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SO 250 KuramBio II Blog

Der Begriff der Schönheit auf der Sonne // The concept of beauty in the Sonne

07.09.2016, 12:53

Russian Version

 

Tagebuch, 7. September 2016

Die Leute sagen, dass das Konzept von Schönheit von den Augen abhängt die einen Gegenstand der Bewunderung sehen und dies ist der perfekte Ort, um diesen Satz zu bestätigen. Bei den täglichen wissenschaftlichen Sitzungen sagt fast jede/r WissenschaftlerIN als Eingangssatz in dem Vortrag über ihre Arbeiten und Fragestellungen: "Heute möchte ich Ihnen diese schöne Tiergruppe vorstellen ..."  Um ehrlich zu sein gibt es einige Tage, an denen ich nicht 100%ig zustimmen kann, aber jeden Tag ist es überwältigend daran zu denken, wie viel Leben dort unten in mehr als 8700 Metern Tiefe existiert (wie unsere Station gestern und heute gezeigt hat). Aus meiner speziellen Sicht, sind die Tiere die den Begriff der Schönheit sehr gut erfüllen, die kleinen Ruderfußkrebse, auch Copepoden genannt.

Harpacticoider Copepode der Gattung Mesocletodes © Nancy Fabiola Mercado Salas
Harpacticoider Copepode der Gattung Mesocletodes
© Nancy Fabiola Mercado Salas

Die Copepoden sind eine außergewöhnliche vielfältige Gruppe in Bezug auf ihre Morphologie, Physiologie, Lebensstrategien und Habitatpräferenzen. Sie sind in der Lage fast jeden terrestrischen und marinen Lebensraum zu erobern, der genügend organisches Material für die Entwicklung der Population bietet und sie repräsentieren außerdem eine Hauptnahrungsquelle für viele andere Tiergruppen.
Meine Bewunderung und Faszination für diese kleinen Krustentiere begann vor fast 10 Jahren, als ich im fünften Semester Biologie in Mexiko studierte. Ich erinnere mich, dass ich immer die "Verrückte" in meinem Jahrgang an der Universität war, sowohl während meiner Masterarbeitsphase als und auch während meiner Doktorarbeit, denn alle meine Kommilitoninnen und Kommilitonen bevorzugten größere und charismatischere Tiere wie Meeresschildkröten, Jaguare, Tapire, Seekühe, Wale usw. Dennoch war ich sehr glücklich, Betreuer zu finden, die ihre Arbeit mit Leidenschaft ausübten und so begann ich an Copepoden zu arbeiten und ich kann mir nicht vorstellen die Tiergruppe meiner Forschung jemals zu verändern. Meinem Wunsch folgend auch weiterhin an Copepoden zu arbeiten kam ich vor zwei Jahren als  Postdoc nach Deutschland zu Senckenberg am Meer, um mit Prof. Dr. Pedro Martínez Arbizu zu arbeiten und zum ersten Mal in meinem kurzen Berufsleben war ich von Copepoden Liebhabern umgeben.

Auf dem Deck – warten auf den Multicorer. © Nancy Fabiola Mercado Salas
Auf dem Deck – warten auf den Multicorer
© Nancy Fabiola Mercado Salas

Am Anfang war es ein ungewohntes Gefühl, jemanden sagen zu hören "schau doch mal diesen Copepoden an ... wie schön der ist" und darauf dann auch positives Feedback zu bekommen. Hier auf dem Schiff ist es für mich sehr erstaunlich so viele Copepoden zu sehen, die ich bisher in meinem Leben nur aus Büchern kannte, und außerdem die Gelegenheit zu haben, Seite an Seite von Pedro zu lernen. Bisher sind wir in der Lage gewesen, mehr als 130 Individuen für die Genetik vorzubereiten und bereits PCR Produkte zu erhalten. Wir hoffen, dass alle weiteren Proben auch viele schöne Copepoden enthalten, die unsere Laborkollegen "die Ostracoden (Muschelkrebse) Jungs" Hayato und Hyunsu sortieren.

Saskia und Ania bereiten eine PCR im Meiofauna Labor vor. © Nancy Fabiola Mercado Salas
Saskia und Ania bereiten eine PCR im Meiofauna Labor vor.
© Nancy Fabiola Mercado Salas

Wenn wir sie fragen was sie denn da in ihren Proben haben, so antworten sie uns: "Da ist nichts drin ... nur Copepoden". Hoffentlich werden auch die nächsten Stationen "nichts aber alles" zur gleichen Zeit an Deck bringen.

geblogged von:
Nancy Fabiola Mercado Salas
Deutsches Zentrum für Marine Biodiversitätsforschung, Wilhelmshaven 


 

Daily log, 7. September 2016

The concept of beauty in the Sonne

 

People say that beauty concept depends on the eyes looking at the object of admiration and this is the perfect place to confirm this sentence. At the daily scientific meetings almost each person who had has presented their work (the animals of study) uses as open line “I will talk to you about this beautiful group of animals…”  To be honest there are some days in which I do not agree 100% but every day is overwhelming to think how much life is at more than 8700 meters deep (our station yesterday). In my particular point of view the animals which fulfill better the concept of beauty are the tiny crustaceans called copepods.

Harpacticoid copepod of the genus Mesocletodes. © Nancy Fabiola Mercado Salas
Harpacticoid copepod of the genus Mesocletodes
© Nancy Fabiola Mercado Salas

Die Copepoden sind eine außergewöhnliche vielfältige Gruppe in Bezug auf ihre Morphologie, Physiologie, Lebensstrategien und Habitatpräferenzen. Sie sind in der Lage fast jeden terrestrischen und marinen Lebensraum zu erobern, der genügend organisches Material für die Entwicklung der Population bietet und sie repräsentieren außerdem eine Hauptnahrungsquelle für viele andere Tiergruppen.
My admiration for these small crustaceans started almost 10 years ago when I was in the fifth semester of Biology in Mexico. I remember that I was always the “weird-one” in my years of university, master and even during my doctoral studies because all my classmates preferred to work on bigger and more charismatic animals as marine turtles, jaguars, tapirs, manatees, whales, etc. Nevertheless, I was very fortunate to find supervisors with contagious passion on their work and thanks to that since I started to work on copepods I cannot imagine changing the topic of my research. Following my desires to keep working with copepod fauna, two years ago I arrived in Germany to start a postdoc at Senckenberg am Meer with Dr. Pedro Martínez Arbizu and for the first time in my short professional life I was surrounded by copepod lovers

On deck waiting for the MUC. © Nancy Fabiola Mercado Salas
On deck waiting for the MUC.
© Nancy Fabiola Mercado Salas

At the beginning it was a weird feeling to say to somebody “look at this copepod… how beautiful it is” and have a positive answer back. Here on the ship it has been amazing to see many copepods that I knew only from the books for the first time of my life and to have the opportunity to learn side by side from Pedro. So far we have been able to process more than 130 specimens for PCR and we hope that all samples ahead contain many more beautiful copepods to study no matter that our lab mates “the ostracod guys” (Hayato and Hyunsu) answer.

Saskia and Ania preparing a PCR in the Meiofauna lab. © Nancy Fabiola Mercado Salas
Saskia and Ania preparing a PCR in the Meiofauna lab
© Nancy Fabiola Mercado Salas

When we ask about the samples “there was nothing… just copepods”. Hopefully the next stations will be full of “nothing but everything” at the same time.

blogged by:
Nancy Fabiola Mercado Salas
German Center of Marine Biodiversity Research, Wilhelmshaven

 



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