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Exkursion zur ökologischen Station Chiquitos - Teil II

20.11.2015, 16:39, Kommentare 3 Kommentare

Der zweite Teil auf der Forschungsstation beschäftigte sich zu einem großen Teil mit den einheimischen Säugetieren, darunter einem der Top-Predatoren, dem Jaguar (Panthera onca). Teilnehmer der Exkursion der Senckenberg Graduiertenschule Impact-Vector fanden frische Spuren, sowohl einer weiblichen, als auch einer männlichen Großkatze. Die Spuren wurden sowohl auf der Weide als auch im typischen Habitat dem Wald entdeckt. Im Wald konnten außerdem das Versteck soPhotenabdruck Jaguarwie Losungen des Männchens, als auch Spuren eines der größten südamerikanischen Säugetieres gesichtet werden, dem Flachlandtapir (Tapirus terrestris).
Bedauerlicherweise führte auch das geplante nächtliche beaobachten des Jaguarweibchens nebst ihrer Jungtiere zu keinem Erfolg, es blieb bei der Sichtung der Tritt- und Frassspuren. Weiterhin konnten die an den täglichen wie auch nächtlichen, Touren Teilnehmenden DoktorandInnen zwei verschiedene Tukanarten (Pteroglossus torquatus, Ramphastos toco) und verschiedene Geierarten (Cathartes atratus, Cathartes aura, Cathartes burrovianus) beobachten.
Aber auch entomologisch gab es trotz wetterbedingt sehr niedriger Stechmückenzahlen jede Menge interessanter Gruppen zu beobachten, von denen v.a. bei den Hymenoptera eine hohe Artenvielfalt festgestellt wWespeerden konnte. So konnten beispielsweise Vertreter unterschiedlicher Wespenfamilien (u.a. Ichneumonidae, Pompilidae, Vespidae) aus nächster Nähe inkl. ihrem Brut- und Abwehrverhalten beobachtet werden. Auch die Formicidae (Ameisen) sind in großer Artenzahl auf dem Gelände vertreten, von denen hier nur die sehr häfigen Blattschneiderameisen (Atta spp.), Treiberameisen (Ectioninae) sowie die solitären Bullet Ants (24-Stunden-Ameise Paraponera clavata) erwähnt werden sollen.
Neben etlichen pflanzensaugenden Wanzen (Heteroptera) konnten die ExkursionsteilnehmerInnen auch räuberische Arten, der Familie Reduviidae sehen, zu denen auch der Chagas-Vektor Triatoma infestans zählt.
Herpetologisch müssen die Frösche genannt werden, die trotz des trockenen Wetters an zahlreichen Stellen bereits ausgiebig gerufen haben. Aber auch Rote Tejus (Tupinambis rufescens) wie auch Kaimane (Caiman yacare) konnten an verschiedenen Stellen beobachtet werden.
Eine geplante nähtliche Tour zu einem Inselberg, eine geologische Besonderheit, wurde abrupt und unerwartet von einem anderen Großsäuger beendet: die Teilnehmer sahen sich rund 150-200 Augenpaaren einer Rinderherde in scheinbarer Abwehrhaltung gegenüber, woraufhin aus Sicherheitsbedenken die Tour abgebrochen wurde.
Nach einem Kurzaufenthalt in Santa Cruz geht die Exkursion mit dem nächsten Biodiversitätshotspots Los Volcanes weiter.



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