy-sandy sediments thousands of small, a few mm sized creatures and sorting them to major taxa. It is a careful, time-consuming process, which is done spoon by spoon on ice using a stereomicroscope!

Sorting laboratory. © Marina MalyutinaPh
Sorting laboratory
© Marina Malyutina

Obviously, a dominant group of the macrobenthic community in terms of species richness and diversity is the peracarid crustaceans. These include the orders Isopoda, Amphipoda, Cumacea, Tanaidacea and Mysidacea. Our international EBS team is the “peracarid mafia”.

A sorting dish with munnopsid isopods (Schwimmfähigen Meeresasseln). © Marina Malyutina
A sorting dish with munnopsid isopods (Schwimmfähigen Meeresasseln)
© Marina Malyutina

We have already identified the Peracarida species from the KuramBio I samples and this abyssal fauna is pretty well known for us. It is pleasant to recognize among unknown species some of our old “friends” in the samples we are now sorting. I study the large family of isopods, Munnopsidae, members of which are able to swim. It is usually a dominant family everywhere in the deep sea. This group of isopods is amazingly diverse with body shape, size and life style. In the first sorted abyssal sample I have already identified about 30 species of 18 genera, including plenty of very tiny Microcope ovata (1.5 mm long) – one of the most abundant species of Isopoda here. The hadal samples brought the giant Rectisura herculea on deck as well as a Munnicope sp. which is 4 cm long.  I am very happy about this catch!

Rectisura herculea. © Anastassia Maiorova
Rectisura herculea
© Anastassia Maiorova

As it was already documented for the KuramBio I expedition, within the munnopsid isopods, more than 80% of the collected species were new to science, even though the fauna was already well studied in the past by Russian scientists. Therefore, I am certain that the samples from the trench will mean much work for us for the next year: all of us will get and learn something new about our creatures. We will describe new species, new data about known ones and these will extend our knowledge about life in one of the deepest trenches of the World Ocean!

blogged by:
Marina V. Malyutina
A.V. Zhirmunsky Institute of Marine Biology, FEB RAS, Vladivostok



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