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SO 250 KuramBio II Blog

Ich bin so müde // I'm so tired

29.08.2016, 14:48

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Tagebuch, 29.August 2016

Wir sind nun seit ca. zwei Wochen an Bord. Wir haben die dritte Station fast beendet und in allen Gesichtern zeigen sich die Anstrengungen der letzten Tage. Schon einmal hatte ich das Glück bei einer Expedition dabei sein zu dürfen. Vor 1,5 Jahren sammelte ich Proben für meine Masterarbeit während der Jungfernfahrt der Sonne, der VEMA- Transit Expedition. Daraus ergab sich eine Arbeit, die sich den nahrungsbiologischen Eigenschaften der Organismen und des Ökosystems annahm. Im Frühling dieses Jahres habe ich dann meinen Master an der Universität Hamburg beendet. Da die Masterarbeit (leider) auf 6 Monate beschränkt ist, war es mir logistisch nicht möglich allen Proben und Fragestellungen so nachzugehen wie ich es gern getan hätte. Meine Masterarbeit ermöglichte mir ein Projekt mit Hilfe von erfahrenen Wissenschaftlern, aber doch mit viel Freiheit selbstständig herauszuarbeiten. Die Erfahrungen in Probennahme und Planung möchte ich nicht missen. Durch die VEMA-Expedition  ergaben sich gemeinsame, interdisziplinäre Projekte und Veröffentlichungen. Doch nicht nur das. Auch Freundschaften entwickelten sich. Nun habe ich erneut das Glück im Rahmen des internationalen KuramBio II-Projekts auf diesem hervorragenden Schiff, mit außerordentlichen Wissenschaftlern und einer unglaublich hilfsbereiten Crew mitfahren zu dürfen.
Dieses Mal nehme ich Proben für meine Doktorarbeit. Ich plane die Fettsäuren und stabilen Isotope der Tiefseeorganismen und des Ökosystems zu analysieren und diese zu interpretieren, um mehr über das zu untersuchende Areal, den Kurilen - Kamtschatka Graben, zu erfahren.

Ein Beispiel der beprobten Makrofauna (Vielborstenwurm). © Oliver Meyer
Ein Beispiel der beprobten Makrofauna (Vielborstenwurm)
© Oliver Meyer

Dabei versuche ich so viele Forschungsgebiete wie möglich einzubinden wie z.B. Biochemie, Hydrografie, Ozeanografie und Systematik. Daraus möchte ich ein umfassendes Bild über diesen Lebensraum zeichnen können. Ich beprobe Oberflächenwasser aus verschiedenen Tiefen mit Hilfe des Wasserkranzschöpfers, bodennahes Wasser und Sediment mit dem Multicorer. Mit dem Epibenthosschlitten habe ich die Möglichkeit die Tiere aus der Tiefsee, zum Teil lebend, zu picken. Mit der Hilfe der Taxonomen an Bord, die ihr unglaubliches Wissen mit mir teilen, werden die Tiere dann bestimmt, fotografisch dokumentiert und anschließend bei -80°C eingefroren.
Für jeden Einzelnen ist einiges zu tun und ohne Kooperationen zwischen den Forschungsgebieten, gegenseitige Hilfe und fachlichem Austausch wäre das alles nicht möglich. Hierfür finden sich an Bord die besten Voraussetzungen, denn nur hier sind so viele Experten auf so engem Raum, eingebettet in einem Projekt.

Die Wissenschaftler stürzen sich auf die AGT Probe. © Oliver Meyer
Die Wissenschaftler stürzen sich auf die AGT Probe
© Oliver Meyer

Hier finden wir Zeit und Raum zu planen, zu diskutieren und Verbindungen zwischen den verschiedenen Expertisen zu knüpfen. Um all dies tun zu können, sind neben der Probennahme lange Geräteeinsätze nötig. Diese kosten  gerade in der Tiefseeforschung sehr viel Zeit und keine Minute wird vergeudet. Daher kommt der Schlaf eindeutig zu kurz und trotzdem leuchten die Augen vor Begeisterung wann immer ein Gerät wieder an Deck ist mit neuen Proben und neuer Arbeit.
Für dieses Miteinander würde ich mich gern bei allen Mitreisenden bedanken und vor allem auch einen großen Dank an die freundliche und hilfsbereite Crew der Sonne aussprechen! Ohne euch könnten wir unserer Forschung nicht nachgehen!

geblogged von:
Ulrike Minzlaff
Centrum für Naturkunde, Zoologisches Museum Hamburg
…hat Passion, Zeit und Proben und ist doch noch auf der Suche nach Finanzierung ;)


 

Daily log, 29.August 2016

„I’m so tired…“

 

is what I’m thinking the most during the last days…

We’re on board now since almost 2 weeks and the third station is nearly done and every face tells a story about the efforts of the last days. Once before, one and a half year ago, I had the opportunity to join another expedition, the Vema - Transit the maiden expedition of the RV Sonne. Then I collected samples for my master thesis to analyze the feeding habits of the organisms and the feeding sources of the environment. I finished my studies after 6 months and during this short time I could not answer all questions which arise during the expedition and work flow. I learned a lot during this time and met a lot of very nice and experienced people to work with afterwards. Thereof joined, interdisciplinary projects and paper revealed. Now I have again the chance to work on this amazing ship, with the help of very experienced scientists and a very helpful crew within the international KuramBio2 - Project. I collect samples for my planned PhD project. I want to analyze and interpret the fatty acids and stable isotopes of the deep-sea organisms and the environment itself to learn more about the area of the Kuril-Kamchatka Trench.

An example of the sampled deep-sea macrofauna (Polychaete) © Oliver Meyer
An example of the sampled deep-sea macrofauna (Polychaete)
© Oliver Meyer

To reach this I try to take as much scientific fields as possible into account like Biochemistry, Hydrography, Oceanography and Systematics. I sample surface water from different depths with the CTD, bottom water and sediment with the MUC and organisms with the EBS. The animals are determined with the help of the experts as soon as they are on deck, picked alive and sorted and photographed on ice and afterwards frozen and stored at -80°C.
Everyone has a lot of work to do and without cooperations between the scientific fields, helping one another and the exchange of expertise all these different scientific approaches would not be possible. For this you find the perfect conditions on board. Just here during those cruises you have so many experts having the opportunity to collaborate as much as possible.

The scientists are very excited about the new sample from the AGT © Oliver
The scientists are very excited about the new sample from the AGT
© Oliver Meyer

To get the samples gears are needed which must be build, serviced and deployed. This takes a lot of time especially in the deep sea research and so no waste of time is allowed. That’s why we don’t sleep a lot but we all stand on deck with shining eyes having a look on the new samples and the new work.
I want to thank all scientific members for this great cooperation and especially I want to thank the very friendly and very helpful crew! Without you we could not do what we love!

blogged by:
Ulrike Minzlaff
Centre of Natural History, Zoological Museum Hamburg
…has passion, time and samples but still searches for funding ;)

 



 




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