Blogansicht

SO 250 KuramBio II Blog

Das Multinetz - ein Exot unter den Geräten der KuramBio II // The multinet - a freak among the Kurambio II gear

09.09.2016, 08:18

Russian Version

 

Tagebuch, 8. September 2016

Geheimnisvolle bodenbewohnende Organismen, Schlamm und Steine aus mehr als 8000 m Tiefe gehören zu den Dingen, die man auch als Meeresbiologe/in eher selten zu Gesicht bekommt. Doch nicht nur der Ozeanboden, sondern auch das Wasser oberhalb, das sogenannte Pelagial, beherbergt eine Vielzahl von Kleinstlebewesen unterschiedlichster Klassen, die auf dieser Expedition von einer Gruppe Planktologen mit einem eigenen Gerät beprobt und analysiert werden.

Ausbringen des Multinetzes. (Ivo, Pete & Willi) © Nicole Gatzemeier
 Ausbringen des Multinetzes. (Ivo, Pete & Willi)
© Nicole Gatzemeier

Unser Multi-Schließ-Netz, liebevoll auch „Uwu“ (underwater unit) genannt, verfügt über mehrere Netze, die sich auf dem Weg aus 6000 m Tiefe zur Oberfläche in unterschiedlichen Abschnitten der Wassersäule öffnen. Dieser Mechanismus erlaubt es uns, gefangene Planktonorganismen einer bestimmten Tiefe zuzuordnen und somit deren Verbreitung auch vertikal zu erschließen.

Sortierschale mit Planktonprobe. © Nicole Gatzemeier
Sortierschale mit Planktonprobe
© Nicole Gatzemeier

Da das gefangene Plankton teilweise sehr empfindlich auf einen Temperaturanstieg reagiert, hat sich der Großteil unseres Teams (zum eigenen Leidwesen) in einer auf 3 Grad heruntergekühlten Klimakammer eingerichtet, um dort den ergatterten Fang meist mehrere Stunden nach Einholen des Gerätes zu sortieren. In dicke Jacken und Mützen gehüllte, bibbernde Gestalten mit eingeschränkter Motorik können folglich von mitreisenden Forschern (mit Ausnahme weniger Sedimentologen, die das gleiche Schicksal ereilt hat) relativ einfach dem Planktonteam zugeordnet werden.

Freudige Überraschung im Planktonnetz: Lebendige Rippenqualle Beroe spec. © Anastassia Maiorova
Freudige Überraschung im Planktonnetz: Lebendige Rippenqualle Beroe spec.
© Anastassia Maiorova

Schwerpunkte unserer Forschung sind hierbei genetische, morphologische und biochemische Untersuchungen von planktonischen Copepoden (Ruderfußkrebschen) und Pteropoden (Flügelschnecken), doch auch viele andere wunderschöne Kreaturen wie z.B. in allen Regenbogenfarben leuchtende Ctenophora (Rippenquallen, siehe Foto) erlauben uns einen Einblick in das Universum des Pelagials und seiner Bewohner.

geblogged von:
Nicole Gatzemeier
Deutsches Zentrum für marine Biodiversitätsforschung, Hamburg 
&
Peter Kohnert
Zoologische Staatssammlung München


 

Daily log, 8. September 2016

The multinet – a freak among the Kurambio II gear

 

Enigmatic benthic organisms, clay and stones from a depth of more than 8000 m are one of the things you rarely get to see, even as a marine biologist. But not only the ocean floor, also the water mass above it, the so called pelagial, is inhabited by a variety of tiny animals that belong to different classes. The latter are sampled and investigated by a group of planktologists using a special gear during this cruise.

 Deployment of the Multinet (Ivo, Pete & Willi) © Nicole Gatzemeier
 Deployment of the Multinet (Ivo, Pete & Willi)
© Nicole Gatzemeier

Our beloved Multi-Net, also known as “Uwu” (underwater unit) is equipped with multiple nets that open at defined depth ranges along the way from 6000 m of depth to the surface. This mechanism allows us to designate captured planktonic organisms to a specific depth and thus to explore their vertical distribution.

Sorting tray with plankton sample © Nicole Gatzemeier
Sorting tray with plankton sample
© Nicole Gatzemeier

Since captured plankton organisms are highly sensitive to any increase in temperature, the majority of our team works (to our own disadvantage) in a 3-degree cold climate chamber, where we often spend several hours sorting the obtained material. Shaking people dressed with thick jackets and hats and limited motoric abilities can therefore (apart from few sedimentologists who share the same fate) be easily identified as being members of the plankton-team by other scientists.

A pleasant surprise in the plankton net: Comb jelly Beroe spec. © Anastassia Maiorova
A pleasant surprise in the plankton net: Comb jelly Beroe spec.
© Anastassia Maiorova

Emphasis of our studies are genetical, morphological and biochemical investigations on Copepods (tiny crustaceans) and Pteropods (sea butterflies). Nevertheless, many other beautiful creatures such as Ctenophores (comb jellies, see image) emitting light in all colours like a rainbow, allow an insight into the universe of the pelagial and its inhabitants.         

blogged by:
Nicole Gatzemeier
German Center for Marine Biodiversity Research, Hamburg
&
Peter Kohnert
Zoological State Collection Munich




Vorheriger Eintrag | Nächster Eintrag

https://die-welt-baut-ihr-museum.de